Das Essay — Teil III

Der Einfluss einer Idee auf die Beziehungen zwischen zwei anderen

Legende der Blöcke

Theorie — die begriffliche Darstellung Methode — Bemerkungen zur Anwendung Baudelaire — die Anwendung auf das Sonett Entsprechungen
§161
· Schiene
Theorie

Bis jetzt waren wir bemüht, mittels Austragen und Abziehbilder oberflächliche Aspekte von „Entsprechungen“ zu untersuchen. Auf diese Weise sind wir dem Spott aus dem Weg geblieben. Selbst wenn wir uns ziemlich freie Übertragungen erlaubten, sind wir im Wesentlichen nur geringfügig von den Absichten des Dichters abgewichen. Nun müssen wir jedoch fortschreiten und uns im Verhältnis zum Sinn im Ursprung eine Untreue zu erlauben. Wir werden es auch so weit bringen, die einzelnen Wörter zu ändern, mit dem Ziel, den Einfluss des Zusammenhangs auf jedes wichtige Wort zu prüfen. In dieser Vorgehensweise, die bestreitbarer als die frühere erscheint, werden wir einen geänderten Text, solange er nicht anachronistisch wirkt, als Schiene bezeichnen.

Methode

Die Austragen und die Abziehbilder sind als Sonderfälle auch Schienen, und ein Bejahungssatz der zum Verneinungssatz geändert wird, gehört auch in diese Sparte.

Anwendung auf Baudelaire

Eine Schiene, die mit den Worten “Die Natur ist ein verdorbener Tempel” beginnt, wäre wegen des allzu sehr geänderten Sinnes kein gutes Austragen. Eine solche Änderung ist jedoch sehr nützlich, um die gegenseitigen Einflüsse der Ideen aufeinander zu betrachten, die wir bisher durch unsere engen Regeln nicht untersuchen konnten. Die beiden Stöße rb(Natur~Tempel) und rb(Tempel~verdorbener) stören sich gegenseitig in der Beschreibung der soeben erwähnten Schiene. Die Glosse rb(Natur~Tempel) ist eine Kombination von Vorstellungen, die in der Beschreibung der Schiene den Vorteil einer Glaubhaftigkeit 1 verliert. Der Gleitweg von «Tempel» steigt auf 2, was die allgemeine Glaubhaftigkeit nach unten zieht.

§162
· Aufeinanderfolgende Schaffende
Theorie

Gleicht eine Schiene dem Text, so lässt sich der Schaffende problemlos finden. Ist die Schiene dagegen eine Parodie oder bringt sie eine grundlegend geänderte Bedeutung, so wird der Schaffende zum Autor der neuen Fassung. Manche Urteile über das originale Werk und seinen Schaffenden können für die neue Lage nicht erhalten werden.

Methode

Eine Glosse mit hoher Glaubhaftigkeit kann über die Merkposten nicht hinweggehen, aber es handelt sich nun um die Merkposten der Parodie.

Anwendung auf Baudelaire

Die Schiene erleichtert den Vergleich zwischen den verschiedenen Sinnen. Was “Die Natur ist ein Tempel und alle Sorten von Weihrauch sind verdorben…” betrifft, weist jeder einzelne Stoß rb(Natur~Tempel) und rb(Weihrauch~ verdorben) eine Gradiente 1 auf, während “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…” wegen rb(Tempel~ verdorbener) an rb(Natur~Tempel) die Glaubhaftigkeit ½ bringt.

§163
· Bruchstein und Fahne
Theorie

Mit einer Schiene, deren Anfang die Wörter, “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…”, enthält, fällt es leicht, den Einfluss von “verdorbener” auf rb(Natur~Tempel) zu untersuchen. Um diese Art des vom Zusammenhang ausgeübten Drucks auf die einzelnen Ideen zu analysieren, sind neue Erweiterungen der Gedanken nötig. Was wir bisher Träger nannten, sind materielle Elemente, die zum gewöhnlichen Gebrauch der Texte einen Kontrast bilden. Zum Beispiel ist ein Fleck auf dem Papier oder eine seltene Stimme ein Träger. Nun wollen wir in der neuen Kategorie der Bruchsteine, die elementare Interpunktion, sowie die entsprechenden mündlichen Zeichen umfassen. Diese Gegenstandsklasse wird aus gewöhnlichen Sinnen gebildet, insbesondere aus den Sinnen der Absatzzeichen, der Zeilensprünge, der Kapitelwechsel, der Schweigen und der Änderungen in der Stimme. Der Sinn der Anführungszeichen, der Punkte und der Kommata gehört auch zu den Bruchsteinen. Die Fahnen umfassen die Spuren und die Bruchsteine zugleich. Es ist unser Ziel, in den Phantasietexten auszuleuchten, wie die Glossen von den Fahnen beeinflusst werden. In unserer Abhandlung kann ein lateinischer Großbuchstabe sowohl einen Bruchstein als auch eine Spur oder einen Begriff andeuten.

Methode

Hängt der Sinn manchmal von den Bruchsteinen ab, kommen einige weitere Zweideutigkeiten aus anderen Quellen.

Anwendung auf Baudelaire

Ohne jegliche Änderung in der Interpunktion könnte der Satz «…des forêts de symboles
Qui l'observent avec des regards familiers» (…Wälder von Symbolen,/Die ihn mit vertrauten Blicken betrachten) von einem etwas abwegig denkenden Ausleger so aufgefasst werden, als würden Wälder statt Symbole den Menschen betrachten.

§164
· Amalgam
Theorie

Es besteht die Möglichkeit, durch die Änderung eines Stoßpaars ein Amalgam zu bilden. Das Muster ist rb(Natur~Tempel) rb(verdorben~Weihrauch), was rb(Natur~Tempel) rb(verdorbener~Tempel) ergibt. Auf diese Weise wird „Entsprechungen“ zu einer Schiene geändert, die mit “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…” beginnt. Anhand zweier Stöße mit einer Gradiente 1, die keinen gemeinsamen Begriff aufweisen, wird ein Stoß gestrichen, und folglich werden zwei Stöße mit einer gemeinsamen Spur zurückgewonnen. Einer der Stöße rb(Natur~Tempel) bleibt erhalten, aber er weist wegen eines Gleitwegs 2 in der Folge höchstens eine Gradiente ½ auf. Der neue Stoß rb(verdorbener~Tempel) zeigt eine Spur des gestrichenen Stoßes rb(verdorben~Weihrauch), die geändert oder nicht geändert wurde. Dieser umgestaltete Stoß beruht auf einer logischen oder grammatikalischen Zuteilung, die einen Kontakt zwischen beiden Stößen erlaubt.

Methode

Diese Anordnung konnte die Identifizierung der Stärkung zwischen zwei Paradoxa nicht erleichtern, da die kombinierten Vorstellungen schließlich zu einer Schwächung der Glaubhaftigkeit führen.

Anwendung auf Baudelaire

Es kommt in der neuen Formulierung rb(Natur~Tempel) rb(Tempel~ verdorbener) kein Block und kein Tandem mehr zum Vorschein, da rb(verdorben~Weihrauch) verschwunden ist.

§165
· Vereinfachtes Amalgam
Theorie

Beschreiben wir allgemein ein vereinfachtes Amalgam, um dessen Prozess besser zu ergründen. Eine frühere Spur H des nunmehr verschwundenen Stoßes rb(H~L), dem das gestrichene L nötig war, wird zu den Spuren von rb(A~F) in Kontakt gebracht. So wird der letzte Stoß rb(A~F) durch einen geänderten Zusammenhang und insbesondere durch die Zuteilung H-F von rb(H~F) der Gradiente 1 entblößt. Die Spur F, die unter dieser neuen Bindung H-F leidet, bekommt in rb(A~F) einen Gleitweg 2. Durch diesen Wert wird die Glaubhaftigkeit des Stoßes auf ½ herabgesetzt, und andere Schwächen können dieses Ergebnis noch weiter mindern.

Methode

Der Begriff H wird nun mit F gekoppelt und somit des Ernstes entblößt, das er nötig hatte, um den Leser in rb(A~F) zu schockieren.

Anwendung auf Baudelaire

Die Glossen rb(Natur~Tempel) und rb(verdorben~ Weihrauch) genießen beide eine Gradiente 1. Mit dem Anfang “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…”, wird die Gradiente von rb(Natur~Tempel) auf ½ herabgesetzt. Der tragende Grundgedanke ist, dass das “Natur-Tempel” Verhältnis weniger anstößig wirkt, da der Tempel selbst verdorben scheint. Das Podest “geschändete Stätte” kommt innerhalb der Bedeutung von Tempel zum Vorschein, was j’=2 statt j=1 ergibt.

§166
· Ein Muster
Theorie

Wir haben ein Muster, um den negativen Einfluss der Fahnen auf die Glossengradienten zu untersuchen. Die Glaubhaftigkeit 1 muss den Einfluss des Begriffs “verdorbener” auf rb(Natur~Tempel) ausdrücken. Anhand einer Schiene, die mit den Worten “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…” beginnt, führt die Beziehung “verdorbener-Tempel” zu einem Gleitweg 2 für “Tempel” in rb(Natur~Tempel).

Methode

Eines Tages werden wir fähig sein müssen, unseren Gedanken zu folgen, wenn sie die verschiedenen Schattierungen eines Schriftstücks widerspiegeln, die den logischen und grammatikalischen Möglichkeiten der Fahnen entspringen.

Anwendung auf Baudelaire

Nach Änderung der Verhältnisse zwischen den Bedeutungen werden die Gedanken nicht mit denselben Ideen wie früher zufrieden gestellt. Jedoch mag ein Mittelgedanke zwischen der neuen und der alten Deutung in beiden Fällen oberflächlich passen. Bilden wir eine Schiene, in der “Die Natur ist ein Tempel und alle Sorten von Weihrauch sind verdorben…” am Anfang steht, erhalten wir wieder die Stöße rb(Natur~Tempel) und rb(verdorben~Weihrauch), die eine Gradiente 1 aufweisen, weil die Glosse rb(verdorben~Weihrauch) die Glosse rb(Natur~Tempel) vor vielerlei möglichen Bedeutungen schützt, die “verdorben” in sich bringt.

§167
· Schnappschloss
Theorie

Das Schnappschloss ist eine Beziehung, die in Betracht zu ziehen ist, um den günstigen oder abträglichen Einfluss einer einzelnen Fahne oder einer Reihe von Fahnen auf eine Problemglosse zu beschreiben. Die Fahne oder die Fahnen werden als Schüttgut S und die Problemglosse als Winde bezeichnet. Das allgemeine Symbol des Schnappschlosses (-*) wird als “zu” gelesen. Es wird für den günstigen Einfluss durch (-#), das als “für” zu lesen ist, ersetzt; und es wird für den abträglichen Einfluss durch (-µ), das als “gegen” zu lesen ist, ersetzt. Die Gradiente der betreffenden Problemglosse wird selbst durch den günstigen Einfluss hoch und umgekehrt durch den abträglichen Einfluss niedrig gehalten. Wir werden die Perspektive (-#) oder (-µ), aus der der Einfluss ausgeübt wird, als Joch bezeichnen. Auf diese Weise wird es möglich sein, im Schnappschloss (sieghaft-#rb(verdorben~Weihrauch)) die günstige Wirkung von «sieghaft» auf rb(verdorben~Weihrauch) zu untersuchen. Im Gegensatz werden wir den abträglichen Einfluss in (-Und andere-µrb(frisch~verdorben)) prüfen. Wenn die Winde ganz allgemein erwähnt wird, schreiben wir nur rw*(A~E). In dieser Notierung wird “w*” als “w Stern” gelesen. Letztendlich weisen wir darauf hin, dass das Zeichen (b) die Assoziierung der Spuren, und das Zeichen (d) die Dissoziierung derselben andeutet. Das Zeichen (w*) gibt uns die Möglichkeit in rw*(A~E), die Entscheidung zugunsten von (b) oder (d) offen zu lassen: (S-*rw*(A~E)).

Methode

Für den Text “…er hat sein wildes Leben eitel gestaltet…” verdient die Winde rb(gestaltet~eitel) unsere Aufmerksamkeit, um das Gewicht von “eitel” näher als das der anderen Fahnen zu untersuchen.

Anwendung auf Baudelaire

Die Anwendung von Paradoxa, um Bedeutungsverhältnisse an den Tag zu bringen, ist eine Verfahrensweise, bei der es lohnend scheint, sich auf Baudelaires Gedicht zu stützen. Der Inhalt von “Entsprechungen” reicht jedoch nicht bis zu den Paradoxa des Tragischen, weil diese eine verborgene Macht voraussetzen. Baudelaire gibt seinerseits gern zu, dass er für seine Probleme vielfach selbst verantwortlich ist. Er beschreibt seine Unsicherheit in den Leidenschaften [[1103]] in Index II (Gedichte)">[[1103]]: «Sei es in der Nacht und der Einsamkeit,
Sei es auf der Straße und in der Menge,
Tanzt ihr Gespenst in der Luft wie eine Fackel.»

§168
· Ar
Theorie

Das Ar bezeichnet die Menge an Glaubhaftigkeit eines günstigen (-#) oder abträglichen (-µ) Schnappschlosses mit einer positiven (b) oder negativen (d) Winde. Das Schüttgut S enthält oft eine einzige Spur, die jedoch nie zu den Spuren der untersuchten Glosse gehört. Außerdem besteht S nicht immer im Sinne von Front, da es aus einem Bruchstein gebildet werden kann. Man benutzt eine Reihe von Buchstaben etwa in (FRSTV-#rb(A~E)), um das Schüttgut anzudeuten, wenn es aus verschiedenen Elementen besteht, zum Beispiel in (-Und andere-#rd(frisch~verdorben)). Es ist auch möglich, unterbrochene Fahnen wie in (wirre vereinen-#rd(antworten~Düfte¹)) zu zitieren.

Methode

Unsere Messungen haben mit den Linderungsglossen entfernte Verwandtschaften, weil wir in ihrem Fall nicht nur ihre Gradiente, sondern auch die Gradiente des beleuchteten Problems berücksichtigen müssten. In vielen Fällen würde dies unsere Berechnung übermäßig belasten. Wenn wir zahlreiche winzige Mengen multiplizierten, kämen wir oft zu Werten, die nicht ernst genommen werden können, so dass eine solche Darstellung zu einer Skizze nicht passen würde.

Anwendung auf Baudelaire

Dies ist für uns kein Grund, die schwachen Schnappschlösser wie (-Und andere-#rb(frisch~verdorben)) nicht zu untersuchen.

§169
· Kralle
Theorie

Hier wird das Gewicht des Schüttguts im Text geschätzt, indem man dem Text dasselbe entnimmt. Die Höhe der Gradiente wird sich für die Winde ändern, sobald die Entnahme eine deutliche Sinnänderung nach sich zieht. Da die Darlegung der Schiene durch die Entnahme zerrüttet werden mag, wird inmitten der Fahnen eine Ergänzung nötig, die wir als Kralle bezeichnen. Innerhalb der Kralle wird öfter ein zusätzlicher, bequemer Bruchstein dazwischengeschoben, um das Gleichgewicht im Satz zu erhalten. Aber die Kralle mag auch ein Bruchstein sein. Dies ist der Fall für das Zeichen (:) wenn man in der Änderung von «…Die ihn mit vertrauten Blicken betrachten.

Wie lange Echos…» zu “…die ihn mit vertrauten Blicken betrachten: wie lange Echos…” den Punkt (.) durch (:) ersetzt.

Methode

Wenn die Kralle im Gegensatz viele Wörter umfasst, wird das Entstehen von Neutralglossen erleichtert, um die Änderung der Problemglosse durch Kontrast hervorzuheben. Daher ist es ratsam, die Einflüsse auf die Neutralglossen im Text vorläufig nicht zu prüfen.

Anwendung auf Baudelaire

Um den Einfluss der Fahnen «mit vertrauten Blicken» auf die Winde rb(Wälder~betrachten) zu analysieren, ist keine Kralle nötig. Durch Entnahme des Schüttguts kommt man zu: “…dort schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen, die ihn betrachten.” Der Eindruck einer einfachen Freundschaft zwischen natürlichen Wesen erinnert an die Schriften der Romantiker um Wordsworth. Sainte-Beuve versucht, ihre Eingebung, wie folgt, zu beschreiben [887]: «In dieser stillen Einsamkeit, in der Fülle dieser Seen, im Zwielicht dieser Wälder, ist ihnen, als ob ihre Seele mit der Seele der Welt verschmelze. Sie verspüren einen unsichtbaren, unaussprechlichen Einfluss, der sie erregt, hinreißt und läutert. Es ist eine Mystik, die mit dem Pantheismus des Pythagoras eine gewisse Beziehung hat. Es ist ihnen, als handle es sich nicht nur um unklare oder fantastische Symbole, sondern um echte Offenbarungen, welche Wesen hergeben, die eine sichtbare Erscheinung, eine Bewegung, oder eine Stimme haben.»

§170
· Arten von Schnappschlössern
Theorie

Die Eigenschaft eines Schnappschlosses hängt vom Druck auf die Gradiente ab, den das günstige Joch hoch und das abträgliche Joch niedrig hält. Da die Spuren in der Winde assoziiert oder dissoziiert werden, entsteht eine zweite Quelle an Kombinationsmöglichkeiten. So (-#) und (-µ) einerseits, (b) und (d) andererseits ergeben die Typen (-#b), (-#d), (-µb), (-µd). Auf diese Weise kann ein Schnappschloss jeweils günstig-positiv, günstig-negativ, abträglich-positiv, abträglich-negativ sein. Es ist auch möglich, diese Typen als (F-#rb(A~H)), (F-#rd(A~H)), (F-µrb(A~H)), (F-µrd(A~H)) zu bezeichnen.

Methode

Wenn ein Logiker sich mit dem Symbol (d) befasste, wäre er bemüht, davon keine allzu einfache Vorstellung als Ausdruck der Verneinung zu vermitteln. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Satz “es ist besser zu assoziieren” zu verneinen: “es ist nicht besser zu assoziieren” und “es ist besser zu dissoziieren”. Letztere Verneinung ist indirekter als die erste. Sie beruht auf einer radikalen Umsetzung des Urteils. Das oben erwähnte Verhalten zwischen günstig (-#) und abträglich (-µ) liegt dieser Umsetzung nahe.

Anwendung auf Baudelaire

Betrachten wir “es ist besser zu assoziieren denn als zu dissoziieren «verdorben» und «Weihrauch»”. Die leichtere Verneinung lautet “es ist nicht besser «verdorben» und «Weihrauch» zu assoziieren”. Sie weicht von “es ist besser «verdorben» und «Weihrauch» zu dissoziieren” deutlich ab. Was die eigentliche Verderbnis betrifft, so ist sie im eleganten Treiben des Dandys zu erkennen. Den Dandy bewunderte der Autor nur, insofern er durch ein heftiges Aufbegehren beseelt war. Dies setzt mehr voraus als die hohle Gewandtheit, die Balzac kurz vor Baudelaire so beeindruckt hatte [63]: «Er gestaltete seine Muße so, dass er ständig beschäftigt war. Victurnien begab sich jeden Tag zwischen Mittag und Uhr zur Herzogin. Anschließend trafen sie sich im Bois de Boulogne wieder, er zu Pferde und sie in der Kutsche. Ritt dieses reizende Paar aus, so nur in der Früh an heiteren Tagen. An den Abenden zerteilte sich der junge Graf zwischen der vornehmen Welt, den Bällen, den Feiern, den Theatern und der Oper. Victurnien brillierte überall, überall sprühte er von Geist. Mit tiefen Witzen beurteilte er die Menschen, die Dinge und die Ereignisse: als ob ein Obstbaum nur Blüten getrieben hätte. Er führte jenes langweilige Leben, in dem mehr Seelenkraft als Geld verschwendet wird, in dem die schönsten Begabungen begraben werden, in dem die Verderbtheit durch die reinste Ehrlichkeit sickert, in dem die stählernen Willen sich schließlich erweichen lassen.»

§171
· Joche
Theorie

Das Schnappschloss mit einem günstigen Joch (-#) hat die Grundbedeutung: “es geht aus dem Willen des Schaffenden hervor, dass das Schüttgut…unter den Einflüssen, die die Glaubhaftigkeit der Winde…begünstigen, einen ersichtlichen Einfluss ausübt”. Wir schreiben (F-#rb(A~H) oder (F-#rd(A~H). Das Schnappschloss mit einem abträglichen Joch (-µ) hat die Grundbedeutung: “es geht aus dem Willen des Schaffenden hervor, dass das Schüttgut…unter den Einflüssen, die die Glaubhaftigkeit der Winde… benachteiligen, einen ersichtlichen Einfluss ausübt”. Wir schreiben (F-µrb(A~H) oder (F-µrd(A~H).

Methode

Die Unterscheidung in Reihen von gegensätzlichen Abstrakten Paaren ist der bequemste Weg zu detaillierten Kenntnissen, aber wir gelangen hier zu einer dreiteiligen Aussage, da das Schnappschloss (F- *rw*(A~H)) geschrieben wird [734]-[754].

Anwendung auf Baudelaire

Anstatt den negativen Einfluss von rb(Tempel~verdorbener) auf rb(Natur~Tempel) mit der Schiene “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…” zu untersuchen, was zwei Halbierungen ergäbe, erwähnen wir ein einziges Mal “Tempel”, was zu einer dreiteiligen Beschreibung führt: (verdorbener-µrb(Natur~Tempel)). Baudelaire geht nicht ganz bis ans Ende, das durch die ersonnene Schiene dargestellt wird, aber es gelingt ihm oft, die Vorstellung des Guten durch das laufende Bild des Bösen umzusetzen. Mit dem erzielten Ergebnis meiden wir den süßlich-faden Ton, der den Romantikern so oft vorgeworfen wird [609]-[[1013]] in Index II (Gedichte)">[[1013]]: «Sie sind ein schöner heller, rosaroter Herbsthimmel!
Aber in mir steigt die Traurigkeit wie die Flut empor,
Und hinterlässt bei der Ebbe
Auf meiner sehnsüchtigen Lippe
Die brennende Erinnerung ihrer Bitterkeit.»

§172
· Futter
Theorie

Besitzen zwei Schnappschlösser dieselbe Winde und dasselbe Joch, aber ein unterschiedlicher Schüttgut, so bezeichnen wir jedes einzelne Schnappschloss als Futter des anderen.

Methode

Mit einer bestimmten Winde kann man nur das Schüttgut ändern, um verschiedene Schnappschlösser zu vergleichen. Es geht insbesondere darum festzustellen, ob sie zu den ersichtlichsten Einflüssen gehören. Das Futter erscheint allgemein in dieser Form: (E-#rb(A~H)), (F-#rb(A~H)),I; (E-µrb(A~H)), (F-µrb(A~H)),II; (E-#rd(A~H)), (F-#rd(A~H)),III; (E-µrd(A~H)), (F-µrd(A~H)),IV.

Anwendung auf Baudelaire

Diese Aufzählung nimmt anhand folgender Beispiele einen konkreteren Charakter an: (Natur-#rb(lebendige~Säulen)), (Wälder-#rb(lebendige ~Säulen)), I; (Natur-µrb(lebendige~Säulen)), (Wälder-µrb(lebendige~Säulen)),II; (Natur-#rd(lebendige~ Säulen)), (Wälder-#rd(lebendige~Säulen)),III; (Natur-µrd(lebendige~Säulen)), (Wälder-µrd(lebendige~ Säulen)),IV. In der zeitgenössischen Denkart traf man oft selbst außerhalb der künstlerischen Kreise auf die Vorstellung eines natürlichen Tempels. Ein englischer Arzt gebrauchte sie sogar zwanzig Jahre vor Baudelaires Geburt, um den Titel eines seiner didaktischen Gedichte zu formulieren [245].

§173
· Schnappschloss eines großen Schüttguts mit -#
Theorie

Unter (, Farben und Töne-#rb(antworten~Düfte¹)) müssen wir verstehen: “es geht aus dem Willen des Schaffenden hervor, dass das Schüttgut «, Farben und Töne» unter den Einflüssen, die die Glaubhaftigkeit der Assoziierung zwischen «antworten» und «Düfte» begünstigen, welche ein Problem mit sich bringt, einen ersichtlichen Einfluss ausübt”.

Methode

Es ist keineswegs hinderlich, sowohl die einzelnen Fahnen als auch die Fahnengruppen mittels der Großbuchstaben H oder R,S,T zu symbolisieren, weil der Zusammenhang deutlich genug erkennen lässt, worauf sich jedes Symbol bezieht.

Anwendung auf Baudelaire

Da der Wert der Einflüsse durch die Entnahme des Schüttguts erprobt wird, ist es bequem «,», «Farben», «und», «Töne» zu vereinen. Täte man es nicht, so bliebe nach Entnahme von «Farben» noch «Töne» übrig, was uns daran hindern würde, den Einfluss auf rb(antworten~Düfte¹) zu bestimmen. Die neue Bedeutung ginge wegen mehrerer Seiteneffekte schlecht hervor. Hinwiederum ziemt es sich, die Kralle sorgfältig zu behandeln, damit der Text verständlich bleibt. Da das Verschwommene nach einer Umgestaltung des Satzes sofort zum Vorschein kommt, genügt es nicht, sich auf die nahezu endlosen Fähigkeiten des Verstands zu verlassen [907]. Im Übrigen ist es ausgeschlossen, den umgestalteten Text im Telegrammstil zu schreiben, weil der Gebrauch diese mehrdeutige Kodierung ablehnt. So bleibt nur die Lösung, auf eine Kralle zurückzugreifen [196]-[197].

§174
· Schnappschloss eines großen Schüttguts mit -µ
Theorie

Anhand des Schnappschlosses (-Und andere-µrb(verdorben~Kindern)) kommt man zu folgendem Inhalt: “es geht aus dem Willen des Schaffenden hervor, dass das Schüttgut «-Und andere» unter den Einflüssen, die die Glaubhaftigkeit der Assoziierung zwischen «verdorben» und «Kindern» benachteiligen, welche ein Problem mit sich bringt, einen ersichtlichen Einfluss ausübt”.

Methode

Falls der Einfluss fest genug ist, müssen wir einen intuitiven Schock empfinden, wenn das Schüttgut entnommen wird.

Anwendung auf Baudelaire

Im Zusammenhang mit der Vorstellung von Verderbtheit mit Kindern ist die Tatsache bekannt, dass ein Mitschüler von Baudelaire lange Jahre später ihm Sonderliebschaften unterstellte, aber Claude Pichois hegt darüber Zweifel [588]. Die Eifersucht einerseits und die Erinnerung an das spätere Dandytum des jungen Mannes mögen zum Entstehen dieser Legende beigetragen haben [605].

§175
· Eine Reihe von Sinnen
Theorie

Die Schnur besteht aus einem beliebigen Wort, einem Träger oder aus einem gewöhnlichen Zeichen, wie etwa ein Komma, oder die unmerkliche Pause zwischen den Wörtern. Der provisorische, vergängliche oder endgültige Sinn einer Schnur wird als Haltetau bezeichnet. Stellen wir uns eine Reihe von (n) Schienen für den untersuchenden Text vor, bei der die zweite Schiene die erste enthält, die dritte die zweite, und so weiter bis zum Schluss. Dies gibt uns die Möglichkeit, ohne Gewähr über das Entstehen des Werks nachzudenken. Der eigentliche Schaffende ist ausschließlich der Autor des vollendeten Textes, und wir werden die scheinbaren Schaffenden der unvollendeten Schienen als Ausgucke bezeichnen.

Methode

Ein Semikolon ist eine Schnur, aber der Endsinn desselben ist ein Bruchstein. Hat des Weiteren das Haltetau manchmal einen vergänglichen Charakter, so trägt die Fahne ausschließlich den endgültigen Sinn.

Anwendung auf Baudelaire

Was den grammatikalischen Bereich in „Entsprechungen“ betrifft, geht der elfte Vers in den zweiten Dreizeiler über, während zwischen den beiden Dreizeilern graphisch ein Bruch vorliegt. Dies zeigt, dass der poetische Aufbau und der Sinn des Textes nicht immer miteinander einhergehen. Die Textunterbrechungen, die die Untersuchung erleichtern, bringen eine andere Gefahr mit: die Gefahr, unsere Aufmerksamkeit abzulenken und einen anderen Ausgang ersinnen zu lassen. Über eine verwandte Frage dachte Balzac folgendermaßen nach [81]: «Oft hindert uns die Vollkommenheit der Kunstwerke daran, dieselben fortzuführen. Aber man sucht weiterhin das Meisterwerk als solches zu verweigern, und daher kommt es, dass das Urteil vor dem Gericht derjenigen, die das Werk gern in ihrer Phantasie vollenden, im Verfahren gegen das fertige Bild zu Gunsten der Skizze fällt.» Die Kritik muss zugeben, dass es ihr an Mitteln mangelt, wegen der vielen Ursachen, die entwirrt werden müssten, zum Ursinn zurückzufinden. Derselbe Schriftsteller stellt sich ähnlich gesinnten Komponisten vor [82]: «Ich sehe Melodien im Gegenüber, schöne, frische Melodien, mit Farben wie Blumen, die strahlen, erschallen. Ich lausche ihnen, aber es dauert unendlich, bis ich sie in Noten wiedergeben kann.» Das Gedächtnis richtet ständig Ideen oder Bilder neu her [83]: «Die anmutige Göttin richtet sich vom Abgrund des Hirns auf. Sie begibt sich zu jenen wunderbaren Tasten und rührt sie wie ein Organist. Plötzlich nehmen Erinnerungen ihren Anlauf, die die Rosen der Vergangenheit mit sich bringen, die himmlisch aufbewahrt und immer frisch bleiben.»

§176
· Großes Schüttgut mit -#
Theorie

Was (F::H-#rd(R~S)) betrifft, beschäftigen wir uns mit dem Fall (verdorben::sieghaft-#rd(andere~ frisch). Die Bedeutung ist: “es geht aus dem Willen des Schaffenden hervor, dass das Schüttgut, das mit "verdorben" anfängt und bis "sieghaft" weitergeht, unter den Einflüssen, die die Glaubhaftigkeit der Assoziierung zwischen "andere" und "frisch" begünstigen, welche ein Problem mit sich bringt, einen ersichtlichen Einfluss ausübt”.

Methode

Die Glaubhaftigkeit von (H-#rd(R~S)) kann gegen alle Erwartung niedrig bleiben, wenn der Schaffende zuvor einen Vorgeschmack (F) der entscheidenden Vorstellung (H) eingeschoben hat. Einen Ausweg aus dieser Situation finden wir, indem wir in der Schiene statt (H) ein breiteres Schüttgut (F…H) oder (F::H) wählen.

Anwendung auf Baudelaire

Vor «verdorben» liefern die Begriffe «antworten», «vertrauten», «Blicken», «betrachten» und «Worte» eine Andeutung darauf, dass die seelenlosen Wesen auch Eigenschaften oder Fehler aufweisen. Wir können uns gut vorstellen, dass unser Geist unmerklich von der Morgenfrische zu den neu erblühten Blumen hinübergleitet. Es fällt uns jedoch schwer, Baudelaire diesen Gesichtspunkt zuzumuten. Der Dichter machte keinen Hehl aus seiner Bewunderung für de Maistre, der sich mit folgenden Worten über den Empiriker Locke lustig machte [514]-[679]: «Welche Krämerseele!» schrieb der savoyische Aristokrat. Es ist jedoch keineswegs sicher, dass diese humorvolle Äußerung des Dichters gegen die gesamte Doktrin über die Wirkung der Erfahrung gerichtet war. Der englische Autor hatte den Spott verdient, indem er erklärt hatte, dass sein Buch über die Gedankenbilder wegen der damit verbundenen Vorteile im Alltag seinen Preis voll wert war [505]. Baudelaires Erheiterung mochte nur von der Verwechslung zwischen der Metaphysik des Geistes und dem Leben im Alltag herrühren.

§177
· Großes Schüttgut mit -µ
Theorie

Falls zahlreiche Fahnen zusammen ein Schüttgut bilden, kann das Schnappschloss folgendermaßen beschrieben werden: (KL::UVWXY-*rw*(J~E)) oder (von Symbolen::des Geistes und der Sinne-µrb (Wälder~Tempel)). Letzterer Ausdruck ist so zu lesen: “es geht aus dem Willen des Schaffenden hervor, dass das Schüttgut, das mit "von Symbolen" anfängt und bis "…des Geistes und der Sinne" weitergeht, unter den Einflüssen, die die Glaubhaftigkeit der Assoziierung zwischen "Wälder" und "Tempel" benachteiligen, welche ein Problem mit sich bringt, einen ersichtlichen Einfluss ausübt”. Auf ähnliche Weise verweist (Es::Sinne-#rb(Natur~Tempel)) auf ein ausgedehntes Schüttgut.

Methode

Da die Fahnen die Endideen für die Schnüre darstellen, bilden mehrere Haltetaue übergängliche Sinninhalte, die im Rückblick später nur eine Vorbereitung zum Hauptsinn zu sein scheinen. Dies ist der Anlass zu zahlreichen Scherzen wie etwa: “-Wieso warst du bei der letzten Versammlung nicht zugegen? -Wie konnte ich erraten, dass es die letzte war?” Das Adjektiv “letzt” verweist zunächst auf das, was gerade stattgefunden hat und dann auf das, was das Ende bedeutet.

Anwendung auf Baudelaire

«Die Natur ist ein Tempel…» nimmt einen leicht geänderten Sinn an, wenn wir auf rb(verdorben~Weihrauch) kommen. Aber es ist keineswegs sicher, dass es uns eines Tages mit unserer Berechnung gelingen wird, die geringfügigen Unterschiede dieser Art zu messen.

§178
· Schüttgut mit Unterbrechungen
Theorie

Müssen wir gleichzeitig mehrere Stellen aus dem zitierten Werk wegnehmen, so schreiben wir das Schnappschloss (A::FGHIJK(…)N(…)U::Z-*rw*(O~T)) oder (Entsprechungen::Antworten einander Düfte¹, Farben und Töne(…)Düfte²(…)Sanft::singen-µrd(frisch~Kindern)). Letzterer Ausdruck nimmt eine verwickelte Bedeutung an: “es geht aus dem Willen des Schaffenden hervor, dass das Schüttgut, das mit "Entsprechungen" beginnt und mit "…Antworten einander Düfte¹, Farben und Töne" fortgesetzt wird, dann "Düfte²" einschließt und unterwegs "Sanft" aufnimmt und schließlich auf "singen" endet, unter den Einflüssen, die die Glaubhaftigkeit der Dissoziierung zwischen "frisch" und "Kindern" benachteiligen, welche ein Problem mit sich bringt, einen ersichtlichen Einfluss ausübt”.

Methode

Die Dissoziierung zu benachteiligen (-µd), bedeutet, die Assoziierung zu begünstigen (-#b), aber ist es ratsam, die beiden unterschiedlichen Formen (A::FGHIJK(…)N(…)U::Z-µrd(O~T)) und (A::FGHIJK(…)N(…)U::Z-#rb(O~T)) zu behalten, um in jeder Lage aus der bestmöglichen Glaubhaftigkeit Nutzen zu ziehen. Die Winde und die Gradiente der Winde sind in beiden Fällen nicht dieselben. Es ist daher lohnender, die jeweilige Winde von Fall zu Fall zu wählen.

Anwendung auf Baudelaire

Die im Falle von rd(frisch~Kindern) zu betrachtende Gradiente wird niedriger liegen als diejenige mit rb(frisch~Kindern) und umgekehrt für andere Fahnen. Mit dem friedlichen Anfang und dem bitteren oder dämonischen Ende des Sonetts mag Baudelaire unterstellt haben, dass das Verhältnis des Menschen zur Natur sich auf überraschende Weise entwickelt. Es ist anfangs heiter und wird später gehemmt. Politisch scheint Baudelaire oberflächlich sehr unbeständig gewesen zu sein, und manche Ereignisse sind auf seinem Lebensweg erstaunlich. Es ist jedoch nicht einfach, diesen Lebensweg nachzubilden. Er bedauerte manche neuere Änderungen, und Barbey, der sich mit ihm angefreundet hatte, schritt viel weiter voran im Protest dieser Art, weil er sich um die großartige Heide, die unweit des Familienschlosses lag, Sorgen machte [96]: «Die Gesellschaft, diese den geizigen Vorstellungen unterworfene Haushälterin, zeugt nur noch neue Bedürfnisse. Sie irrt um ihre Aufklärung umher und ist nicht mehr im Stande, weder die Dichtung der Seele noch die Dichtung der Augen anzuerkennen. Sie ist bemüht, die göttliche Unwissenheit des Geistes gegen erbärmliche, immer wieder unvollständige Kenntnisse auszutauschen und verweigert die Schönheit der vermeintlich nutzlosen Dinge, die scheinbar verborgen und jedoch sichtbar ist.»

§179
· Verallgemeinerung der Nietung
Theorie

Die Beziehung (-*) in einem Schnappschloss ist nicht umkehrbar, denn es ist für (rw*(A~H)-*S) kein Sinn vorgesehen. Dieselbe Bemerkung gilt für (-#) oder (-µ), die besondere Anwendungen von (-*) darstellen. Ist die Berechnung ordentlich durchgeführt worden, so liegt durch Verallgemeinerung der Nietung die Schwelle des Ars eines Einflusses wie bei der annehmbaren Gradiente bei 1/16, wobei 1/16 noch annehmbar ist.

Methode

Unsere Untersuchung umfasst jedoch die Erwähnung der geringsten Einflüsse, da es zur Kenntnis gehört, auf die Illusionen hinzuweisen, in die wir verfallen könnten [723]-[723¹].

Anwendung auf Baudelaire

So wird das Schnappschloss (Mensch-#rd(Natur~Tempel)) wegen ihrer Winde mit geringer Glaubhaftigkeit, die im Ar mitberechnet wird, eine schwache Gradiente besitzen. Die Wandlungen des Dichters angefangen von den Einflüssen, die er als Schüler erfahren hatte, waren wahrscheinlich vielfältig. Der Einfluss der Aufgaben zum Verhältnis des Künstlers zur Welt bleibt spürbar [[1081]] in Index II (Gedichte)">[[1081]]: «Wie oft muss ich meine Glöckchen rühren
Und dir trübem Zerrbild die niedrige Stirn küssen?
Wie oft muss ich mystische Quadratur meinen Köcher leeren,
Um mit dem Speer ins Schwarze zu treffen?

Wir werden unsere Seele in feinsinnigen Verschwörungen erschöpfen,
Und manches schweres Gerippe abbrechen,
Ehe wir die große Kreatur bewundernd betrachten,
Deren höllisches Verlangen uns mit Schluchzern füllt!»

§180
· Ar=((Fracht)(Gradiente))
Theorie

Das Ar, oder das Maß an Glaubhaftigkeit eines Schnappschlosses ist das numerische Produkt der Gradiente der Winde, mit oder ohne Schüttgut, und einer anderen Menge, der Fracht, die 1/t*s*q*e*p*f*z*g* j* geschrieben wird. Die als Nenner erwähnten neun Mengen werden Stempel genannt. Suchen wir einen Einfluss, der die Gradiente hebt, so gebrauchen wir das günstige Joch (-#), und im Gegensatz das abträgliche Joch (-µ) für einen Einfluss, der die Gradiente senkt.

Methode

Das gleiche Joch betreffend, unterscheidet sich die Glaubhaftigkeit, je nachdem ob das Schüttgut die Gradiente hebt, senkt, oder unverändert behält. In diesem Zusammenhang mag die Winde (rb) oder (rd) sein. Dagegen läuft die Unterscheidung Gefahr, undeutlich auszufallen, wenn die betreffende Gradiente selbst sehr niedrig ist.

Anwendung auf Baudelaire

Das Schnappschloss (Symbolen-#rb(Worte~grün)) liefert trotz der belustigenden Wirkung der Begriffsbindung eine Winde mit undeutlicher Bedeutung. Zeigt sich die beeinflusste Glosse selbst unklar, so wird der Versuch zu einer Auslegung unzuverlässig, da der Gegenstand der Messung verschwommen erscheint. Der Schaffende hat eine ganz andere Perspektive, da er nicht auf der Suche nach einem numerischen Ergebnis, sondern nach Schönheit ist. Der Stil ist für ihn höchst wichtig [496]-[590]-[[1114]] in Index II (Gedichte)">[[1114]]: «…Ich übe alleine mein seltsames Fechten,
Spüre in allen Ecken den Zufall des Reimes,
Stolpere über die Wörter wie auf Pflastersteine,
Und stoße manchmal auf seit langer Zeit erträumte Verse.»

§181
· Warner
Theorie

Die Fracht im Ar enthält neun Stempel, darunter die Keile t* und s*, die nur von der gesamten Intuition des Schnappschlosses abhängen. Des Weiteren müssen die Warner q*, e*, p*, f*, z*, g*, j* beschreiben, was mit den Bestandteilen der Winde geschieht, wenn das Schüttgut entnommen wird. Sie werden nach den Bestandteilen benannt, die sie beschreiben, und mit dem Sonderzeichen (*) versehen, wie zum Beispiel im Falle von z*, um zu beschreiben, was mit (z) geschieht.

Anwendung auf Baudelaire

Betrachten wir das Schnappschloss (d'-#rb(chairs~enfants)). Ist das Schüttgut entnommen, so kann die Gradiente nur steigen, weil die Unsicherheit sich auf das interne Verhältnis der Winde bezieht. Die Unterstellung eines moralischen Risikos konnte nicht verhindern, der weiblichen Haut tausend Tugenden zuzuerkennen [115]: «Als aber der König David alt war und hochbetagt, konnte er nicht warm werden, wenn man ihn auch mit Kleidern bedeckte. Da sprachen seine Großen zu ihm: Man suche unserm Herrn, dem König, eine Jungfrau…» Baudelaire preist seinerseits diese Macht des Fleisches, als er eine Freundin anspricht [[1108]] in Index II (Gedichte)">[[1108]]: «Im Sterben soll David den Dünsten deines wunderlichen Körpers
Die Gesundheit abverlangt haben!»

Methode

Das Vorhandensein eines Merkpostens für diese Bebilderung hindert die Kritik daran, sich in der Auslegung der Stelle zu irren, aber wir genießen äußerst selten einen solchen Vorteil, selbst wenn wir immer nach einem möglichen Merkposten suchen sollen.

§182
· Muffe
Theorie

Hier wird eine Berechnungsregel nötig: die Muffe. Nach Entnahme des Schüttguts bleibt die Gradiente der Winde manchmal unverändert, während manche Bestandteile nicht dieselben sind. Stellen wir uns einfach vor, dass die Gradiente (h) mit dem Schüttgut den Wert 1/qepfzgj=1/(1)(1)(1)(1)(1)(g)(j) hat. Das Ergebnis wird für g=1 und j=2 auf 1/((g)(j))=1/((1)(2))=½ festgesetzt. Manchmal kommen wir ohne das Schüttgut zu h’=1/(1)(1)(1)(1)(1)(g’)(j’)=1/((2)(1))=½. Für sämtliche Situationen, in denen beide Gradienten mit und ohne Schüttgut gleichwertig sind, nehmen wir an, dass keine Änderung zu messen ist. Dieses rasche Urteil führt dazu, so zu verfahren, als wären die Bestandteile unverändert geblieben, wenn das Gesamtergebnis sich nicht geändert hat.

Methode

Die Grenzen der aktuellen Berechnung zwingen uns zu zahlreichen Vereinfachungen. Wir betrachten die Ergebnisse einer verwickelten Arbeitsweise des Geistes, ohne dieselbe auf zufrieden stellende Weise zu verstehen [748]. Im Hin und Her des Scheins erklären wir auch, dass das Schüttgut die Gradiente senkt oder hebt, aber es handelt sich hier nur um eine bequeme Darstellung. Um sehr genau zu sein, müssten wir sagen, dass zwei verschiedene Gradienten vorhanden sind [101]. Jean-Pierre Dumont und vor ihm Victor Brochard ist es gelungen, zu zeigen, dass die Kenntnis der physikalischen Welt sich deutlich erweitert hat, indem sie eine Menge mangelhafter Komponenten zuließ [167]-[287]-[288]. Im Gegensatz muss sich der Wissenschaftler, der nur Gebiete der Wissenschaft erlebt hat, auf denen die Strenge herrscht, hüten, die Beobachtungen einfacher Techniker abzulehnen. Der Keim der Strenge besteht darin, von denselben Ausgangspunkten immer zu denselben Ergebnissen zu kommen, und das bringt die Technik fertig. Auf den anfangs verschwommenen Gebieten, ist man wohl auf diese Weise zu dem ersten nachhaltigen Schein gelangt. Handeln ohne zu verstehen, insbesondere inmitten der Vorstellungen, führt jedoch leicht zur Routine. Um dieser Gefahr nicht zu verfallen, war ein zwingender Rahmen nötig. Um den Gedankengang zu gestalten, bietet die Mathematik als Muster zwei Vorteile: die Schwierigkeit einerseits, zwischen richtig und falsch einen Mittelweg zu finden, und andererseits ihre Grundverwandtschaft mit dem Messen.

Anwendung auf Baudelaire

Schauen wir uns das Schnappschloss (parfums¹,les-#rb (parfums²~répondent)) (Düfte¹-/-Düfte²-antworten) an mit «parfums» aus dem achten und dann aus dem neunten Vers. Mit dem Schüttgut ist die Winde ein Stoß, und ihre Gleitwege haben den Wert g=1 und j=2 weil der Sinn “sich im Gleichgewicht befinden” gilt «répondent» im Hintergrund als Podest. Wenn wir das Schüttgut entnehmen, wird die Winde zu einer einfachen Problemglosse ohne Stoß. Die Gleitwege werden zu g’=2 und j’=1, weil der Begriff «répondent» mit seiner Doppelbedeutung für einen einfachen Kommentar schwieriger erscheint als «parfums». Mit der Muffe behalten wir die Werte g=1 und j=2 unverändert. Hätten wir anders verfahren, so wäre die Gefahr groß gewesen, unsere Bearbeitung als eine Neugestaltung des Textes zu betrachten.

§183
· Ein Zusatz zu den Warnern
Theorie

Wir müssen uns darauf beschränken, die ersichtlichsten Einflüsse zu messen, weil es uns an ausreichenden Kenntnissen mangelt, um die anderen zu erfassen. Dies führt uns dazu, die Keile näher zu bestimmen, die zwei Größen darstellen, anhand derer wir die allzu unfassbaren Einflüsse ins Bedeutungslose abwerfen. Mit diesen beiden Stempeln setzen wir einerseits die Menge 2 in den Nenner der Fracht, wenn das Schnappschloss schwer zu deuten ist. Andererseits verfahren wir ähnlich, wenn das Futter des Schnappschlosses in seiner Wirkung auf die Winde besser als den untersuchten Einfluss zu sein scheint.

Methode

Wenn das Futter ebenso ersichtlich ist, lassen wir die Dinge unverändert. Da die Intuition, die die Berechnung voraussetzt, sehr ungenau ist, werden viele gleichwertige Einflüsse dieser Art auftreten.

Anwendung auf Baudelaire

Das Schnappschloss (-Und andere-#rb(verdorben~frisch)) scheint von vornherein fast widersinnig und für unsere Berechnung uninteressant. Aber die Vorstellung der Verderbtheit, die darin erwähnt wird, erinnert an Gautier, den Baudelaire als seinen Meister begrüßte [4]-[5]-[407]: «…In Sevilla werden im großen Spital
Zwei seltsame Gemälde von Juan Valdes Leal ausgestellt.
Besagter Valdes besaß als Young der Malerei
Die Geheimnisse des Todes und des Grabes.
So wie Tizian die prächtigen Farben liebte
Suchte er die grünen Töne und die blassen Farben.
Er war bemüht, das Blut und den Eiter der Wunde wiederzugeben.
Er liebte es, die zerstückelten Märtyrer,
Die auf dem Rost lagen, und die Köpfe des Johannes
Im geronnenen Blut auf Silberplatten zu malen…» Die Vorstellung eines Geheimnisses war auch eine wichtige Sorge bei Baudelaire [406]: «Ribera, du verachtest nichts von dem, was verschmäht wird
Und lehnst keine Lumpen ab.
Das Echte nur und nur, das ist dein Motto!

Du verstehst es, diese drei niederträchtigen Ungeheuer, die die Kunst der Antike entsetzten,
Der Schmerz, das Elend und die Vergänglichkeit
Mit einer seltsamen Schönheit zu bekleiden.

…Woher kommt dir Ribera dieser mörderische Trieb?
Welcher Zahn hat dich gebissen, der dir die Tollwut gibt,
Um das Menschengeschlecht so zu zermalmen und umzudrehen?

Was hat dir die Welt denn getan, und welchen geheimen Feind
Verfolgst du in diesem Gemetzel mit deinen Hieben?
Was war denn für so viel Blutvergießen die Beleidigung?» Gautier, den Baudelaire ehrte, wendet den Blick zu einem französischen Maler [408]: «Deine Mönche, Lesueur, sind im Vergleich zu jenen gemein.
Zurbaran von Sevilla hat ihre mit Ekstase schweren Augen
Und ihre kranken Köpfe besser wiedergegeben.

Ihr göttlicher Schwindel und ihr Glaubensrausch
Lassen sie in einem fieberhaften Licht strahlen,
So wie ihr seltsamer Anblick einen in Schrecken setzt.»

§184
· Glatter Keil
Theorie

Der Stempel t* ist der glatte Keil, der das Schnappschloss entwertet, wenn es ausgeschlossen ist, dass es zu den ersichtlichsten Einflüssen gehöre. Auf diese Weise nimmt der glatte Keil den Wert t*=2 an. Wenn das Schnappschloss dagegen einen klar umrissenen und schwer zu vermeidenden Einfluss beschreibt, ist der glatte Keil t*=1.

Anwendung auf Baudelaire

Die Schnappschlösser (Wälder-#rb(lebendige~Säulen)) und (Natur- #rb(lebendige~Säulen)) sind beide so klar, dass sie des glatten Keils 1 bedürfen.

Methode

Scheint der genaue Wert von t* ungewiss, so wird es nötig, in der Fachliteratur nach dem vom Schaffenden verfolgten Ziel zu forschen. Es wäre nämlich allzu gefährlich, sich mit dem vermeintlichen Einklang des Auslegers mit dem Autor zu begnügen. Die mit den subjektiven und gemeinsamen Illusionen verbundenen Risiken sind den Ausdeutern bekannt. Dilthey betonte zu Recht, dass es den Geistwissenschaften eigen war, sich in Gedanken an die Stelle anderer in der Gegenwart oder der Vergangenheit zu setzen [281]-[282]. Es scheint jedoch gefährlich zu behaupten, dass dieses Verfahren ihnen einen Vorteil über den Naturwissenschaften verleiht, in denen der Wissenschaftler sich außerhalb seines Gegenstands hält. So kann zum Beispiel ein Physiker jede Identifizierung mit seinem Stoff problemlos entbehren. Da es jedoch für den Ausleger unvermeidlich ist, sich mit dem Gedankengang des Autors vertraut zu machen, begnügt man sich, die Zustimmung der Kritik zu suchen, um die Risiken dieser Methode zu lindern.

§185
· Grober Keil und Futter
Theorie

Scheint das Futter des Schnappschlosses über ein auf dieselbe Winde viel einflussreicheres Schüttgut zu verfügen, so erreicht der grobe Keil s* den Wert 2. Im Gegensatz haben wir s*=1, wenn das untersuchte Schnappschloss durch sein Schüttgut wenigstens ebenso wirksam erscheint wie alle seine Futter.

Methode

Wir betonen, dass dieses Schnappschloss zu den ersichtlichsten gehören muss, so dass wir gezwungen sind, die Schüttgüter miteinander zu vergleichen. Dieser Vergleich kann ohne Messung jedoch nur intuitiv sein. Da die Keile s* und t* als numerische Werte für die Glaubhaftigkeitsbewertung nötig sind, bleibt diese Berechnung unvollkommen, wenn wir s* und t* schätzen. So müssen wir uns an dieser Stelle auf die Intuition verlassen, um diese beiden Mengen s* und t* zu bestimmen. Die Keile werden auch nicht durch Entnahme des Schüttguts untersucht, sondern ausschließlich von dem vorhandenen Originaltext.

Anwendung auf Baudelaire

Auf diese Weise überfliegen wir die Schnappschlösser (sieghaft-#rb(verdorben~Weihrauch)) und (reich- #rb(verdorben~Weihrauch)), um festzustellen, ob irgendeines für das andere kein Futter mit sehr hoher Glaubhaftigkeit wäre. Die Verwandtschaft des Haschischs und des Weihrauchs ist oft hervorgehoben worden. Die aus den Rauschmitteln resultierende Verderbtheit leitet zum Nachdenken über die Verderbtheit im Allgemeinen. Oft führen die Rauschmittel dazu, im Alltag den Sinn für die echten Verhältnisse zu den Dingen zu beschädigen. Raum- und Zeitempfinden werden verstört, weil die Gegenstände und die Wechsel unterschiedlich wahrgenommen werden [24]. Es findet auch eine Änderung in der Trennung zwischen den Gegenständen, dem Objektiven und dem Subjektiven statt. Baudelaire beschrieb gern solche Wirkungen [75]-[654]: «Die Proportionen zwischen Zeit und Wesen werden durch die unermessliche Fülle der Empfindungen und Ideen gestört. Wir erleben in einer Stunde mehrere Menschenleben. Das ist das Thema des "Chagrinleders". Es besteht zwischen Organen und Genüssen keine Gleichung mehr. Manchmal geht die Persönlichkeit unter. Die Objektivität, die den großen pantheistischen Dichtern und den großen Schauspielern eigen ist, geht so weit, dass ihr euch für ein anderes Wesen haltet. Da steht ihr heulender Baum im Sturm und erzählt der Natur Baummelodien.»

§186
· Sternenschärfe
Theorie

Die Stempel q* und e* sind die Warner der Schärfen (q) und (e). Wird in der Lage (-#) eine Steigerung der Schärfe (q) oder (e) durch Entnahme des Schüttguts herbeigeführt, so zeigt das, dass das Vorhandensein des Schüttguts (q) oder (e) niedrig hielt. Daraus schließen wir, dass die Sternenschärfe (q*) oder (e*) nur 1 wert ist. Die Entnahme eines Begriffs, der in keinem Stoß vorkommt und eine annehmbare Deutung eines Stifts enthält, genügt, um den Wechsel der Schärfe q=1 oder e=1 zu q’=2 oder e’=2 zu bestimmen. Wenn der Wert der Schärfe unverändert bleibt, ist die Sternenschärfe 1. Nur wenn die Entnahme des Schüttguts zu einer Senkung führt, finden wir q*=2 oder e*=2. Wenn die Entnahme eines Schüttguts mit (-#) eine Minderung der Schärfe herbeiführt, kommen wir zwangsweise zum Schluss, dass die Fahnen, die dieses Schüttgut bilden, (q) oder (e) hoch hielten und somit der Gradiente schadeten. Nach Entnahme des Wortes “petite” (klein) in “La grande petite Nature est un temple…” (Die große kleine Natur ist ein Tempel…) erreicht die linke Schärfe in rb(N~Nature) den Wert 1. Dies liegt daran, dass der Begriff “grande” (groß), dessen Sinn durch “petite” (klein) aufgehoben wurde, wieder verfügbar wird, um den (auf Französisch überflüssigen) Großbuchstaben N in der Winde zu erklären.

Methode

Die Sternenschärfen folgen mit wechselhafter Fügsamkeit den Änderungen der Gradiente. Dies kommt im Falle des Jochs (-#) zum Vorschein, weil der Übergang von q=1 zu q’=2 den Wert q*=1 herbeiführt, was auch im unveränderten Zustand der Fall wäre.

Anwendung auf Baudelaire

Für den Ausdruck (la voix de la divinité-#rb(N~Nature)) (die Stimme der Gottheit-/-N-Natur) und eine Schiene, die mit “Dans la Nature la voix de la divinité se modèle un temple…” (In der Natur gestaltet sich die Stimme der Gottheit einen Tempel…) anfinge, erreicht man q=1, weil “divinité” (Gottheit) eine Erklärung für den Großbuchstaben N liefert, ohne zu einem Stoß zu gehören. Durch Entnahme des Schüttguts kommt man zu q’=2, weil die Vorstellung einer unbekannten Macht die Winde rb(N~Nature) erklärt. Dieses Ergebnis rechtfertigt q*=1. Das natürliche Echo verleitet uns dazu, an die Grotten zu denken, in denen manche Sekten schrekliche oder entzückende Einweihungen zelebrierten. Die Anhänger glaubten daran, dass sie angesichts der Flammen eines Herds die höchsten Wahrheiten offenbarten, aber die Anhänger des Lichts behaupten dagegen, dass die Wahrheit nur am helllichten Tage kundgemacht wird [747]-[749].

§187
· Sternenschärfe mit -µrd
Theorie

Mit einem Joch (-µ) verdient q* oder e* den Wert 1, wenn die Entnahme des Schüttguts zu einer gesenkten Schärfe (q) oder (e) führt. Haben wir im Gegensatz eine Hebung der Schärfe, schreiben wir q*=2 oder e*=2. Bleibt die Schärfe unverändert, so behält die Sternenschärfe den Wert 1.

Methode

Die durch diese Messungen untersuchten Einflüsse beziehen sich nur auf Ideen, die im Text verankert sind. So sprengen die physischen oder sozialen Umstände den Rahmen unserer Messungen. Es ist leicht zu verstehen, dass der Sinn des Spruchs "Venus ist verschleiert" je nach der Umgebung schwankt. Venus wird als Frau, Göttin oder Planet aufgenommen werden. Hier wird die Kritik, die das Werk untersucht, nur indirekt an diesen Bereich herankommen.

Anwendung auf Baudelaire

Mit einer Schiene, die mit den Worten “La majestueuse Nature est un temple…” (Die erhabene Natur ist ein Tempel…) betrachten wir das Schnappschloss (majestueuse-µrd(N~temple)) (erhabene-/-N-Tempel). Nach Entnahme des Schüttguts steigt die Schärfe des N von 1 auf 2. Dies liefert den Beweis, dass “majestueuse” (erhabene) die Glaubhaftigkeit der Winde begünstigt. Folglich müssen wir annehmen, dass q*=2. Auf jeden Fall wird die Gradiente bei einem solchen Satz so niedrig liegen, dass der intuitive Inhalt der Aussage nur schlecht ausfallen mag. Das großartige Schauspiel der Naturerscheinungen hat in der herkömmlichen Auffassung von “Naturtempel” eine Rolle gespielt. Seneca beschreibt das Gefühl angesichts solcher Erscheinungen [914]: «Kommst du zu einem äußerst hohen antiken Hochwald, so glaubst du an eine göttliche Gegenwart. Die außergewöhnliche Höhe des Hains wirkt so, dass die Vielfältigkeit und das Durcheinander der Äste den Himmel verdecken. Die Höhe der Bäume, die Einsamkeit des Ortes und der tiefe, starke Schatten inmitten der offenen Landschaft bieten ein eindrucksvolles Schauspiel. Diese Höhle breitet sich bis zu einem Berg, der selbst auf unsicheren Steinen ruht. Diese riesige Aushöhlung hat natürliche Ursachen. Sie wurde nicht von Menschenhand geschaffen, und dieses göttliche Geheimnis wird deine Seele ergreifen. Wir verehren die Quelle der großen Ströme. Altare stehen an der Stelle, wo ein enormer unterirdischer Fluss plötzlich hervorquoll. Warmwasserquellen werden durch einen Kult geehrt. Manche Seen verdanken der dunklen Farbe und der unergründlichen Tiefe ihres Wassers ihren göttlichen Charakter.»

§188
· Sternenstange mit -#
Theorie

Die Sternenstange p* dient der Stange (p) der Winde als Warner. Ist das Schüttgut mit (-#) aus der Schiene entnommen, hat p* den Wert 1, wenn die Stange unverändert bleibt. Wenn auf p=1 jedoch p’=2 folgt, dann hat p* den Wert 1. Wenn auf p=2 nun p’=1 folgt, dann bekommt p* den Wert 2.

Methode

Da die Stange für die Stöße immer den Wert 1 erreicht, ist es bequem, um die Sternenstange zu bestimmen, zu überlegen, ob die Entnahme des Schüttguts die Winde zu einem Stoß macht, oder diese Entnahme den Stoß umgekehrt zu einem einfachen Problem schwächt.

Anwendung auf Baudelaire

Die Fahne “Problem” in “…der Mensch, was zum Problem wird, schreitet dort durch Wälder von Düften…” erlaubt rb(Wälder~Düften), aus p=1 Nutzen zu ziehen, denn die Schiene selbst lässt ahnen, dass ein Problem auftaucht. Entnimmt man “, was zum Problem wird,”, so wird p’=2 notwendig. Daraus resultiert, dass p*=1 zum Schnappschloss (, was zum Problem wird,-#rb(Wälder~Düften)) passt. Untersucht man Baudelaires geistiges Rüstzeug, so fällt einem auf, dass das Verhältnis "Wälder-Düfte" keineswegs unwesentlich ist. Wir dürfen uns dabei durch den Ruf als Dichter der Liebe in der modernen Stadt, den der Autor zu gewinnen verstand, nicht verleiten lassen. Robert Kopp betont zu Recht, dass wir von den damaligen Schulprogrammen im Unwissen sind, aber es ist bekannt, dass Baudelaire, der 1821 geboren wurde, in der Folge ein humanistisches Gymnasium besucht hat [482]. Es ist auch zu beachten, dass die Schüler aus der akademischen Bildung ihrer Lehrer großen Nutzen ziehen konnten, ohne die seltenen Ausgaben selbst aufzuschlagen [594]-[597]. Der junge Latinist musste zum Thema «Philopomen in den Nemeischen Spielen» beim "Concours Général" (jährlichen Leistungswettbewerb der besten Gymnasiasten in Frankreich) lateinische Verse dichten, und Claude Pichois erwähnt den dritten Preis 1836 in diesem Fach [596]-[790]. Der Literaturhistoriker fasst die Liste der Preisträger des Gymnasiums «vom 17. August 1836» wie folgt zusammen [596]: «1. Preis für lateinische Verse; 2. Preis für Übersetzung aus dem Griechischen; 3. Auszeichnung für Übersetzung ins Lateinische; 3. Auszeichnung für Übersetzung ins Griechische; 3. Auszeichnung in Zeichnen; 1. Auszeichnung in den englischen Sprache.» Dürstete Baudelaire bald nach dem Treiben der Außenwelt, wurde sein Gedächtnis durch die humanistischen Fächer geprägt [99]. Ehe er mit einem neuen Kapitel seiner Forschung anfängt, schreibt Plinius [768]: «Bisher haben wir nur die Gerüche aus den Wäldern betrachtet. Jeder ist als solcher schon wunderbar, aber der Luxus findet daran Gefallen, mehrere zu mischen, um sie zu einem einzigen Geruch zu verschmelzen. So entstanden die Düfte, obwohl die Tradition den Namen ihrer Erfinder nicht behalten hat. Zur Zeit des Trojanen Krieges gab es noch keine Parfüms, und Weihrauch war bei Opfern nicht üblich, denn es wurden bei solchen Gelegenheiten nur Zweige verbrannt…Das Rosenwasser war jedoch bereits bekannt, denn es wird in der Iliade als kostbares Öl erwähnt.» Plinius zeigt auch den Wirbel der Verfeinerung des Geschmacks [773]: «…die Anhänger des Luxus, die sich rühmen, die Natur übertroffen zu haben, indem sie die Parfüms schufen, haben uns mit den farbenprächtigen Stoffen vorgespiegelt, die Blumen übertroffen zu haben.» Die Dinge gingen [772]«…so weit, dass die Kränze aus lauter genähten Blütenblättern hoch geschätzt wurden. Es wurden sogar Kränze aus Indien und entfernteren Ländern herbeigeholt. Heute besteht die Überfeinerung darin, vielfarbige Kränze aus Blättern von Narde und seidenen Stoffen zu schenken, die mit Parfüms besprüht wurden.»

§189
· Sternenstange mit -µ
Theorie

Für (-µ) schreiben wir p*=1, wenn die Stange (p) bei Entnahme des Schüttguts sinkt. Steigt die Stange, so haben wir p*=2. Ohne Veränderung der Stange, bekommen wir p*=1.

Methode

Es besteht weiter die Möglichkeit einer Stange p=2, wenn nach Entnahme eines einleuchtenden Schüttguts andere Fahnen dieselbe Rolle spielen.

Anwendung auf Baudelaire

Für die Schiene “…mit der mitteilsamen, durchdringenden Macht der unendlichen Dinge…” erlaubt das Schüttgut der Winde von (durchdringenden-µrb(Dinge~unendlichen)) keineswegs ein Stoß zu werden. Unter Entnahme von “durchdringenden” bliebe “mitteilsamen” übrig, das die Glosse verständlich machen würde, was dieselbe noch einmal hindern würde, ein Stoß zu werden. Da die Schiene außerdem keinerlei Problem vorbringt, können wir nicht p=1 schreiben. So müssen wir uns mit p=2=p’ begnügen, was die Sternenstange p*=1 rechtfertigt. Die Zeit lebt im Zeichen von Galvani, dessen Erfindung in gebildeten Kreisen eine große Begeisterung für die Seelenkräfte auslöste [253]-[589]. Der Duft sickert in den Körper ein und führt zu einem sanften Taumel. Inmitten des Triumphs, der Lüsternheit, der Faulheit und des Rauschs gibt sich der Mensch hin, der ein paar Stunden zuvor noch energisch, hart und seinen Leidenschaften sogar unerbittlich war. Die Seelenkraft wurde in der Lust durch das Gegenstück von dem, was die Folter und das Missgeschick mit den Schmerzen bringt. Balzac war an dieser Erscheinung sehr interessiert [69]: «Das Eisen gibt unter dem Hammerschlag oder dem mannigfaltigen Druck der Presse nach. Die undurchdringlichen Moleküle, die der Mensch gereinigt und homogen gemacht hatte, zersetzen sich. Ohne schmelzflüssig zu sein, hat das Metall nicht mehr dieselbe Widerstandskraft. Dann bezeichnen die Schmiede, die Schlosser, die Arbeiter des Stahlhandwerks diesen Zustand des Eisens mit dem Fachausdruck "das Eisen ist geröstet". Indem sie dieses Metall ständig bearbeiten, haben sie beobachtet, wie dieser Zustand mit einem Wort bezeichnet werden kann, das ursprünglich zur Zersetzung des Hanfs passte. So kann bei der Menschenseele auch von Rösten die Rede sein. Die dreifache Energie des Körpers, des Herzens und des Geistes befindet sich infolge von bestimmten, regelmäßigen Stößen in einer ähnlichen Lage wie das geröstete Eisen.» Balzac vermerkt, dass der gegensätzliche Wechsel ebenfalls düster ist, der von der Niedergeschlagenheit zum gestaltenden Triumph führt [68]: «Für meinen Teil, sagte der Arzt, kann ich die Grenzen der Willenskraft nicht mehr bestimmen. Um ihre Kinder zu retten, magnetisieren Mütter Löwen, sie steigen in einen Brand hinab, folgen einem Gesims, auf dem eine Katze kaum Platz hätte, und dulden die Qualen der härtesten Entbindungen. So erklären sich die Fluchtversuche der Gefangenen und Zuchthäusler, um die Freiheit wiederzuerlangen…Die Fassungskraft der Lebenskräfte ist noch unbekannt. Sie ergeben sich aus den Urgründen der menschlichen Natur, und wir schöpfen sie aus unbekannten Brunnen!» Prarond berichtete, wie Baudelaire seine Gemeinsamkeit der Interessen mit Balzac unterstreichen wollte. Hierzu erzählte Baudelaire von einer möglicherweise erfundenen Begegnung mit Balzac [604]: «Baudelaire und Balzac kamen einander auf dem (linken) Seineufer entgegen. Baudelaire blieb vor Balzac stehen und lachte auf, als hätte er ihn seit zehn Jahren gekannt. Balzac blieb stehen, als hätte er einen Freund wiedergefunden. Nachdem sie einander unmittelbar wiedererkannt und gegrüßt hatten, wandelten diese beiden Schöngeister. Sie plauderten, diskutierten, begeisterten einander, ohne sich gegenseitig überraschen zu können.»

§190
· Sternenknagge
Theorie

Die Sternenknagge f* dient dazu, der Knagge (f) der Winde als Warner zu dienen. Wenn die Messungen mit (-#) oder (-µ) vor und nach Entnahme des Schüttguts gleich bleiben, haben wir f=f’ und also f*=1. Wenn f’=2 im Fall (-#) auf f=1 folgt, liegt es auf der Hand, dass die Urschiene die Winde begünstigte, was zeigt, dass f*=1 stimmt. Folgt f’=1 auf f=2, müssen wir annehmen, dass der Urzustand die Gradiente niedrig hielt, was f*=2 rechtfertigt. Folgt f’=1 auf f=2 im Fall (-µ), schließen wir daraus, dass f* den Wert 1 verdient. Folgt auf f=1 im Gegensatz f’=2, dann schreiben wir f*=2.

Methode

Es sei daran erinnert, dass (f) die Verbindung zwischen den Spuren der Winde verdeutlicht. Vergessen wir auch nicht, dass ein ironischer Ausdruck genügt, um zu f=2 zu gelangen. Durch die Schiene “…ich bin verrückt mich für wahnsinnig zu halten…” haben wir auf diese Weise f=2 für rb(ich~verrückt). Eine einfache Frage führt ebenfalls zu f=2. Dies wird anhand der Schiene “…bereitet er sich vor?” sichtbar, da f=2 sich auf rb(er~bereitet) bezieht.

Anwendung auf Baudelaire

Untersuchen wir f* bezüglich (Weihrauch-#rb(verdorben~Tempel)). Da kein Merkposten vorhanden ist, um die Fahnen «verdorben» und «Tempel» zu verbinden, schreiben wir f=2. Da «Weihrauch» mit dem nicht-Vorhandensein einer klaren Verbindung zwischen den Spuren der Glosse nichts zu tun hat, nehmen wir f’=2 und folgerichtig f*=1 an. Es besteht wohl ein Gedankengang “Weihrauch-verdorben- Tempel”, aber es mangelt der letzten Verbindung an einem Merkposten. Der Weihrauch, der die Macht besitzt, die Gottheiten zu rühren, wird auch als Heilmittel gegen Krankheiten und Frevel angewandt. Zu Zeiten des Unheils von Theben unter Ödipus, schreiten die Flehenden zu den Altären [921]«…Und die Stadt ist voll Weihrauch,
Voll Päane und Klagen.»

§191
· Sterneninnerräumlichkeit mit -#
Theorie

Es bleibt zunächst mit (-#) zu bestimmen, ob das Schüttgut oder dessen Entnahme die innere Räumlichkeit der Winde steigert, sinkt, oder unverändert lässt. Wir schreiben (z’) für den Wert, der auf (z) folgt. Sind (z) und (z’) gleich, dann hat die Sterneninnerräumlichkeit z* den Wert 1. Ist z

Methode

Wenn die einflussreiche Fahne aus einem Bruchstein wie «:» oder «.» besteht, gibt es keinen Unterschied zu dem, was mit einer Spur geschieht.

Anwendung auf Baudelaire

Nach Entnahme von «y» (Dort), weist die Glosse rb(Nature~homme)) von (y-#rb(Nature~homme)) (Dort-/-Natur-Mensch) eine innere Räumlichkeit 2+(1(10/10))=3=z’ statt z=1 früher. Dies wird durch den aus der Entnahme von «y» (Dort) resultierenden Sinnbruch bewirkt. Daraus schließen wir, dass z* den Wert 1 nimmt. Das Verhältnis “Natur-Mensch” erinnert an die Vorstellung, die dem Weiblichen im Paar “Mann-Frau” der Frau die natürliche Rolle verleiht. Baudelaire gelingt es bei manchen Gelegenheiten diese Vorstellung dichterisch zu gestalten [[982]] in Index II (Gedichte)">[[982]]: «Der traurige Passant, der dicht bei dir vorübergeht
Wird durch die Gesundheit
Die aus deinen Armen und deinen Schultern
Wie ein Sonnenstrahl hervorquillt.»

§192
· Sterneninnerräumlichkeit mit -µ
Theorie

Untersuchen wir nun die Veränderungen der Sterneninnerräumlichkeit im Falle eines abträglichen Jochs (-µ). Durch Entnahme des Schüttguts werden die Folgen an der inneren Räumlichkeit an den Tag gelegt. Ist z’

Methode

Um folgerichtig zu bleiben, behandeln wir z*, wie wir (z) behandelt haben, weil wir auf kein Hindernis gestoßen sind, das uns gezwungen hätte, unsere Berechnungsweise zu ändern. So haben wir die Wahl zwischen z*=1 oder z*=2+(1(n/10)). Wenn die Berechnungsweise willkürlich geändert würde, verlören wir Vertrauen zur bereits erfolgten Berechnung.

Anwendung auf Baudelaire

Wir kommen zu dem Schluss, dass «y» die Winde des Schnappschlosses (y-µrb(Nature~homme)) (dort-/-Natur-Mensch) begünstigte, weil die Räumlichkeit von rb(Nature~homme) (Natur-Mensch) nach Entnahme von «y» (dort) den Wert z’=2+(1(10/10))=3 statt z=1 beträgt. Da wir den abträglichen Charakter des Einflusses erwarteten, um z* bestimmen zu können, schreiben wir z*=3. Das enge Verhältnis “Mensch-Natur” im Text zeigt den erfundenen Charakter des Schnappschlosses. Daraus kann das Schnappschloss keine hohe Glaubhaftigkeit gewinnen. Der Wert z*=3 liefert einen wesentlichen Beitrag zur Schwäche dieses Werts. Der Mensch, von dem in der Dichtung die Rede ist, könnte wohl an den vertrauten Symbolen nichts verstehen. Diese Symbole würden die Grundelemente seines Denkens widerspiegeln, aber er selbst wäre sich dessen nicht voll bewusst. Daraus ergäbe sich ein dumpfes, unerklärtes Gefühl der Vertrautheit. De Maistre dachte sich aus, dass viele Symbole in der Natur durch das menschliche Denken entwickelt werden können [52]-[516]: «Man kann sich ein vollkommenen klares Bild des Alls ausdenken, indem man sich von einem Museum für Naturgeschichte, das durch ein Erdbeben ins Wanken gebracht würde, eine Vorstellung macht. Das gespaltene Tor steht offen, es gibt keine Fenster mehr, und ganze Schränke liegen am Boden. Andere hängen noch locker an den Wänden. Muschelschalen sind in den Saal der Mineralsammlung gerollt, und das Nest eines Kolibris ist auf dem Kopf eines Krokodils gelandet. Welcher Dummkopf könnte jedoch bezweifeln, dass eine Urabsicht vorliegt, oder daran glauben, dass das Gebäude in diesem verfallenen Zustand gebaut wurde? Alle Sammlungen bleiben erkennbar, und der kleinste Splitter deutet auf die ganze Scheibe hin…Die Ordnung ist ebenso sichtbar wie die Unordnung und das Auge, das durch diesen weiten “Naturtempel” wandelt, bildet alles, was von einer dunklen Macht zerbrochen, verborgen, befleckt oder umgestellt wurde. Sehen Sie des Weiteren genauer hin und Sie werden feststellen, dass eine helfende Hand bereits eingegriffen hat. Einige Balken sind schon abgestützt, und Durchgänge wurden durch den Schutt aufgeräumt. So kommt es, dass viele "Entsprechungen" trotz des umliegenden Durcheinanders bald da, bald dort ihren Platz nebeneinander wiedergefunden haben.»

§193
· Große Stifte
Theorie

Beschäftigen wir uns zunächst mit der Hauptschwierigkeit im Zusammenhang mit z* und (-#) oder (- µ). Betrachten wir eine ganze grüne Seite unter anderen gewöhnlich weißen Seiten, mit dem Schnappschloss rb(Papierfarbe~grün). Die ganze Schiene muss ins Auge gefasst werden, um die innere Räumlichkeit bestimmen zu können. Dann hat (z) den Wert 2+(1(n/10)), wenn die Schiene (n) Fronten enthält. Wenn man (m) Fronten im Schüttgut R oder RSTUVWXYZ zählt, nehmen wir an, dass der Abstand nach Entnahme des Schüttguts stets den Wert z’=z=2+(1(n/10)) der ganzen Schiene hat. Die große Anzahl der unveränderten Fahnen rechtfertigt diese Berechnung, weil (m) im Verhältnis zu (n) bedeutungslos ist.

Methode

Wir kommen zum Ergebnis z*=1, weil die Unveränderlichkeit des Bestandteils z=1=z’ immer wieder zum Warner 1 führt.

Anwendung auf Baudelaire

Mit oder ohne Entnahme des als Schüttgut betrachteten Stifts “Papierfarbe” bleibt der Abstand zwischen den Spuren “grün” und “Säulen” für das Schnappschloss (Papierfarbe-#rb(Säulen~grün) unverändert. Daraus ergibt sich, dass z*=1 noch einmal stimmt. Der Schaffende eines Phantasietextes ist oft bemüht, im Publikum von einem symbolischen, umwerfenden Element der Wirklichkeit zu zeugen, aber er braucht hierzu nur selten einen Träger wie das erwähnte grüne Blatt Papier. Nerval tat sich in der Kunst hervor, dem Leser die Grenze zwischen Wahnsinn und gesundem Menschenverstand zu vermitteln [553]-[664]-[781]: «…die leb- und gestaltlosen Gegenstände boten sich in Entsprechungen den Berechnungen meines Geistes. Aus Geröllbildungen, Winkelfiguren, Lichtspalten im Laub, den Umrissen der Blätter und den Farben, Gerüchen und Tönen kam mir der bisher unerahnte Wohlklang entgegen.»

§194
· Haspel
Theorie

Die beiden Sternengleitwege besitzen eine Eigenschaft, die sie unter den Warnern auszeichnet. Diese Eigenschaft hängt mit einer Regel zur Berechnung des Ars zusammen, die im Vergleich zur Regel der Muffe viel gewagter erscheint. Es geht darum, in der Beschreibung der Erscheinungen einen Mangel an Gleichgewicht zu berichtigen. Diese Vorrichtung, die Haspel genannt wird, besteht darin, das Schüttgut zu entnehmen, um die Sternenvorgleitwege G* und J* zu bestimmen, dann diese neuen Größen durch t*s* zu multiplizieren, was die Sternengleitwege g* und j* ergibt.

Methode

Es handelt sich dabei um den störenden Fall eines Schüttguts, das g=g’ oder j=j’ herbeiführt, ohne den tiefen Sinn der Spuren der Winde anzugehen. Unter diesen Umständen war es notwendig, eine Lücke in unserer Berechnung auszugleichen. Nach Änderung der Berechnung durch g*=G*t*s* oder j*=J*t*s* für g=g’ oder j=j’ müssen wir dieses Verfahren auf alle Fälle verallgemeinern, um in der Berechnungsmethode eine Ausnahme zu meiden. So gebrauchen wir zum zweiten Mal t* und s*, die in der Berechnung des Ars bereits in Anspruch genommen wurden. Mit t*s*=2 für G*=1=J* führt diese zweite Anwendung von t* und s* zu ((t*s*)g*j*)=((2)(2)(2))=8.

Anwendung auf Baudelaire

Das Schnappschloss (unendlichen-#rb(verdorben~Weihrauch)) braucht dank der Beständigkeit g’=g, j’=j die Werte G*=1 und J*=1 der Sternenvorgleitwege. Die Beständigkeit resultiert daraus, dass «unendlichen» trotz des denkbar möglichen theologischen Sinns keinen Einfluss auf die Bedeutung von rb(verdorben~ Weihrauch) auszuüben vermag. Der grobe Keil s* dieses Schnappschlosses hat den Wert 2, weil «sieghaft» mit dem moralischen Inhalt einen größeren Einfluss auf den Stoß ausübt als «unendlichen». Demzufolge können wir t*=1, s*=2 dann g*=G*s* und auch j*=J*s* schreiben, was zu s*g*j*=(2)(2)(2)=8 führt. Die Glaubhaftigkeit wird für den Einfluss von «unendlichen» auf rb(verdorben~Weihrauch) höchstens ⅛ betragen. Die Vorstellung von “unendlich[en]” in „Entsprechungen“ verdient wegen der feinen Teilchen, aus denen die Düfte bestehen unsere Aufmerksamkeit. Es ist reizvoll, uns zu fragen, ob der Dichter sich seinerzeit für die Auseinandersetzung über die Atome interessierte [255]-[256]. Wenn er «…die Ausdehnung der unendlichen Dinge…» erwähnt, scheint er für die unendliche Teilbarkeit, das heißt gegen die antike Atomlehre, Partei zu ergreifen. Es kann sich jedoch um eine stilistische Übertreibung handeln, wenn der Dichter ohne jede Feindlichkeit gegen die philosophische Atomlehre nur die Flüchtigkeit der Düfte unterstreichen wollte. Anhand eines anderen Gedichts können wir seine Vorstellungen etwas genauer umreißen [[1038]] in Index II (Gedichte)">[[1038]]: «Es gibt kräftige Düfte, die sogar
Das Glas oder jeder beliebige Stoff scheinbar durchlässt.» Die Idee von “Entsprechung” scheint ebenfalls mit der Metaphysik zusammenzuhängen, aber Baudelaire reicht so tief, dass er sich aus allen Sekten hält, die auf die unbekannte Welt setzen. So erklärt es sich, dass etliche echte Wissenschaftler in „Entsprechungen“ eine Anspielung auf die Gesetze der Natur zu erkennen glauben [666]. Wenn der Grund der Natur einzig ist, häufen sie die Entsprechungen inmitten der zahlreichen Änderungen und Variationen.

§195
· Linker Sternengleitweg mit -#
Theorie

Mit g* und dem Joch (-#) nimmt der Sternenvorgleitweg G* den Wert 1 an, wenn die Entnahme des Schüttguts den Gleitweg steigert. Aber G*=1 kommt nicht nur, wenn die Gradiente gesenkt wird, denn G* hat auch den Wert 1, wenn die Entnahme des Schüttguts die Gradiente unverändert lässt. Dagegen hat G* den Wert 2, wenn die Entnahme des Schüttguts durch eine Senkung des Gleitwegs die Gradiente steigert. Im Zuge dieser drei Fälle wird der Sternengleitweg durch das numerische Produkt G*t*s*=g* bestimmt.

Methode

Wenn wir auf die Muffe bezüglich (g) und (j) zurückgreifen müssen, schreiben wir G*=J*=1, weil ((g) (j))=2=((g’)(j’)) als indirektes Zeichen einer Beständigkeit gesehen wird. Alles geschieht, als ob wir g’=g und j’=j hätten.

Anwendung auf Baudelaire

Eine Schiene ohne «sieghaft» lässt uns statt g=1 mit dem eigentlichen Text g’=2 schreiben, weil das Podest “chemisch gespalten” inmitten der Vorstellungen auf “verdorben” zum Vorschein kommt. Daher nehmen wir in unserer Berechnung bezüglich (sieghaft-#rb(verdorben~Weihrauch)) für G* den Wert 1 an. Der Duft regt ebenso wie das Tierische im Blick die Begierde an [[1018]] in Index II (Gedichte)">[[1018]]: «Komm her schöne Katze an mein liebendes Herz heran.
Halte die Krallen in deiner Pfote zurück
Und lass mich tief in deine schönen
Metallenen, achatenen Augen blicken.

Wenn meine Finger deinen Kopf
Und deinen elastischen Rücken lang streicheln,
Wenn meine Hand sich mit dem Vergnügen berauscht,
Deinen elektrischen Körper zu befühlen,

Sehe ich meine Frau in Gedanken…» An anderer Stelle bemerkt Baudelaire im Zusammenhang mit diesen fernen aber vertrauten Wesen [[1021]] in Index II (Gedichte)">[[1021]]: «Ihre fruchtbaren Lenden sind voll magischer Funken,
Und Goldklumpen sowie ein feiner Sand
Ihre mystischen Augäpfel ungefähr bestirnen.» Im Singular schreibt auch der verkannte Humorist [[1015]] in Index II (Gedichte)">[[1015]]: «In meinem Kopf wandelt
Wie in ihrer Wohnung
Eine schöne, kraftvolle, sanfte und reizende Katze…»

§196
· Linker Sternengleitweg mit -µ
Theorie

Da das Joch (-µ) dazu dient, den abträglichen Einfluss zu untersuchen, geben wir dem Sternenvorgleitweg G* logischerweise den Wert 1, wenn der Gleitweg (g’), zu dem wir nach Entnahme des Schüttguts gelangen, niedriger liegt als (g), der vor der Entnahme bereits vorhanden war. Wir schreiben abermals G*=1 für den Fall, wo eine Änderung des Schriftstückes den Gleitweg unverändert lässt. Dagegen schreiben wir G*=2, wenn die Entnahme des Schüttguts (g’) höher als (g) treibt. Ausgehend von diesen Werten wird der Sternengleitweg g* als numerisches Produkt von G* durch die beiden Keile t* und s* bestimmt.

Methode

Die Analyse des Vorhandenseins eines beliebigen Gegenstands durch Entnahme ist ein klassisches Untersuchungsverfahren, das man im Kontinuum zwischen den beiden Denkrichtungen des Abstrakten und des Konkreten anwenden kann [175]-[176]. Diese beiden Richtungen sind mit oben und unten zu vergleichen. Die Mathematiker der Antike zeigten auf diese Weise für das Viereck den Wert des Verhältnisses zwischen Diagonale und Seite. Sie nahmen an, dass das Ergebnis zwangsweise ein Ganzes, oder ein Bruch zwischen zwei Ganze wäre. Da dies zu keinen Ergebnis führte, konnten sie die Vorstellung der irrationalen Zahlen in die Mathematik einführen [583]. Den Naturalisten aus dem dritten Jahrhundert vor Christus gelang es zu beweisen, dass das Tier durch sein bloßes Leben Materie verbraucht, die abgewogen werden kann. Hierzu wogen sie ein Tier, das dann lange nicht gefüttert und später mit allen Ausscheidungen erneut gewogen wurde [249].

Anwendung auf Baudelaire

Entnehmen wir die Fahne «comme» (wie) in neunten Vers (Il est des parfums frais comme des chairs d'enfants… [Es sind Düfte frisch wie die Haut von Kindern…]), bleibt “Il est des parfums frais des chairs d'enfants…” (Es sind Düfte frisch Haut von Kindern…) übrig, oder mit einer Abkürzungskralle “Il est des parfums frais de chairs d'enfants…” (Es sind Düfte frisch Haut von Kindern…) Das Problem rb(chairs~parfums²) (Haut-Düfte²) wird fast bedeutungslos und verdient nun die Gleitwege g’=2=j’ statt g=1 und j=2. Das Schnappschloss (comme-µrb(chairs~parfums²)) (wie-/-Haut-Düfte²) nimmt also wegen der Steigerung eines der Gleitwege den Wert G*=2 an. In der Annahme, dass das Schüttgut «comme des» wird, ist die Schiene “Il est des parfums frais chairs d'enfants…” (Es sind Düfte frisch Haut von Kindern…) In diesem Fall wird rb(chairs~parfums²) (Haut-Düfte²) zum Stoß. Diese Reihe von Änderungen zeigt, dass das Vorgehen mit Entnahmen, zu klaren Ergebnissen führt. Der Sinn der betreffenden Verse leitet uns dazu, uns siegreiche Führer vorzustellen, die ein unanständiges Festmahl eröffnen. In früheren Zeiten ergänzten sich Liebe und Militär in den gängigsten männlichen Beschäftigungen zur Beherrschung der Gesellschaft. Dies rechtfertigt die Verbindung der Vorstellungen von Frauen und vom Krieg. Don Juan erklärt [536]: «Man genießt die höchste Sänfte, indem man durch hundert Huldigungen das Herz einer schönen jungen Frau gewinnt. Man beobachtet mit Genugtuung die kleinen Fortschritte, die man macht. Man bekämpft durch Taumel, Tränen und Seufzer, die unschuldige Scham einer Seele, die sträubt, den Kampf aufzugeben. Es geht darum, Schritt für Schritt alle kleinen Widerstände zu überwinden…und ich hege in dieser Beziehung den Ehrgeiz der Eroberer, die ständig von einem Sieg zum anderen fliegen, und sich damit nicht abfinden können, ihre Wünsche abzugrenzen.»

§197
· Stöße und Nicht-stöße
Theorie

Was j* betrifft, führt die Analyse im Vergleich zu g* zum selben Ergebnis. Dabei müssen wir betonen, dass die Berechnung (g) und (j) als Ganzes betrachtet wird, vorausgesetzt, dass ((g)(j)) unter 4 liegt und die betreffende Glosse kein Stoß ist. In diesem Zusammenhang führt g=1 zu j=2 und j=1 zu g=2. Nach Entnahme des Schüttguts gilt das, was für (g) und (j) gültig war, ebenfalls für (g’) und (j’), vorausgesetzt, dass ((g’)(j’)) unter 4 liegt, und dass die Winde kein Stoß ist.

Methode

Die vielfachen Variationen haben zum Zweck, einerseits den Hauptgedankengang des Schaffenden des als Beispiel dienenden Textes auszumachen und andererseits einen Rahmen zur Deutung beliebiger Phantasietexte zu bieten. Im Bereich der Wahrscheinlichkeitsrechnung urteilte Cournot, dass die Vielzahl an Effekten schließlich [215]«…einen… Einfluss der winzigsten, jedoch beständigen und regelmäßigen Ursachen auf eine beliebige Erscheinung ausübt. Dies kommt sowohl bei natürlichen als auch bei sozialen Erscheinungen ständig vor.» Wir müssen noch über folgende Zeilen des Mathematikers und Philosophen nachdenken [216]: «In der scharfen, strengen Sprache, die zu den abstrakten, unbedingten Wahrheiten der Mathematik und Metaphysik passt, ist ein Ereignis möglich oder nicht. In dieser Hinsicht kann es zwischen Möglichem und Unmöglichem keine Gradation geben. Im Bereich der physischen und empfindlichen Tatsachen muss mit einer Gradation gerechnet werden. Gegensätzliche Ereignisse geschehen oder nicht in einer oder der entgegengesetzten Richtung mit einer Mischung sehr unterschiedlicher und unbeständiger Ursachen einerseits und regelmäßiger Ursachen andererseits. Letztere gewinnen schließlich die Oberhand und bestimmen die ganze Erscheinung. Je mehr sich die beständigen Ereignisse in der Vielzahl von Fällen wiederholen, desto weniger können wir ihre physische hohe Wahrscheinlichkeit verweigern. Daher bedienten wir uns der mathematischen Wahrscheinlichkeitsrechnung, um die "physische Möglichkeit" zu schätzen, und gleichen schließlich die physische Möglichkeit und die mathematische Wahrscheinlichkeit an. Der philosophische Vorteil, den das Hervorheben des Physischen bringt, liegt darin, den Wahrscheinlichkeitsgrad nicht dem menschlichen Ersinnen, sondern der Natur zuzuschreiben. Die Beobachtung mancher Erscheinungen zeigt, dass die erwähnten unbeständigen Ursachen, die gelegentlich einen Einfluss zu haben scheinen, einander letztendlich ausgleichen…» Für unsere Glaubhaftigkeitsbewertung bilden die vorübergehenden Regungen der Leser den Nebel der unbeständigen Ursachen. Deswegen werden die Leser vom selben Schriftstück entgegengesetzte Schätzungen haben, die jedoch auf lange Sicht einander ausgleichen. Die Grundbeziehungen zwischen den Fahnen bleiben erhalten und erlauben es, das Ar und die Gradiente zu bestimmen, um den gründlichen Sinn zu umreißen.

Anwendung auf Baudelaire

Was „Entsprechungen“ betrifft, liefert die Kritik die gängigste Bedeutung, weil sämtliche Deutungen schließlich zum ursprünglichen Gedankengang zurückfinden. Nach einem Jahrhundert der Kritik werden die ungleichen und gelegentlich gegensätzlichen Auslegungen unfähig, die eigentliche Absicht des Schaffenden zu vernebeln. Zwar wird der Leitfaden des Baudelaireschen Gedankengangs durch die Aufreizungen des Dichters verschleiert, die den Leser irreführen [[1083]] in Index II (Gedichte)">[[1083]]: «In einem lehmigen Boden voller Schnecken
Will ich selbst ein tiefes Loch graben,
In dem ich meine alten Knochen in Ruhe lassen könnte…» Spielend stimmt der Dichter mit der Strenge zahlreicher Gemälde [[1139]] in Index II (Gedichte)">[[1139]]: «Erinnern Sie sich meine Seele
Des Gegenstands, den wir an jenem so milden Sommermorgen sahen:
In der Biegung eines Pfads, auf einem Kiesbett
Ein abstoßendes Aas…»

§198
· Glatter Keil eines Schnappschlosses mit -#
Theorie

Zur Gewöhnung an unsere Berechnungsmethode kommen wir noch einmal auf jeden einzelnen Punkt der Berechnung des Ars zurück. Hierzu betrachten wir abwechselnd den Fall des Jochs (-#) und dann des Jochs (-µ). Fangen wir mit dem glatten Keil mit (-#) für das Schnappschloss (-und.andere- #rb(verdorben~frisch)) an. Die Spuren «verdorben» und «frisch» scheinen im Gedicht durch «andere» entgegengesetzt zu werden. Es ist daher vollkommen abwegig, einen günstigen Einfluss des Begriffs «andere» auf die Verbindung zwischen «verdorben» und «frisch» zu suchen. Folglich passt die Anwendung von t*=2 in dieser Lage genau.

Methode

Ein Gegner könnte behaupten, dass die Zerlegung des Textes den Ausleger in eine illusorische Klarheit versetzt. Wer mit den Feinheiten der Literatur vertraut ist, wird gelegentlich einwenden, dass das Schnappschloss selbst, das den Text zerlegt, den eigentlichen Sinn verfehlt. Ein solches absolutes Urteil würde jedoch dazu führen, kein einzelnes Wort mehr zu erwähnen, da die Bewusstseinströmung durch die Suche nach Anhaltspunkten unterbrochen wäre. Es ist besser zuzugeben, dass der Gedankengang mit getrennten Markierungen, seien es Wörter oder Zahlen, um die Wirklichkeit zu erfassen, vorliebnimmt. Zwar wurden Verfahren in der Wissenschaft erarbeitet, um die Kontinuität aufzufassen, aber pädagogisch können wir nicht darauf verzichten, von der Diskontinuität auszugehen. Auf arithmetischem Gebiet zerlegt man die kontinuierliche Strömung und unterscheidet Etappen, um das Erlernen zu erleichtern. So muss die Strömung der Unzahl zwischen 1 und 4 zunächst durch das Schema 1, 2, 3, 4 vereinfacht werden [100].

Anwendung auf Baudelaire

Wir müssen zugeben, dass die Fahnen «frisch» und «verdorben» sich für denjenigen, der mit dem Gedicht vertraut ist, in ihren Bedeutungen geringfügig überdecken und das ganze Gedicht mit ihrem Schleier leicht beeinflussen. Es lässt sich eine ähnliche Verschmelzung der Gedanken feststellen, wenn einer an den Text zurückdenkt, ohne ihn seit längerer Zeit gelesen zu haben. Dies zwingt uns jedoch keineswegs dazu, auf die Trennungen zwischen den Wörtern zu verzichten, da der Schaffende getrennte Wörter benutzt hat und «frais» und «corrompus» selbst in verschiedene Verse gesetzt hat.

§199
· Glatter Keil eines Schnappschlosses mit -µ
Theorie

Es bedarf keiner Anstrengung, um einen Zusammenhang mit einem glatten Keil 1 zu ersinnen. Auf diese Weise besitzt (-Und andere-µrb(verdorben~frisch)) ohne Zweifel diese Bestimmung t*=1. Es ist in der Tat leicht zu begreifen, dass «andere» insbesondere und mehr noch das gesamte Schüttgut die Glaubhaftigkeit einer Verbindung zwischen «verdorben» und «frisch» benachteiligt.

Anwendung auf Baudelaire

Lukan, der eine Königin beschreibt, möchte für die Nachwelt ein einleuchtendes Beispiel der Verderbtheit behalten [508]: «Sie verbringt eine ganze, schamhafte Nacht mit ihrem Richter, den sie verführt hat. Nachdem der Führer den Frieden gegen unermessliche Geschenke gesichert hatte, wurde dieses großartige Ereignis mit einem Festmahl fröhlich gefeiert. Bei dieser Gelegenheit zeigte Kleopatra einen überschwänglichen Luxus, der in der damaligen römischen Gesellschaft noch unbekannt war. Die Feier fand an einem tempelartigen Ort, und man kann sich vorstellen, dass die am meisten verdorbenen Zeiten Mühe hätten, einen solchen Tempel zu errichten…» Der Sieger wird von Lukan ähnlich getadelt [509]: «Cäsar lernt, wie die Reichtümer der unendlich großen geplünderten Gebiete verschwendet werden können…»

Methode

Die Anwendung der Keile verdient wohl den Vorwurf, dass sie die einheitliche Ordnung der Stempel zerrüttet. Die getrennte Berechnung von t* uns s* weckt unser Misstrauen, weil die Wiedereinfügung dieser Keile in die Sternengleitwege das Gefühl gibt, dass wir uns vorwärts tasten. Manchmal brauchen wir jedoch diese Art der Anpassung in den Schwierigkeiten des Wissens, obwohl manche Autoren über diese Anpassung spotten, oder dieselbe ablehnen [808]. Einige Wissenschaftler erwarten von den unwiderlegbarsten Fächern tadellose Ergebnisse, aber diese Fächer stammen meistens aus der Abwechslung Erfahrung¹- Verallgemeinerung¹-Erfahrung²-Verallgemeinerung² und so weiter. Was die besseren Fächer von den schlechteren unterscheidet, ist, dass die Besseren schließlich zu einem Beweis führen, der die langwierigen anfänglichen Versuche berechtigt [246]. In diesem Fall erscheint die Verallgemeinerung als ein Verfahren, viel Zeit zu sparen, indem es eine vereinfachende Zusammenfassung der Erfahrung darstellt [177]. Es öffnet nicht nur die fleißige Muße die Wege der Wissenschaft, aber auch die Technik [248]. Aristoteles, der die beschauliche Freizeit besonders hervorhebt, beschreibt die Suche nach der Verallgemeinerung wie folgt [23]-[23¹]-[31]-[32]-[32¹]-[32²]: «…wir müssen von einer Gruppe einzelner, einander ähnlicher und undifferenzierter Wesen ausgehen, und nach dem Gemeinsamen bei allen zu suchen. Dann müssen wir dasselbe für eine andere Gruppe wiederholen, die sich von der ersten Gruppe unterscheidet. Wir suchen nach dem Gemeinsamen bei allen Wesen der zweiten Art. Wenn wir die beiden Gemeinsamen vorfinden, betrachten wir für eine einzige Gattung zwei Arten. Wir suchen dann, was beide Arten gemeinsam haben, und wenn wir einen einzigen Ausdruck erreichen, haben wir die Definition der Gattung gefunden.»

§200
· Grober Keil 2
Theorie

Untersuchen wir (reich-#rb(verdorben~Weihrauch)), um dessen grober Keil zu bestimmen. Der Sinn des Begriffs «reich» passt aus unterschiedlichen Gründen ebenso gut zu «verdorben» wie zu «Weihrauch». Es stellt also zwischen den beiden Spuren ein Mittelding dar, was dazu führt, das Paradoxon leicht zu schwächen. Aber dasselbe bleibt stark genug, um die Gradiente 1 zu erlauben. Seinerseits kommt «triomphants» in das Futter (sieghaft-#rb(verdorben~Weihrauch)) des ersten Einflusses, und dieser Begriff «sieghaft» zeigt sich wirksamer als «reich», weil er den moralischen Inhalt von «verdorben» stützt. Der Begriff «sieghaft» gehört also zu den Drücken, die die Gradiente 1 des Stoßes rb(verdorben~Weihrauch) zu gewinnen lassen. Daher schreiben wir s*=2 für den groben Keil von (reich-#rb(verdorben~Weihrauch)).

Methode

Der Bezug auf die Gradiente der Winde ist zur Bestimmung von s* gefahrenlos, weil s* in der Berechnung der Gradiente keine Rolle spielt.

Anwendung auf Baudelaire

Es scheint willkürlich, «sieghaft» auf «Weihrauch» zu beziehen, weil mit Düften kein Krieg geführt wird. Dagegen gehört die Beziehung zwischen Weihrauch und Luxus zum Selbstverständlichen. Die Bibel verurteilt den überflüssigen Reichtum, weil er der Zeit trotzt [136] -[158]: «Ein Bruder aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe; wer aber reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. Die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und das Gras verwelkt, und die Blume fällt ab und ihre schöne Gestalt verdirbt: so wird auch der Reiche dahinwelken in dem, was er unternimmt.» Man darf auch nicht auf einen verschleierten Sieg setzen [148]: «Es ist aber nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Darum, was ihr in der Finsternis sagt, das wird man im Licht hören; und was ihr ins Ohr flüstert in der Kammer, das wird man auf den Dächern predigen.» Die stillschweigende Verneinung der Gottheit scheint dem Wettstreit mit derselben nahe zu sein [129]-[132]«Die Toren sprechen in ihrem Herzen: "Es ist kein Gott."»

§201
· Grober Keil 1
Theorie

Untersuchen wir nun den groben Keil für (sieghaft-µrd(verdorben~Weihrauch)). Beim Überfliegen gewinnen wir den Eindruck, dass die Benachteiligung der Trennung zwischen den Spuren «verdorben» und «Weihrauch» der Begünstigung ihrer Verbindung gleichkommt. Die Berechnung zeigt, dass die Dinge nicht so einfach sind, aber diese Vorstellung bleibt nützlich, um den Vergleich zwischen -µb und -#b intuitiv zu untersuchen. Die Intuition zeigt, dass das Futter (reich-µrd(verdorben~Weihrauch)) weniger glaubhaft scheint als (sieghaft-µrd(verdorben~Weihrauch)), weil das Schnappschloss (reich-#rb(verdorben~ Weihrauch)) weniger glaubhaft als (sieghaft-#rb(verdorben~Weihrauch)) ist. Da kein Futter eine höhere Glaubhaftigkeit aufweist als das Schnappschloss (sieghaft-µrd(verdorben~Weihrauch)), müssen wir schreiben, dass dessen grober Keil den Wert s*=1 verdient.

Methode

Dieses mühsame Gebilde, bei dem die Berechnung mit der Intuition nicht immer Schritt hält, kann das Verlangen nach Einfachheit nur enttäuschen, aber es kommt oft vor, dass die Suche nach unmittelbaren Feinheiten auf dem Gebiet der Kenntnis keine passende Nahrung findet. Wir müssen jedoch das Paradoxon mit Nachdruck betonen, dass eine lange Folge ungeschickter Berechnungen, die den Schein zum Teil aus dem Blickfeld lassen, zum besseren Erfolg führt als die feinste anfängliche Intuition.

Anwendung auf Baudelaire

Wenn das Ar von (sieghaft-µrd(verdorben~ Weihrauch)) den gleichen Wert wie (sieghaft-#rb(verdorben~Weihrauch)) hätte, wäre der unmittelbare Eindruck erfüllt, aber dies würde uns daran hindern, eine schwache Glaubhaftigkeit für die Verweigerung der vom Autor erwünschten Verbindungen -“verdorben-Weihrauch”, “lebendige-Säulen”, “Natur-Tempel”, “Antworten-Düfte¹”- zu erreichen. Alle diese verschmolzenen Bilder erinnern an einen Text von Maturin [528] -[603]: «Der Tamarindenbaum, die Kokospalme und die Palme streuten ihre Blüten und hauchten ihre Düfte aus. Sie bewegten ihre Zweige über dem Kopf der jungen, schlotternden, frommen jungen Frau, die sie sich der Ruinen der Pagode näherte. Dieser Tempel war einst ein wuchtiges, viereckiges Gebäude gewesen, das inmitten der Felsen stand. Wie durch eine im indischen Ozean nicht seltene Laune der Natur standen in der Mitte der Insel Felsen, die wie die Spuren eines vulkanischen Ausbruchs aussahen. Ein Erdbeben hatte den Tempel niedergerissen und Felsen und Ruinen durcheinander gebracht. Ihre feste, ungestaltete Masse schien zugleich von der Machtlosigkeit der Natur und der Kunst zu zeugen. Beide waren durch diese Macht niedergerissen worden, die sie früher geschaffen hatte und die jedoch beide vernichten kann. Einerseits waren Säulen mit hieroglyphischen Zeichen und andererseits Steine zu sehen, die die Spuren einer unwiderstehlichen Macht noch besaßen. Sterbliche, rief diese Macht, Sie zeichnen mit dem Meißel, ich schreibe nur mit dem Feuer. Hier boten die Reste des Gebäudes Bilder von grauenerregenden Schlangen, auf denen Shiva gesessen hatte. Da wuchsen Rosensträucher aus den Rissen zwischen den Felsen, als hätte die Natur ihr reizendstes Kind entsenden wollen, um den Menschen ihre sanfte Theologie zu predigen.»

§202
· Sternenschärfe mit -#
Theorie

Ein Text, der mit den Worten “L'immense et petite Nature est un temple…” (Die grenzenlose und kleine Natur ist ein Tempel…) ermöglicht eine linke Schärfe q=2 für rb(N~Nature). Streichen wir “et petite” (und kleine), müssen wir im Gegenteil q’=1 schreiben. Folglich weist (et petite-#rb(N~Nature)) (und kleine-/- N~Natur) eine Sternenschärfe q*=2 auf. Der Begriff “immense” (grenzenlose) dient dem Stift N als Übersetzung, wenn wir “et petite” (und kleine) aus der Schiene entnehmen. Einerseits hob das Schüttgut jede in N enthaltene Erklärung auf. Andererseits hätte der Anprall rb(immense~petite) (grenzenlose-kleine) den lehrreichen Kommentar daran gehindert, seine Rolle zu spielen, da ein Stiftzeuge keinem Stoß gehören kann.

Anwendung auf Baudelaire

Da das N auf Französisch ein überflüssiger großer Buchstabe ist, drückt er leicht die Grenzenlosigkeit aus.

Methode

Das Urteil, nach dem der Abstand für das Maß der Verbindung zwischen zwei Begriffen wichtig ist, wenn kein Merkposten den Abstand aufhebt, schließt sich an die Philosophie von Hume an. Auf ebenso einfallsreiche wie pikante Weise hatte der schottische Autor trotz seines Misstrauens gegen die Metaphysik auf den menschlichen Geist theoretisiert [251]-[465]. Einerseits hatte Newton bewiesen, dass zwei Massen sich im Weltraum umso weniger anziehen, als das Quadrat ihres Abstands hoch ist [555]-[556]. Andererseits versuchte Hume analogisch zu beweisen, dass zwei Vorstellungen umso schwieriger verbunden werden können, als unser Geist sie einzeln auffasst [262]-[464]. Lesen wir aus dieser Analogie [464]: «Es steht außer Zweifel, dass der Abstand die Stärke jeder beliebigen Vorstellung mindert, und dies gilt für jede Betrachtung eines Gegenstands…» Hume sprach in erster Linie von den Dingen wie ein Haus oder ein Baum. Wir haben diesen Gesichtspunkt für zwei Begriffe im selben Schriftstück angewendet und die Umstände beschrieben, unter denen er gültig ist. Hume ergänzte [417]: «Der Gedanke an beliebige Gegenstände treibt unseren Geist leicht gegen einen benachbarten Gegenstand. Aber der Übergang der Gedanken ist nur dann besonders schnell, wenn der Gegenstand tatsächlich vorhanden ist.»

§203
· Sternenschärfe mit -µ
Theorie

Nehmen wir an, dass „Entsprechungen“ die senkrechte Reihe der Anfangsbuchstaben der 14 aufeinander folgenden Verse den Ausdruck “COULEURFAITSON” (FARBEMACHTTON) bildet. Der Stift aus diesem Literaturspiel kommt in der Glosse rb(C…O…U…L…E…U…R…F…A…I…T…S…O…N~nuit) (F…A…R…B…E…M…A…C…H…T…T…O…N-Nacht) vor. Das literarische Kunststück wird in der Reihe «Correspondances», «confuses», «forêts de symboles», «confondent», «profonde unité», «répondent» (Entsprechungen, wirre, Wälder von Symbolen, vereinen, tiefen Einheit, antworten) zusammengefasst. Die erwähnte Glosse rb(C…O…U…L…E…U…R…F…A…I…T…S…O…N~nuit) (F…A…R…B…E… M…A…C…H…T…T…O…N-Nacht) verdient somit die Schärfe q=1. Betrachten wir den Einfluss (Correspondances…confuses…forêts de symboles…confondent…profonde unité…répondent-µrb(C…O… U…L…E…U…R…F…A…I…T…S…O…N~nuit)) (Entsprechungen…wirre…Wälder von Symbolen… vereinen…tiefen Einheit…antworten-/-(F…A…R…B…E…M…A…C…H…T…T…O…N-Nacht)) und dann streichen wir das Schüttgut (Correspondances…confuses…forêts de symboles…confondent…profonde unité…répondent) (Entsprechungen…wirre…Wälder von Symbolen…vereinen…tiefen Einheit…antworten). So nimmt die Schärfe (q’) von rb(C…O…U…L…E…U…R…F…A…I…T…S…O…N~nuit) (F…A…R… B…E…M…A…C…H…T…T…O…N-Nacht) die Höhe 2, und folglich weist die linke Sternenschärfe die Höhe q*=2 auf.

Methode

Da der Gesichtspunkt (-µ) derjenige ist, unter dem wir die Mittel suchen, um der Winde zu schaden, hintertreibt der günstige Einfluss des Schüttguts diesen Gesichtspunkt, und wir sind davon ausgegangen, dass ein schädlicher, fehlerhafter Einfluss eine Sternenschärfe 2 verdient.

Anwendung auf Baudelaire

Über eine Blinde schrieb Diderot [277]: «Sie konnte "braune" und "blonde" Stimmen unterscheiden, wenn sie Leute singen hörte.» Wenn Diderot zum Scherzen aufgelegt zu sein scheint, behandelt er jedoch dieselbe Frage mit derselben Kühnheit [274]: «Wird sich meine Dame an einen gewissen, schwarzen Brahmanen erinnern, der halb vernünftig, halb geistesgestört, höchst sonderbar wirkte? -Ja, ich kann mich an ihn erinnern…Eines Tages bat ich ihn, einen musikalischen Satz durch Farben wiederzugeben, und es gelang ihm bestens.» Das Farbenklavier verlangt nicht unbedingt geweihte Hände [275]: «Ihre ältere Schwester geht tanzen, aber gehen Sie nicht etwa zum Tempel…-Genau, aber daher möchte ich, dass du mir etwas Hübsches rührst. -Nun entgegnete die Zofe, ziehen Sie ihr feuerfarbiges Gazekleid an, und ich suche den Rest der Begleitmusik zusammen…Sehen Sie zu…gnädiges Fräulein, dies wird zu ihren Ohrringen aus böhmischem Topas wunderbar passen…»

§204
· Sternenstange 2
Theorie

Die Sternenstange p* erreicht den Wert 2 im Fall (-#), wenn die Winde nach Entnahme des Schüttguts eine Stange (p’) statt 2 den Wert 1 bekommt. Betrachten wir die Schiene, die folgende Stelle enthält: “…die blasse Frage stellt sich im Zusammenhang mit Düften, die die Haut im Triumph bleich färben…” Wir behandeln den Einfluss (-blasse-#rb(bleich~Triumph) darauf und schreiben p*=2. Der Wert p=2 rechtfertigt sich mit der Urschiene, weil das Literaturspiel den Sinn von “Frage” aufhebt. Im Gegenteil zum Verzeichnis einer Problemglosse verwandelt sich der Begriff “Frage” nach Entnahme des Schüttguts, was p’=1 rechtfertigt.

Methode

Nur wenn er sich auf einen Stoß bezieht, hat der Einfluss ohne besondere Textgewähr eine Stange 1.

Anwendung auf Baudelaire

Am Ende des ersten Dreizeilers könnte «sieghaft» durch die Anspielung auf den fleischlichen Triumph erklärt werden. Aus dieser Idee können zwei Vorstellungen entspringen, entweder die des Sieges an sich, oder die des Sieges über den Liebesgegenstand. In beiden Fällen müssen wir an die Nähe zwischen dem Duft und dem Liebestrank denken. Eine verwandte Ausdeutung öffnet sich, die auf Ausschweifung gerichtet ist. Die Schwachen lassen sich in dieser Lebensart von Anführern verleiten [67]: «Sie sind mit einer grenzenlosen Macht über zarte Seelen begabt, die von ihnen verlockt und zermalmt werden. Sie sind großartig und ansehnlich auf ihre Art. Es ist die farbenprächtige Giftpflanze, die die Kinder in den Wäldern fesselt. Es ist die Dichtung des Bösen.»

§205
· Wieder eine Sternenstange 2 jedoch mit Joch -µ
Theorie

Messen wir das Ar des Schnappschlosses (und Weihrauch-µrb(verdorben~Tempel)), so müssen wir den alten Raster rb(verdorben~Tempel) vb(Weihrauch~Tempel) rvb(verdorben~Weihrauch) vb(Sinne~ Weihrauch) vb(verdorben~Sinne) aufheben, der auf «Weihrauch» ruhte. Nach Entnahme des Schüttguts zerlegt sich der Raster, weil die Winde kein Stoß mehr ist. Folglich steigt die Stange von rb(verdorben~ Tempel) vom Wert 1 auf den Wert 2. Weil p’=2 für p=1 steht, nähme die Sternenstange für ein Schnappschloss mit dem Joch (-#) den Wert 1. Da wir hier jedoch dem Gesichtspunkt (-µ) folgen, kommen wir umgekehrt zum Schluss p*=2.

Methode

Ist anfänglich keine ausführliche Spannung vorhanden, so kann kein Stoß aus einem Raster stammen.

Anwendung auf Baudelaire

Da die Glosse rb(Düfte²~Haut) nichts Beunruhigendes bringt, bleibt sie als Problem nebensächlich, und dies trotz der scheinbaren Möglichkeit von rb(Düfte²~ Haut) vb(Farben~Haut) rvb(Düfte²~Farben) vb(sanft~Farben) vb(Düfte²~sanft). Andererseits profitiert die Spannung rb(verdorben~Geistes) von der Ausführlichkeit, aber die Rasterskizze rb(verdorben~Geistes) vb(Weihrauch~Geistes) rvb(verdorben~Weihrauch) vb(Sinne~Weihrauch) vb(verdorben~Sinne) scheint unannehmbar zu sein, weil vb(Weihrauch~Geistes) vb(Sinne~Weihrauch) einem Widerspruch ähnlich sieht. Der große Verderber fasziniert durch seine Gabe, einen Ausnahmezweck klüglich zu verfolgen. Baudelaire bewundert bei Don Juan nicht dessen Unglauben, sondern die innere Kraft, die zum Sieg führt. In folgenden Versen beschreibt der Dichter den wagemutigen Freigeist in der Hölle [228]-[229]-[231]-[[1030]] in Index II (Gedichte)">[[1030]]: «Sganarelle verlangte lachend sein Pfand,
Während Don Luis mit zitterndem Finger
Alle Toten, die am Ufer umherirrten,
Den kühnen Sohn zeigte, der über seine weiße Stirn gespottet hatte.

Fröstelnd und in Trauer versetzt, schien die keusche, hagere Elvira,
Von dem trügerischen Gatten, der sein Buhle gewesen
Und nun an ihrer Seite schwieg,
Ein letztes Lächeln, in dem die Sänfte seines ersten Liebesschwurs strahlen würde, zu verlangen.

Stramm in seiner Rüstung stand ein großer, steinerner Mann
Am Steuer und zerteilte die dunklen Fluten.
Aber der gelassene Held, der über seinem Rapier gebeugt war,
Blickte auf das Kielwasser und geruhte, nichts zu sehen.» 90

§206
· Sternenknagge mit -#
Theorie

Entnehmen wir das Schüttgut «-Et d'autres,» (-Und andere) des Schnappschlosses (-Et d'autres,- #rd(verts~corrompus)) (-Und andere-/-grün-verdorben), um die Glaubhaftigkeitsbewertung zu ermöglichen, so bleibt “…verts comme les prairies, corrompus…” (…grün wie die Auen, verdorben…) übrig, was den Sinn ändert. Die neue Knagge (f’) nimmt den Wert 2 an, weil eine Bindung "verts-corrompus" sich öffnet. Der Übergang von f=1 zu f’=2 rechtfertigt f*=1 für das Joch (-#).

Methode

Die Knagge 1 bedeutet, dass der Zapfen unbedingt auf eine b-Glosse oder umgekehrt auf eine d-Glosse hinausgehen muss. Wollen wir dem Text treu bleiben, so können wir nicht beide Möglichkeiten zulassen.

Anwendung auf Baudelaire

Die Urschiene lässt in diesem Fall nur die Wahl von (d), wie es aus den Worten «…grün wie die Auen -Und andere verdorben…» hervorgeht. Nach Entnahme des Schüttguts haben wir mit der Auslegung des neuen Textes eine Wahl zwischen zwei Wegen: entweder müssen alle Düfte für den Dichter in einer Reihe betrachtet werden, oder er sieht eine Modulation zwischen den beiden Duftarten. Baudelaire legt großen Wert darauf, einen Stil, der durch häufigen Gebrauch fade geworden ist, nicht wiederaufzunehmen. Er muss, um diesen Ausnahmezweck zu verfolgen, viele Stunden daran sitzen. Da er die Schwierigkeit für die Spiegelung seiner Faulheit hält, bildet er sich ein, dass es sich um Verderbnis handelt [[1076]] in Index II (Gedichte)">[[1076]]: «Oh fauler Mönch, wann gelingt es mir, vom lebendigen Schauspiel
Meines traurigen Elends ein Handwerk zu machen,
Das meine Augen lieben könnten!»

§207
· Sternenknagge mit -µ
Theorie

Entnehmen wir «dort» aus dem dritten Vers, so wird das Verhältnis zwischen «Mensch» und «Tempel» unbestimmt. Die neue Glosse rb(Mensch~Tempel) verdient statt des Wertes f=1 den Wert f’=2. Zur Glaubhaftigkeitsbewertung des Schnappschlosses (dort-µrb(Mensch~Tempel)) lehrt uns die Änderung, dass das Schüttgut «dort» die Winde begünstigte. Wir messen den vorgeblich abträglichen Charakter von «dort», indem wir das Joch (-µ) benutzen. Da dieser Gesichtspunkt offenbar erfolglos bleibt, verdient die Sternenknagge den Wert f*=2.

Methode

Es liegt auf der Hand, dass die innere Räumlichkeit sich durch Entnahme des Schüttguts auch ändert. Anhand vieler Beispiele sind wir auf diese Art Begleiteffekte gefasst und bereit, sie in die Berechnung aufzunehmen. Wegen unserer unzureichenden Methode können wir nicht voraussehen, was uns in einem Schriftstück erwartet, und wir müssen uns auf die zahlreichen Beispiele verlassen, um zu den zuverlässigen Gewohnheiten zu gelangen. So bleiben wir unendlich mehr als die ersten Mathematiker, wenn sie die Richtigkeit ihrer Theorien erprobten, widerwillig im Konkreten haften. Plato, der sich von ihnen belästigt fühlte, schrieb [750]: «…sie bringen immer wieder als Praktiker und mit Blick auf die Praxis ihre Meinung zum Ausdruck…»

Anwendung auf Baudelaire

Nach Entnahme des Schüttguts «dort» erscheint der neue Text: “Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen zuweilen wirre Worte entweichen lassen; der Mensch schreitet durch Wälder von Symbolen…” Die deutliche Trennung der grammatikalischen Vorschläge führt zu einer Nebeneinanderstellung der Gedankenbilder, die die Gewähr der inneren Verbindung zwischen «Mensch» und «Tempel» aufhebt, was uns dazu treibt, die Fronten von einer Idee zur anderen zu zählen, um (z’) in der Schiene zu bestimmen. Der Rahmen des Gedichts erinnert an denjenigen des Edens. Mit einem doppelten Paradoxon zeigte die Blume das Böse, und der Mann seine Schwäche [104]: «Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen… Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben…Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß.»

§208
· Sternenräumlichkeit mit -#
Theorie

Das Schnappschloss (.-#rb(couleurs~chairs)) (.-/-Farben-Haut) setzt voraus, dass man den Schlusspunkt im achten Vers entnimmt. Dies geschieht mit Hilfe der Kralle “: ”, um (z’) zu bestimmen. Die innere Räumlichkeit hatte zuvor den Wert z=2+(1(7/10))=2,7 und sinkt nun auf den Wert z’=1, wenn das Schüttgut «.» aus der Schiene gestrichen wird. Im Originaltext hinderte der Schlusspunkt den vollen Kontakt zwischen den Vorstellungen «Haut» und «Farben». Die Minderung der Räumlichkeit durch Entnahme des Schüttguts zeigt diesen trennenden Einfluss, und so kommen wir zum Maß z*=2,7.

Methode

Ein Gegner könnte einwenden, dass die Hinzufügung der Kralle die Schiene so ändert, dass die Entnahme des Schüttguts keinen Sinn mehr hat. Wir müssten also wegen der Kralle alle unsere Versuche aufgeben. Begnügen wir uns lieber damit, die Krallen so weit wie möglich herabzusetzen, ohne auf die Vergleichungen zwischen den Fällen zu verzichten, denn es ist der beste Weg, um auf die verborgenen Erscheinungen hinzuweisen.

Anwendung auf Baudelaire

Aus der Schiene «…Antworten einander Düfte, Farben und Töne.

Es sind Düfte frisch wie die Haut von Kindern…» wird “…antworten einander Düfte, Farben und Töne: es sind Düfte frisch wie die Haut von Kindern…” und wir denken eher an einen Vergleich der leuchtenden Haut mit dem Duft. In verschiedenen Sprachen wird das junge Mädchen in Liebesgesprächen mit Bezeichnungen erwähnt, die gewöhnlich für ein Kind benutzt werden. Ein flüchtiger Blick wirkt umso heftiger als es mit der Überraschung gebunden ist, dass die Haut die Begierde weckt. Unter ähnlichen Umständen preist Baudelaire eine Bettlerin [[986]] in Index II (Gedichte)">[[986]]«…mit rotem Haar,
Deren Schönheit und Armut
Durch ihr zerlumptes Kleid
An den Tag tritt…»

§209
· Sternenräumlichkeit mit -µ
Theorie

Entnehmen wir «y» (dort) im dritten Vers, so verliert die Glosse rb(homme~Nature) (Mensch-Natur) ihre innere Räumlichkeit z=1 für eine andere z’=2+(1(10/10))=3. Die Urordnung der Begriffe begünstigt den Kontakt “homme-Nature” (Mensch-Natur), und es ist daher schwierig, einen abträglichen Einfluss zu suchen. Das Schnappschloss (y-µrb(homme~Nature)) (dort-/-Mensch-Natur) nimmt also die Sterneninnerräumlichkeit z*= 3 an.

Methode

Da der Abstandsstempel über den Wert 2 steigen kann, ist dieser Warner alleine im Stande, ein Ar an der Nietung zu stürzen. Mit entfernten Spuren in einem langen Text kommen wir mühelos zu z*=2+(1(141/10))=16,1.

Anwendung auf Baudelaire

Mit Entnahme von «dort» führt die Berechnung von z=1 bis zu z’=2+(1(8/10)) =2,8, was rb(homme~temple) (Mensch-Tempel) betrifft. Da die Fronten «ist» und «Tempel» zusammen mit rb(homme~Nature) (Mensch-Natur) gezählt wurden und für rb(homme~temple) nicht mehr berechnet werden, ändert sich das Ergebnis. Von den Symbolen der Natur ausgehend, könnte der Mensch versuchen, die Symbole tiefer zu erforschen, oder sie unbeachtet zu lassen. Mit dem Mythos stellt Plato etwas Ähnliches dar [752]: «Erklärung der Jungfrau Lachesis, Tochter der Notwendigkeit. Vergängliche Seelen, Sie werden eine neue Laufbahn antreten und in einen sterblichen Körper zurückkehren. Ihr neues Leben wird nicht von einem Geist ausgelost, sondern Sie werden ein Leben selbst wählen. Die erste Seele, die das Los bestimmt hat, wird als erste ihre Wahl treffen. Sie wird das Leben wählen, mit dem sie künftig durch Notwendigkeit verbunden sein wird. Was die Tugend betrifft, hat sie keinen Meister. Man hat mehr oder weniger davon, je nachdem, ob man sie ehrt, oder vernachlässigt. Jede Seele ist unabhängig von der Gottheit für ihre eigene Wahl verantwortlich.» Auf diese Weise würde jede Seele im Voraus durch die Einzelheiten ihrer eigenen Vorstellungen um das innere Streben wissen, das bestimmen soll, was mit ihr geschehen wird. Baudelaire stellt sich in folgenden Versen vor, was ihm in diesem Zusammenhang zuteil wird [[1145]] in Index II (Gedichte)">[[1145]]: «Hier habe ich in ruhiger Wonne,
Inmitten des tiefblauen Himmels, der Wogen und der Pracht gelebt.
Nackte wohlriechende Sklaven erfrischten meine Stirn mit Palmen,

Und ihre einzige Sorge bestand darin,
Das schmerzhafte Geheimnis,
An dem ich schmachtete, tiefer zu ergründen.» Der Dichter versteht als Zigeuner in Gedanken, wie das Alltagleben die berühmten Mythen widerspiegelt. Die Göttin verfehlt es nie, den nächsten Tag vorzubereiten [[1012]] in Index II (Gedichte)">[[1012]]«…vor diesen Reisenden, für die sich
Das vertraute Reich der künftigen Finsternis öffnet.»

§210
· Sternenvorgleitweg 1
Theorie

Die Entnahme des Schüttguts bewirkt keine Änderung der Gleitwege für die Winde von (Tempel-#rb (verdorben~Weihrauch)). Da die Beständigkeit dieses Bestandteils mit oder ohne Schüttgut immer einen Sternenvorgleitweg mit dem Wert 1 bewirkt, können wir G*=1 schreiben. Derselbe Schluss gilt für J*=1, das sich auf j’=j stützt. Im vorliegenden Fall erlaubt uns der höchst glaubhafte Stoß rb(verdorben~Weihrauch), g=g’=1=j=j’ zu schreiben, was zu G*=1=J* führt. Um g*, j* zu erreichen, muss die Multiplizierung durch die beiden Keile t*, s* der Zwischenwerte G*, J* in der zweiten Phase der Berechnung geschehen.

Methode

Diese Berechnung geschieht ohne Beweis, aber die alten Grundlagen der abstraktesten Logik scheinen durch Erfahrung gewonnen worden zu sein [580]. Wir werden elementare Inhalte solcher Erfahrungen ersinnen: “diese Steine sehen wie dünne Scheiben aus; diese dünnen Scheiben sehen wie Kiesel aus; diese Steine sehen wie Kiesel aus”. Aristoteles schreibt [29]: «…hätten wir keine Empfindungen, so könnten wir nichts erlernen und nichts verstehen…»

Anwendung auf Baudelaire

Mit dem Schnappschloss (Weihrauch-#rb(verdorben~Tempel)) kommen wir für den Sternengleitweg des rechts stehenden Begriffs zu einem andersartigen Ergebnis, weil die Entnahme des Schüttguts das Verhältnis zwischen «verdorben» und «Tempel» brechen würde. Der Begriff «Weihrauch» ist notwendig, damit rb(verdorben~Tempel) als Beschreibung der Gedanken Baudelaires in Betracht gezogen werden kann. Im Gegensatz ist «temple» keineswegs notwendig, um rb(corrompus~encens) eine feste Glaubhaftigkeit zu gewähren. Nehmen wir die bekannten Verurteilungen der Düfte in Anspruch, so können wir Zeugenaussagen beobachten. Sokrates macht davon keinen Gebrauch [980]. Plinius ergreift Partei für eine sehr strenge Moral [769]: «Liebe Güte, es sind heutzutage Leute, die Düfte in ihre Getränke mischen, und ihre Bitterkeit wird so geschätzt, dass man sie sowohl im Inneren als auch im Äußeren des Körpers genießen will. Das Triumvirat hatte Lucius Plotius, dessen Bruder Lucius Plancus zweimal Konsul und Zensor war, verbannt, und er wurde in seinem Versteck in Salerno durch sein Parfüm ausgemacht. Eine solche Verderbnis genügt, um die ganze Verbannung zu verzeihen. Wer könnte nämlich den Tod solcher Menschen als unverdient bezeichnen?»

§211
· Berechnung der sieben Stempel
Theorie

Gehen wir zur Gesamtberechnung für das Ar über, um einen Überblick zu gewinnen. Eine Schiene, die mit “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…” anfängt, erlaubt uns, die Glaubhaftigkeit von (verdorbener- µrb(Natur~Tempel)) zu untersuchen. Der in Frage kommende Einfluss ist leicht zu erfassen, was t*=1 rechtfertigt. Im Vergleich scheinen die Futter sehr schwach zu sein, und wir schreiben s*=1. Die Spuren sind Begriffe, was zu q*=e*=1 führt, denn sie bleiben von der Bestimmung unverändert. Die Winde ist ein Stoß, und sie behält nach Entnahme des Schüttguts diesen Charakter, was zu p*=1 leitet. Das Verhältnis “Natur- Tempel” bleibt so stark nach Entnahme des Schüttguts, und folgerichtig nehmen wir f*=1=z* an. Demzufolge kommen wir zwischendurch zu 1=t*=s*=q*=e*=p*=f*=z* und ebenfalls ((t*)(s*)(q*)(e*)(p*)(f*) (z*))=1.

Methode

Hier liegt ein Amalgambeispiel vor, das durch Zusammendrücken der geänderten Fahnen zu Stande kommt. Die beiden Stöße, die hier als Ausgangspunkt für das Amalgam dienen, haben keinen gemeinsamen Begriff und erreichen beide die Gradiente 1.

Anwendung auf Baudelaire

Unsere Kunststücke und unsere einfältige Berechnung zu Daten aus einem Gedicht riechen nach einem gewissen naiven Utilitarismus. Aber wir sind keineswegs bestrebt, unseren Standpunkt mit Beschränktheit zu vertreten, da unser erstes Ziel darin besteht, die Arbeitsweise des menschlichen Geistes zu begreifen. Der schelmische Gautier protestierte mit diesen Worten gegen den kurzsichtigen Kalkül [403]: «Ich würde lieber auf Kartoffeln als auf Rosen verzichten, und ich glaube, dass nur ein Utilitarist auf der Welt fähig wäre, ein Tulpenbeet umzugraben, um die Tulpen durch Kohl zu ersetzen.»

§212
· Linkes Sternengleitweg
Theorie

Was die Schiene “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…” betrifft, kommen wir zur Restberechnung für das Ar von (verdorbener-µrb(Natur~Tempel)), indem wir die Sternengleitwege bestimmen. Da wir (t*s*)= (1)(1)=1 schreiben, nehmen wir in diesem besonderen Fall g*=G* an. Dies wird durch g*=G*t*s* gerechtfertigt, was zu g*=G*(1)(1)=G* führt. Folglich bleibt G* für den linken Sternengleitweg zu messen. Der Begriff “verdorbener” kann dem unbedingten Charakter von “Natur” nicht schaden. Die Entnahme des Schüttguts ändert nichts an diesem Element der Winde, und somit schreiben wir G*=1=g* in Bezug auf g’=g.

Methode

Die betrüblichen Machenschaften an den Texten, die ständig geändert werden, hindern uns nicht daran, unsere Berechnung als literarisch zu bezeichnen, da sie sich auf Phantasiewerke bezieht. Aber diese Berechnung scheint uns, auch für ungeschriebene Mythen gültig zu sein. Mit einem Augenzwinkern begrüßen wir außerdem die Physiker, die auch angewandte Berechnung treiben.

Anwendung auf Baudelaire

Die zur Berechnung bequeme Umgestaltung des Gedichts verdunkelt noch dessen Perspektive, obwohl Baudelaire eine Vorliebe für das Paradoxon hegt [678]: «Die Schwärmer sind die größten Männer gewesen. Warum sollten sie wegen ihrer Großzügigkeit im Denken bestraft werden? War ihr philosophischer Ehrgeiz nicht vom Vornehmsten? Wird der Mensch ewig nur beschränkt sein, dass eine beliebige Fähigkeit nur auf Kosten der anderen gedeihen kann? Wenn es ein großes Vergehen ist, nach Klarheit zu streben, müssen wir für die berühmten Schuldigen, die danach gestrebt haben, sehr großzugig sein. Wenn die Wahrheit zu Freveln führt, müssen wir glauben, dass Einfalt und Sorglosigkeit Tugenden und Sicherheiten sind, um das Gleichgewicht zu bewahren! Als Kinder des 18. und 19. Jahrhunderts sind wir alle mit dieser Schwäche belastet. Ich sage es ohne Scham, weil ich davon überzeugt bin, dass folgendes Urteil über Edgar Poe von einem tiefgehenden Gefühl von Mitleid und Zärtlichkeit herrührt: Säufer, Armer, Verfolgter und Paria gefällt er mir besser als die ruhigen, "tugendhaften" Dichter Goethe und Walter Scott. Von ihm und einer besonderen Menschenart würde ich gerne sagen, was der Katechismus von unserm Gott sagt: "Für uns hat er schwer gelitten." Auf seinem Grab könnte man schreiben: "Sie, die Sie sehnlichst bemüht waren, die Gesetze Ihres Wesens zu ergründen und die Ewigkeit zu erstreben, beten Sie für ihn. Sie, deren unterdrückte Gefühle in Wein und Ausschweifung einen Ausgleich suchen mussten, beten Sie für ihn. Da sein geläutertes, leibliches Wesen unter den Wesen schwimmt, deren Dasein er ahnte, sieht er, weiß er und er wird sich für Sie einsetzen."»

§213
· Rechtes Sternengleitweg
Theorie

Zur Bestimmung des Ars für (verdorbener-µrb(Natur~Tempel)) müssen wir noch den Stempel j* ausmachen. Da (t*s*)=(1)(1)=1 schreiben wir j*=J*(1)(1) und folglich j*=J*. Die Winde rb(Natur~Tempel) erlaubt den Gleitweg j=2, weil das Schüttgut es ermöglicht, das Paradoxon zu meiden. Ein verdorbener Tempel ist bereits viel weniger ein Tempel aus dem Gesichtspunkt des ersten Vierzeilers. Wenn wir das Schüttgut “verdorbener” entnehmen, liefert die Lage den Gleitweg j’=1. Dies zeigt, dass das Schüttgut der Winde schadete. Die mit (-µ) gebundene Perspektive führt zur Suche nach einer wegen des Schüttguts schwachen Gradiente. So ziemt es sich J*=1=j* anzunehmen.

Methode

Die Berechnung benutzt ((t*)(s*)(q*) (e*)(p*)(f*)(z*))=1 mit g*=1=j* und wir kommen über diese Ausdrücke zu ((t*)(s*)(q*)(e*)(p*)(f*)(z*)(g*)(j*))= 1.

Anwendung auf Baudelaire

Das Schnappschloss (verdorbener-µrb(Natur~Tempel)) besitzt somit die Fracht 1/1 bezüglich der Schiene, die mit “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…” anfängt. Die Erregung in der Verderbnis gefällt Baudelaire, weil sie uns dazu treibt, der beunruhigenden Seite unserer Gefühle zu begegnen. Sappho, die auf einen Jungen eifersüchtig war, hat dies lange zuvor und mit anderen Worten besungen [2]-[660]-[899]- [[1068]] in Index II (Gedichte)">[[1068]]: «Der Mann, der dicht neben dir sitzt und deiner so sanften Stimme zuhört, kommt mir als Ebenbild der Götter vor.

Und er hört diesem bezaubernden Lachen zu, das mein Herz zum Schmelzen in meiner Brust bringt. Sobald ich dich erblicke, bleibe ich wortlos.

Meine Zunge erlahmt, und ein geheimes Feuer gleitet unversehens unter meine Haut. Meine Augen sind leer, mir dröhnen die Ohren.

Ich triefe von Schweiß und erzittere am ganzen Körper. Ich werde grüner als Gras und fühle mich dem Tod nahe…» Baudelaire verstand sich auf zweifelhafte brennende Liebe, aber er beschrieb auch die grausame, kühle Absicht, Liebe zu spenden [[1004]] in Index II (Gedichte)">[[1004]]: «Oh Sterbliche, ich bin schön wie ein steinerner Traum,
Und meine Brust, an der sich jeder abwechselnd verwundet hat
Soll den Dichter zur ewigen, stummen Liebe anregen,
Die der Materie ähnlich ist.»

§214
· Gradiente für vorhandene oder nicht vorhandene Fracht
Theorie

Je nachdem ob ein Schnappschloss durch ein Joch (-#) oder (-µ) bestimmt ist, müssen wir betonen, dass die Berechnung des Ars anders durchgeführt wird. In beiden Fällen ergibt sich die Gradiente, die durch die Fracht multipliziert wird, aus der Winde. Wenn das Joch (-#) ist, wird die Gradiente mit dem Schüttgut gemessen. Wenn das Joch (-µ) ist, wird die Gradiente mit dem Text ohne das Schüttgut gemessen. Für (verdorben-#rb(Natur~Tempel)) wird die Gradiente gebraucht, die der Text von Baudelaire «Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen…» dem Stoß rb(Natur~Tempel) liefert. Diese Glosse rb(Natur~Tempel) verdient in diesem Fall die Gradiente 1. Für den Text “Die Natur ist ein verdorbener Tempel…” geschieht dasselbe mit rb(Natur~Tempel) im Schnappschloss (verdorbener-µrb(Natur~Tempel)).

Anwendung auf Baudelaire

So weit haben wir unsere Beispiele öfter aus dem Anfang und dem Schluss des Gedichts entnommen, obwohl der achte Vers «…Antworten einander Düfte, Farben und Töne» die bekannteste Stelle ist. Es wäre falsch, daraus zu schließen, dass wir die gängigste Deutung des Gedichts ablehnen. Die Ziele unserer Untersuchung waren in erster Linie die Stöße mit Gradiente 1, während rb(répondent~ parfums¹) nur eine Glaubhaftigkeit mit dem Wert ½ bietet. Es war daher nicht so einfach, das Schwergewicht auf die Mitte des Gedichts zu legen.

Methode

Geben wir eine verständliche Erklärung beider Berechnungsprozesse: einerseits ((Fracht) (Gradiente für die Winde mit Schüttgut)) und andererseits ((Fracht)(Gradiente für die Winde ohne Schüttgut)). Es ist leicht zu verstehen, dass es unmöglich scheint, einen günstigen (-#) und einen abträglichen (-µ) Einfluss ähnlich zu behandeln. Im Falle (-#) eines günstigen Einflusses behalten wir die Stelle, auf die der Einfluss ausgeübt wird. Im Falle (-µ) eines abträglichen Einflusses entnehmen wir die Stelle, auf die der Einfluss ausgeübt wird. Wenn wir im Alltag eine ähnliche Berechnung vorfinden, teilen wir fünf Laibe Brot unter zehn Mann, was für jeden einen halben Laib ergibt: (5/10)=½. In unserem Fall ist Teilen zu riskant. Wir müssen zum Beispiel bedenken, dass 100 das Ergebnis von (0,5/0,005) ist. Deshalb verfahren wir anders und multiplizieren durch die Gradiente der Winde für das ersonnene Schriftstück ohne Schüttgut.

§215
· Vergleich der Schnappschlösser
Theorie

Wenden wir uns nun dem Vergleich zwischen den Aren der Schnappschlösser (reich- #rb(verdorben~Weihrauch)) und (sieghaft-#rb(verdorben~Weihrauch)) zu. Für die glatten Keile stoßen wir beim Erfassen möglicher Einflüsse von «reich» und «sieghaft» über rb(verdorben~Weihrauch) auf kein Hindernis. Der Schaffende hat den Inhalt von «verdorben» durch «sieghaft» und «reich» geringfügig geändert. Zur Verdeutlichung werden wir t¹*=1=t²* schreiben. In diesem Ausdruck deuten (¹) und (²) darauf hin, dass es sich jeweils um die Schnappschlösser mit «reich» und «sieghaft» als Schüttgut handelt.

Methode

Die Glaubhaftigkeitsbewertung verlangt vom Ausdeuter eine Stellungnahme zum Sinn des Schriftstücks, gegen den sich der gute Geschmack sträubt. Folglich bietet die Berechnung die Gelegenheit einer eingehenderen Analyse. Außerdem ermöglicht die Berechnung mehrere Gewissheitsgrade wie zum Beispiel 1, ½, ¼, ⅛. So mag sich das Urteil an das Schriftstück anschmiegen, weil die Extreme gemieden werden können.

Anwendung auf Baudelaire

Bis auf den Fall eines gleichen Ars für beide Schnappschlösser wird uns die Berechnung die Möglichkeit geben zu behaupten, dass eines der Schnappschlösser glaubhafter ist als das andere. Aber wir werden nur seltsam eines zu Ungunsten eines anderen begünstigen, da wir beide an verschiedenen Stellen auf eine und dieselbe Glaubhaftigkeitsskala setzen werden. Baudelaire hat die Vorstellungen «sieghaft» und «reich» sorgfältig ins Gleichgewicht gebracht. Intuitiv haben wir von vornherein das Gefühl, das Habsucht die größere Gefahr darstellt, aber bei genauerem Hinsehen ist sie auch ein Triumphwille, so dass der Siegwille allgemeiner zu sein scheint. Denken wir an die Wahl des Achilles, der sich als Sohn einer Unsterblichen zwischen einem langen, fahlen Leben und einem anderen Leben, das sich von Heldentat zu Heldentat verzehrt, entschließen musste [443]. Balzac erdenkt ein Feuer der Leidenschaft, das den Helden, der es trägt, zum schweren Unglück führt. Der Held zersetzt sich wie ein Gefäß, in dem eine heftige chemische Reaktion die Wände angreift [57]-[78]-[91]. Die Lebenskraft, die ihn treibt, verleiht ihm Taumel und Freude, aber er geht im Laufe des Prozesses zu Grunde.

§216
· Grober Keile der verglichenen Einflüsse
Theorie

In Bezug auf dieselben Schnappschlösser (reich-#rb(verdorben~Weihrauch)) und (sieghaft-#rb (verdorben~Weihrauch)) werden wir nach einer Schätzung des groben Keils suchen. Die Vorstellung «sieghaft» scheint wegen der moralischen Idee den Stoß zu stärken, was dazu beiträgt, ihm eine hohe Gradiente zu geben. Im Gegensatz passt «reich» ebenso gut zu «Weihrauch» wie zu einem verdorbenen Mann, weil «Weihrauch» den Nebensinn eines nuancenreichen Dufts erlaubt. Auf diese Weise spielt «reich» in diesem Problem rb(verdorben~Weihrauch) die Rolle eines Mittlers zwischen beiden Spuren. Erreicht der Stoß die Gradiente 1, so eher trotz als wegen des Begriffs «reich». Folglich ist der günstige Einfluss von «reich» geringer als der von «sieghaft». So bietet der grobe Keil die erste Gelegenheit, zwischen beiden Einflüssen einen deutlichen Unterschied auszumachen, was uns dazu bringt, s¹*=2 und s²*=1 zu schreiben.

Methode

Die durch die Bestimmung der Keile herbeigeführte Verwicklung der Berechnung ist zwar bedauerlich, aber unwesentlich im Vergleich zur Lage, wenn wir die Vorstellung des "Möglichen" in unseren Gedankengang einführen würden. Ein Ausdeuter könnte die Meinung vertreten, dass drei Ebenen "richtig", "falsch" und "möglich" für die Erörterungen über Literatur notwendig sind. Leider bringt diese Vorstellung des "Möglichen", die die Grade ½, ¼, ⅛ ersetzen würde, einen schweren Nachteil mit sich [582]-[584]. Wenn "richtig" und "möglich" leicht zu unterscheiden sind, verursachen "falsch" und "unmöglich" unendliches Kopfzerbrechen.

Anwendung auf Baudelaire

Daher ziehen wir eine leichtere Berechnung anhand von "richtig" und "falsch" vor, selbst wenn wir das Muster der Wahrscheinlichkeitsrechnung auch an die Besonderheiten der Deutung von Baudelaires Gedicht anpassen müssen.

§217
· Schärfe 1 überall
Theorie

Das Vorhandensein von Begriffen in der Winde rb(verdorben~Weihrauch), auf die sich der Einfluss von «reich» und «sieghaft» ausübt, führt uns dazu, die Schärfen wie q¹=q¹’=q²=q²’=1=e¹=e¹’=e²=e²’ zu beschreiben, was zu q¹*=e¹*=1=q²*=e²* leitet.

Methode

Jede Bestimmung an sich wirkt so einfach, dass man dazu neigen könnte, den Kindern unsere Berechnung beizubringen. Aber wir müssen auf dieses Vorhaben verzichten, weil die Berechnung zeitweilig Ausdeutungen des untersuchten Schriftstücks erfordert. Dies setzt eine Kenntnis der dazugehörigen Kritik voraus, was wiederum ohne einen Überblick über das Schriftstück unmöglich ist.

Anwendung auf Baudelaire

Der fruchtbare Umgang mit der Sekundärliteratur zu Baudelaire setzt eine gute Kenntnis der Themenüberlieferung durch die Werke verschiedener Jahrhunderte hindurch voraus. Dasselbe gilt für jeden beliebigen Schaffenden, und diese Erkenntnis dient dazu, die Bestandteile und die Stempel richtig zu bewerten. Rousseau schrieb [876]: «In diesem reizenden Tempel,
In den meine Gottergebenheit mich lenkt,
Welche plötzliche Aufregung
Macht mir alle Sinne wertvoll?
Glänzender Rahmen,
Gemälde von geschickten Künstlern,
Göttergeweihte Düfte…»

§218
· Vergleich zwischen Stangen
Theorie

Bezüglich der Schnappschlösser (reich-#rb(verdorben~Weihrauch)) und (sieghaft-#rb(verdorben~ Weihrauch)) ändert die Entnahme von «reich» und «sieghaft» nichts daran, dass die Winde rb(verdorben~ Weihrauch) ein Stoß ist. Folglich haben wir die Stangen p¹=p¹’=1=p²=p²’, die wiederum die gleichen Sternenstangen p¹*=1=p²* rechtfertigen.

Methode

Die damit verbundenen Beziehungen verlangsamen nur zeitweilig die poetische Träumerei um die berühmten Verse, weil die Berechnung nur denjenigen abschrecken wird, der von vornherein beschlossen hat, sich daran nicht zu versuchen.

Anwendung auf Baudelaire

Intuition und Gewohnheit kommen dem berechnenden Geist zur Hilfe, um eine bescheidene Problemglosse von einem Stoß zu unterscheiden. Mit einem Stoß hat die Stange stets den Wert 1. Dies ist der Fall für rb(verdorben~ Weihrauch), der mit der Unterstützung von «sieghaft» die Gradiente 1 zulässt. Dieser Begriff «sieghaft» genügt des Weiteren, um den Wagemut wachzurufen, den die Herrschaft verleiht, weil sie auch Genussmöglichkeiten bietet. Die Lage führt seltener zur Herausforderung gegen die althergebrachten Gewohnheiten. Diese widerspenstige Stimmung bringt manche Unvorsichtige aus der Gesellschaft hervor, und sie werden daher als Verderber der Sittlichkeit betrachtet [[1071]] in Index II (Gedichte)">[[1071]]: «Was wollen uns die Gesetze des Gerechten und Ungerechten?»

§219
· Knaggen und innere Räumlichkeiten
Theorie

Zur Fortsetzung des Vergleichs zwischen dem Ar von (reich-#rb(verdorben~Weihrauch)) und dem von (sieghaft-#rb(verdorben~Weihrauch)) müssen wir die Knaggen und die inneren Räumlichkeiten betrachten. Die Entnahme des Schüttguts kann für beide Schnappschlösser die Begriffe der Winde grammatisch keineswegs trennen. Einerseits bleibt die Sinnkontinuität zwischen «verdorben» und «Weihrauch» unversehrt, weil wir bis zum Schluss des Gedichts nie aus den Augen verlieren, dass der Weihrauch verdorben ist. So nehmen wir z¹=z¹’=1=z²=z²’ an. Andererseits besteht ein offensichtliches Gerüst (verdorben~Weihrauch), weil d(verdorben~Weihrauch) nicht zur Schiene passt: mit oder ohne «reich», mit oder ohne «sieghaft». Folglich schreiben wir f¹=f¹’=1=f²=f²’. Diese zweifach beständige Lage führt zu z¹*=z²*=1=f¹*=f²*.

Methode

Im Falle einer Befragung im Text unterscheiden sich manchmal die Werte von (f) und (z).

Anwendung auf Baudelaire

“Ist der Weihrauch verdorben?” liefert bezüglich rb(verdorben~Weihrauch) z=1 mit f=2. Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass d(verdorben~Weihrauch) wegen der Befragung möglich bleibt. Baudelaire wurde oft beschuldigt, den Leser durch systematische Erwähnung der zerstörenden Mächte der Seele zum Trotz überraschen zu wollen. Nach so vielen Wundern aus der zeitgenössischen Literatur braucht der Leser große Überraschungen. Beim Nachdenken über die Rezension eines Buches betrachtet Sainte-Beuve diese Lage [888]: «In einer Zeit, da wir aller Empfindungen überdrüssig waren, da wir alle gewöhnlichen Möglichkeiten der Beschreibung und der Rührung erschöpft zu haben schienen, kam Hoffmann. Es war die Zeit, in der die breiten Wege der Natur und des Lebens zum Überdruss ausgetreten waren, und in der ganze Schare von Nachahmern in die Fußstapfen der Meister traten und dabei nur erstickende Staubwolken aufwirbelten. Es war die Zeit, in der sich der Glaube durchsetzte, auf dem Gebiet der Kunst alles erforscht zu haben, und dass nichts Besonderes zu entdecken blieb, sondern nur Einzelheiten, die noch verfeinert und überarbeitet werden konnten. Hoffmann bezog an der Grenze des Sichtbaren Stellung und ermittelte am Rande der Wirklichkeit eine unscheinbare, geheimnisvolle Einzelheit. Davon ausgehend hat er uns gelehrt, inmitten seltsamer, ungewohnter Schatten besondere Schattierungen des Tageslichts zu unterscheiden. Es sind feinsinnige Rädchen der menschlichen Schicksale, die wir bisher nur oberflächlich erkundet hatten. Hoffmann zeigt uns davon nur die Rückseite, die für denjenigen, der die Dinge von einem einfachen Gesichtspunkt betrachtet, erschütternd ist. In seinen besten Märchen versteht er es, durch eine fast übernatürliche Kombination allenfalls möglicher Umstände unseren Hang zum Aberglauben zu begünstigen und zu reizen. Er erweist sich in der Tat durch einen unerwarteten Zufall, der uns ergreift, ausgezeichnet und erfinderisch. Da Hoffmann unseren hartnäckigen gesunden Menschenverstand nicht allzu sehr stört, gelingt es uns wohl, uns durch menschliche Mittel klarzumachen, was er uns erzählen will. So schmeicheln wir uns, in jedem Märchen, ohne zu einer außerordentlichen Vermittlung zu greifen, des Pudels Kern zu finden. Damit wir uns aber von dieser prosaïschen, gemeinen Deutung abwenden, bietet uns Hoffmann einen gleichsam verschleierten Lockvogel, so dass etwas in uns unwillkürlich der vernünftigen schmerzhaften Erklärung die geheimnisvolle Lösung vorzieht.»

§220
· Der linke Sternengleitweg
Theorie

Bestimmen wir bezüglich (reich-#rb(verdorben~Weihrauch)) und (sieghaft-#rb(verdorben~ Weihrauch)) die Sternengleitwege g¹* und g²*. Wenn wir einerseits dem Text «reich» entnehmen, bleibt der Gleitweg (g¹’) von rb(verdorben~Weihrauch) unverändert, und (g¹’) gleicht (g¹), was zu G¹*=1 führt. Entnehmen wir andererseits «sieghaft», so erlaubt die Stufe “sittlich verdorben” in ihrer Nähe das Podest “chemisch gespalten”. Folglich haben wir den Gleitweg g²’=2, was G²*=1 ergibt: dies zeigt nämlich, dass das Schüttgut die Winde erst begünstigte. Aus unterschiedlichen Gründen haben wir G¹*=1=G²*. Da g¹*=G¹*t¹*s¹* und t¹*s¹*=(1)(2) schreiben wir einerseits g¹*=(1)(1)(2)=2. Andererseits führen g²*=G²*t²*s²* und t²*s²*=(1)(1) zu g²*=(1)(1)(1)=1. Insgesamt erreichen die untersuchten Werte die Ergebnisse g¹*=2 und g²*=1.

Methode

Zwei Fahnen, die nahe einer Glosse sind und nach ihren Möglichkeiten mehr oder weniger paradoxe Bedeutungen begünstigen, können durch die Keile unterschieden werden.

Anwendung auf Baudelaire

Ohne «sieghaft» hätte rb(verdorben~Weihrauch) eine niedrigere Gradiente als rb(Natur~Tempel). Dies leitet uns dazu, über die Deutlichkeit des betreffenden Begriffs nachzudenken. Was die dichterische Grundbedeutung betrifft, können wir ersinnen, dass jede ausdrucksvolle Körperhaltung für den Schaffenden Waffen ähnlich ist [[1009]] in Index II (Gedichte)">[[1009]]: «…Sie hatte nur ihren klingenden Schmuck an,
Dessen reiche Vielfalt ihr das sieghafte Aussehen gab,
Das die Sklavinen der Mauren in ihren glücklichen Tagen zeigen.

Wenn der Zierrrat im Tanz seinen lebhaften, neckischen Klang wirft,
Entzückt er mich wie eine strahlende, metallene
Und steinerne Welt…» Gelegentlich reicht der Glanz der Haut zur List [[1000]] in Index II (Gedichte)">[[1000]]: «Ich will dir mein holdes Entzücken schildern,
Die verschiedenen Schönheiten, die deine Jugend schmücken.
Ich will deine Pracht malen,
Wo sich die Zartheit eines Kindes mit reifen Reizen paart.»

§221
· Überraschende Beständigkeit
Theorie

In der von den hier beschriebenen beiden Einflüssen betroffenen Glosse rb(verdorben~Weihrauch) bleibt der rechts stehende Begriff auf den ersten Blick außerhalb der Reichweite von jeder einzelnen Fahne «reich» und «sieghaft». Dank dieser Eigenheit können wir j¹=1=j¹’ und j²=1=j²’ schreiben. Der überlieferte Sinn von «Weihrauch» als “pflanzlicher Duft aus dem Morgenland zu religiösen Zwecken” duldet kaum Abweichungen vom Herkömmlichen. Dies gilt mit oder ohne Schüttgut für die zu untersuchenden Schienen. Daher dürfen wir J¹*=J²*=1, j¹*=J¹*t¹*s¹*=(1)(1)(2)=2 und j²*=J²*t²*s²*=(1)(1)(1)=1 annehmen.

Methode

Ein gewisses Wort, das zur Verständigung eines bestimmten Werks wichtig ist, spielt oft eine andere Rolle, wenn eine Änderung eingeführt wird. Es bedürfte einer echten Lehre der Zusammenhänge, um Beziehungen, die wir nur mühsam umreißen, zu ordnen.

Anwendung auf Baudelaire

Da «Weihrauch» als Vorstellung klar umrissen ist, scheint es dem Publikum, dass der Dichter an der Hierarchie der Düfte rüttelt, wie er in anderen Gedichten die Vorstellung der Liebe in Frage stellt [[1053]] in Index II (Gedichte)">[[1053]]: «Was dieses abgrundtiefe Herz bedarf,
Das sind Sie Lady Macbeth, als mächtige, verbrecherische Seele,
Traum des Aischylos in nördlichen Breiten.

Oder das bist du, lange Nacht, Tochter des Michelangelos,
Die du deine den Mündern der Titanen gerecht gemeißelten Reize
In einer seltsamen Haltung friedlich verzerrst.»

§222
· Bilanz zur Fracht
Theorie

Die Fracht wird außer den Ausnahmefällen s¹*=2, s²*=1 anhand von t¹*=1=t²*, q¹*=1=q²*, e¹*=1=e²*, p¹*=1=p²*, f¹*=1=f²*, z¹*=1=z²*, G¹*=G²*=1=J¹*=J²* bestimmt. Die Bilanz aus (reich-#rb(verdorben~ Weihrauch)) ergibt also 1/(s¹*)(G¹*s¹*)(J¹*s¹*)=1/(2)(2)(2)=⅛. Alle Stempel, die sich von s¹*, g¹*, j¹* unterscheiden, haben für dieses Schnappschloss den Wert 1. Was die Fracht von (sieghaft-#rb(verdorben~ Weihrauch)) betrifft, hat sie mit dem einheitlichen Nenner 1 den Wert 1. Vereinfachend werden wir 1/t¹*s¹*q¹*e¹*p¹*f¹*z¹*g¹*j¹*=1/(1)(2)(1)(1)(1)(1)(1)(2)(2)=⅛ und 1/t²*s²*q²*e²*p²*f²*z²*g²*j²*=1/(1)(1)(1)(1)(1)(1) (1)(1)(1)=1 schreiben.

Methode

Da die Gleitwege die Stempel sind, die am wenigsten künstlich und am engsten mit der Bedeutung des Gedichts verbunden sind, scheint es sinnvoll, die Keile für sie in die Berechnung wieder aufzunehmen. Die Keile stellen nämlich zwei Stempel dar, die von der Bedeutung eng abhängen.

Anwendung auf Baudelaire

Der Begriff «reich» lindert den Gegensatz zwischen «Weihrauch» und «verdorben» in rb(verdorben~Weihrauch), indem er das Moralische mit dem Körperlichen vereint. Es gilt also, den Einfluss von «reich» zu überwinden, um die Gradiente 1 zu erreichen. Im Gegenteil treibt «sieghaft» zum Zwist zwischen zwei entgegengesetzten sittlichen Vorstellungen: «Weihrauch» als Darstellung der Skrupel und «verdorben» als Aussehen des Übels. Die Macht der von dem Priester mit dem Weihrauch geworfenen Worte erinnert an den Sieg über den Tod. Dieser Versuch rührt sowohl von der Tradition aus dem Norden als auch von der aus dem Süden her. Nerval gelingt es, beide Traditionen zu vereinen [552]: «…In der Höhle, in der die Sirene schwimmt, habe ich geträumt…

Und den Acheron zweimal sieghaft überquert,
Als ich mit der Leier des Orpheus abwechselnd
Die Seufzer der Heiligen und die Schreie der Elfe abwandelnd gestaltete.»

§223
· Eine gemeinsame Gradiente
Theorie

Befassen wir uns nun mit der Gradiente zur Ermittlung des Ars, das das Produkt der Gradiente und der Fracht ergibt. Da die beiden Schnappschlösser dieselbe Winde rb(verdorben~Weihrauch) teilen, ist nur eine Berechnung der Gradiente erforderlich, die den Wert 1 verdient.

Anwendung auf Baudelaire

Dieser Wert 1 wurde im Absatz 53 ausgiebig erörtert. Wir sind von diesem Paradoxon rb(verdorben~Weihrauch) als Maßstab ausgegangen, weil es im Text einen unleugbaren Sinnanprall darstellt.

Methode

In der Nachahmung der Wahrscheinlichkeitsrechnung sind wir verschiedenen Ratschlägen gefolgt und haben die Rechtfertigung der neuen empirischen Berechnungen immer wieder aufgeschoben. In einem Brief an Eratosthenes hat Archimedes erklärt, wie man einer Untersuchungsperspektive durch Erfahrung folgen kann [18]-[765]: «Da es mir aufgefallen ist, dass du fleißig bist und dass du die philosophischen Fragen hervorragend beherrschst, fand ich es angebracht, mich dir zu eröffnen. Da du die mathematische Untersuchung neuer auftretender Fragen gebührend zu schätzen verstehst, will ich dir…die Eigenschaften einer Methode beschreiben. Sie wird dich ermächtigen, an manche mathematische Vorschläge über die Maschinen heranzugehen. Ich bin sogar davon überzeugt, dass diese Ausrüstung sogar in der Beweisführung genützt werden kann…Es ist nämlich leichter, nach Aneignung von Kenntnissen über die betreffenden Gegenstände eine Beweisführung zu erarbeiten. Diese Methode ermöglicht uns eine fruchtbarere Untersuchung als etwaige Bemühungen ohne vorherige Kenntnisse.»

§224
· Vergleich zwischen den Aren
Theorie

Zur Errechnung des Ars wird die Fracht durch die Gradiente multipliziert. Für das Schnappschloss (reich-#rb(verdorben~Weihrauch)) erreichen wir ((Gradiente¹)(Fracht¹)) oder ((1)(⅛))=⅛. Für (sieghaft-#rb (verdorben~Weihrauch)) handelt es sich um ((Gradiente²)(Fracht²))=((1)(1))=1. Die Glaubhaftigkeit, dass der Schaffende «sieghaft» vorsätzlich gebrauch hat, um rb(verdorben~Weihrauch)) hervorzuheben, ist achtmal höher als die Möglichkeit, dass er «reich» zum selben Zweck gebraucht hätte.

Methode

Oft erfasst der Autor intuitiv den Kern unserer Schlüsse nur verschwommen, oder zeitweilig in dem Augenblick, als er den Text fertig schreibt. Ein unwillkürlicher Prozess liefert ihm im Voraus zahlreiche Bilder um diesen Kern. Aber diese Beobachtung reicht nicht zur Aufhebung unserer Berechnung, denn der Schaffende vermengt in seinem Willen die Bilder über den Sinn des Textes, die aus seinem Geist oder aus der Unterhaltung mit seinen Zeitgenossen entsprungen sind.

Anwendung auf Baudelaire

Im Nebel der Bilder wird der Geist nur flüchtig klar, wie es in der Lust vorkommt [[1110]] in Index II (Gedichte)">[[1110]]: «Wie sehr liebe ich es, geschätzte Unbeschäftigte,
Deines so anmutigen Körpers
Wie ein schillernder Stoff
Die Haut funkeln zu sehen!» Eine lebhafte Überlegung beseelt hundert Vorstellungen [[996]] in Index II (Gedichte)">[[996]]: «Mit ihren wogenden, schimmernden Kleidern
Scheint sie schwebend zu tanzen, wenn sie geht.
Sie sieht jenen langen Schlangen ähnlich, die geweihte Gaukler
Am Ende ihrer Stangen rhythmisch schwingen.»

§225
· Der Einfluss von «andere»
Theorie

Berechnen wir das Ar für (-Und andere-µrb(verdorben~frisch)). Das Schüttgut widersetzt sich einem Merkposten ähnlich der Winde. Da wir (-µ) gebrauchen, lauern wir auf den abträglichen Einfluss des Schüttguts auf die Glosse und verstehen problemlos das Schnappschloss mit seinem glatten Keil t*=1. Außerdem besitzt kein Futter ein Schüttgut, das «-Und andere» überbieten könnte. So schreiben wir s*=1.

Methode

Um im Rahmen der Definition von s* zu bleiben, brauchen wir Futter mit klar unterschiedenen Schüttgütern.

Anwendung auf Baudelaire

Das Schüttgut «andere» weicht nicht genug von «-Und andere» ab, und das Schnappschloss (andere-µrb(verdorben~frisch)) ist daher kein Futter von (-Und andere-µrb(verdorben~ frisch)). Was den Kontrast zwischen den frischen Düften und den «andere[n]» betrifft, können wir uns vorstellen, dass er für Baudelaire nuancenreich ist. Das einzig Wirkliche -der "Natur-Tempel"- mag elementare Düfte erzeugen. Im Laufe der Zeit würden sich diese Düfte kreuzen, was die verdorbenen Düfte und ihre Wirkungen ergäbe. Das Konkrete oder das Übel wäre also nur eine Weiterenwicklung des Einfachen oder des Guten und gleichsam ein verschwommenes Bild des Anfangs. Das Unbedingte würde sich in seiner Ferne erschöpfen, und dazwischen wären manche Wesen mit gemischtem sittlichen Wert. Über das Eins, das keine Verwicklung enthält, schreibt Plotin [788]-[789]: «…wenn wir zu Ihm aufblicken, was unser Zweck und unsere Ruhe ist, klingt unsere Stimme nicht mehr falsch, und wir umtanzen Es in einem hoch erleuchteten Reigen.» Da Plato um seine Vorstellungen der Metaphysik oder der Sternkunde fürchten musste, vertraute er sich wie folgt an [763]: «Ich muss mich dir eröffnen, muss es aber durch ein Rätsel tun, damit dieser Brief im Falle irgendeines Missgeschicks auf der Erde oder auf dem Wasser keinem Dritten zugänglich sein kann. So sieht der Grund aus: um den König des Alls kreisen alle Wesen. Er ist das Ziel aller Dinge und die Ursache jeder Schönheit…»

§226
· q*, e*, p*, f* für ((-und.andere,-µrb(verdorben~frisch))
Theorie

Was (-Und andere-µrb(verdorben~frisch)) betrifft, müssen wir q=q’=1=e=e’ schreiben, da die Spuren mit oder ohne Schüttgut Begriffe bleiben. Folglich nehmen wir q*=1=e* an. Im Text wird keine Schwierigkeit wie die der Winde erwähnt, und die Entnahme des Schüttguts ändert in dieser Hinsicht nichts. Die Folge lautet p=2=p’ und folgerichtig p*=1. Da b(verdorben~frisch) den Text übertritt, erweist sich f=2 als zutreffend. Nach Entnahme von «-Und andere» bleibt “Es sind Düfte frisch…grün wie die Auen(…)verdorben, reich und sieghaft…” übrig. Dieser Ergebnis lässt sowohl rb(verdorben~frisch) als auch rd(verdorben~frisch) zu. So passt f’=2 auch. Letztendlich kommen wir durch diese Beständigkeit zu f*=1.

Methode

Falls b(A~E) in der Treue zur Schiene wesentlich höher liegt als d(A~E), schließen wir, was b(A~E) betrifft, f=1. Geht es darum, die Knagge von b(A~E) zu bestimmen, wobei nur d(A~E) richtig ist, schließen wir f=1 aus, so dass f=2 die einzige übrige Möglichkeit darstellt.

Anwendung auf Baudelaire

Zwischen Verdorbenheit und Frische wandelt Baudelaire den Stil seiner Gedichte ab und beruft sich jedes Mal auf eine Erinnerung oder einen Zwischenfall. In diesem Zusammenhang greift der Dichter gelegentlich auf den einfältigen Ton zurück [[1117]] in Index II (Gedichte)">[[1117]]: «Ich komme mir wie der König eines verregneten Landes vor…» Manchmal klingen seine Worte denen eines verwöhnten Kindes ähnlich, die sorfältig gesammelt wurden. Aber Baudelaire entbehrt darum nie völlig des Erntes [[1113]] in Index II (Gedichte)">[[1113]]: «Unter bescheidenem Rasen schläft sie gut
-Die großherzige Dienerin, die Sie beneideten?
Wir sollten ihr doch Blumen bringen.
Wenn der Oktoberwind um die Grabsteine bläst,
Und die alten Bäume sehnsüchtig ausputzt,
Haben die Toten, die armen Toten viel zu dulden,
Und halten uns oben gewiss für undankbar,
Die wir gemütlich in den Federn liegen…»

§227
· z*, g*, j* für dasselbe Schnappschloss
Theorie

Was die innere Räumlichkeit der Winde von (-Und andere-µrb(verdorben~frisch)) betrifft, nehmen wir z=1 an, weil die Sinnkontinuität “frisch-verdorben” sicher ist: «Es sind Düfte frisch…Und andere verdorben…» Nach Entnahme des Schüttguts «Und andere» lesen wir “…frisch…grün wie die Auen… verdorben, reich und sieghaft…” Die Adjektive “frisch” und “verdorben” weisen hier eine Sinnverbindung auf, die z’=1 zulässt. In beiden Fällen haben wir einen jeweils anderen Merkposten, der zwischen den Vorstellungen eine kraftvolle Beziehung sichert. Der Warner z*=1 ergibt sich aus dem Ausdruck z=1=z’. Die Gleitwege (g) und (j) der Winde rb(verdorben~frisch) erweisen sich wegen des Schüttguts als äußerst negativ, was zu g=2=j in ((g)(j))=4 führt. Nach Entnahme von «Und andere» wird die Problemglosse deutlicher, ohne die Stoßebene zu erreichen, weil die Schiene statt eines Paradoxons eine Art Bestandsaufnahme liefert: “…Düfte frisch…sanft…grün…verdorben, reich…” Des Weiteren lässt sich mit rb(verdorben~Weihrauch) ein Tandem, das rb(verdorben~frisch) nützen würde, nur schwer bilden. Dies liegt daran, dass der Weihrauch nicht als einen frischen Duft gilt. So wird die Winde zu einem harmlosen Problem, das ((g’)(j’))=2 annimmt. Der Begriff “verdorben” verunsichert eine bisher unschädliche Adjektivreihe, was g’=1 rechtfertigt. Also müssen wir j’=2 schreiben, und mit j=2 kommen wir zu J*=1. Auf der anderen Seite müssen wir auf g=2 und g’=1 zurückgreifen, was unterstreicht, dass das Schüttgut der Winde abträglich wirkt. Da unser Schnappschloss ein Joch (-µ) besitzt, lauern wir auf die negativen Einflüsse, was uns zu G*=1 führt.

Methode

Die Entnahme des Schüttguts mag dazu leiten, das Denken des Schaffenden wesentlich zu ändern, aber dies läuft parallel zum Urzustand des Schriftstücks und stellt nur ein Forschungsverfahren dar.

Anwendung auf Baudelaire

Weisen wir darauf hin, dass sogar eine Parodie von dem Muster, von dem sie abgeleitet ist, abhängig bleibt. Dasselbe gilt für eine wagemutige Deutung eines Textes, weil sie sich an eine konkrete Besonderheit des Textes klammern muss. So werden wir uns einbilden, dass das Sonett anfangs eine Waldwanderung schildert, die am Ende in dem Augenblick, wo die Liebeslust zu ihrem Höhepunkt kommt, ländlich wird. Auf ganz andere Weise können wir uns Gläubige vorstellen, die, inmitten der Kirchenlieder, der Glockenspiele und der Kirchenfenster, die Weiden darstellen, von einem religiösen Rausch ergriffen sind. Chateaubriand schrieb [193]: «Mittels der Orgel und des hängenden Erzes…hat der christliche Architekt…den gotischen Kirchen das Dröhnen des Donners und der Winde greifbar gemacht, das die tiefen Wälder erschüttert.»

§228
· Letztendlich das Ar
Theorie

Was das Schnappschloss (-Und andere-µrb(verdorben~frisch)) betrifft, beträgt die Fracht 1 wegen (1/t*(1)s*(1)q*(1)e*(1)p*(1)f*(1)z*(1)G*(1)t*(1)s*(1)J*(1)t*(1)s*(1))=(1/t*(1)s*(1)q*(1)e*(1)p*(1)f*(1)z*(1)g*(1) j*(1)). Dieses Ergebnis ist kaum überraschend, weil das Schüttgut einem Werkzeug ähnelt, das den Inhalt der Glosse rb(verdorben~frisch) schädigt. Es gilt wiederum, die Gradiente der Winde zu errechnen, die das Umgekehrte der allgemeinen Multiplizierung der Bestandteile nach Entnahme des Schüttguts darstellt. Die Bestandteile belaufen auf: q’=1=e’; p’=2=f’; z’=1=g’; j’=2. Das numerische Produkt ((q’)(e’)(p’)(f’)(z’)(g’)(j’)) erreicht also ((1)(1)(2)(2)(1)(1)(2))=8, was zu einer Gradiente h’=⅛ führt. Daraus können wir die Folge (((Fracht)(Gradiente))=((1)(⅛))=⅛=Ar) ableiten, die nahe am Bedeutungslosen liegt.

Methode

Für ein Schnappschloss mit -#rd hätten sich die Dinge anders verhalten. In diesem Fall hätten wir (h) durch die Fracht multipliziert, während wir hier den Einfluss nach einem geänderten Text geschätzt haben.

Anwendung auf Baudelaire

Nun wird die Verdorbenheit ohne Gegensatzzeichen nach der Frische erwähnt, und das scheint dem Dichter nur teilweise untreu, denn Baudelaire setzt voraus, dass wir zu einer bisher unerkannten Tiefe gelangen, wenn wir ins Übel gleiten und uns sofort nach der verlorenen Unschuld sehnen [[1107]] in Index II (Gedichte)">[[1107]]: «Engel voller Freude kennen Sie die Angst,
Die Scham, die Gewissensbisse, die Seufzer, den Ärger?
Kennen Sie die Schrecken jener langen Nächte,
Die das Herz einem zerknitterten Blatt Papier ähnlich bedrücken?» Hier eröffnet die Sehnsucht einen Bereich der Illusion, was Balzac mit folgenden Worten beschreibt [59]: «…sie war ihm schlank und zierlich, ätherisch wie eine Schwalbe vorgekommen. Die berauschende Sänfte ihres Blickes, die zarte, seidene Beschaffenheit ihrer Haut, unter der er das Blut illusorisch hatte fließen sehen…er konnte sich an alles erinnern…»

§229
· Zwei Schnappschlösser mit -µ
Theorie

Untersuchen wir eine Schiene, die wie folgt anfängt: “La grande Nature est un temple…” (Die weite Natur ist ein Tempel…) Davon ausgehend versuchen wir einen Vergleich zwischen (grande-µrb(N~temple)) (weite-/-N-Tempel)) und (corrompus-µrb(frais~parfums²)) (verdorben-/-frisch-Düfte²), die sich auf “parfums” (Düfte) im neunten Vers stützen. Da beide Schnappschlösser unrealistisch scheinen, schreiben wir t¹*=2=t²*. Einerseits kann “grande” (weite) die aus der Verbindung “N-temple” (N-Tempel) stammenden theologischen Probleme kaum schädigen. Diese Frage bezüglich rb(N~Nature) wäre nicht so akut gewesen. Andererseits stellt “corrompus” (verdorben) das Verhältnis frais-parfums (frisch-Düfte) kaum in Frage, da die beiden Duftarten “frais” und “corrompus” ("frisch" und "verdorben") leicht gleichzeitig existieren.

Methode

Die Keile haben zum Zweck, die untragbaren Deutungen zu beseitigen. Das Kunststück ähnelt den Schärfen, die zur Behandlung der Stifte in Anspruch genommen wurden. In jedem Fall wird die Unwahrscheinlichkeit der Verbindung zwischen zwei Vorstellungen ein Grund, die Glaubhaftigkeitsmessung durch zwei zu teilen.

Anwendung auf Baudelaire

Wir müssen uns merken, dass die theologischen Überlieferungen so vielseitig sind, dass ein Dichter nur zu wählen braucht. In dieser Hinsicht kann der großgeschriebene Anfangsbuchstabe N (auf Französisch überflüssig) andeuten, dass «Nature» eine Frau darstellt. Des Weiteren ist das Wort «Nature» grammatisch auch weiblich. Da im Gedicht betont wird, dass es verdorbene Düfte gibt, fällt es leicht, beide Themen zu verbinden. Diese Denkweise lässt sich bei Hesiod leicht finden [435]: «Aus Lehm gestaltete auf Befehl des Kroniden der berühmte Hinkende ein Wesen, das einer keuschen Jungfrau ähnlich sah…Auf diese Weise schuf Zeus statt eines Guten ein so schönes Übel. Er nahm dieses Werk mit, wo die Götter und die Menschen versammelt waren. Dieses schöne Werk war außerdem von der Tochter des starken Gottes, der Jungfrau mit blaugrünen Augen wunderbar geschmückt. Die unsterblichen Götter und die sterblichen Menschen waren angesichts dessen, was in Wirklichkeit eine tiefe, ausweglose Falle, die für die Menschen bestimmt war, endlos begeistert.»

§230
· Zwei grobe Keile mit -µ
Theorie

Was den groben Keil von (grande-µrb(N~temple)) (weite-/-N-Tempel) betrifft, scheint “La” (Die) in “La grande Nature est un temple…” (Die weite Natur ist ein Tempel…) nachträglicher bezüglich rb(N~temple) (N-Tempel) als “weit”, was zu s¹*=2 führt. Wenn “Nature” der Name einer Göttin wäre, die in einem Tempel geehrt würde, wäre der Artikel “La” (Die) vor ihrem Namen überflüssig. Was das zweite Schnappschloss (corrompus-µrb(frais~parfums²)) (verdorben-/-frisch-Düfte²) betrifft, schreiben wir s²*=1, weil das Futter (autres-µrb(frais~parfums²)) (andere-/-frisch~Düfte²) nicht glaubhafter scheint als der untersuchte Einfluss.

Methode

Während die Spuren oder die Fahnen von beiden Schnappschlössern ungleich sind, können wir dank der Schüttgüter auf überraschende Weise die Glaubhaftigkeit der Einflüsse vergleichen.

Anwendung auf Baudelaire

Indem er auf die tausend Federn seiner Einbildungskraft drückt, kann der Schaffende in seinem Text das Gleichgewicht der poetischen Bilder schnell herstellen. Im Gegensatz weiß der Ausdeuter wenig von dem Geist des Schaffenden und hat nur den leichten Vorteil des methodischen Nachdrucks, um die verschiedenen Sinnmöglichkeiten auszusondern. Was Baudelaire betrifft, profitiert die Kritik von dem bekannten Hang des Dichters zum Paradoxon. Es ist hier interessant, eine Erinnerung eines ehemaligen Mitschülers von Baudelaire anzuführen, der möglicherweise unter dem Ansporn der Eifersucht schrieb [913]: «Für mich und viele unserer Mitschüler war er ein umgekrempelter Hirn.» Claude Pichois zeigt seinen Lesern, wie man die wechselvolle Wirklichkeit eines Dichters erfassen konnte, der an der revolutionären Bewegung von 1848 teilnahm und sich der gängigsten Vorstellung des Fortschritts widersetzte. In dieser gewöhnlichen Vorstellung des Fortschritts sah Baudelaire den Einfluss einer Verdorbenheit, die weit akuter war als der der sinnlichen Verderbnis. Claude Pichois schreibt [276]-[627]: «Bis auf Nerval übertrifft Baudelaire als neuer Polyphil in seinem Wankelmut jeden Autor.» Barbey, dem sich der Dichter eine Zeitlang nahe fühlte, fürchtete sich vor einer Zeit, die [95]: «…sich vorgenommen hat, jedes Brachland oder Dickicht von der Natur und der menschlichen Seele zu beseitigen.» Diese negative Tendenz stößt jedoch gegen eine innere Grenze des Willens [97]: «…lange wird die Einbildungskraft die mächtigste Wirklichkeit im Leben der Menschen bleiben.»

§231
· Linke Sternenschärfe
Theorie

Die linken Sternenschärfen von (grande-µrb(N~temple)) (weite-/-N-Tempel) und (corrompus-µrb(frais ~parfums²)) (verdorben-/-frisch-Düfte²) werden q¹* und q²* genannt. Durch “grande” (weite), das es verdeutlicht, gewinnt das N ohne jeden Einfluss eines Stoßes einen Wert q¹=1. Nach Entnahme des Schüttguts finden wir q¹’=2, was für das Joch (-µ), das einen negativen Einfluss suchen lässt, zwangsweise zu q¹*=2 führt, weil die Steigerung eindeutig zeigt, wie “grande” (weite) die Winde begünstigt. Da “corrompus” (verdorben) ein Begriff ist, leitet die Entnahme des Schüttguts zu keiner Änderung der Schärfe, was das andere Schnappschloss betrifft. Folgerichtig nehmen wir q²=1=q²’ und letztendlich q²*=1 an.

Methode

Es fällt schwer zu begreifen, was im Wege steht, eine Stelle unter dem Einfluss eines Schüttguts als Problem erscheinen zu lassen. In den Fällen von q*, e*, f*, z* verschwindet diese Schwierigkeit fast gänzlich, weil es eher auf die Form als auf den Inhalt des Schriftstücks ankommt.

Anwendung auf Baudelaire

Gehen wir dem Baudelaireschen Denken jedoch auf den Grund, um das Verhältnis zwischen Geruch, Gesicht und Gehör zu erfassen, so laufen wir Gefahr, uns in der vom Autor erwünschten Bedeutung zu irren. Am besten wenden wir uns dem gewöhnlichen Denken des Publikums zu, da der Schaffende bemüht ist, sich vorzustellen, was das Publikum eigentlich denkt, um ihm neue Ideen ahnen zu lassen. Die zeitgenössischen Autoren bringen dem Ausleger bei, sich mit dem betreffenden Publikum indirekt vertraut zu machen. Murger schreibt zum Beispiel eine zweizeilige Einladung zu einem freundlichen Fest [544]: «Um halb neun Uhr wird Herr Alexandre Schaunard, als vornehmer Virtuose, die nachahmende Sinfonie mit dem Titel "Einfluss der Blaufarbe auf die Künste" am Klavier spielen.» Da ein anderer Dialog in dem Tempel stattfindet, erwähnen wir diese Stelle bei Stendhal [941]: «Die über jeden Verdacht erhabene Tugend der Frau Bonnivet entzog sich jeder Art von Verleumdung. Ihre Einbildungskraft beschäftigte sich nur mit Gott und den Engeln, oder höchstens mit gewissen Genien, die in der Hierarchie der Wesen zwischen Gott und den Menschen ihren Platz haben und die…nicht weit über unseren Köpfen schweben. Von diesem erhabenen und zugleich nahen Standpunkt aus "elektrisieren sie unsere Seelen"…»

§232
· Rechte Sternenschärfe
Theorie

Die rechten Sternenschärfen e¹* und e²* beziehen sich im ersten Fall auf «temple» (Tempel) für (grande-µrb(N~temple)) (weite-/-N-Tempel) und auf «parfums» (Düfte) im Fall (corrompus-µrb(frais~ parfums²)) (verdorben-/-frisch-Düfte²). Unweigerlich müssen wir e¹=1=e¹’ und e²=1=e²’ schreiben, weil die Begriffe nach Entnahme des Schüttguts als solche erhalten bleiben. Da wir hier Bestandteile haben, die sich mit oder ohne Schüttgut unverändert zeigen, nehmen die Sternenschärfen e¹* und e²* den Wert 1 an.

Methode

Unter den Warnern entziehen sich nur g* und j* der Regel, dass die Beständigkeit der in Frage kommenden Größe ihnen den Wert 1 verleiht. Dies liegt daran, dass die Keile t* und s* durch ihre Einbeziehung in die Berechnung die Dinge schwieriger machen. Dagegen erreichen G* und J* den Wert 1 wenn g’=g und j’=j. Die Verwicklung tritt auf, wenn t*s*=2, t*s*=4 ihren Einfluss auf g*=G*t*s* und j*=J*t*s* ausüben.

Anwendung auf Baudelaire

Wir müssen zugeben, dass wir dieses Kunststück der Berechnung nicht durch und durch rechtfertigen können und dass wir darauf nur empirisch zurückgreifen, um den Erscheinungen zu folgen. Eine weitere Unbequemlichkeit, an der der Leser leiden mag, betrifft insbesondere den Literaturhistoriker, den Gelehrten und den Kenner. Mit den Urschriften haben wir nämlich keinerlei Erfahrung. Wir haben die Originale nie untersucht und wir nehmen nur als Liebhaber von „Entsprechungen“ Stellung. Es gehört aber zu einer willkommenen Arbeitsverteilung, dass einer sich mit den ehrwürdigen Akten der Bibliotheken gescheit erfasst, um das Manuskript einer Ausgabe fertig zu stellen, während der andere sich auf die somit eingereichte Arbeit verlässt, um ein neues Erklärungsverfahren zu entwickeln.

§233
· Stangen, Knaggen, Räumlichkeiten
Theorie

Mangels einer Änderung der Bestandteile nach Entnahme des Schüttguts lässt die Sternenstange jedes einzelnen Schnappschlosses mit p¹’=p¹ und p²’=p² den Wert 1 zu. Es wird keines der Probleme zum Stoß, und der Autor warnt vor keinem. So erreichen wir p¹=2=p¹’, p²=2=p²’ und schließen p¹*=1=p²*. In “La grande Nature est un temple…” (Die weite Natur ist ein Tempel…) scheint die Beziehung “N-Nature” mit oder ohne “grande” (weite) so eng, dass kein Zweifel daran besteht. So können wir für (grande- µrb(N~temple)) (weite-/-N-Tempel) f¹=1=f¹’ schreiben. Dank dieser Beständigkeit nehmen wir f¹*=1 an. Wir sehen die Dinge ähnlich im Fall (corrompus-µrb(frais~parfums²)) (verdorben-/-frisch-Düfte²), weil die beiden Spuren mit oder ohne Schüttgut eine kräftige Verbindung zeigen. Da f²=1=f²’ daher notwendig ist, schließen wir f²*=1. Die Sterneninnerräumlichkeiten profitieren von den soeben besprochenen engen Beziehungen zwischen den Begriffen, was uns erlaubt, 1=f¹=f¹’=f²=f²’ dann 1=z¹=z¹’=z²=z²’ und letztendlich z¹*=1=z²* zu schreiben.

Methode

Die für z=1 erforderliche Sinnkontinuität bleibt niedriger als der logische Kontakt, der durch f=1 zum Ausdruck kommt. Wenn f=1, so ist z=1 folglich gerechtfertigt. Das Umgekehrte gilt nicht, und dies wird anhand des Beispiels “hat er geschlafen” sichtbar. Für b(er~geschlafen) haben wir zwar z=1, dafür jedoch nur f=2, weil d(er~geschlafen) sowie b(er~geschlafen) jeweils von “hat er geschlafen” abgeleitet werden können. Die Verbindung “er-geschlafen” reicht für die Sinnkontinuität, aber hat nicht genug Kraft, um d(er~geschlafen) logisch zu verbieten.

Anwendung auf Baudelaire

Da der Sinn von N zum Begriff “Nature” gehört, wäre d(N~Nature) eine völlig untreue Beschreibung von “La grande Nature est un temple…” (Die weite Natur ist ein Tempel…) Also müssen wir nur b(N~temple) schreiben, was f¹=1 erlaubt. Auf ähnliche Weise schließt «Es sind Düfte frisch…» d(frisch~Düfte²) aus, was f²=1 notwendig macht. Die Wirklichkeit, die die menschliche Kultur einschließt, erinnert an diese Zeilen von Chateaubriand, der sie als ebenso heilig wie gefährlich beschreibt [189]: «Das altertümliche, lachende Italien bot mir seine unzähligen Meisterwerke an. Mit was für einen dichterischen und heiligen Schreck irrte ich durch diese weiten Gebäude, die durch die Künste der Religion geweiht wurden! Welch Säulenlabyrinth! Welche Folge von Bögen und Gewölben… Eines Tages stand ich auf dem Gipfel des Ätna, dieses Vulkans, der inmitten einer Insel tätig ist. Ich sah, wie die Sonne in der unendlichen Weite unterhalb von mir aufging. Zu meinen Füßen schien Sizilien einem Punkt ähnlich zusammen geschrumpft, und das Meer breitete sich in der Ferne aus. Aus dieser senkrechten Sicht der Landschaft kamen mir die Flüsse nur noch wie irdische Linien auf einer Landkarte vor. Während mein Blick dieses Schauspiel einerseits wahrnahm, tauchte er andererseits in den Krater des Ätna, dessen Eingeweide zwischen den Hauchen eines dunklen Rauches loderte…so hatte ich mein Leben lang einerseits eine zugleich grenzenlose und unvernehmbare Schöpfung vor Augen und andererseits einen an meinen Seiten klaffenden Abgrund.»

§234
· Verglichene Sternengleitwege
Theorie

Bestimmen wir nun die Sternengleitwege g¹*, j¹*, g²*, j²* der Schnappschlösser (grande-µrb(N~ temple)) (weite-/-N-Tempel) und (corrompus-µrb(frais~parfums²)) (verdorben-/-frisch-Düfte²). Die numerischen Produkte ((g¹)(j¹)) und ((g²)(j²)) haben den Wert 2 oder 4, weil die Winden keine Stöße sind. Da uns nicht klar ist, warum der Autor das N großgeschrieben hat, genügt dies vollauf, um an dieser Stelle eine Problemglosse zu rechtfertigen. Daraus folgern wir bezüglich rb(N~temple) die Gleitwege ((g¹)(j¹))=2. Wir geben dem Gleitweg, der sich auf das N bezieht, den Wert 1, weil das N (auf Französisch überflüssig) problematisch ist. Auf diese Weise erreichen wir ((g¹)(j¹))=((1)(2))=2. Da die Entnahme von “grande” (weite) in diesem Punkt nichts ändert, nehmen wir ((g¹’)(j¹’))=((g¹)(j¹))=((1)(2))=2 an. So gelangen wir zu G¹*=1=J¹* und mit t¹*=2=s¹* erreichen wir G¹*t¹*s¹*J¹*t¹*s¹*=(1)(2)(2)(1)(2)(2)=(4)(4)=16=g¹*j¹*. Was nun (g²) und (j²) betrifft, für rb(frais~parfums²) drücken sie die äußerste Schwäche dieser Glosse aus. Wir begreifen nicht richtig, warum der Gedanke daran uns stören sollte, dass ein Duft frisch erscheint, während ein anderer Duft zum Übel leitet. Wir geben das numerische Ergebnis durch ((g²)(j²))=((2)(2))=4. Die Entnahme des Schüttguts steht keineswegs im Wege, was ((g²’)(j²’))=((g²)(j²))=((2)(2))=4 liefert. Da die Ergebnisse beständig sind, kommen wir zum Schluss G²*=1=J²*. Nun müssen wir jeden einzelnen Sternenvorgleitweg, durch t²*s²* multiplizieren. Für das zweite Schnappschloss führt dieses Ergebnis mit t²*s²*=(2)(1) zur Glaubhaftigkeitsmessung G²*t²*s²*J²*t²*s²*=(1)(2)(1)(1)(2)(1)=(2)(2)=4=g²*j²*.

Methode

Die Nietung zwingt uns, nur die Werte unter 1/16 ins Bedeutungslose abzulegen.

Anwendung auf Baudelaire

Die durch das N vermeintlich bewirkte Personifizierung der Natur muss näher betrachtet werden. Die Natur wird oft durch eine tierische Gestalt symbolisiert, und viele Tiere sind abwechselnd seltsam, sanft, ruhig und schrecklich. Da Toussenel Baudelaire eines seiner Werke geschenkt hatte, erhielt er kurze Zeit darauf folgende Antwort [640]: «Es sind Worte, die denen der großen Meister ähneln, zum Beispiel: "Jedes Tier ist ein Sphinx"…» Frau von Stael schrieb [939]: «Wie kann man die Tiere betrachten, ohne sich in die Verwunderung zu vertiefen, die ihr geheimnisvolles Dasein hervorruft? Ein Dichter bezeichnete sie als "die Träume der Natur, die beim Erwachen den Menschen erzeugt hat." Wozu wurden die Tiere geschaffen? Was bedeutet ihr Blick, der durch eine dunkle Wolke, hinter der sich ein Gedanke verschwommen gestaltet, überschattet zu sein scheint? Welches ist ihr Verhältnis zu uns?» In seiner Bewunderung eines weiblichen Körpers benutzt Baudelaire einen gegensätzlichen Gedankengang [[1111]] in Index II (Gedichte)">[[1111]]: «Unter der Bürde deiner Faulheit
Wiegt dein Kinderhaupt
Hin und her mit der Sanftheit
Eines jungen Elefanten…» An anderer Stelle schreibt der Dichter [[1003]] in Index II (Gedichte)">[[1003]]: «Deine Arme, die den jugendlichen Herkules zum besten hätten,
Ähneln den glänzenden und kräftigen Boas.
Sie haben zum Zweck, dir deinen Buhlen,
Ins Herz zu drücken.»

§235
· Bedeutungslose Are
Theorie

Was (grande-µrb(N~temple)) (weite-/-N-Tempel) betrifft, führen die Messungen zum numerischen Produkt zwischen Keilen und Warnern t¹*s¹*q¹*e¹*p¹*f¹*z¹*g¹*j¹*=(2)(2)(2)(1)(1)(1)(1)(4)(4)=128, und dieses Ergebnis leitet zur Fracht 1/128. Andererseits zeigt sich die Fracht 1/t²*s²*q²*e²*p²*f²*z²*g²*j²*=1/(2)(1)(1)(1) (1)(1)(1)(2)(2)=⅛ für (corrompus-µrb(frais~parfums²)) (verdorben-/-frisch-Düfte²). Es hat keinen Zweck, die Gradiente (h¹’) von rb(N~temple) zu berechnen, da bereits bekannt ist, dass 1/128 unterhalb der Schwelle 1/16 der Nietung liegt. Anders verhalten sich die Dinge für rb(frais~parfums²) (frisch-Düfte²), denn (⅛) ist nicht bedeutungslos. Leider hat die Gradiente 1/q²’e²’p²’f²’z²’g²’j²’ wegen ((p²’)(g²’)(j²’)) nur den Wert (⅛), weil die behandelte Frage innerhalb der Schiene illusorisch scheint. Da das Schüttgut hier keine Rolle spielt, schreiben wir h²=h²’. Dank der Begriffe nehmen wir q²’=1=e²’ an. Das Schweigen des Textes über das Vorhandensein irgendeines Problems rechtfertigt p²’=2. Die Kraft der grammatischen Bindung erlaubt f²’=1= z²’. Die Gradiente ⅛ geht auf das Ar ((⅛)(⅛))=1/64 hinaus, was ein Wert unter 1/16 ist. Folglich verdient keines der beiden errechneten Are unsere Aufmerksamkeit.

Methode

Zu einer solchen Auseinandersetzung wird alles auf die Keile und die Gradiente konzentriert.

Anwendung auf Baudelaire

Die anfängliche Intuition und die Berechnung treiben den Ausleger dazu, sich mit manchen Einzelheiten des Gedichts, die oft vernachlässigt werden, zu beschäftigen. Eine Lupe gibt dem Naturfreund sonst ungreifbare Einzelheiten über Insekten und Pflanzen, aber der Umgang mit der Lupe ändert die Einstellung des Beobachters, der die Dinge nach und nach auch ohne Lupe mit anderen Augen sieht.

§236
· Neues Schnappschloss
Theorie

Untersuchen wir das Schnappschloss (wie die-µrb(Düfte²~Haut)). Intuitiv ist die Rolle von «wie die» leicht zu begreifen, denn dieses Hilfsmittel schwächt die Kontraste. Also schreiben wir t*=1. Der grobe Keil wird mit gleichem Gewissensgrad bestimmt, denn wir werden Fahnen, die die Winde mehr schädigen würden, vergeblich suchen können. Folgerichtig nehmen wir s*=1 an. Nach Entnahme des Schüttguts bleiben die Schärfen unverändert. Ohne «wie die» bleiben die Spuren nämlich Begriffe. Daraus erhalten wir q*=1=e*.

Anwendung auf Baudelaire

Die Pflanzen, die uns zarte Geruchsempfindungen geben, eröffnen uns die Sanftheit der Sinnlichkeit. Der Dichter hat sich eingebildet, dass die Wirklichkeit ihn in der Gestalt eines weiblichen Gartens veralberte [[984]] in Index II (Gedichte)">[[984]]: «Und der Frühling und das Grün
Haben mein Herz derart gedemütigt,
Dass ich an einer Blume
Für die Frechheit der Natur Rache genommen habe.

So möchte ich eines Nachts,
Als die Stunde der Sinnenfreude schlägt,
Zu den Schätzen deiner leiblichen Reize
Wie ein Feigling lautlos kriechen…» Der Autor fußte auf seiner Phantasie und ersann eine Perspektive, die sich im Laufe seines Lebens nur in den Einzelheiten ändert. Er baut sich selbst ab wie ein Steinbruch mit vielfältigen Schichten. Gelegentlich gräbt er sogar Erinnerungen seiner Schulzeit und seiner dichterischen Anfänge aus [619]- [636]-[649]-[650].

Methode

Das hier untersuchte Schnappschloss ähnelt einem vorher erwähnten. In unserer Nachahmung der Wahrscheinlichkeitsrechnung nützt es uns, auf dieselben Fahnen immer wieder zurückzukommen. Der Zufall besteht aus der Kombination von Ereignissen, die ihre allgemeine Tendenz erst in großen Zahlen zeigen. Also scheint er größer, wenn diese Tendenz schwer zu erkennen ist. Für „Entsprechungen“ vernebelt die Wolke aus winzigen Gelegenheiten, das Gedicht falsch aufzufassen, den Hauptsinn. Daher müssen wir auf jede deutlich gekennzeichnete Zeile hartnäckig zurückkommen. Die Ideen zum Text mögen gut oder schlecht sein und durch ihre große Zahl den Ausdeuter überfordern. In dieser Menge tragen die Gedankenbilder, die die ursprünglichen Ideen des Autors ausdrücken, den Hauptsinn. Im Gegensatz spielen die wertlosen Ersinnungen die Rolle der Ungereimtheiten, von denen Abstand zu nehmen ist [217]. Für jede Stelle des Gedichts variieren wir die Blickwinkel, um das Gedankenbild, das uns die Möglichkeit gäbe, mehrere numerische Ergebnisse zusammenzufassen, nicht zu vernachlässigen. Die besten Vorstellungen kommen immer wieder, wenn wir die Einflüsse zwischen eng verbundenen Bildern des Sonetts untersuchen. Sind wir auf der richtigen Fährte, so können wir solche Bilder als Maßstab nützen und die zu verwerfenden Vorstellungen mit einem ordentlichen Kunststück schnell loswerden.

§237
· Sternenstange 1 mit -µ
Theorie

Wenn wir «wie die» aus dem Text entnehmen, vollzieht sich eine wesentliche Änderung. Durch Entnahme dieses Schüttguts des Schnappschlosses (wie die-µrb(Düfte²~Haut)) kommt es sofort zu einem Stoß, der die bescheidene Problemglosse ersetzt. Die Schiene wird zu “Es sind Düfte frisch: Haut von Kindern…” Die Kralle besteht aus “:”. Wir können auch mit einer Kralle, die nur aus einem Komma besteht, “Es sind Düfte frisch, Haut von Kindern…” schreiben. Schließlich kommen wir zu “Es sind Düfte frisch Haut von Kindern…” ohne jede Kralle. In diesen drei Varianten der Schiene haben wir bezüglich rb(Düfte²~Haut) die Stange p’=1, weil jeder Stoß eine Stange dieser Art besitzt. Wir gehen mit einer bescheidenen Problemglosse rb(Düfte²~Haut) aus, die p=2 verdient. Dieses Problem stützt sich auf keinerlei Elemente im Zusammenhang, die den Leser vor einem klar umrissenen Hindernis zu einer bestimmten Bedeutung vorwarnen könnten. Wir schließen, dass das Schüttgut die Winde benachteiligt, weil p=2 zu p’=1 wird, sobald die Begriffe «wie die» fehlen. Da das Schnappschloss jedoch ein Joch (-µ) aufweist, nimmt der betreffende Einfluss den erwünschten Charakter an, so dass p*=1 gerechtfertigt wird.

Methode

Die Stange genügt, um einen Kanal einer ausführlichen Spannung, die kein Stoß ist, auf ein niedriges numerisches Ergebnis herabzusetzen. Das zeigt die wichtige Rolle der Stange zur Gradientenberechnung.

Anwendung auf Baudelaire

Die hier ersonnene Schiene überrascht den Geist durch die Spezifität der Vorstellung "Duft-Haut". Im Urtext begnügt sich Baudelaire damit, sich dieser Parallele zu nähern, indem er «wie die» benutzt, was die Hindernisse schwächt. Frau von Stael schrieb [934]: «In jeder Pflanze, in jeder Blume ist das ganze System des Alls enthalten. Ein Augenblick im Leben hortet die Ewigkeit. Das winzigste Atom ist eine Welt, und die Welt könnte nicht mehr als ein Atom sein. Jeder Bruchteil des Alls ähnelt einem Spiegel, in dem die gesamte Schöpfung zu erkennen ist. Wir wissen nicht, was am bewundernswertesten ist, die gleich bleibende Absicht, oder die immer wechselnde Gestalt.»

§238
· Knaggen und Räumlichkeiten
Theorie

Bestimmen wir die Stempel f* und z* von (wie die-µrb(Düfte²~Haut)). Setzen wir am Anfang eine Knagge mit dem Wert 2, weil b(Düfte²~Haut) und d(Düfte²~Haut) gleichwertig erscheinen. Im Gedicht ist «Düfte» nämlich durch «frisch wie die» von «Haut» getrennt. Aber «wie die» kann verschiedentlich gedeutet werden. Entweder müssen «Düfte» und «Haut» verbunden, oder getrennt werden. Wenn wir von einer künstlichen Blume reden, behaupten wir, dass es zugleich eine und keine Blume ist. Auf ähnliche Weise gibt es hier keinen Merkposten, der d(Düfte²~Haut) oder b(Düfte²~Haut) ausschließt. Folgerichtig schreiben wir f=2. Entnehmen wir «wie die» aus dem achten Vers, folgt eine Umwälzung, die nur zu b(Düfte²~Haut) führen kann, was f’=1 rechtfertigt. Da f’=1 auf f=2 folgt, wird eindeutig bewiesen, dass das Schüttgut «wie die» rb(Düfte²~Haut) schädigt. Die Glaubhaftigkeit der Glosse wird gesteigert, wenn das Schüttgut zurückgenommen wird. Wir müssen den ungünstigen Charakter von «wie die» untersuchen, weil das Joch (-µ) gebraucht wird, was zur Sternenknagge f*=1 leitet. Die innere Räumlichkeit von rb(Düfte²~Haut ) verdient wegen der Sinnkontinuität den Wert 1. Dieser Ausgangswert z=1 setzt sich nach Entnahme der Begriffe «wie die» als z’=1 fort, da nun von der Vorstellung einer Verschmelzung "Duft-Haut" die Rede ist. Diese numerische Beständigkeit führt zu z*=1.

Methode

Für eine neue Schiene müssten wir in aller Strenge betonen, dass eine neue Glosse aufkommt, aber es ist bequem, insbesondere wenn die Bestandteile sich wenig ändern, von "einer und derselben" Winde zunächst mit und dann ohne Schüttgut zu sprechen, die zuerst z=1 und dann z’=1 liefert.

Anwendung auf Baudelaire

Ohne ins Einzelne zu gehen, bezeichnen wir die Assoziation zwischen Düften und Farben derselben Haut als eine “Synästhesie” [666]. Es handelt sich um eine Empfindung, die zum Bereich der “horizontalen Entsprechungen” gehört, oder um Verschmelzungen der Gefühle zwischen irdischen Dingen, während die “vertikalen Entsprechungen” die himmlischen Dinge betreffen, die [666]«…den Menschen Gott zuwenden…» So schreibt Claude Pichois, der mit diesen Worten den Geist einer überlieferten Tradition zusammenfasst. Eine andere Tradition kommt ergänzend hinzu, und wir werden zur Erläuterung Louis Ménard zitieren, der mit dem jungen Baudelaire zum selben Kreis gehörte [624]: «Die moderne Wissenschaft, […] die die elementare Naturtätigkeit durch die Verwandtschaft zu erklären gedenkt und dabei Gefahr läuft, Wörter und Tatsachen zu verwechseln, wendet sich abschätzig von der Antike ab. Die Griechen erträumten sich auf jeder Eiche der Dodona eine Dryade und in jeder Woge eine Ozeanide. Dabei hehlen die altertümlichen Gedanken eine bessere Vorstellung des allgemeinen Lebens. Die altertümlichen Vorstellungen haben des Weiteren unseren leblosen Schemata gegenüber den Vorteil, den Malern und den Bildhauern Muster zu liefern. Wo wir Kräfte und Prinzipien erkennen, sahen die Völker der Antike Götter. Was wir als Anziehungskraft bezeichnen, nannten sie Venus. Es geht hier um Wörter, wobei keines deutlicher als das andere ist. Je nach der unterschiedlichen Formulierung derselben Gedanken entstehen entweder physikalische Gesetze oder Kunstwerke. Es ziemt sich, glaube ich, sowohl Newtons als auch Phidias’ Meinung zu teilen.» Eine ähnliche Denkweise desselben sonderbaren Autors kommt in folgenden Versen zum Ausdruck [625]: «Der ideelle Tempel als Ziel meiner Gebete
Ehrt alle Götter, die die Welt gekannt hat.»

§239
· Sternengleitwege mit -µ
Theorie

Ermitteln wir die Werte g* und j* von (wie die-µrb(Düfte²~Haut)). Wir müssen mit den Sternengleitwegen G* und J* anfangen. Dann multiplizieren wir jedes durch t*s*. Im Text rechtfertigt für rb(Düfte²~Haut) nichts, ein Stoß zu sein, was ((g)(j))=1 ausschließt. Da das Problem mittelschwerer erscheint, beginge ((g)(j))=4 den Fehler, es als zu niedrig zu bewerten. Letztendlich stellt «Haut» für das Verständnis ein größeres Hindernis als «Düfte» dar, was auf j=1 und ((g)(j))=((2)(1))=2 hinausgeht. Die Entnahme des Schüttguts aus dem neunten Vers treibt die Winde dazu, sich in einen Stoß zu verwandeln, und folglich könnte ((g’)(j’))=1 seine Notwendigkeit beweisen. Es fällt nicht schwer, die Gleitwege g’=1=j’ zu begründen, weil der Ausdruck “Es sind Düfte frisch, Haut von Kindern…” gegen den gesunden Menschenverstand verstößt. Die Gegenüberstellung von g=2 und g’=1 liefert das Ergebnis G*=1, denn das Joch (-µ) bezeichnet den negativen Einfluss von «wie die», wie wir es durch den Kontrast zwischen g=2 und g’=1 sehen. Was den anderen Sternengleitweg betrifft, verdient er wegen der Beständigkeit j=1=j’ den Wert J*=1. Die Keile t*=1=s* behalten für g*, j* die durch G*, J* gewonnenen Größen, weil wir g*=G*t*s*=((1)(1) (1))=1=J*t*s*=j* schreiben können.

Anwendung auf Baudelaire

Das Bild der Haut, das die Parallele zwischen Gesicht und Geruch erlaubt, vermittelt im Hintergrund eine weitere Parallele mit dem Gefühl. Zu betonen ist außerdem, dass «frais» (frisch) und «Doux» (Sanft) einsilbig sind, und wir können uns daher fragen, ob Baudelaire zwischen dem neunten und dem zehnten Vers nicht versucht hat, beide Wörter zu vertauschen. Wenn er diesem Gedanken bis zum Ende gefolgt wäre, hätte er die Reihe Gefühl-Gehör-Gesicht durch die Wortpaare Sanft- Haut, frisch-Oboen, grün-Auen noch deutlicher unterstrichen.

Methode

Der Gebrauch von t*, s*, und die Wiederaufnahme dieser Mengen in g*, j* kommt dem gleich, 1/t*t*t*s*s*s* in der Fracht zu benutzen. Die Begründung dieses Berechnungskunststücks könnte darauf zurückzuführen sein, dass die beiden Kraftausdrücke zu t*t*t* und s*s*s* dieselbe Form haben. Beide Gruppen würden auf stets ähnliche Weise drei immer gleichentwickelte Potenzen zeigen. Sie würden dazu dienen, eine Glaubhaftigkeitssteigerung oder -minderung auszudrücken. Ist der Einfluss nicht sinnwidrig, so nehmen wir aus dieser Perspektive an, dass t*=1. Mit demselben Gedankengang kämen wir für einen nicht lächerlichen Einfluss zu dem Schluss t*=1. Wir würden für einen nicht verdächtigen Einfluss ebenfalls t*=1 schreiben. Durch die Verbindung dieser drei Eigenschaften würde die Multiplizierung t*t*t*=1 liefern. Andernfalls ergäbe die Berechnung für einen sinnwidrigen, lächerlichen und verdächtigen Einfluss t*t*t*=8. Was die groben Keile betrifft, hätten wir denselben Gedankengang für die Eigenschaften Präzision, Anstand und Klarheit des in Frage kommenden Schnappschlosses. So würden wir die Ergebnisse s*s*s*=1 bei Vorhandensein und s*s*s*=8 bei Nichtvorhandensein dieser drei Eigenschaften erreichen.

§240
· Gradiente und Ar mit -µ
Theorie

Die Fracht gleicht dem Umgekehrten des allgemeinen numerischen Produkts der Mengen t*, s*, q*, e*, p*, f*, z*, g*, j*, oder (1/t*s*q*e*p*f*z*g*j*)=(1/(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1))=1/1. Die Gradiente (h’) von rb(Düfte²~Haut) fußt auf den Bestandteilen q’, e’, p’, f’, z’, g’, j’, die uns durch die Besprechung der Stempel bereits bekannt sind: 1=q’=e’=p’=f’=z’=g’=j’. Die Synthese liefert (q’e’p’f’z’g’j’)=((1)(1)(1)(1)(1)(1)(1))=1, dann die Gradiente (1/(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1))=1/1, die auf das Ar ((Fracht) (Gradiente))=((1/1)(1/1))=((1)(1))=1 hinausgeht, und diese Glaubhaftigkeit entspricht unserer Ausgangsintuition.

Methode

Hätten wir (h) statt (h’) geschrieben, hätte die Multiplizierung durch die Fracht nur zum Ergebnis ((1/1)(1/(1)(1)(2)(2)(1)(2)(1)))= ((1/1)(1/(2)(2)(2)))=⅛ geführt, einem Wert, der den scheinbaren Willen des Schaffenden unterschätzt hätte. Es kommt also darauf an, im Falle des Jochs (-µ) über die Berechnung ((Fracht)(ohne Schüttgut errechnete Gradiente)) zu verfahren. Im Falle der Schnappschlösser mit Joch (-#) verfahren wir für ihre Messung über ((Fracht)(mit Schüttgut errechnete Gradiente)).

Anwendung auf Baudelaire

Das Schnappschloss (verdorben-µrb(Natur~Tempel)), dessen Ar im Absatz 214 errechnet worden war, weist die Glaubhaftigkeit ((Fracht)(ohne Schüttgut errechnete Gradiente von rb(Natur~Tempel)))=1 auf. Hätten wir für die Berechnung ((Fracht)(mit Schüttgut errechnete Gradiente von rb(Natur~Tempel))) benutzt, so hätten wir nur ((1)(½))=½ erreicht. Vierter Teil: GLAUBHAFTIGKEIT DER ANALOGIEN Ins Deutsche übersetzt von Jean-Claude Guerry 105