Das Essay — Teil I

Die durch die Identifizierung der wirklichen oder scheinbaren Paradoxe erreichte Glaubhaftigkeit

Legende der Blöcke

Theorie — die begriffliche Darstellung Methode — Bemerkungen zur Anwendung Baudelaire — die Anwendung auf das Sonett Entsprechungen
§1
· Erste Intuition
Theorie

Das Gefühl scheint uns begründet zu sein, dass eine wesentliche Distanz oder Trennung zwischen den Wörtern desselben Diskurs, deren Sinnbeziehung ausradiert, wenn sie sich in der Abwesenheit jeglicher formaler Verbindung zueinander auswirkt.

Methode

Mit dem Wort “formal” wollen wir jedoch nicht ausdrücken, dass eine solche unbestreitbare und klare Beziehung in der Poesie unmöglich sei.

Anwendung auf Baudelaire

Betrachten wir dennoch zwei Absätze, zwischen denen nichts dergleichen existiert: einerseits «Die Natur ist ein Tempel…» und andererseits die nachstehende Abfolge «…Ambra, Moschus, Benzoe und Weihrauch…» Die Beziehung scheint weniger mächtig, als wenn sie beide innerhalb desselben Vierzeilers stehen würden.

§2
· Zweite Intuition
Theorie

Wenn innerhalb eines Diskurs zwei gegensätzliche Sinne oder Paradoxa vorgestellt werden, der eine kraftvoll ausgedrückt, der andere nur vage erwähnt, dann verursacht einer zweiten Intuition folgend der stärkere eine Zunahme der Wirkung des Schwächeren.

Methode

In der hier angenommenen Perspektive wird das Wort “Paradox” im weitesten Sinne verwendet. Man muss dennoch seine Vieldeutigkeit unterstreichen, denn es wird in sehr verschiedenen Fällen angewendet, von der oberflächlichen Meinung angefangen, die bestritten wird, bis zur Gefahr, die der anspruchsvollsten Logik droht.

Anwendung auf Baudelaire

Die Behauptung, der Weihrauch sei verdorben, bietet einen Widerspruch zu den letzten Versen, denn die Geistlichen, die ihn verwenden, vertreten eine gegensätzliche Ansicht. Was dem Gedichtband "die Blumen des Bösen" angeht, worin „Entsprechungen“ als vierten Teil erscheint, verursacht sein Titel selbst ein Aufeinandertreffen der Sinne, denn die Blumen werden im Allgemeinen als rein empfunden, während das Böse zur Korruption gehört.

§3
· Ziel
Theorie

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Klarstellung der zwei vorgenannten Intuitionen sowie die Präzisierung ihres Inhaltes.

Methode

Ihre Ausarbeitung hat uns Zeit gekostet und sie als Basis festzumachen ist nur ein nützlicher Trug, um unser Ziel aufzuzeigen. Drei Aussichten erlauben eine möglichst effziente Darstellung dieser Auffassungen: Texterscheinungen zu bewerten und dabei die Erfahrungswissenschaft und die Wahrscheinlichkeitsrechnung gleichzeitig in Anspruch zu nehmen.

Anwendung auf Baudelaire

Das Gedicht zeigt sich reich an vielfältigen Paradoxa und gleichzeitig ist es bewegt von dem Anspruch, die Anhäufung der formellen Beziehungen zu vermeiden. Dadurch bietet es günstige Bedingungen für die Analyse unserer elementaren Übersicht.

§4
· Bedeutung
Theorie

Eine Bedeutung ist ein Gedanke, der durch ein Zeichen notiert ist, und letzteres stellt für sie ein Symbol dar. Die Bedeutung einer numerischen Steigerung zum Beispiel wird durch das Wort “Plus” notiert, oder mittels des Zeichens (+). Jedes Symbol trägt eine Bedeutung vor und es deutet die Regel oder das Objekt an von der Idee, die es darstellt.

Methode

Die übliche Verwendung der Sprache eignet sich kaum, um die Unterschiede zwischen Objekt, Idee des Objektes und Wort zu erfassen, das diese Idee aussagt. Weniger schädlich, dennoch leicht unscharf zeigt sich die Annahme, dass das Wort oder Symbol die Bedeutung enthalten würde, denn sie ist ganz im Gegenteil nur ein Zeichen davon.

Anwendung auf Baudelaire

Im französischen Gedicht „Correspondances“ (Entsprechungen) besteht «Nature» nicht aus der Idee der Natur als Bedeutung und ebenso wenig in der Natur selbst, die im Objekt enthalten ist. Nein: «Nature» zeigt sich als ein mit einem großgeschriebenen Anfangsbuchstaben geschriebenes Wort, obwohl es erst als zweites Wort im Satz steht.

§5
· Werk
Theorie

Ein Werk gibt sich als ein Ganzes an Wörtern oder allgemeiner ausgedrückt an Symbolen, die sich nebeneinander im Raum oder nacheinander in der Zeit anreihen. Sie verdanken ihre Anordnung dem Zufall, einer Tradition oder einer wohl bedachten Absicht.

Methode

Indem man einige tausend ausgesuchte verbale Segmenten kombiniert, die man ihrer Zweideutigkeit wegen ausgesucht hat, verlässt man sich auf den Zufall, damit sich vor jedem ein pikantes Werk formt, dessen Kraft an Bedeutung zuerst niemandem im Detail erschließbar sein kann [817].

Anwendung auf Baudelaire

Der Autor von „Entsprechungen“ überließ den anderen im Gegenteil sehr wenig Raum für Manöver, so dass er das Sonett sofort mit dem gesamten Band weitergab, das 1857 erschien [662].

§6
· Text
Theorie

Ein Text laüft auf dasselbe hinaus wie ein Werk, oder jeder Teil desselben, dessen Bedeutung durch jemanden betrachtet wurde, Autor oder Verleger, der die Möglichkeit besaß, ihn zu verändern. Wir haben einerseits einen Schaffenden, jedoch verbietet nichts den Gedanken, dass verschiedene solche Schaffende ein und denselben Text geschaffen haben. Der Augenblick des Schaffens verdient es schließlich, Ursprung genannt zu werden.

Methode

Dies verlangt einen Willen, der der Herstellung des Schriftstückes vorangeht, und eine ausdrücklich widersprechende Aussage darf nur als solche betrachtet werden, wenn die Sicherheit besteht, dass ein Gedanke es so wollte. Im gegensätzlichen Fall ist sein Charakter ein ganz anderer, auch wenn er nützlich erscheint: zum Beispiel in den Augen desjenigen, der ihn mittels seiner eigenen Gedanken zur Herstellung eines eigenen Schriftstückes zu benutzen gedachte.

Anwendung auf Baudelaire

Claude Pichois wirft nicht die gewagte Annahme von Felix Leakey zurück, der zwei Abstände in der Genesis des Gedichts ersinnt: Baudelaire hätte zuerst den zweiten Vierzeiler sowie die Dreizeiler um 1846 geschrieben, jedoch das Sonett frühestens 1852 beendet. Dennoch hätte er wohl die Bedeutung des aktuellen Ganzen vor dessen Erscheinen erfasst [667].

§7
· Publikum
Theorie

Das Publikum eines Textes stellt sich aus der Menge derer dar, die ihn am Ende der Ursprungsperiode erhalten, wobei diese Menge sich auf den Verfasser selbst begrenzen kann.

Methode

Betrachten wir jedoch einen weniger besonderen Fall: möchte ein Schaffender diejenigen, denen er ein Werk widmet, schockieren, wird er sich das Gefühl vorstellen, das daraus entspringen soll. Möchte er ein Rätsel vorbringen und gleichzeitig dessen versteckte Lösung liefern, wird er die Auflösung nach den ihm bekannten Personen aufbauen; und selbst wenn es mit Schwierigkeiten verstanden werden kann, wird er sich nach der Bevölkerung richten, die zum Publikum des Textes wird. Wenn das Werk schließlich viele Mitwirkende während eines langen Zeitraumes hatte, wird die Hörerschaft ebenfalls aus mehreren Generationen stammen. Auch wenn Homer niemals existierte, sind die Schaffenden der „Iliade“ die Ersten, die schriftliche Versionen der berühmten Erzählung über den Trojanischen Krieg gaben. Einige Barden folgten diesen Niederschriften und mit der Zeit sangen alle nach ihren Vorgaben. Die Versammlungen, die ihren Vorträgen lauschten, wurden zum Publikum des Gedichts [440].

Anwendung auf Baudelaire

Was Baudelaire betrifft, zeigte er sich von Lesern recht enttäuscht, deren ungleiche Interpretation ihn scheinbar überraschte [630].

§8
· Merkposten
Theorie

Ein Merkposten besteht aus einer dauerhaften Erscheinung, worauf man sich beziehen kann, um einen Text zu verstehen. Es existieren davon drei Arten. Diese findet man unter Bedeutungen; unter den Regeln, die die Beherrschung dieser Bedeutungen gewährleisten, und unter den Objekten. Eine Definition, die die Bedeutung eines Ausdrucks vorträgt, gehört zur ersten Kategorie, sobald sie für den betrachteten Text sicher erscheint; eine Grammatikregel, die sich ohne Widerspruch auf ein bestimmtes Wort davon bezieht, gehört zur zweiten Kategorie; das Blatt eines Baumes, das durch ihn beschrieben wird, und dessen Anblick dazu dient, ihn besser zu verstehen, gehört zur dritten Kategorie. Die Abstraktionsmöglichkeiten sind in alldem sehr variabel.

Methode

In „Die Metaphysik“ verbietet Aristoteles, zwei widersprüchliche Aussagen in einem Diskurs gleichzeitig als wahr zu halten [33]. In „die Elemente“ behandelt Euclides ein Objekt, in dem Fall das Dreieck, dessen Seiten die Eigenschaft besitzen, dass die Summe von deren zwei vom Ganzen immer größer ist als die letzte [386].

Anwendung auf Baudelaire

Der fünfte Vers in „Entsprechungen“, der lange Echos andeutet, bezieht sich auf Objekte, die man immer konsultieren kann. Was nun den Verwendungsregeln für die Bedeutungen angeht, lesen sich die ersten zwei Verse wie folgt: «Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen
Zuweilen wirre Worte entweichen lassen…» Und die Grammatik gebietet es, dass man «worin» als Stellvertreter von «Tempel» annimmt.

§9
· Spezifizität
Theorie

Eine Spezifität stellt sich als eine Bedeutung dar, die dem Publikum des Textes, in dem diese Idee vorgetragen wird, ein schwerwiegendes Problem oder einen Überraschungseffekt bietet. Diese sind unüberwindlich, wenn man irgendeinen Merkposten als Referenz heranzieht.

Methode

Indem man das Wort “Spezifität” statt des Wortes “Paradox” verwendet, vermeidet man die Vorstellung eines unlösbaren mathematischen oder logischen Problems.

Anwendung auf Baudelaire

Im Text von Baudelaire wimmelt es regelrecht von eigenartigen Ideen: er verkündet eine "Tempel-Natur"; lebendige Säulen, die konfuse Reden halten; beobachtende Symbole; die Unterhaltung der Düfte, Farben und Geräusche; die Korruption des Weihrauchs; und den Gesang der berauschenden Gerüche.

§10
· Gipfel
Theorie

Man stellt sich das Gebiet der Fakten, die die Bedeutungen eines Textes betreffen vor, als bestünde es einerseits aus Merkposten andererseits aus Nicht-merkposten oder Gipfel. So viel man sich über diese unterhält, es nützt nichts: ihr Anblick ist nicht stark genug, um jeden durch den einfachen Diskurs dazu zu bringen, als würden sie existieren.

Methode

Gottlob Frege zweifelte an, dass der Name “Odysseus” an eine bestimmte Person erinnert [400]. Und Bertrand Russell verwarf die Existenz des Einhorns innerhalb einer logischen Sichtweise [884]. Plato jedoch hatte die Gefahr erkannt, die zeitgemäße Sichtweise anzunehmen, die der der vorgenannten Autoren ähnlich scheint. Denn, leugnet man die Tiefe einer Aussage, deren Erscheinung sich als zu leicht erweist, muss dennoch diese existieren und daher [753]: «…ist das Nichtsein unter einer gewissen Beziehung…»

Anwendung auf Baudelaire

Soll man einem Gipfel den Vorteil anerkennen ein Objekt darzustellen, ist er jedoch von einem Merkposten völlig unterschiedlich. Die Betrachtung der Texte über Odysseus oder über Fabelwesen wird dies zeigen. Insbesondere lässt sich in der Praxis ein Gipfel nicht in einer einzigen, wenn auch sehr einfachen Art und Weise identifizieren durch das Publikum des Textes, in dem er angedeutet wird. Wie hätte zum Beispiel das Publikum von „Entsprechungen“ in einer einzigen Art und Weise verstehen können was den Akt des Gesprächs bedeutet wie es im achten Vers beschrieben ist: «…Antworten einander Düfte, Farben und Töne.»

§11
· Direkte Formel
Theorie

Urteilen besteht aus einer Bedeutung, die sich selbst als eine Parteinahme zu Bedeutungen oder Ideen versteht, woraus sich ein Spruch ergibt, dessen Formel durch das globale Symbol dargestellt wird. Diese Formel zeigt sich direkt, sobald in ihr vier Symbolgruppen eine Bedeutung vortragen: die erste für eine Beziehung, die zweite für eine entweder positive oder negative Parteinahme, und der Rest, den man die Mitglieder der Formel nennt für Ideen, die beide einen Bezug zum selben Text haben.

Methode

Man kann sich tausend Beziehungen zwischen zwei Bedeutungen eines selben Schriftstückes vorstellen, zum Beispiel: “wichtiger als…sein.” In einem solchen Fall sind die Mitglieder innerhalb der direkten Formel nicht austauschbar.

Anwendung auf Baudelaire

Stellen wir uns folgenden Spruch vor: “ja, die Bedeutung von "Natur" ist stärker als die Bedeutung von "Tempel"”. Und dann folgenden: “nein, die Bedeutung von "Natur" ist nicht wichtiger als die von "Tempel"”. Jedes Mal beziehen sich die Mitglieder «Natur» und «Tempel» auf denselben Text. Die Beziehung besteht aus einer Bedeutung, und die Parteinahme findet statt. Die Formeln zeigen sich also als direkt.

§12
· Feld
Theorie

Ein Feld stellt sich als ein isoliertes Wort eines einzigen Textes dar, das an einer einzigen Stelle desselben gegeben ist, und wenn ein Wort wieder vorkommt, dann handelt es sich jedes Mal um ein neues Feld.

Anwendung auf Baudelaire

Man findet «Düfte» im achten Vers des Gedichtes, dann im neunten, ohne grundsätzlichen Unterschied in der Bedeutung und dennoch dürfen die Felder nicht verwechselt werden.

Methode

Die Wirklichkeit des isolierten Wortes entgeht auf einer intuitiven Ebene kaum jemandem, und glaubt man Roman Jakobson, selbst die Sprachwissenschaftler tun gut daran, dies nicht zu vernachlässigen [466]. Im Übrigen bezeugen die vielen Wörterbücher, die in diversen Sprachen erschienen sind, durch ihre Existenz und ihre Anordnung, dass die Isolierung der Wörter zuerst die beste Methode der Analyse beachtet, die den Diskurs betrifft.

§13
· Schiedsspruch
Theorie

Ein Schiedsspruch besteht aus einem auf einer direkten Formel ruhenden Spruch, der ebenfalls so beschaffen ist, dass keines seiner Mitglieder eine eigene Formel darstellt. Im Übrigen dürfen sie nur aus Feldern oder einer Gesamtheit von Feldern bestehen, ohne Wiederholung weder innerhalb eines Mitgliedes, noch von einem zum anderen. Die Beziehung oder Strich, mit Symbol (–), bezieht sich darin auf die Assoziation und die Dissoziation der Ideen. Kombiniert man sie mit der Behauptung, mit Symbol (b), für b(…–…), versteht sie sich wie folgt: “will man mittels des Textes den Gedanken seines Schaffenden feiner erfassen, als wenn man beobachtet, dass die Bedeutungen von…und von…gleichzeitig vorgetragen werden, dann muss man sie assoziieren statt dissoziieren”. Kombiniert man sie mit der Verneinung, mit Symbol (d), in d(…–…), versteht sich die Beziehung durch “wer den Text von einer kreativen Sichtweise aus besser verstehen möchte, als wenn man die gleichzeitig angegebenen Bedeutungen von…und von…als genau erachtet, muss man sie dissoziieren statt assoziieren”. Anders ausgedrückt, es genügt “assoziieren” durch “dissoziieren” in einer der Formeln auszutauschen, um das Wesentliche des anderen zu erhalten.

Anwendung auf Baudelaire

Hier sind zwei Beispiele für den Schiedsspruch: b(Natur–Tempel) und d(Natur–Tempel). Für jeden stellt sich das Problem seiner Wahrhaftigkeit. In der Diskussion darüber besteht jedoch der Vorteil darin, dass der Text keine Schwierigkeiten in der Interpretation bietet, die man irrtümlicherweise als klare Bedeutungen ansehen könnte. Diese stammen von ihm und sind ohne Zweifel in den Augen des Schaffenden vorhanden, als er diese Ideen vorträgt. Wenn man im Gegensatz von den Feldern ausgeht, zwingt man sich dazu, die grundsätzlichste Untersuchung durchzuführen.

Methode

Im Übrigen ähneln die Schiedssprüche aufgrund ihrer elementaren Form, was Algirdas Julien Greimas Verbindungen nennt, und wir sind nicht weit entfernt, jedoch unter einem anderen Aspekt, von der Vorstellung von Willard van Orman Quine, der die Parteinahme als eine Bedeutung anbot [422]-[822]. Aristoteles hatte ebenfalls seine Verschiedenartigkeit von jeder anderen bemerkt, indem er behauptete, dass nur der Diskurs, in dem sich das Wahre sowie das Falsche befinden, nicht nur eine Bedeutung sondern eine Parteinahme enthält [22]. Diese Vorschläge mit Methode auf Ansichten zu übertragen, die von keinem Merkposten markiert werden, erlaubt eine Analyse der Dichtung an sich.

§14
· Ordnung
Theorie

Die Anordnung b(A–E) b(E–A), in der die Mitglieder eines Schiedsspruchs geschrieben werden, spielt keinerlei Rolle, und zwischen dem einen und dem anderen Spruch existiert im Grunde kein erwähnungswürdiger Unterschied.

Methode

Nur scheint es manchmal vorteilhaft, sich eine Lektüre vorzustellen, die den Irrtum entmutigt, insbesondere die Verwechslung der Zuteilung oder deren Ablehnung mit dem Schiedsspruch.

Anwendung auf Baudelaire

Die Idee, dass der Tempel verdorben sei, wird nicht durch die Formel b(verdorben–Tempel) vorgetragen, und b(Tempel–verdorben) ergibt denselben Sinn. Ein anderes Beispiel: b((Natur–Tempel) unterscheidet sich nicht von b(Tempel–Natur), außer was die oberflächliche Darstellung angeht. Dennoch besitzt “Hunde sind Säugetiere” überhaupt nicht dieselbe Bedeutung wie “Säugetiere sind Hunde”. Die Zuteilung entschuldigt sicherlich den positiven Schiedsspruch, in b, jedoch identifiziert sie sich deswegen keinesfalls damit. Man muss sie nur beobachten, um sich mit Intuitionen einzudecken, die die Analyse wird benutzen können.

§15
· Begriff
Theorie

Die Bedeutungen, deren Erwähnung durch den Strich betont wird, stellen die Begriffe des Schiedsspruchs dar.

Methode

Daher interessieren uns die Mitglieder nicht als solche, denn nur Ideen werden davon betroffen.

Anwendung auf Baudelaire

Deshalb verhalten sich zwei Wörter innerhalb eines Textes, die weder Assoziation noch Dissoziation des Schiedsspruchs kennen, nie in der Weise zum Beispiel mit (b(verdorben–Tempel) wie das, worüber das Urteil sich hier bezieht.

§16
· Synonyme
Theorie

Aufgrund der unterschiedlichen Stelle der Felder innerhalb desselben Textes, in denen sie vorgetragen werden, sind zwei Begriffe mit fast gleichem Inhalt in den Schiedssprüchen, denen sie unterworfen sind, nicht austauschbar.

Methode

Manchmal findet man die Behauptung, es existieren keine Synonyme und dennoch gibt es eine frappierende Nähe. Das Motiv des betrachteten Grundsatzes kommt also nicht aus diesem Vorgang.

Anwendung auf Baudelaire

Die Behauptung b(répondent–parfums) (antworten-Düfte) gefolgt von b(Correspondances–parfums) (Entsprechungen-Düfte) gelänge nicht ohne Leichtigkeit wobei man das Hindernis des Übergangs von einem zum anderem Punkt vernachlässigt. Gewiss zwingen die gemeinsame Wurzel von «Correspondances» und «répondent» ("Entsprechungen" und "antworten") sowie die allgemeine Bedeutung des Textes zu der Parallele, dennoch bleibt die Identifizierung unbegründet, da die wenn auch geringe Verschiedenheit der vorgegebenen Begriffe, der eine als Titel, der andere im achten Vers, hervorgehoben wird. 6

§17
· Träger
Theorie

Die Träger bestehen aus allen Fakten, die die Nutzung von verschiedenen Bedeutungen erlauben, indem sie einen Text begleiten, um darüber zu meditieren, ohne den Symbolen zu unterstehen: Quelle von Wortspielen, Stabreime, Assonanzen, Reime; bemerkenswerte Qualität des Papiers oder der Tinte, besondere graphische Anordnung; besonderer Ton der Stimme, sonderbare Sprachpausen und so weiter. Da die Schiedssprüche nur Felder oder Mengen an Feldern als Mitglieder haben, erlauben sie keinesfalls die Beschreibung eines Trägers.

Methode

Die Unsicherheit scheint enorm zu sein, was die Absicht der Schaffenden im Hinblick auf solche Ausdrucksarten angeht, es sei denn, ursprüngliche Beweise sind vorhanden.

Anwendung auf Baudelaire

Hier einige Fallbeispiele: man kann unmöglich von vernünftigen Bedeutungen sprechen, die durch die Wiederholung der “en” und der “an” am Ende des Gedichts entstehen, als der Autor die Düfte erwähnt «…Comme l'ambre, le musc, le benjoin et l'encens,
Qui chantent les transports de l'esprit et des sens.» (…Wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch,/Die den Taumel des Geistes und der Sinne singen.) Welche Bedeutung sollte man dem N von «Nature» zugestehen? Deutet das Symbol die Welt oder eine Gottheit an, oder eine Frau da der Mann sie durchschreitet? Und was sind dann die lebendigen Säulen? Denken wir an folgende Verse [669]-[[1132]] in Index II (Gedichte)">[[1132]]: «Sie leuchtet wie die Morgenröte
Und tröstet wie die Nacht…

Seltsam geheimnisvolle Mystik
Die meine Sinne wirrt und eint,
Durch ihre Stimme schweben Düfte,
Ihr Atem Klang und Wohllaut scheint.» Mit Ernsthaftigkeit schrieb Nerval [551]: «Eine vergötterte Frau, Mutter, Gattin oder Liebhaberin…» Im Übrigen behauptet Michel Quesnel, dass die «hautbois» (Oboen) eigentlich “haut bois” also hohe Wälder, Symbolenwälder sind [820]. Die Zartheit der kindlichen Haut wird im neunten Vers beschrieben, der mit «Il est» (Es sind) beginnt; handelt es sich um Milch (lait)? Man könnte ebenfalls «encens» (Weihrauch) mit “en sang” (blutig) darstellen oder «benjoin» (Benzoe) mit “bain joint” (angefügtes Bad), was zusammengenommen die Ideen von Milch, Blut und Wasser ergeben würde. Letztendlich warum sollte nicht «…les transports de l'esprit et des sens.» (…den Taumel des Geistes und der Sinne…) als “…les transes, ports de laits pris et des sangs.” (…Trance, Tragen der gestockten Milch und des Blutes…) verstanden werden? “Symboles” können wir phonetisch auch als “seins-bols” (Brüste-Schüssel) deuten, um diese vielfältigen Gesichtspunkte anschließend zu vereinen? Wir verlassen vorübergehend all dies wie auch die Interpretation der Reime, die im Allgemeinen als weniger gefährlich gilt.

§18
· Bebilderung
Theorie

Die Beispiele, die man in Bezug auf die Ideen aus einem Text findet, bilden seine Bebilderung, dennoch können die Schiedssprüche nicht davon handeln, da ihre Mitglieder nur Felder enthalten, die dem Schriftstück selbst entnommen sind.

Methode

Dennoch findet sich die Aufmerksamkeit dazu geführt, gewisse Schiedssprüche und vielfältige Bebilderungen zu verbinden, so dass es unerlässlich ist, die wichtigsten zu kennen.

Anwendung auf Baudelaire

Genau vor „Entsprechungen“ mitten im Band steht „Erhebung“ mit platonischem Motiv [486]- [732]-[[1031]] in Index II (Gedichte)">[[1031]]. Und genau nach dem Gedicht, das uns beschäftigt, kommt ein Stück, dessen beide Anfangsverse wie folgt lauten [[1063]] in Index II (Gedichte)">[[1063]]: «Ich liebe die Erinnerung an diese nackten Zeiten,
Dessen Statuen die Sonne zu vergolden vermag.» Somit erweist sich eine griechische Deutung für „Entsprechungen“ als vertretbar, und die Idee eines geheiligten Ortes entspringt, wo lebendige Säulen seltsame Worte schenken würden: «…Dodona, die die Eichen sprechen hört…» wie es bei Ovid steht [565]. Ein Altar wurde dort zu Zeus Ehren errichtet, und ein Prophet sorgte für die Interpretation der Geräusche des Laubes, wodurch die Gottheit seine Orakel angeblich mitteilte [486]-[487]: «…lebendige Säulen
Zuweilen wirre Worte entweichen lassen…» Edgar Poe, dessen Schriften Baudelaire ins Französische übertrug, schrieb [796]: «…heilige, heilige Dinge wurden einst von dunklen Blättern gehört, die um Dodona zitterten…» Der Dichter konnte ebenfalls an Afrika denken, das er teilweise kannte. Chateaubriand betrachtete die Wälder als Vorbilder der Tempel [192]-[628]-[668]-[[1127]] in Index II (Gedichte)">[[1127]]-[[1129]] in Index II (Gedichte)">[[1129]]. Baudelaire war von diesem Autor begeistert, der sich ebenfalls für Amerika interessierte, und könnte auch die Überzeugungen der Neuen Welt im Sinn gehabt haben. Antoine Adam schreibt außerdem, dass Esquiros, ein Freund des Dichters, die Welt mit dem Tempel der Isis oder mit einem Wald vergleicht [8]-[663]-[810]. Nerval, der die Antike sehr verehrte, fragt [549]: «Erkennst du den Tempel mit dem gewaltigen Säulengang…» Mit Baudelaire übereinstimmend erklärt er [554]«Meine Bücher, eine sonderbare Ansammlung des Wissens aller Zeiten…» und seine Sichtweise kann sich sogar so verändern, dass der Tempel des Reellen als ungezeugt erscheint, was mindestens in einem Vers zum Vorschein kommt [548]: «Der Gott fehlt am Altar, dessen Opfer ich bin…» Der von Salomo erbaute Tempel würde eine vollkommene andersartige Bebilderung darbieten. Gemäß der Bibel erklärt der König dem Herrn von Tyr [116]: «…befiehl nun, dass man mir Zedern im Libanon fällt…» Die Erzählung lautet wie folgt [117]: «…So gab Hiram Salomo Zedern- und Zypressenholz…» Der Tempel nahm Gestalt unter der Leitung des Königs [118]: «So baute er das Haus und vollendete es. Und er deckte das Haus mit Balken und Tafelwerk von Zedern. Und er baute Gänge um das ganze Haus herum, je fünf Ellen hoch, und verband sie mit dem Hause durch Balken von Zedernholz.» Dennoch passt der Rest der Episode nicht so recht dazu, denn daraus würde mit Mühe das Bild der "Welt-Tempel-Wald" entspringen [119]: «Und Salomo überzog das Haus innen mit lauterem Gold…» Es sei denn, man beachtet einen neuen Absatz [120]: «Er baute auch den inneren Vorhof von drei Schichten behauener Steine und von einer Schicht Zedernbalken.» Und die Bibel liefert auch ein traditionelles Thema, das Baudelaire wohl gekannt haben könnte, nämlich das die von der Natur gespürte Freude [123]-[133]: «Es sollen jauchzen alle Bäume im Wald.» Auf jeden Fall führt uns Claude Pichois dazu, aus einem Satz von Chateaubriand eine andere Hauptreferenz zu betrachten [193]- [668]: «Die Wälder Galliens sind wiederum in die Tempel unserer Väter gekommen…» Das Thema beschäftigte den Zeitgeist, und Balzac regte folgende Landschaft an [73]: «…eine lange Waldallee, ähnlich dem Mittelschiffe einer Kathedrale, dessen Säulen Bäume sind, wo die Äste die Bögen der Decke bilden, am Ende derer eine ferne Lichtung durch das Laub herausragt, dessen kleine Zwischenräume mit Schatten durchzogen oder von dem Abendrot schattiert sind, und zeigt so wie ein bemaltes Kirchenfenster mit einem Chor voller singender Vögel.» Letztendlich berührt die Idee ebenfalls den Gedanken Vignys, der auch von den Säulen des Waldes spricht, oder auch von Blüten, die Weihrauchgefäße bilden [964]. Bezugnehmend auf Baudelaires Überlegungen im Zusammenhang mit der Tragweite solcher Bilder, lenkt Claude Pichois unsere Aufmerksamkeit auf einen Brief, in welchem der Dichter sich über Launen lustig macht, für dessen Opfer mancher ihn gehalten hat, in dem er gleichzeitig seinen Gefallen an einer plötzlichen Träumerei kundtut [637]-[668]-[[1126]] in Index II (Gedichte)">[[1126]]-[[1128]] in Index II (Gedichte)">[[1128]]: «…Sie bitten mich um Verse für Ihr kleines Handbuch, Verse über die "Natur", nicht wahr? über die Wälder, die hohen Eichen, das Grünzeug, die Insekten, -über die Sonne wahrscheinlich? Aber Sie wissen genau, dass die Pflanzen unfähig sind, mich zu rühren…Ich werde niemals glauben, dass "die Seele der Götter in den Pflanzen wohnt", und würde sie dennoch dort wohnen, so würde ich mich mittelmäßig darum kümmern und würde meine Seele viel höher einschätzen als die des heiligen Gemüses…In den tiefen Wäldern, eingeschlossen in diesen Gewölben, ähnlich der Sakristeien und Kathedralen, denke ich an unsere erstaunlichen Städte, und die wundersame Musik, die über die Gipfel rollt, erscheint mir als die Übertragung der menschlichen Klagen.»

§19
· Quelle
Theorie

Es erweist sich als unmöglich, nur mit den Schiedssprüchen die Quellen eines Textes zu ergründen, da man zu diesem Zweck außenstehende Wörter benutzen müsste, die zum Beispiel aus Schriftstücken stammen, welche vermutlich wieder verwendet wurden. Das Gleiche gilt für die Beobachtung dessen, was der Schaffende als Ideen sein Leben lang entwickelt hat, oder für den Umstand, in dem er nachgedacht hat, denn man müsste sich wenigstens mit Eigennamen behelfen, während die Schiedsspruchformeln nur Felder des geprüften Textes zu ihren Mitgliedern zählen.

Methode

Jahrhunderte später schreibt man den verschiedensten Epochen bestimmte schnell verbreitete Ideen von einzelnen Schriftstellern zu. Dies verurteilt keineswegs die Suche nach den Quellen, vorausgesetzt man zögert nicht, gegebenenfalls die gegenwärtigen Quellen eines Schriftstückes als Zeugnisse der Stimmung eines Augenblickes und nicht als Materialien, welche die bekanntesten Schriftsteller gerade wieder benutzt hätten, zu betrachten. Unter diesem Aspekt bleibt nichts von Theorie übrig, welche die Vorstellung der Quelle diskreditiert. Diese Sichtweise würde fast zwangsweise dazu führen, dass man wichtige Schiedssprüche vernachlässigt.

Anwendung auf Baudelaire

Baudelaire scheint auf privater Ebene sehr oft mit diesen Vorstellungen gespielt zu haben, und es war ihm erlaubt, es mit seinem Namen zu tun, der als Substantiv wiederhergestellt, eine Art gebogenes Schwert andeutet [496]-[590]-[[1114]] in Index II (Gedichte)">[[1114]]. Von poetischen Vergleichungen begeistert, kann er, wie Antoine Adam es sieht, die Intuitionen von Schelling gekannt haben, die Frau von Stael wieder aufgenommen hat [8]-[934]: «Was gibt es Erstaunlicheres als zum Bespiel die Beziehungen zwischen den Geräuschen und den Formen, den Geräuschen und den Farben?» Der Dichter musste sich außerdem mit tausend der exaltiertesten Gedankenströmungen befassen, so geht man häufig davon aus, dass er 1857 einige vage Konzepte von Swedenborg, de Maistre, Wronski und Alphonse Louis Constant kannte [8]-[377]-[662]. Marc Eigeldinger schreibt [7]-[378]-[663]: «Es ist Jacques Crépet zu verdanken, darauf hingewiesen zu haben, dass das Gedicht "Die Entsprechungen", welche in "die Drei Harmonien" (1845) vom Abt Constant steht, als eine der Quellen des Sonetts "Entsprechungen" betrachtet werden kann.» Da es keinerlei Gewissheit darüber gibt, zitiert er einen Teil des Textes, um einem Gedanken zu dienen, welche keine entscheidende Erscheinung verbindet: «Aus sichtbaren Worten geformt,
ist diese Welt aus Gottestraum geschaffen;
Sein Wort sucht dessen Symbole,
der Geist füllt ihn mit seinem Feuer.» Und weiter: «In der Natur ist nichts schweigsam
Für wen deren Gesetzte zu folgen versteht:
Die Sterne haben eine Schrift,
Die Wiesenblumen haben eine Stimme,
Leuchtendes Wort in den dunklen Nächten,
Strenge Worte wie Zahlen.» Claude Pichois besteht auf die beiden für das Wort “Entsprechung” gedachten Deutungen [666]. Man findet einerseits die Deutung bezüglich der Verbindungen zwischen Objekten und Natur: «…Antworten einander Düfte, Farben und Töne.» Andererseits findet man die Deutung, die die Beziehungen zwischen dem Übernatürlichen und der Welt betreffen: «Die Natur ist ein Tempel…» Baudelaire spricht gleichlautend in einem Brief von der «allgemeinen Analogie» und von der «Entsprechung» [10]-[612]-[640]. Er fügt hinzu [379]-[641]: «…die Natur ist ein "Wort", eine Allegorie, eine Form, eine "getriebene Arbeit"…» Dieses Bild wurde gerne von Schriftstellern übernommen, die er oft zitiert, wie zum Beispiel Hoffmann [9]-[12]-[439]- [607]-[693]: «Nicht sowohl im Traume als im Zustande des Delirierens, der dem Einschlafen vorhergeht, vorzüglich wenn ich viel Musik gehört habe, finde ich eine Übereinkunft der Farben, Töne und Düfte. Es kömmt mir vor, als wenn alle auf die gleiche geheimnisvolle Weise durch den Lichtstrahl erzeugt würden und dann sich zu einem wundervollen Konzerte vereinigen müßten. -Der Duft der dunkelroten Nelken wirkt mit sonderbarer magischer Gewalt auf mich; unwillkürlich versinke ich in einen träumerischen Zustand und höre dann wie aus weiter Ferne die anschwellenden und wieder verfließenden tiefen Töne des Bassetthorns.» So wie er Jean Pommier bezüglich des vorangegangenen Absatzes gebraucht, begrüßt Claude Pichois Felix Leakey für seine Meditation über eine Seite von Nerval wo man Folgendes lesen kann [553]-[662]-[664]: «Alles lebt, alles handelt, alles stimmt überein…» Ein Stück von Balzac zeigt den anderen Aspekt dieser Ansicht [61]: «Nach den Berichten und Darstellungen aller Nachtschwärmer besteht dieser Zustand aus einem wonnigen Leben, wo das innere Wesen, befreit von allen Fesseln, die es durch die sichtbare Natur an der Nutzung seiner Fähigkeiten beeinträchtigt hat, in der Welt wandert, die wir irrtümlicherweise unsichtbar nennen. Das Sehen und Hören entfalten sich in einer makelloseren Art als in dem sogenannten "wachen Zustand" und vielleicht ohne Hilfe der Organe, die die Hülle dieser Lichtschwerter sind, die man das Sehen und Hören nennt!» Léon Cellier führt eine Bemerkung Sainte-Beuves von 1846 an und hebt in einer indirekten Weise die tiefe Kenntnis Baudelaires hervor, die dieser von Balzacs Romanen hatte [180]: «Ich habe meinen leichtlebigen Freund gesehen, der mir die unwahrscheinlichsten Dinge in Sachen Literatur und Dichtung erzählt hat, doch feingeistig was mir Tage über künftige Generationen eröffnet. Er liebt Balzac und gibt mir davon eine recht drollige Ansicht, die für mich so wertvoll ist, da sie den Standpunkt des Schriftstellers genau widerspiegelt und ihn mir verständlich macht.» Riskiert man, etwas missverstanden zu werden, wird gerne Gautiers Aussage über den Einfluss des Haschischs auf den Geist betont [409]: «…Die Töne…sprangen blau und rot…» Er schrieb weiter, diesmal ohne Bezug zu den Rauschmitteln [404]: «Ich entdecke Affinitäten und wunderbare Sympathien, ich höre die Sprache der Rosen…» Welche Baudelaire so ausgedrückt hat etwa [[1034]] in Index II (Gedichte)">[[1034]]: «…Die Sprache der Blumen und der stummen Sachen!» Von Edgar Poe inspiriert sagte er [685]: «Die Phantasie ist eine fast göttliche Gabe, die…die intimen und geheimen Beziehungen der Sachen, die Entsprechungen und die Analogien empfindet.» Und etwas weiter in demselben Aufsatz [486]-[665]-[686]: «Es ist dieses wunderbare, dieses unendliche Gespür für das Schöne, das uns die Erde und Ihre Darbietungen wie einen Schimmer, wie eine Entsprechung des Himmels erscheinen lässt.» Poe seinerseits schrieb [8]-[665]-[792]: «Die gegenständliche Welt…ist voller exakter Analogien mit dem Unkörperlichen…» Er träumte von [795]: «…dieser "Analogie", deren für die Phantasie unwidersprüchliche Beredsamkeit zu der kranken und einsamen Vernunft nicht spricht…» Er hoffte ebenfalls, damit die Gründung der Welt beschreiben zu können [793]: «Dieser Stoff ist Gott.» Mehrere Schriftsteller der Renaissance haben vermutlich für die Verbreitung dieser Ansichten gesorgt. Wir können jedoch nicht annehmen, dass Baudelaire von den meisten von ihnen tief beeinflusst wurde [396]. Dagegen haben die Klassiker solche Ideen stark verbreitet [668]. Plato sprach von einem Mythos der Herstellung des Konkreten durch einen wunderbaren Handwerker [756]: «…Als der Gott beschloss, die Welt zu schaffen, möglichst dem schönsten der vernehmbaren Wesen und einem in allem perfekten Wesen ähnlich, schaffte er ein einzigartiges sichtbares Lebewesen, das in sich alle Lebewesen hat, die von Natur aus so geschaffen sind wie es.» Sonderbare Welt [761]: «…Sichtbares Lebewesen, das alle sichtbaren Lebewesen umhüllt…» Plotin meditiert folgendermaßen, wenn er vom pädagogischen Mythos zum System übergeht [781]«…Die Dinge müssen nicht nur voneinander abhängen, sondern sie müssen sich alle in irgendeiner Beziehung ähneln. Und dies ist vielleicht die Bedeutung dieses bekannten Wortes: "Die Analogie hält alles."» In diesem Fall [782]: «Ist diese Welt ein Gott…» Und [784]: «Hier ist eine einmalige Natur, die die Gesamtheit der Wesen ist; sie ist also ein großer Gott; oder besser, sie ist kein bestimmter Gott, sondern der universelle Gott, da sie es vorzieht, alle Dinge zu sein.» Er wendet sich zu dem, den er zu kommentieren glaubt [785]«Deshalb sagt Plato diese rätselhaften Worte: "die Essenz teilt sich unendlich."» Der Zauber dieser Überlegungen kann nicht widersprochen werden, man genießt sie, eingetaucht in ihrer feierlichen Sanftheit, ohne sie zu verstehen [667].

§20
· Stellung
Theorie

Jede Parteinahme über die Ausübung des Striches innerhalb des Schiedsspruches ist entweder eine Bejahung oder eine Verneinung und jede übt wo sie sich befindet, die Stellung des Schiedsspruchs aus. Da keine vorgegeben ist, geben der Strich und die Begriffe keinen Schiedsspruch sondern ein Gerüst.

Methode

Dieser stellt sich als Bedeutung vor, jedoch vermutet er keinesfalls die Aktion des Urteilens.

Anwendung auf Baudelaire

Als Gerüst (Natur–Tempel) vermeidet gleichzeitig b(Natur–Tempel) und d(Natur–Tempel), um ohne Urteil in Bezug auf die Bedeutungen «Natur» und «Tempel» eine Idee zu geben, sogar freier in der Bewegung als in dem Spiel, das in „Das Leben Aesop, der Phrygier“ erzählt wird. Dieser Text ist jedem Schüler seit der Übersetzung von La Fontaine zugänglich [383]-[483]: «…der König ließ aus Heliopolis bestimmte feingeistige Personen kommen, die über rätselhafte Fragen sachkundig waren. Er gab für sie ein Festessen, zu dem der Phrygier eingeladen wurde. Während des Essens schlugen sie Aesop diverse Sachen vor unter anderen folgende: Es gibt einen großen Tempel, der auf einer Säule ruht, die von zwölf Städten umgeben ist, jede davon hat dreißig Strebebögen und um diese Bögen wandern zwei Frauen hintereinander, eine weiß die andere schwarz. "Man muss diese Frage den Kleinkindern unseres Landes stellen" sagte Aesop, "Der Tempel ist die Welt; die Säule, das Jahr; die Städte sind die Monate; und die Strebebögen die Tage, um die sich abwechselnd der Tag und die Nacht drehen."»

§21
· Offensichtliches Gerüst
Theorie

Man befindet sich vor einem offensichtlichen Gerüst, wenn der Bezug zu einem Merkposten, dessen Existenz gerechtfertigt. Insbesondere für die Behandlung der Bedeutung: wenn eine Regel als Merkposten dient, hindert sie den Deuter daran, die betroffene Verbindung zwischen den Ideen zu vernachlässigen, während sie vernachlässigt werden kann, wenn nur Gipfel sie absichern.

Anwendung auf Baudelaire

So verfügen (antworten– Geistes) und (antworten–Sinne) über keinerlei Garanten, denn es existiert kein Beweis über irgendeine Verbindung, die Baudelaire zwischen den betrachteten Bedeutungen erstellt hätte. Im Gegensatz zeigt sich (lange–Echos) offensichtlich. Der Text bietet eine unwiderlegbare Verbindung auf grammatikalischer Ebene zwischen den betroffenen Begriffen.

Methode

Hier wird der Vorteil der Bedeutung nicht in Frage gestellt, da eine an sich spannende Idee sehr wohl in den Sinn eines Lesers oder Hörers kommen kann, wenn sie einen Ausdruck betrifft, der nicht zu dem offensichtlichen Gerüst führt.

§22
· Ausführlichkeit
Theorie

Die Kritik eines Textes besteht aus den Deutern, die gegenseitig die diesbezügliche Qualität ihres Anteils anerkennen, und ein Schiedsspruch zeigt sich ausführlich, sobald diese Gemeinschaft nicht über die Mittel verfügt, dies als unhaltbar zu zeigen.

Methode

Wenn die Definition der Gruppe der Kenner einerseits für jeden Bereich intuitiv bleibt, ist dennoch keinesfalls unbegründet, und außerdem begrenzt man sich nicht zwangsläufig auf die Wiederholung, wenn man nur starke Begründungen anführt.

Anwendung auf Baudelaire

Außer dem Gebiet der soliden Neuheit zeigt sich die Sphäre der Genauigkeit bezüglich der im Vorfeld vorgeschlagenen Ansichten. So kann man sich fragen, ob Pfeiler, die die Stimme des Himmels zur Erde führen, in dem Gedicht nicht angedeutet werden, und es ist sogar möglich, dies zu wagen, indem man sich auf klassische Wörter stützt, von Vergil [966]: «…Die Eiche, dieser Gigant des Waldes, dessen Laubwerk Jupiter gefällt, und die Steineichen, denen die Griechen Orakel zuschrieben.»

§23
· Gerüst, Stellung, Schiedsspruch und Ausführlichkeit
Theorie

Man kann innerhalb eines Gerüstes die Stellungen betrachten bezüglich ihrer Fähigkeit, einen ausführlichen Schiedsspruch zu geben.

Anwendung auf Baudelaire

So verhält es sich im zweiten Vers, dessen Ende es unmöglich macht, für ausführlich d(entweichen–Worte) zu akzeptieren. Die Stellung (b) erweist sich als die einzige, die die Ausführlichkeit des Schiedsspruchs erlaubt.

Methode

Man muss sich in dieser Angelegenheit vor jeder Verwechslungsmöglichkeit hüten. Die Feststellung, dass eine Idee in einem Text vorgetragen wird, nichts Verbindliches hat mit der Aufgabe, die daraus besteht zu bestimmen, ob er die Wahrheit darstellt. Wenn man sich auf die Objekte und Regeln aus einem Kommentar bezieht, dient dies nur dazu, die Bedeutung zu bestimmen. Ein Professor, der ein Lehrbuch überprüft, ist gewillt, die darin enthaltenen Fehler zu korrigieren, während ein Historiker, der einen bekannten Text bearbeitet, jede Änderung vermeidet, auch wenn ein Merkposten eine Unstimmigkeit an einer Stelle aufdeckt.

§24
· Ausrichtung
Theorie

Die Ausrichtung eines Gerüstes zeigt sich als die Gesamtheit der Stellungen, die ihm einen ausführlichen Schiedsspruch gibt, indem sie auf ihn einwirken.

Anwendung auf Baudelaire

Für (Natur–Tempel) begrenzt sich die Ausrichtung auf (b), jedoch besteht die auf (verdorben–Tempel) bezogene Ausrichtung aus (b, d) denn b(verdorben–Weihrauch) zeigt sich als gänzlich unabdingbar in Bezug auf die letzten Verse dann muss man diese erste Idee mit dem, verbinden, was man über die Wirkung des Weihrauchs weiß, was den Übergang zur Notion des Tempels gerechtfertigt. Dies hindert uns keinesfalls daran, die Ausführlichkeit von d(verdorben–Tempel) anzuerkennen.

Methode

Wenn der Gedanke durch die Betrachtung eventueller Merkposten nicht angehalten wird, ist es nicht außergewöhnlich, zwei gegenteilige Möglichkeiten zu betrachten, die mittels der Schiedssprüche die Beschreibung der Bedeutung betreffen. Diese Beschreibung passt im Gegensatz kaum zu den Texten mit strengem Inhalt.

§25
· Möglichkeiten der Ausrichtung
Theorie

Es bestehen für ein Gerüst nur drei mögliche Ausrichtungen: (b); (d); (b, d). Man kann im Übrigen durch ein offensichtliches Gerüst zu (b, d) kommen. Man benötigt nur einen klaren Text bezüglich der Verbindungen zwischen den Begriffen, jedoch zum Beispiel in der Form eines Fragesatzes. Die Ironie oder das Zaudern erlauben ebenfalls einen ähnlichen Ausweg: man weiß, dass die Begriffe auf einander verweisen, man weiß jedoch nicht in welcher Richtung.

Methode

Betrachten wir den Reim “ich liebe dich ein wenig, sehr, leidenschaftlich, zum Verrücktwerden, überhaupt nicht”. Das Gerüst (liebe–ich) zeigt sich offensichtlich, und jedoch b(liebe–ich) und d(liebe–ich) zeigen sich ebenfalls ausführlich. Das Gleiche im folgenden Text: “sind die Menschen Tiere?” Für das klare (Menschen–Tiere) erhält man gleichzeitig die Ausführlichkeit von b(Menschen–Tiere) und von d(Menschen–Tiere). Auch diese lustige Szene mit einer Person, die ihrem lauten Nachbarn erklärt: “du hast mir Freude bereitet, indem du mir die ganze Nacht eine Serenade gespielt hast”. Da das Gerüst (Freude–mir) offensichtlich ist, muss man dennoch die Ausführlichkeit von jedem der Schiedssprüche akzeptieren, die daraus stammen.

Anwendung auf Baudelaire

Leider gibt es noch Probleme. Kann man absolut sicher sein, dass Baudelaire als er am Anfang eines Sonetts schrieb «Die Natur ist ein Tempel…» um die Korruption des Weihrauchs anzudeuten, keinerlei Beziehung zwischen den zwei Absätzen herstellte? Man kann darüber herzhaft lachen. Was nun die Grundlage angeht, betrefft die Idee die biblische Episode der Vertreibung der Händler aus dem Tempel [126]-[145]«…Es steht geschrieben: "Mein Haus soll ein Bethaus heißen"; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.» Neben dem Thema der Schändung des heiligen Ortes findet man in der Bibel das Thema des Heiligtums, das von Anfang an von Verderbtheit befallen ist [121]: «Und als er nun alt war, neigten seine Frauen sein Herz fremden Göttern zu, sodass sein Herz nicht ungeteilt bei dem Herrn, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David. So diente Salomo der Astarte, der Göttin derer von Sidon, und dem Milkom, dem gräulichen Götzen der Ammoniter. Und Salomo tat, was dem Herrn missfiel, und folgte nicht völlig dem Herrn wie sein Vater David. Damals baute Salomo eine Höhe dem Kemosch, dem gräulichen Götzen der Moabiter, auf dem Berge, der vor Jerusalem liegt, und dem Milkom, dem gräulichen Götzen der Ammoniter. Ebenso tat Salomo für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten.» Für „Entsprechungen“ weiß man nicht, ob Baudelaire tatsächlich die "Tempel-Welt" als durch Verderbnis befallen verstanden hat, und wenn er dieser Idee zustimmt, zeigt dies keineswegs, dass sie von Anfang an enger am Thema des gegenwärtigen Übels liegt als an der gegensätzlichen Idee.

§26
· Zeiger
Theorie

Wenn man keinen neuen Schiedsspruch erhält, indem man irgend einem Feld die Formel eines Ersten entzieht, dann ist dieser unauflösbar und wird Zeiger genannt.

Anwendung auf Baudelaire

In dieser Art stellt b(Antworten– Düfte) ein gültiges Beispiel dar, aber b(Antworten einander–Düfte) passt keineswegs ins Bild, denn sobald das erste Feld vom linken Mitglied entfernt wird, fällt man auf einen neuen Schiedsspruch zurück. Keine der folgenden Formeln eignet sich für einen Zeiger: b(Antworten einander–Düfte Farben); b(Antworten einander –Farben Töne); b(Antworten einander–Düfte Farben Töne). Im Gegenteil lassen sich die Schiedssprüche b(Antworten–Töne) und b(Antworten–Farben) nicht mehr kürzen, d.h. sie sind unauflösbar. Man könnte dem entgegenhalten, dass die Bedeutung stark beeinträchtigt wird, sobald Felder entfernt werden, und dass die Farben dem Gedicht zufolge in erster Linie keineswegs anderen Farben, sondern augenscheinlicher den Düften und Tönen antworten. Vermeidet man jedoch grundlose Spielereien, muss man erkennen, dass eine korrekte Behandlung der Bedeutung keinesfalls verhindert wird, wenn man von unauflösbaren Schiedssprüchen ausgeht. Nachdem die Wichtigkeit von b(Antworten–Düfte) und von b(Antworten–Farben) gezeigt wurde, wird die Wichtigkeit, das Ganze von b(Düfte–Farben) b(Antworten–sich) zu ergreifen, geltend gemacht.

Methode

Es genügt, wenn das Wesentliche innerhalb der beiden Bedeutungen verbleibt, um sie später auf einer höheren Ebene brauchbar zu machen.

§27
· Spannung
Theorie

Eine Spannung besteht aus einem Zeiger, die eine Spezifität beschreibt. Man kann einen (r) vor der Formel eines solchen Schiedsspruches stellen um die Eigenartigkeit der Idee zu zeigen.

Methode

Ein Schaffender schockiert oft das Publikum, indem er sich selbst Gewalt antut. Daher ist es ratsam zu vermeiden, die Spannungen so zu empfinden, als würden sie sich in allen Fällen auf oberflächliche Provokationen beziehen.

Anwendung auf Baudelaire

Die befremdliche Beteuerung bezüglich der Verderbnis des Weihrauchs kombiniert mit der Andeutung der Zartheit der Düfte der anderen Art, erinnert an den verwobenen Eindruck, den die folgende Strophe ahnen lässt [[1049]] in Index II (Gedichte)">[[1049]]: «Nahe sind die Zeiten, wo jede Blume auf ihrem Stängel erzitternd,
Wie ein Weihrauchfass verduftet,
Die Töne und Düfte winden sich in der Abendluft,
- Melancholischer Walzer und schmachtender Schwindel!»

§28
· Front
Theorie

Bezüglich zweier Begriffe, zwischen denen für einen und denselben Text keine Verbindung durch irgendeinen Merkposten abgesichert ist, verlangt der Zweck, ihren Abstand genau zu bestimmen, über die Stilunterschiede vom lapidaren zum weitschweifigen hinaus zu gehen. Um den Sinn im Wesentlichen vorzutragen, muss man sich auf die notwendigen Wörter beschränken, und dies führt dazu, es im Telegrammstil wiederzugeben. Die nach dieser Übung verbleibenden Felder bilden die Fronten, und man akzeptiert als solche alle Felder der Mitglieder von irgendeiner ausführlichen Spannung, da ihre Bedeutung ausschließlich einen entscheidenden Charakter umhüllt und zwar genau den, den man erzielen will. Um die Fronten ohne Schwierigkeiten zählen zu können, ist es klug, die anderen Felder in Klammern zu setzen. Was die gesprochenen Texte betrifft, werden sie zuerst abgeschrieben und gleichermaßen behandelt.

Anwendung auf Baudelaire

Von «répondent» (Antworten) bis «enfants» (Kinder) zählt man fünf Fronten: “…Les parfums, les couleurs et les sons se répondent./////(Il) est (des) parfums frais comme (des) chairs (d')/////enfants…” (…Antworten einander die Düfte, die Farben und die Töne. Es sind Düfte, frisch wie die Haut von Kindern…)

Methode

Indem man beschließt, nur die Zeiger zu betrachten, werden nur einige Aspekte der Bedeutung vorgetragen, und das Gleiche findet statt, wenn man von der Gesamtheit der Felder zum Telegrammstil übergeht, der ausschließlich die Fronten enthält. All diese Kunststücke haben jedoch als Ziel, das Allerwichtigste aus den Erscheinungen herauszufinden.

§29
· Schwebe
Theorie

Wenn man durch einen ausführlichen Zeiger eine Spezifität mit dem Verdacht beschreibt, sie falsch zu erfassen, dann stellt die Spannung eine deutliche Schwäche für die Intuition dar, und gegensätzlich erzeugt der unausweichliche Charakter des Unbekannten eine Kraft für eine solche Beschreibung. Das Schweben einer Spannung kommt aus einer numerischen Größe, die es erlaubt, den Mangel an Stärke in der Bedeutung zu erfassen, und man kann es nur bestimmen, wenn diese Spannung sich ausführlich zeigt. Beim Minimalwert 1 handelt es sich um ein Produkt aus vier Zahlen oder Faktoren. Jede davon zeigt Möglichkeiten, mit oder ohne Koeffizient. Irgendeiner dieser Faktoren innerhalb des Schwebens ist wie das Gegenstück einer Schwächeursache für die beobachtete Spannung.

Anwendung auf Baudelaire

Sicherlich zeigt sich rb(Natur– Tempel) als eine ausführliche Spannung mit intuitiver Stärke. Dagegen leidet rb(verdorben–Tempel) unter einer Schwäche trotz seiner Wahrscheinlichkeit, und man könnte eine gewisse Beanspruchung des Textes vermuten durch diejenigen, die sich seiner Richtigkeit zu sicher sind.

Methode

Da die Spezifitäten sich einerseits grundsätzlich schwer verständlich und andererseits als unüberwindbar mittels der Referenz zu einem Merkposten zeigen, sind die sichersten unter ihnen von Unschärfe gezeichnet, und es ist also gerechtfertigt, den Spannungen, die sie beschreiben, ein minimales Schweben anzuerkennen.

§30
· Möglichkeiten
Theorie

Man nehme eine Münze und einen Würfel. Wettet man über den Ausgang eines Wurfes dieser beiden Objekte, macht man sich abhängig von ihrer Gestaltung, und die Unbeständigkeit der Hoffnung bezüglich eines günstigen Ausgangs stammt davon. Da die Münze Seiten hat, wird einer der numerischen Werte, die das Messen des eingegangenen Risikos ermöglichen unausweichlich 2 sein, und der andere Wert 6, da der Würfel Seiten hat. Die möglichen Kombinationen bestehen aus: Kopf-eins; Kopf-zwei; Kopf-drei; Kopf- vier; Kopf-fünf; Kopf-sechs; Zahl-eins; Zahl-zwei; Zahl-drei; Zahl-vier; Zahl-fünf; Zahl-sechs. Insgesamt zählt man Möglichkeiten, ((2)(6)), 2 für die Münze, 6 für den Würfel. So liefert 12 in einer solchen Wette ein numerisches Gegenstück zur mit dem Wunsch gepaarten Unbeständigkeit. Die Überlegung bezüglich der Bedeutung ergibt etwas Ähnliches: man multipliziert die Faktoren, um ein Maß der Schwäche der Spannung zu erhalten, weil die Zusammensetzung der Ursachen es rechtfertigt.

Anwendung auf Baudelaire

Das Motiv, weswegen es ausgeschlossen erscheint, eine bestimmte Anwendung der Theorie der Wahrscheinlichkeiten bezüglich der Werte der Interpretationen zu gründen, ist, dass die Möglichkeiten der Bedeutung, im Gegenteil zu der bezüglich des Falls der Münze oder des Würfels, unvorhersehbare Aspekte haben. Es genügt ein interessanter Fund, wenn auch fraglich, um eine heiße Interpretation über den einen oder den anderen Vers von „Entsprechungen“ zu liefern, die die Kritik noch in keiner Weise ergriffen hat.

Methode

Eine Episode bezüglich der Klarstellung der Wahrscheinlichkeitsrechnung zeigt im Gegenteil deren verifizierbaren Charakter bis in die feinsten Details: Pascal und seine Gesprächspartner, als sie über die Konsequenzen der Idee nachdachten, dass es nur einmal von sechs und dreißig, ((6)(6)), gelingt, eine doppelte Sechs zu würfeln, zuerst jede der sechs Seiten des einen sahen, die eine nach der anderen zu jeder der sechs Seiten des anderen passt [250]-[568].

§31
· Symbole
Theorie

Die als Schwebefaktor verwendete Zahl wird in Klammern gesetzt. Ein Buchstabe, der auf die Sorte hinweist, wird vorangestellt wie für t(2). Wenn es erwünscht ist, stellt man ein solches Symbol vor die Spannungsformel, wofür es sich rechtfertigt. Die Faktoren samt ihrem Zeichen halten sich an dem Rang (t); an der Schwingung des durch das linke Mitglied vorgetragenen Begriffs (m); an der Schwingung des anderen (w) und schließlich an der inneren Entfernung (s).

Methode

So erscheint das Schweben als das Produkt (tsmw) mit beispielsweise t(2)s(1)m(2)w(1)=4 oder ((2)(1)(2)(1))=4.

Anwendung auf Baudelaire

Man kann nicht die numerische Behandlung von begrenzten Facetten des baudelaireschen Gedanken durch eine vom Autor in allen Details unbekannte Methode als unhaltbar vermuten. Es geht hier nicht darum, eine geistliche Kommunikation mit dem Dichter herzustellen, sondern nur darum, eine gut abgegrenzte Beschreibung bestimmter Aspekte des Textes zu erhalten. Es ist keineswegs notwendig, sich irgendwelche Behandlungen des Konzepts des Schiedsspruches, oder der Spannung, oder des Schwebens durch Baudelaire vorzustellen. Spricht ein Grammatiker von Nachsilben in der „Iliade“, schlussfolgert die Kritik keineswegs, dass zu der Zeit der Entstehung des Epos niemand eine genaue Vorstellung von Nachsilben hatte und dass das Studium deshalb vollkommen sinnlos erscheint. Die homerische Dichtung bietet die Möglichkeit Nachsilben zu vernehmen, und dies lässt bezüglich ihrer eventuellen Benennung durch diejenigen, die sie geschaffen haben, nichts vermuten.

§32
· Rang 1
Theorie

Der Rang einer Spannung stellt sich als die Anzahl der Stellungen dar, die dem Gerüst in seiner Ausrichtung zustehen, und dies führt zu seiner Abwesenheit bezüglich der Spannungen, die keine Ausführlichkeit bieten, während er sich bis 1 erhöht und sich t(1) schreibt, wenn nur eine Stellung eine solche bietet.

Methode

Es handelt sich darum, den anderen Schiedsspruch zu betrachten, der aus demselben Gerüst stammt, aus dem die betrachtete Spannung abgeleitet wird. Sobald er sich so ausführlich zeigt wie sie selber, kann sich der Rang nicht bis 1 erhöhen.

Anwendung auf Baudelaire

Wahrscheinlich bildet rb(verdorben-Geistes) sehr wohl eine ausführliche Spannung. Da jedoch (d), indem es auf (verdorben-Geistes) wirkt, wiederum einen neuen ausführlichen Schiedsspruch erzeugt, kann die Spannung, die sich ihm entgegenstellt, um eine schockierende Idee zu beschreiben, unmöglich den Rang 1 haben.

§33
· Rang 2
Theorie

Der Rang einer Spannung fixiert sich an 2, und man schreibt t(2), sobald zwei ausführliche Schiedssprüche aus einem und demselben Gerüst stammen.

Methode

Die vom beruhigenden gegensätzlichen Schiedsspruch gelieferte Vorstellung zeigt den gleichen Wert bezüglich der Interpretation, sobald der erste Schiedsspruch den Rang 2 erreicht.

Anwendung auf Baudelaire

Die Spannungen dieser Art bringen uns in die spekulative Zone der empfindlichsten Schiedssprüche mit der Auswirkung, dass b(verdorben–Tempel) je nach Perspektive abweisbar erscheint. Da die Kritik jedoch keinesfalls die Mittel besitzt, deren Absurdität aufzuzeigen, kann die Diskussion nur weitergeführt werden. Claude Pichois zeigt anhand einer Bemerkung von Jacques Gengoux, wie das Gedicht sich sozusagen um diese gegensätzlichen Achsen der sensuellen und heiligen Eindrücke dreht [669]-[670].

§34
· Innere Entfernung 1
Theorie

Die Anwesenheit eines offensichtlichen Gerüstes für eine Spannung hängt an dem intuitiven Elan der beschriebenen Bedeutung, und die innere Entfernung fixiert sich auf s(1), sobald diese Kraft der Eindrücke Sicherheit darüber bringt.

Methode

Die Ebene 1 rechtfertigt sich, weil das Schweben sich niemals aufheben kann.

Anwendung auf Baudelaire

Deshalb zwingt sich s(1)rb(Natur–Tempel) auf genauso wie s(1)rb(betrachten–Symbolen), während man für b(betrachten–Wälder) s(1) ablehnen sollte, weil die Bedeutung “de nombreux” (viel) für «des forêts de» (Wälder von) von vornherein als klar erscheint, und weil gleichzeitig «symboles» (Symbolen) «qui» (Die) näher steht und sich daher leichter mit «observent» (betrachten) verbindet als «forêts» (Wälder).

§35
· Drei Fälle
Theorie

Wenn das Gerüst einer Spannung keinen offensichtlichen Charakter aufweist, bieten sich drei vollkommen unvereinbare Möglichkeiten an: “das Verhältnis zwischen den Ideen, die das Gerüst rechtfertigen, wurde ursprünglich klar erfasst, um vom Publikum erraten zu werden”; oder “der Schaffende selbst hatte davon nur eine vage Vorstellung”; oder “er hatte davon schließlich nichts wahrgenommen, und deshalb muss ein solches Gerüst als pure Illusion verworfen werden”.

Methode

Auch wenn die Polemik bezüglich der tausend Grade oder Nuancen des verschwommenen Geistes weiterhin um sich greift, muss man die beiden zweifelhaften Fälle unterscheiden.

Anwendung auf Baudelaire

Selbst wenn sie danach verlangen, nicht verwechselt zu werden, zeigen sie sich leicht solidarisch. Somit gehört (verdorben–Geistes) eventuell der Phantasie an. Man sollte jedoch nicht ausschließen, dass Baudelaire daran gedacht haben könnte. Da die Taumel teilweise dem Geist angehören, und die verdorbenen Düfte dem Gedicht nach ihre Wirkung zelebrieren, erscheint eine ursprüngliche Assoziation für die Gedanken vorstellbar. Der Autor stellte bezüglich solcher Emotionen möglicherweise die Frage [9]-[664]-[718]-[781]: «…wer hat diese wunderbaren Stunden nicht erlebt? Diese echten Feste der Sinne, die im höchsten Grade empfindlich sind und dröhnende Wahrnehmungen aufnehmen! Der Himmel, der heiterer als gewöhnlich ist, scheint wie ein endloser Abgrund. Die Töne klingen musikalisch, die Farben sagen aus, die Düfte erzählen von Gedankenwelten.»

§36
· Innere Entfernung ≥ 2
Theorie

Um die innere Entfernung bestimmen zu können, trennt man, wenn jedes offensichtliche Gerüst fehlt, unter den Ideen der drei vorhergesehenen Möglichkeiten, die beiden ersten von der übrigen, und man muss abstrahieren können, denn es sind eher die zweite und dritte, die man gemeinsam mit Leichtigkeit betrachtet. Der Wert 2 bildet das numerische Gegenstück von: “das Gerüst muss erraten werden”; “es ist ursprünglich unklar”. Was den Wert 1 angeht, misst dieser abseits der anderen die dritte Möglichkeit: “das Gerüst gehört zum Bereich der Illusionen”. Man weist diesem Wert 1 einen Koeffizient zu, denn der Irrtum bedroht umso mehr das Gerüst, da manche Wörter zwischen den Begriffen innerhalb der Spannung eine lange Trennung ergeben. Man bestimmt den Koeffizient als die Zahl, die das Risiko der Illusion am besten definiert: dasjenige der Fronten, die zwischen den Begriffen stehen, geteilt durch 10. Je mehr die zehnfachen Fronten von einem Begriff zum nächsten fließen, desto weniger erscheint das Gerüst wahrscheinlich. Daher ist der Wert von (s) 2+(1(n/10)) für (n) Fronten. Der Wert 2 ergibt sich aus diesen beiden Möglichkeiten nebenbei betrachtet, und 1 stellt den dritten Fall dar, nämlich den der vollkommenen Illusion, da n/10 der Koeffizient darstellt, der sich an diesen Wert hängt.

Methode

Für Fronten ohne offensichtliches Gerüst wird die Menge (s) als Höhe 2+(1(30/10)) nehmen, oder 2+(30/10) also (2+3)=5. Und mit Fronten zwischen den Begriffen der Spannung wird das Ergebnis 2+(1(5/10)) sein: also 2+(5/10) oder (2+0,5)=2,5.

Anwendung auf Baudelaire

Somit findet man s(2,5)rb(corrompus–infinies), weil (corrompus–infinies) (verdorben -unendliche) nicht offensichtlich ist und weil zwischen den betroffenen Begriffen fünf Fronten stehen. In der Tat wird vorgetragen, dass die verdorbenen Düfte die Ausdehnung der unendlichen Dinge besitzen, jedoch genügt dies keinesfalls, um über (corrompus–infinies) Sicherheit zu haben. Außerdem kann man einfach den betroffenen Abschnitt schreiben: “Il est des parfums…corrompus,/////riches (et) triomphants, Ayant (l')expansion (des) choses/////infinies…” (Es sind Düfte…verdorben, reich und sieghaft, Welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge…) Dies zeigt die Fronten, die das Niveau 2,5 rechtfertigen.

§37
· Gleichgewicht der Faktoren
Theorie

Was die Bestimmung des Koeffizienten betrifft, können wir nur unser empirisches Vorgehen zugeben. Es ging darum, eine Gewichtung der Faktoren zu erzielen, und da der Rang nur zwischen 1 und 2 variiert, würde die ungekünstelte Zählung der Felder zu einem Missverhältnis führen, weil der Beitrag der Distanz, der das Unwahrscheinliche der Spannungen betrifft, stark überbewertet wäre. Somit passten die zehnfachen Felder besser. Jedoch sind die unzähligen kleinen Wörter bei manchen Autoren oder in verschiedenen Sprachen woanders sehr reduziert wie beispielsweise Präposition, Artikel oder Bindewörter, und es schien also angezeigt, Fronten anzuwenden.

Methode

Diese sind je nach Vortrag unterschiedlich, da ein Wort bei dem einen gewichtslos sein kann, während es bei dem anderen von entscheidender Wichtigkeit werden kann: der Telegrammstil bietet den Vorteil, dass die Wörter sich je nach Wichtigkeit für die eine oder andere Mitteilung ändern. Es scheint jedoch begründet einzuwenden, dass vielfältige Variationen in der Auswahl je nach Telegrafenbeamter stattfinden können. Es ist zu hoffen, dass Betrachtungen diesen Verschiedenheiten ein Ende bereiten. Jeder weiß bereits, dass wenn jemandem die Aufgabe zukommt, aus einem Text die zur Bedeutung notwendigen Wörter hervorzuheben, er die Umstände betrachten muss, die die Form dazu zwingt Grundlage zu werden und somit wird er die Wichtigkeit von “die” erkennen in dem Ausdruck “die Schiff fing Feuer”. Wir werden den durch die Probe im Telegrammstil bestimmten Fronten also diejenigen, die mit dieser Art der Phantasie in Stil oder in der Rechtschreibung verbunden sind, hinzufügen.

Anwendung auf Baudelaire

Was das Problem des Gleichgewichts des Faktors angeht, scheint es gleichfalls empfehlenswert, es mittels eines Beispiels zu betrachten. Eine Spannung des Typs b(répondent– chairs) (antworten-Haut) verfügt über Ausführlichkeit, ohne ein offensichtliches Gerüst zu besitzen. Der Text klingt wie folgt «…Les parfums, les couleurs et les sons se répondent.

Il est des parfums frais comme des chairs d'enfants…» (…Antworten einander Düfte, Farben und Töne.//Es sind Düfte frisch wie die Haut von Kindern…) Müsste man die Anzahl der zwischen «répondent» und «chairs» verwendeten Felder benutzen, 7 also, wäre das Missverhältnis zu 2 offenkundig, das als numerisches Gegenstück des Rangs den austauschbaren Charakter der Stellung darstellt. Es ist schon etwas, je nach Lust und Laune behaupten oder leugnen zu können: eine solche Eigenschaft alleine schwächt ungemein die Bedeutung, so gibt der Wert 7 ein viel zu aufdringliches Maß im Verhältnis zu dem anderen 2. Im Gegenteil dazu, erzielt man mit Hilfe des vorgeschlagenen Koeffizienten, mit den Faktoren eine bessere Aufstellung der Darstellung: 2,4 ist das Gegenstück von 2. Wendet man nun den Blick zur Dichtung, öffnet das Thema des kindlichen Fleisches, das im betroffenen Absatz angedeutet wird, die Erinnerung an andere berühmte Verse [[1054]] in Index II (Gedichte)">[[1054]]: «Mein Kind, meine Schwester,
Denk an die Sanftheit
Dorthin zu gehen und zusammen zu leben…» Zitieren wir von Gautier folgende Beschreibung [405]: «…ihre bis zu den Ellenbogen bloßen Arme kamen aus einem Büschel Spitze hervor. Sie waren pummelig und weiß wie Glänzend poliertes Silber, jedoch mit unvorstellbarer Schönheit in den Grundzügen…» Woanders sieht sich die Zartheit des Fleisches einer einfachen Brutalität ausgesetzt wie jene des mit dem Schwert erreichten Sieges [144]: «…Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte.»

§38
· Stufe und Podest
Theorie

Manchmal trägt ein Mitglied der Formel für eine Spannung mehr Bedeutung, wenn auch sehr allgemein, so dass zusätzlich zu dem Sinn, der zur Spezifität führt, genügend starke Ideen hinzukommen, um ihr als Ausflucht zu dienen. Der Begriff kann in einem solchen Fall betrachtet werden, als verbinde er zwei breite gegensätzliche Sinnabschnitte. Derjenige, der die Spannung ermöglicht, ist die Stufe des Begriffs, und das Übrige bildet das Podest.

Anwendung auf Baudelaire

Die übertragene Bedeutung von «répondent» (stimmen; sich im Gleichgewicht befinden) lenkt von rb(répondent–parfums) ab und sie gehört somit zum Podest des Begriffs für die gemeinte Spannung.

Methode

Mehrere Ideen, die durch ein einziges Wort abgegeben werden, spielen eventuell eine auffällige Rolle, und fast jeder Begriff muss als eine Gruppe von Bedeutungen aufgefasst werden. Das Wesentliche bleibt hier jedoch, dass einige unter ihnen die anderen eventuell daran hindern können, eine Spannung auszuführen. Man sollte sich außerdem davor hüten, die Teilung ein für alle Mal als erledigt zu betrachten, denn für unterschiedliche Stöße erkennt die Grenze zwischen einer Stufe und einem Podest nur in bestimmten Fällen nochmals dieselben Vorstellungen.

§39
· Schwingung
Theorie

Die Zweideutigkeit der Spannungsmitglieder erzeugt einiges, um zwei Schwebefaktoren zu bestimmen: die Schwingung (m) des durch das linke Mitglied vorgetragenen Begriffs; und diejenige (w), die das rechte Mitglied betrifft. Der Besitz eines Podests schadet immer der Bedeutungskraft, und dies rechtfertigt ihre Beteiligung am Schweben. Der Gedanke verliert das Gefühl eines schweren Schocks, wenn er in der Lage ist, der Spannung durch die Zweideutigkeit eines oder mehrerer Punkte innerhalb der Formel auszuweichen.

Methode

Da die Mitglieder gebunden sind, hängt die Vergleichsenergie von beiden Begriffen ab, und dies führt dazu, dass die Spannungsänderung möglicherweise das Verhältnis zwischen Stufe und Podest sowohl für den ersten als auch für seinen Nachbarn ändert.

Anwendung auf Baudelaire

Die Häufigkeit der Kontraste in den Gedichten von Baudelaire wurde oft unterstrichen. Jules Lemaître schrieb [98]: «Ja, da liegt meiner Meinung nach die Bemühung des Baudelairismus: immerzu zwei gegensätzliche Gefühlsordnungen zu vereinen…» Auf ähnliche Weise hat Léon Cellier in der zarten Anordnung einer Ansicht zu ihrem Gegensatz, einen Hauptteil dieser Kunst gesehen [182]: «…die Gegensätze nähern sich ohne sich wirklich zu vereinen…»

§40
· Schwingungswerte
Theorie

Wenn ein einziger Spannungsbegriff ein Podest besitzt, hat man Möglichkeiten: “letztendlich bringt sich die Spannung ein”; oder auch “sie findet nicht statt”. Der Begriff bietet alsdann genug, um einen Schwingungsfaktor 2 zu rechtfertigen: m(2) oder w(2) je nachdem, ob es sich um den einen oder den anderen Begriff handelt, und gewiss können beide gleichzeitig in Betracht gezogen werden. Im Gegensatz erlaubt die Abwesenheit eines Podests den Faktor 1: m(1) oder w(1). Es handelt sich jedes Mal um die Schwingung der Begriffe. Diese kann höchstens einen Wert 4 für m(2)w(2) bringen und sich bis 1 mit m(1)w(1) reduzieren. Die beiden anderen Eventualitäten m(1)w(2), m(2)w(1) ergeben einen Wert von 2 bei umgekehrten Wegen.

Methode

Da eine Spannung nur für einen Text existieren kann, gilt das gleiche für ihre Schwingungen.

Anwendung auf Baudelaire

Vom Titel «Correspondances» bis zu «répondent» für m(2)rb(répondent–couleurs) (antworten-Farben) entwickelt sich eine diskrete Zweideutigkeit in Bezug auf den linken Begriff, während die angedeutete Bedeutung in die unwiderlegbare Abstraktion des Titels eine leichte Unterstützung findet. Baudelaire beherrschte dennoch die Kunst sehr weit zu gehen in Bezug auf die Verwendung des beherzten Charakters, der im achten Vers als unmittelbar dargestellt wird [9]-[664]-[717]-[781]: «Es ist, als ob diese Farbe…von selbst denke...» Ebenfalls in diesem Absatz über Delacroix: «…der Eindruck, den man beim Anblick seiner Bilder gewinnt, grenzt oft aus Musikalische.»

§41
· Äußere Entfernung 1
Theorie

Wir haben nun die drei Schwebefaktoren (t), (s), (m) und (w) definiert. Neben der Stärke der aus dem Text stammenden Bedeutung, die durch die ausführliche Spannung beschrieben wird, sind die auf ein anderes Zusammenprallen zurückzuführenden und von einem ersten erlittenen Einflüsse einzukreisen. Betrachten wir innerhalb dieser Perspektive die äußere Entfernung. Da sie nur für zwei Spannungen mit einem gemeinsamen Begriff und derselben Stellung definiert wird, begrenzt sie sich auf 1, sobald sie beide ein offensichtliches Gerüst besitzen, und wenn der Bezug auf einen Merkposten dazu zwingt, ihre Ideen zu verbinden.

Methode

Da außerhalb eines klaren Verhältnisses die Wörterverbindungen eine unsichere Notwendigkeit haben, befiehlt die Vorsicht die Ablehnung der Perspektive eines messbaren Abstands, sobald die Selbstverständlichkeit seine Anwendung nicht ausdrücklich rechtfertigt. Es reicht zum Beispiel keineswegs, dass mehrere Begriffe aus demselben Satz stammen, um irgendwelche klare Beziehung zu garantieren. Auf ähnliche Weise können zwei paradoxe Aussagen, die im räumlichen oder zeitlichen Sinne benachbart sind, keine tiefe Beziehung kennen.

Anwendung auf Baudelaire

Die äußere Entfernung steigt bis 1 nur mangels jeglichen Zweifels bezüglich einer solchen Verschachtelung. Somit haben wir c(1) für rb(lebendige–Säulen) rb(lassen–Säulen), weil jede Behauptung ein offensichtliches Gerüst für einen Text besitzt, der kraftvoll die Vereinigung der verwendeten Bilder vorträgt. Im Gegenteil ist die äußere Entfernung zwischen rb(lassen– Natur) und rb(lassen–Säulen) nicht gleich c(1), auch wenn die Vokabeln und ihre Grammatik verlangen, aus der Sicht des Autors die Vorstellung der Natur mit dem Bild eines säulenbestückten Tempels zu denken, der Worte entweichen lässt. Nichts davon nützt etwas: c(1) muss abgelehnt werden, weil der offensichtliche Charakter sich keineswegs mit der ersten Spannung zeigt. Was die Basis der angesprochenen Bedeutung angeht, zieht das Thema der Freiheit genießenden Säulen nicht das Thema der bis dahin gefangenen Worte nach sich. Schließen wir bei Baudelaire nicht aus, dass alles, Worte, Natur, Symbole, Kühle und Verdorbenheit versuchen kann, ungehindert eine eigene Kraft zu erzeugen. Als würde er sich entspannen, spekuliert hier der Gedanke, weit entfernt von den Vorstellungen gewöhnlich unter den Physikern.

§42
· Äußere Entfernung ≥ 2
Theorie

Um die äußere Entfernung (c) darzulegen, muss man die Lage für zwei Spannungen mit einem gemeinsamen Begriff erklären. Falls einem davon ein offensichtliches Gerüst fehlt, oder falls kein Merkposten für die innere Verbindung mit den durch sie beschriebenen Bedeutungen sorgt, kann man drei Möglichkeiten in Aussicht nehmen: “der Schaffende hat die Beziehung zwischen den beiden Paradoxen so gesetzt, dass der Sinn erraten werden muss”, oder “die Vorstellung ist ursprünglich unklar“, oder schließlich “diese ganze Idee gehört dem Bereich der Illusionen”. Indem man solche Eventualitäten als gegenseitig unverträglich begreift, findet man fast das Muster wieder, das die Idee der inneren Entfernung regiert: für (n) Fronten zwischen den Begriffen, die den Spannungen nicht gemeinsam sind, erreicht der Wert (c) 2+(1(n/10)), weil die beiden ersten Möglichkeiten einerseits mit 2 als Maßstab bleiben, und das numerische Gegenstück 1 der Eventualität der vollkommenen Illusion bekommt den Koeffizient n/10 zugewiesen, der die Unwahrscheinlichkeit darstellt, deren Einfluss mit der Steigerung der Entfernung zwischen den Begriffen steigt.

Methode

Mit Fronten von einem zum anderen, sowie unter den vorgenannten Bedingungen, erzielt (c) 2+(1(2/10)) oder c(2,2), und mit Fronten 2+(1(25/10)), somit c(4,5).

Anwendung auf Baudelaire

Zwischen rb(corrompus– encens) und rb(corrompus–esprit) muss c(1) ausgeschlossen werden, da die zweite Spannung kein offensichtliches Gerüst besitzt. Der in Frage gestellte Abschnitt kann wie folgt geschrieben werden: “Il est des parfums...corrompus, riches et triomphants, Ayant l'expansion des choses infinies, Comme l'ambre, le musc, le benjoin et l'encens,/////Qui chantent (les) transports (de) (l')/////esprit et des sens.” (Es sind Düfte… verdorben, reich und sieghaft, Welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben, Wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch, Die den Taumel des Geistes und der Sinne singen.) Man zählt Fronten zwischen «encens» und «esprit». In der Tat lassen die Begriffe, die den Unterschied zwischen den beiden Spannungen ausmachen, unter sich drei Fronten zu. Und mit 2+(1(3/10)) ist die äußere Entfernung c(2,3).

§43
· Gelenke
Theorie

Man sucht gerne eine Bemerkung, die die Beschreibung einer beim Erfassen eines Schriftstückes begegneten großen Schwierigkeit mildert. Das Gleiche soll ebenfalls in Bezug auf die Spannungen geschehen, und da die Ausführung dieser Angelegenheit schwerfällig erscheinen kann, ist es besser, eine vorgezogene Zusammenfassung zu bieten. Ein Gelenk besteht aus einem Paar ausführlicher Zeiger mit gleicher Stellung, die es ermöglichen, die von einer Spannung erzeugte Ratlosigkeit zu beheben. Jeder gelenkbildende Zeiger nennt sich Sperre, deren Existenz mit einem vor der Formel platzierten (v) gezeigt werden kann. Eine Spannung, die ein Gelenk und ein offensichtliches Gerüst besitzt, wird Kerbe genannt, wenn sie selber als Sperre für eine andere Spannung benutzt wird. Die Unterscheidung geschieht dann zwischen den Gelenken mit und denen ohne Kerbe. Wenn man über eine Kerbe verfügt, erwähnt man sie erst nach der anderen Sperre desselben Gelenkes.

Methode

Es ist seit dem klassischen Altertum üblich, sich eines Interpretationsproblems durch eine Zusammenfügung von Gedanken zu entledigen, und neuere Beispiele zeigen, dass verschiedene klärende Elementarverfahren in der Lage sind, eine große Vereinfachung zu vermeiden.

Anwendung auf Baudelaire

Claude Pichois zeigt wie Felix Leakey eine der größten Schwierigkeiten des Gedichts behebt, bezüglich der geheimnisvollen Rolle der angedeuteten Dinge [667]: «…Die "wirre Worte" und die "vertraute Blicke" wodurch die Gegenstände der Natur ihre Vorzüge den Menschen als "Symbole" anbieten, sind nichts anderes als Düfte, Farben und Töne…»

§44
· Gelenk mit/ohne Kerbe
Theorie

Dieselbe Spannung kann mehrere zuweilen unterschiedliche Gelenke erhalten: es genügt, dass der Text es zulässt. ln der Kategorie der Kerbengelenke befinden sich die Raster und die Schranken, während man in der anderen die Weichen, die Deckung und die Zangen findet.

Methode

Für den Fall, dass neue Gelenkarten deutbar wären, würde das sorgfältige Beschreiben der Geisteswindungen der Klassiker dazu helfen sie aufzuspüren.

Anwendung auf Baudelaire

Wie immer hat unsere Beschäftigung mit „Entsprechungen“ uns Mittel zu Verfügung gestellt, so hat sie uns ebenfalls dazu geführt, gewisse Anordnungen in den Gedanken zu vernachlässigen.

§45
· Zange
Theorie

Eine Zange besteht aus einem Paar ausführlicher Zeiger, die einen gemeinsamen Begriff besitzen, der von der geschwächten Spannung abwesend ist. Zusätzlich haben beide Zeiger einen aus der Spannung stammenden Begriff, der von einem Zeiger zum anderen unterschiedlich ist.

Methode

Die Handlung einer Zange stammt von der Konvergenz der von den Sperren entstandenen Ideen, von der Tatsache, dass vb(S–E) vb(A–S) im Verhältnis zu rb(A–E) platziert wird.

Anwendung auf Baudelaire

Um rb(verdorben–Weihrauch) zu schwächen, behilft man sich mit vb(Sinne–Weihrauch) vb(verdorben–Sinne). Da man oft die Arten in Betracht zieht, wie die Sinnlichkeit eine Angriffsfläche für die Verdorbenheit gibt, ist es statthaft vb(verdorben–Sinne) anzubieten, und da der Weihrauch physische Emotionen verursacht, könnte innerhalb von vb(Sinne– Weihrauch) nichts erstaunen. Insgesamt wird der Bedeutungsschock, da er nun besser verständlich ist, dadurch brauchbarer als zuvor. Um dieses Mal rb(Natur–Tempel) zu dämpfen, nimmt man die Form wahr, die die natürliche Welt und viele Tempel gemein haben: die Weite, die Tiefe, die Dunkelheit, die Nacht, die Klarheit, die Einheit, die Töne, die Resonanz, die Farben, die Düfte. Warum nicht auch die Ambra und der Weihrauch, da es sich hierbei um natürliche Essenzen handelt, die damals für Gottesdienste in vielen Kulten verwendet wurden? Es ist keinesfalls schwierig, sich verschiedener Zangen für die fragliche Spannung zu bedienen: vb(weit–Tempel) vb(Natur–weit); vb(tiefen–Tempel) vb(Natur–tiefen); vb(finsteren– Tempel) vb(Natur–finsteren); vb(Nacht–Tempel) vb(Natur–Nacht); vb(Licht–Tempel) vb(Natur–Licht); vb(Einheit–Tempel) vb(Natur–Einheit); vb(Töne–Tempel) vb(Natur–Töne); vb(Echos–Tempel) vb(Natur– Echos); vb(Farben–Tempel) vb(Natur–Farben); vb(Düfte–Tempel) vb(Natur–Düfte); vb(Amber–Tempel) vb(Natur–Amber); vb(Weihrauch–Tempel) vb(Natur–Weihrauch). Balzac schrieb [74]: «Was bietet man Gott an? Düfte, Licht und Gesang, die am geklärtesten Ausdrücke unserer Natur.»

§46
· Weiche
Theorie

Die Weiche ähnelt der Zange, aber auf einer Seite bietet die gedämpfte Spannung nicht die gleiche Stellung wie die Sperren, und außerdem haben diese keinerlei gemeinsamen Begriffe. Um rd(A–E) zu dämpfen, gibt man die positive Weiche vb(S–E) vb(A–L). Um diesmal rb(A–E) durch eine negative Weiche klarzustellen, benutzt man vd(S–E) vd(A–L).

Methode

Sich einen Text auszudenken, ermöglicht ein brauchbares Beispiel: “in der Nähe der Kasinos boten die Sandstrände den Kindern bis auf Schlimmeres Luft für ihre Energie. Das Spiel mit Geld ist letzten Endes kein Spiel”. Die Spannung schreibt sich rd(Spiel¹– Spiel²) und die positive Weiche vb(Kindern–Spiel²) vb(Spiel¹–Kasinos). Ein anderer Satz wird helfen, um die negative Weiche zu ergreifen: “der Prinz wusste, dass seine Stärke in der Tat eine Schwäche war, angesichts der einst blühenden Städte und der um Vergebung flehenden Gefangenen.” Die Spannung rb(Stärke–Schwäche) wird durch vd(Vergebung–Schwäche) vd(Stärke–blühenden) abgeschwächt.

Anwendung auf Baudelaire

Da „Entsprechungen“ keinerlei negative Wendung beinhaltet, wurde die Art der positiven Weiche durch das, was sich im Text am nächsten befindet, eingekreist. Der elfte Vers mit «andere» bietet in der Tat einen Anfang von Negation, der zu behaupten verbietet, dass für Baudelaire die Frische die Verdorbenheit enthält [670].

§47
· Raster
Theorie

Ein Raster enthält eine Kerbe, obwohl er für den Rest eine Zangenform annimmt , und die Kerbe selbst findet sich mit einer Zange versehen. Um eine Aufklärung von rb(A–E) zu erzielen, benutzt man vb(S–E) mit rvb(A–S) in der Hoffnung, dass diese Kerbe wiederum einwandfrei durch vb(L–S) vb(A–L) gedämpft wird.

Methode

Da er immer von einer Zange abhängt, kann der Raster niemals einen eigenen Verdienst haben.

Anwendung auf Baudelaire

Im Verhältnis zu rb(verdorben–Tempel) benutzt man vb(Weihrauch–Tempel) rvb(verdorben–Weihrauch). Und dann profitiert rvb(verdorben–Weihrauch) von vb(Sinne–Weihrauch) vb(verdorben–Sinne). Diese Zange gibt dann indirekt den Ertrag ihrer Tugenden an die Behandlung von rb(verdorben–Tempel). Man soll sich nicht einbilden, dass die Raster einem entgegenspringen, wenn man sie erhofft: sucht man eine Milderung von rb(Säulen–Worte), so findet man vb(lebendige–Worte) rvb(Säulen–lebendige), und die rvb Kerbe selbst profitiert von der Zange vb(Wälder–lebendige) vb(Säulen– Wälder), dank des Bildes der Bäume als lebendige Säulen. Jedoch führt dieser Aufbau zum Misserfolg , da die Kehrwendung der Bedeutungen, die auf «Wälder» wirkt, es keinesfalls schafft, das Problem ihrer Sprache zu behandeln, indem er zeigt nur warum die Säulen nach der Phantasie leben sollten.

§48
· Deckung
Theorie

Die Deckungen sind Gelenke ohne Kerbe, die es ermöglichen, ein Hindernis zu umgehen, anstatt es übersteigen zu müssen. Im Verhältnis zu rb(A–E) stellt man vb(S–E) vb(S–L) oder auch vb(A–S) vb(L–S) je nachdem was der Text zulässt.

Methode

Da eine der Sperren sowieso keinerlei Begriff der gedämpften Spannung hat, spielt die Intuition eine wichtige Rolle bezüglich der Verwendung dieser Gelenkart.

Anwendung auf Baudelaire

Was rb(antworten–Düfte¹) betrifft, schlägt man zum Beispiel vb(sanft–Düfte¹) vb(sanft–Farben) als Deckung vor. Eine der Gründe, weshalb diese verschiedenen Düfte die Fähigkeit genießen, anderen Gegenständen zu antworten, stammt daher, dass sie möglicherweise in der Lage erscheinen, mit ihnen eine Eigenschaft zu teilen und zwar die Sanftheit. Hat man die Methode begriffen, so kann man mit Leichtigkeit weitere Anwendungen finden, indem man andere Eigenschaften betrachtet: vb(frisch–Düfte¹) vb(frisch–Farben); vb(verdorben–Düfte¹) vb(verdorben–Farben); vb(reich–Düfte¹) vb(reich–Farben); vb(sieghaft–Düfte¹) vb(sieghaft–Farben). Überall muss man den im achten Vers benutzten Begriff «Düfte» verwenden, auch wenn das übrige Gedicht im Hintergrund vorgetragen wird.

§49
· Entnahme
Theorie

Eine Schranke verfügt über eine Kerbe, obwohl sie anderswo das Aussehen einer Deckung annimmt, und ihre Kerbe erhält eine Zange, eine Weiche oder eine Deckung. Man stellt vb(S–E) rvb(S–L) neben rb(A–E), oder auch, je nachdem was der Text erlaubt, vb(A–S) rvb(L–S).

Methode

Wenn man für die schwierigsten Schriftstücke die Abwesenheit irgendeines Rätsels, das sich durch Gelenke kommentieren lässt, in Betracht ziehen kann, haben dennoch viele Autoren, die von der Allgemeinheit verstanden werden möchten, einige Indizien ihres Gedankenganges in den Texten hinterlassen, was etliche Konstruktionen erlaubt, um sie wiederzufinden.

Anwendung auf Baudelaire

Eine Milderung von rb(betrachten–Symbolen) zeigt sich nicht als unmöglich, da Baudelaire dank des warmen Eindrucks, den zuweilen die physische Wirklichkeit gibt, die Wichtigkeit erkannt hatte, niemals ein Erleuchteter zu werden. Eine Schranke des Typs vb(Düfte¹– Symbolen) rvb(Düfte¹–antworten) scheint sich zu eignen. Die erste Sperre rechtfertigt sich, weil Moschus als Symbol der Sinnlichkeit gesehen wird, oder in dem die Rose die Liebe darstellt. Was die zweite Sperre angeht, bildet sie zum Beispiel eine Kerbe mit der Deckung vb(Düfte¹–sanft) vb(Farben–sanft). Die Düfte, von denen man annimmt, dass sie antworten, kann man sich auch als beobachtungsfähig vorstellen. Außerdem haben sie ihren Platz unter den Symbolen: hier ist also eine Milderung von rb(betrachten– Symbolen). Balzac spielte mit den atemberaubenden Ideen, die gerade vorgestellt wurden [87]: «Da baute der Doktor wunderbare Theorien bezüglich der Entsprechungen auf…Seiner Meinung nach…lieferte das "geistige" Wort Stoff für das "lebendige" Wort…» In einem anderen Werk ersinnt derselbe Autor auch diese Zeilen [91]: «Der Schall ist eine Verwandlung der Luft. Sämtliche Farben sind Verwandlungen des Lichts. Jeder Duft ist eine Kombination aus Luft und Licht…» Und [89]: «Düfte sind möglicherweise Vorstellungen!»

§50
· Einflüsse
Theorie

Verglichen mit einer Schranke, bietet der Raster dem Ausleger den Vorzug, die beruhigende Anwesenheit eines Spannungsbegriffs innerhalb jeder Sperre. Der wirkende Einfluss, von der durch den Raster gemilderten Spannung bis zur Kerbe des Rasters, wird durch diesen gemeinsamen Begriff sichtbar.

Methode

Man verfügt hiermit über ein Pfand gegen die Annäherungswillkür, deren Gefahr von Jules Vuillemin hervorgehoben wurde [972].

Anwendung auf Baudelaire

Die Beziehung von rb(verdorben–Weihrauch) bis rb(verdorben –Tempel) kann diesbezüglich als Beispiel dienen.

§51
· Stoß und Kanal
Theorie

Ein Stoß stellt sich dar als eine ausführliche Spannung, welche ein offensichtliches Gerüst besitzt, oder über einen Raster verfügt, der alsdann eine Kerbe braucht. Darüber hinaus bildet der Kanal einer ausführlichen Spannung und ebenso eines Stoßes das Umgekehrte seines Schwebens.

Methode

Für zwei Stöße liefert das Hinzufügen jenes Teils vom Kanal des ersten am Kanal des anderen ein Mittel, um die Tatsache zu beschreiben, dass die erste Spannung die Wahrnehmung der Zweiten begünstigt.

Anwendung auf Baudelaire

Somit erlaubt die Kraft von rb(verdorben–Weihrauch) auf die Sicht von rb(verdorben–Tempel) Einfluss zu nehmen.

§52
· Tandem
Theorie

Zwei Stöße bilden ein Tandem, sobald der eine innerhalb eines Rasters als Kerbe dient, um etwas Licht zu bringen, was die Bedeutung seines Nachbars mildert, und in diesem Fall gewähren sich beide durch ihre wechselseitige Wirkung eine beiderseitige Hilfe.

Methode

Dies zieht keinesfalls nach sich, dass die beidseitig wirkenden Drücke den gleichen Wert erreichen.

Anwendung auf Baudelaire

Somit ergreift man intuitiv den Einfluss von rb(verdorben–Weihrauch) in Bezug auf rb(verdorben–Tempel) als dem gegenseitigen Effekt vollkommen überlegen.

§53
· Verstärkung
Theorie

Die Verstärkung ist das numerische Gegenstück einer Zunahme an Bedeutung: eine Maßnahme, die nur für die Stöße, die alleine ein Tandem bilden, definiert wird. Mit den Kanäle (h) und (h’) für sie, ergreift man diesen Wert, als die Glaubhaftigkeit des anderen geteilt durch die äußere Entfernung. Dies ergibt (h’/c) für die des Kanals (h), und (h/c) für seinen Nachbar.

Methode

Da das Schweben eine Einschätzung bezüglich der Bedeutungsschwäche eines Aufeinanderprallens liefert, erlaubt gleichzeitig der Kanal als ihr Umgekehrtes, seine Kräfte zu schätzen. Wenn nun ein Einfluss, seinen Eindruck durch den Abstand zwischen den beiden intuitiven Paradoxen geschwächt sieht, wird das Maß der anfänglichen Stärke durch die numerische Gleichstellung der betroffenen Teilung geteilt.

Anwendung auf Baudelaire

Man kann betrachten, was rb(corrompus–encens) (verdorben-Weihrauch) in Bezug auf die Verstärkung für rb(corrompus–temple) (verdorben-Tempel) ergibt. Der Kanal des ersten Stoßes erhöht sich auf 1/(t(1)s(1)m(1)w(1))=1 mit t=1, weil der Text ohne Zögern die Verdorbenheit des Weihrauchs betont; s=1 wegen des offensichtlichen Gerüsts; m=1 durch den Ausdruck «riches et triomphants» (reich und sieghaft), der in der Lage ist auszuschließen, dass die Bedeutung “chemisch verdorben” den Erfolg von rb(corrompus–encens) als paradoxe Aussage verbietet; dann w=1 da für «encens» (Weihrauch) die Bedeutung “Lob” im fernen Hintergrund abgeschoben wird wegen des Themas der Düfte, das das Ende des Gedichts beherrscht. Zwischen «temple» und «encens» zählt man dazu Fronten, und die äußere Entfernung ist somit auf 8,4 erhöht, oder 2+(1(64/10))=2+6,4. Insgesamt besitzt die gesuchte Verstärkung den Wert 1/8,4=0,119 selbst wenn es vorzuziehen wäre, ein solches Ergebnis abzurunden. Man kann andererseits sehen, dass die gegenseitige Verstärkung für rb(corrompus–encens) förderlich ist und dann aus rb(corrompus–temple) stammt. Mit 1/t’s’m’w’ als Kanal dieses letzten Stoßes geht man von dem Wert t’=2 aus, aufgrund der veränderbaren Stellung; s’=7,3 weil man Fronten zwischen «temple» und «corrompus» zählt. Dies ergibt 2+(1(53/10))=2+5,3=7,3. Dann wie im vorgehenden Kanal m’=1, und letztlich w’=1 für „temple“, die eine jeden Rivalen ausschließende Bedeutung besitzt. Auf diese Weise ist der Wert t’s’m’w’=((2)(7,3)(1)(1)) oder 14,6. Der Kanal ist also 1/14,6=0,068 Wert. Und da c=8,4 fixiert sich die zu bestimmende Verstärkung auf 0,068/8,4=0,008. Der Unterschied zwischen diesen beiden Werten 0,119 und 0,008 erscheint in Verhältnis zu dem, was die Intuition aufzeigt, da rb(corrompus–encens) nicht so viel von einem so schlecht eingekreisten Stoß zu erhalten hat wie rb(corrompus–temple), was 0,008 entspricht. Ganz im Gegenteil profitiert rb(corrompus–temple) weitgehend von rb(corrompus–encens), und ein Wert 0,119, der fast fünfzehnmal höher ist als der vorhergehende, passt sehr gut zu einer solchen Tatsache.

§54
· Block
Theorie

Ein Paar Stöße ohne gemeinsamen Begriff bildet unter vier Bedingungen einen Block. Erstens haben beide eine gemeinsame Stellung und ein offensichtliches Gerüst. Zweitens wird eine ausführliche Spannung mit einem Begriff aus jedem Stoß erlaubt. Drittens genießt diese neue Spannung die Stellung der anfänglichen Stöße. Viertens verändert sich keine Stufe der ausgeliehenen Begriffe in diesem Prozess.

Methode

Man sollte nicht verlangen, dass mehr als eine Spannung sich aus dieser Anordnung ergibt und auch nicht, dass es sich nochmals um einen Stoß handelt.

Anwendung auf Baudelaire

Mit rb(Nacht–Licht), das rb(verdorben–Weihrauch) begleitet, kommt rb(verdorben–Licht). Sein Gerüst ist in keiner Weise offensichtlich, jedoch ziemt es sich nicht, seine Ausführlichkeit übereilt auszuschließen: da die Nacht gleichzeitig das Geheimnisvolle und das Böse symbolisiert, kann eine blendende Klarheit mit der Höhe des Geistes ebenfalls die Grausamkeit des Schwertes darstellen [667]-[821].

§55
· Zwischenstück
Theorie

Eine durch einen Block dank einer Leihe an Begriffen erzeugte Spannung bildet ein Zwischenstück, das dann nur für das betroffene Ganze existiert, wo es erlaubt, sozusagen von einem Stoß zum anderen zu gehen.

Methode

Da es Ausführlichkeit genießt, wird außerdem sein Kanal definiert.

Anwendung auf Baudelaire

Mit rb(lebendige– Säulen) rb(antworten–Düfte) erhält man die Zwischenstücke rb(lebendige–Düfte) und rb(antworten– Säulen). Die Worte könnten nach einiger Zeit aus dem Gedanken an den unterirdischen Säulen herausquellen, und Erinnerungen hervorrufen, wie sie Baudelaire an anderen Stellen beschreibt [680]: «…es ist unbestreitbar, dass im Rausch -diesen flüchtigen und überraschenden Eindrücken ähnlich, umso überraschender in ihrer Wiederkehr als sie flüchtiger sind, die manchmal einem äußeren Zeichen, einer Art Warnung folgen wie ein Glockenläuten, eine Musiknote, oder ein vergessener Duft, und die selbst durch ein Ereignis gefolgt werden, das einem bereits bekannten Ereignis ähnelt, welches in einer früher offenbarten Kette -diesen eigenartigen, wiederkehrenden Träumen ähnlich, die in unserem Schlaf auftauchen -nicht nur Traumverknüpfungen, sondern auch Gedankengänge sind, die sich nur in der Umwelt wiederholen, der sie entsprungen sind.» Da es jedoch wünschenswert bleibt, jede zwanghafte Verhärtung in der Interpretation zu vermeiden, kann man ebenfalls auf die Erwähnung dieser steinernen Säulen zurückgreifen, die von einer natürlichen Tätigkeit animiert scheinen [[1144]] in Index II (Gedichte)">[[1144]]: «Ich habe mich lange Zeit in weiten Säulenhallen aufgehalten
Die Meeresstrahlen tausendfach färbten
Und deren gerade, erhabene Pfeiler
In der Dämmerung Basalthöhlen vortäuschten.

Die Wellen spiegelten den Himmel wider
Und mischten auf würdevoll mystische Weise
Die Abendfarben mit dem überwältigenden
Zusammenklang ihrer notenreichen Musik.»

§56
· Erhöhung
Theorie

Das Vorhandensein eines Blocks bewirkt, dass jeder Stoß dem Anderen eine Zunahme der Bedeutung liefert. Diese Zunahme hat als numerisches Gegenstück die Erhöhung, deren Maß sich für jeden Stoß auf den Kanal des Nachbarn steigert, der durch die größere innere Entfernung unter denjenigen der Zwischenstücke geteilt wird. Ist nur ein Zwischenstück vorhanden, gilt dessen innere Entfernung.

Methode

Jeder andere Wert ist ungeeignet, da für zwei stark verbundene Ideen die unwahrscheinlichste genügt, um das Ganze der Täuschung gemäß dem ihr zugeteilten Charakter zu bezichtigen.

Anwendung auf Baudelaire

Da der Kanal von rb(corrompus–encens) (verdorben-Weihrauch) 1 gleicht, betrachten wir die Erhöhung, die rb(nuit–clarté) (Nacht-Licht) somit erhält. Einerseits b(encens–nuit) (Weihrauch-Nacht) besitzt nichts Gespanntes, da eine köstliche Finsternis oft die Stellen umhüllt, wo Weihrauch zu Kultzwecken verbrannt wird, somit bindet sich die Bedeutung jedes Begriffs vollkommen an die des anderen. Andererseits besitzt rb(corrompus–clarté) (verdorben-Licht) als einziges Zwischenstück des Blocks eine innere Entfernung von 3,8 da Fronten dessen Begriffe trennen, so dass die gesuchte Menge 1/3,8=0,26 gleicht.

§57
· Netz
Theorie

Das Netz stellt sich als eine Menge dar, die nur für einen Stoß definiert ist, und nichts trennt es von dem Kanal, wenn keine Verstärkung oder keine Erhöhung vorhanden ist. Andernfalls besteht es aus der Summe all dieser Maße, ab dem Augenblick, da sie ausgeführt werden.

Methode

Und es kann vorkommen, dass ein und derselbe Stoß jedes Mal eine Verstärkung oder eine Erhöhung zulässt, die aus verschiedenen anderen Stößen stammen. Um es zu sehen, genügt es zu denken, dass mit seinen beiden verschiedenen Begriffen ein einziger Stoß hier ein Tandem geben kann und dort ein anderes. Es genügt, dass er mit zwei anderen Stößen unterschiedlicher Bedeutung zusammen vorkommt, mit denen er einen Begriff jedoch nicht denselben teilen wird. Was die Blöcke angeht, zuerst mit (A–E) (S–L), dann (A–E) (N–R) denkt man oft an einen Stoß mit dem Gerüst (A–E), der doppelt verstärkt ist.

Anwendung auf Baudelaire

Man sollte sich dennoch auf die Betrachtung von häufigen Ungleichheiten vorbereiten, bezüglich der durch verschiedene Begriffe gezeigten Fähigkeit in der Bildung der Blöcke oder Tandems. Die Aufteilung des Vokabulars in Wörter, die das Konkrete und das Abstrakte in unbeständiger Weise andeuten, kann in dieser Angelegenheit als nützlich betrachtet werden. Somit erlaubt einerseits «verdorben» mehrere ausführliche Spannungen zu ersinnen, während «Weihrauch» andererseits weniger Spannungen zulässt. Man riskiert dennoch die Täuschung, wenn man dem einen mehr Sinn gibt als dem anderen. Da der zweite Begriff rb(verdorben–Weihrauch) erlaubt, sieht man mit Leichtigkeit, was der erste Begriff an Anprallfähigkeit verlieren könnte, sobald er entfernt wäre.

§58
· Versuche
Theorie

Um den Wert der bislang vorgestellten Ideen zu prüfen, müsste man akzeptieren, dass man anhand des studierten Textes einige diesbezügliche Versuche betrachtet. Um die Skrupel zu vermeiden, das Gedicht beeinträchtigt zu haben, stellt man die Überlegung an, dass ganz im Gegenteil, dieses Schriftstück statt eines anderen für diese Art der Überlegung zu wählen, von dessen Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zu fesseln, stammt, und dass diese Auslegung es ehrt. Was die Nachahmungen des Sonetts angeht, die von einer solchen Übung verlangt werden, wird man sie ohne weiteres daneben aufgrund der klaren Unbeholfenheit im Vergleich zu den Qualitäten des Originals als miserabel ansehen.

Methode

Es bleibt gewiss einer solchen Argumentation möglich entgegenzuhalten, dass ein Werk niemals unter Vielen nur ausgesucht wird, weil man dessen Vorzüge kennt: dies würde vermuten lassen, dass eine Studie bereits durchgeführt wurde. Geht man davon aus, dass jeder Leser sich zuerst für einen Text aufgrund seiner erworbenen Berühmtheit interessiert, dies liegt der Gedanke nahe, dass seine Verdienste durch Gewohnheit gegeben werden. Wenn der Erfolg jedoch anhält, fällt das Motiv den Mitteln des Schriftstückes zu, und folglich kann ein Werk kaum untersucht ohne verherrlicht zu werden.

Anwendung auf Baudelaire

Bevor sie sich auf ein einziges Gedicht begrenzte, enthielt die Auswahl stark unterschiedliche Seiten. Da viele logischerweise gebundene Referenzen zeigten, wurden sie ausgeschlossen, und der Reichtum der neueren kommentierten Ausgaben von „Entsprechungen“ führte zu vorliegenden Aussagen.

§59
· Vermutung
Theorie

Die Versuche gehen von einer allgemeinen Annahme aus, die die Stöße betreffen, und müssten zu einer zugegebenermaßen sehr bescheidenen Rechtfertigung führen.

Anwendung auf Baudelaire

Da manche Illusionen aus den vorgetragenen Bedeutungen eines Textes stammen, scheint es vertretbar, eine Prüfreihe über die Art, wie sie zusammengestellt sind, zu unternehmen. Verschiedene Aspekte von „Entsprechungen“ könnten eine solche Prüfungsart ermöglichen, in erster Linie diejenigen, die das Erscheinen von Stößen erlauben.

Methode

Es empfiehlt sich, diesem Schritt ein solch allgemeines Konzept obendrein hinkend jedoch unvergleichbar anzupassen, dessen eigentlicher Autor unbekannt ist. Wenn man verschiedenen intuitiven Sprüchen bezüglich des äußeren Scheins eine gewisse Genauigkeit unterstellt, erstellt man eine Beschreibung ihrer Eigenschaften. Doch oft fehlen ihr viele Fälle in Bezug auf eine eventuelle Zukunft, was sie im Bedarfsfall wenig brauchbar macht. Indem man sich dennoch auf sie stützt, betrachtet man wieder die bereits gesehen Eindrücke, und man drückt sie deutlich genug aus, um fundierte numerische Gegenstücke zu liefern. Solche Maßnahmen erlauben es, eine allgemeine Annahme über die offenbarsten Bindungen auszudrücken, die am Anfang erfasst wurden. Um zu vermeiden, dass die Feststellungen zu vage bleiben, führt man Versuche durch, indem man die Anzahl der mehrseitigen Aspekte unter den Beobachteten verändert, um deren Eigenschaften am besten einzukreisen.

§60
· Abziehbild, Assimilation und Sockel
Theorie

Ein Text wird Erster, sobald man davon eine Nachahmung liefert, die so genau ist wie nur möglich, bis auf einige Bearbeitungen, die alle dem Zweck eines Versuchs dienen. Man muss hinzufügen, dass die Sorgfalt zu verhindern es ins Lächerliche zu ziehen diesem Zweck notwendig ist. Bevor man zwei Netze mit verschiedenen Stößen vergleicht, das Eine aus dem ersten Text sichtbar, und das Andere aus seiner Nachahmung erbracht, und eine Verformung des Originals darstellend, bezeichnet man sie, eins gegenüber dem anderen mit allen bezüglichen Punkten. Man stellt klar, dass alles, was den Stoß des ersten Textes angeht, aus dem Sockel stammt. Dem ganzen gegenüber kommt die Assimilation zu. Des Weiteren wird die Nachahmung zu einem Abziehbild, wenn es keine Änderung der betroffenen Werte verursacht, die eine reine Korrelation der durch den geführten Versuch notwendig gewordenen Modifikationen ist. Das Paar der sich gegenüberstehenden Stöße macht sich bemerkbar, indem es sich der eckigen Klammern bedient, anstatt der gewöhnlichen Klammern, wenn es darum geht, das Wesentliche aus ihnen zu erwähnen, ohne zwei verschiedene Formeln zu schreiben, die eine für den Sockel, die andere für die Assimilation.

Anwendung auf Baudelaire

Somit haben wir in einem Mal mit rb[Säulen–Worte] zwei keinesfalls identische Stöße: der eine beschreibt den ersten Text, der zweite zum Beispiel aus einer Nachbildung geboren, wo «Wort» und «Symbol» ausgetauscht wurden. Die eigenen Werte t, s, m, w können sich insbesondere als verschieden erweisen. Ein solches Abziehbild würde mit “Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen zuweilen wirre Symbole entweichen lassen; dort schreitet der Mensch durch Wälder von Worten, die ihn betrachten mit vertrauten Blicken” anfangen.

Methode

Ein Versuch, der mit einigen für ihn überflüssigen Umgestaltungen geführt wäre, würde sich dadurch als zwecklos erweisen. Insofern würde der Übergang von einer Bejahung zu einer Verneinung zu allerlei Irrtümer führen, wenn er grundlos geschehen würde.

§61
· Die Aussage, die auf die Probe gestellt werden soll
Theorie

Die Annahme, die sorgfältig geprüft werden sollte, besteht darin, dass für ein Abziehbild und die gegenüberstehenden Stöße, derjenige, der das größte Netz besitzt, so betrachtet wird, als hätte er ebenfalls die größte intuitive Kraft. Oder auch, dass es unmöglich wird ein Paar zu erhalten, dessen Stoß vom niedrigeren Netz die größere intuitive Kraft besitzt. Diese Annahme, deren Art der Darstellung unwichtig ist, ersetzt eine andere naheliegende, einfachere oder allgemeinere, die jedoch schwer zu rechtfertigen ist: bei beliebigen Stößen mit verschiedenen Netzen begleitet der Höherstehende die intuitive Hauptkraft. Wenn jede Verwandtschaft der Bedeutung fehlt, entwickelt leider die Diskussion über die intuitiven Angaben schnell ihren vagen Charakter, und die induktive Anstrengung wird bedenklich.

Anwendung auf Baudelaire

Wie soll man zum Beispiel die Intuitionsstärken von rb(verdorben–Weihrauch) und rb(Natur–Tempel) vergleichen?

Methode

Begrenzt man die Betrachtung nur auf den ersten Typ der Aussage, kann sich die Rechtfertigung als ungenügend erweisen, denn nur Beispiele die die hier gezeigte Annahme bevorteilen, können angeführt werden. Man kann also immer noch behaupten, dass andere entgegengesetzt sind, und dass der systematische Geist jedoch verhindert hat, sie zu finden.

§62
· Rangvariation
Theorie

Wir gehen ins Detail der Aussage, die es hier gilt, auf die Probe zu stellen. Wenn ein Stoß aus der Assimilation allein durch seinen Rang ein Netz von niedrigerer Qualität erreicht als den Anderen gegenüber, dann muss er eine niedrigere intuitive Stärke zeigen als die des Stoßes aus dem Sockel. Ersinnen wir einen Anfang für das Abziehbild: “Ist die Natur ein Tempel?” Dies ergibt t’(2)rb(Natur–Tempel) gegenüber von t(1)rb(Natur–Tempel). Ebenfalls bringt die Fragestellung die intuitive Stärke von rb[Natur–Tempel] leicht nachzulassen. Niedriges Netz und begrenztes Anprallen der Bedeutungen gehen also Hand in Hand.

Anwendung auf Baudelaire

Wir haben das N für «Nature» (auf Französisch) im Abziehbild behalten, indem man sich ein Beispiel von denjenigen nehmen soll, die seit langem klassische Werke zu pädagogischen Zwecken verändern: sie entfernen sich nicht ohne guten Grund vom Original.

Methode

So wie die großen Gedichte ihre schulischen Anpassungen überlebt haben, müssten sie ebenfalls unseren Versuchen widerstehen. Und man sollte sich nicht beeilen zu behaupten, das Beste wäre, den Text erneut zu verfassen, ohne ihn jemals geborgt zu haben, denn die Vermutung, er wäre nur zum Zwecke der Verteidigung der vorgestellten Analyse geliefert worden, würde ihn schnell erreichen. 22

§63
· Variation der inneren Entfernung
Theorie

Eine innere Entfernung, die für die Assimilation größer ist als im Sockel, führt, sobald sie durch ein Abziehbild begründet wird, für den neuen Stoß zu einer kleineren intuitiven Kraft. Was rb(corrompus–esprit) betrifft, gibt der Raster vb(encens–esprit) rvb(corrompus–encens) Zugang zu einer Zange dieses letzten Stoßes, vb(sens–encens) vb(corrompus–sens), und dies erlaubt rb(corrompus–esprit) als einen Stoß zu betrachten. Nun ersinnen wir ein Abziehbild, in dem rb[corrompus–esprit] s’(6) statt der jetzigen s(3,4) besitzen würde. Den Anfang würde man wie folgt lesen: “La Nature est un temple où de vivants piliers laissent parfois sortir de confuses paroles; l'homme y croise l'esprit/////(de) symboles qui l'observent avec (des) regards familiers/////”. (Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen zuweilen wirre Worte entweichen lassen; dort trifft der Mensch den Geist der Symbole, die ihn betrachten mit vertrauten Blicken.) Verwendet man diese Nachbildung weiter, könnte man leicht Fronten zwischen “esprit” und “corrompus” zählen, was tatsächlich 2+(1(40/10))=6 für (s’) ergeben würde. Somit würde man einerseits mit dem Wechsel von s(3,4) zu s’(6) den Fall des Netzes erreichen, und andererseits würde die größere Entfernung zwischen “corrompus” und “esprit” den Bedeutungsschock mindern.

Anwendung auf Baudelaire

Die Buchung von “l'” und von “se”, in Bezug auf “l'observent”, “se confondent”, “se répondent”, kann denen unbegründet erscheinen, die uns in der Abzählung der Fronten gefolgt sind, da wir gleichzeitig rb(répondent–parfums) und nicht rb(se répondent–parfums) für eine ausführliche Spannung schreiben. Dies steht jedoch nicht im Widerspruch zu der Definition der Fronten. Da die Begriffe der ausführlichen Spannungen unbedingt Fronten bilden, zwingt jedoch nichts alle Fronten dazu, einen Platz inmitten einer ausführlichen Spannung einzunehmen.

Methode

Verschiedene Sprachen kennen den Telegrammstil, und wir vermuten hierfür eine sowohl elementare als auch wichtige Begründung für das allgemeine Denken. Wir wollen keinesfalls die Tragweite einer Verwendung verändern, die dazu in der Lage ist, die Substanz des Besagten deutlich zu machen.

§64
· Schwingungsvariation
Theorie

Wenn ein Wert der Schwingung durch Abziehbild sich für einen Stoß größer zeigt, muss seine intuitive Stärke niedriger sein als die des Sockels. Stellen wir uns vor, w’(2)rb(Säulen–Worte) gegenüber w(1)rb(Säulen–Worte) durch ein Abziehbild zu erzielen, das folgendermaßen beginnt: “Die Natur, deren lebendige Säulen zuweilen wirre steinerne Worte entweichen lassen, ist der Tempel, worin der Mensch schreitet…” In diesem Fall bringt diese Präzision über den Stein einen Ausweg in Bezug auf rb[Säulen– Worte], den der erste Text nicht bietet. Die Möglichkeit tut sich auf, an verschiedene Naturelemente zu denken, ähnlich den gemeißelten Motiven, durch den Meißel erzeugte Ideen, steinerne Worte sozusagen. Auf einmal mindert sich auf der intuitiven Ebene der Kontrast mit “Säulen”, dabei passt es bezüglich der Verminderung des Netzes, das man erzielt, indem man von w(1) zu w’(2) übergeht.

Methode

Möchte jemand sich über den Versuch belustigen, der beweisen möchte, dass der Anprall sich mildert, wenn die Klarheit des Kontrastes sich abschwächt, was jedermann weiß. Dem möchten wir antworten, dass es schwieriger war, die Verwechslung zwischen zwei Stößen überhaupt zu vermeiden, einem in dieser Art und einem durch Abstand den inneren Begriffe zerstreut.

Anwendung auf Baudelaire

Was die Vorstellung von zarten Figuren angeht, die von geschickten Handwerkern auf den Pfeilern der Kathedralen eingraviert wurden, zieht die gedichtbezogene Meditation daraus einen Nutzen. Es bleibt jedoch erlaubt, als Rivalin oder Schwester das Bild dieser Orgelpfeifen zu erwähnen, die zuweilen einen menschenähnlichen Gesang ertönen lassen. Keiner dieser Vergleiche kann den anderen lange aus dem Geist verdrängen, deshalb betont Michel Quesnel, dass sie ihren Einfluss nebeneinander reihen [819]. Balzac ließ sich von einem ähnlichen Motiv anregen [80]: «Bald fing jeder Stein in der Kirche an unbeweglich mitzuschwingen. Die Orgelpfeifen stimmten einen göttlichen Wohlklang an… » Diese Beseelung des Stofflichen erinnert leicht an Dinge mit gleicher Fremdartigkeit. Derselbe Autor schreibt an anderer Stelle folgende Zeilen [65]: «Zwar ist die Orgel das größte, das gewagteste, das großartigste Musikinstrument, das vom menschlichen Geist geschaffen wurde…Alle diese heiligen Reichtümer wurden anscheinend wie Weihrauchtropfen geworfen…» Durch eine List kann der Geist den machtvollen Zauber einer Melodie wiederfinden, die in den Dingen der höchsten Ebene gegenwärtig ist. Denn alles in der Welt schaut vielleicht auf den Menschen! Gewisse Persönlichkeiten sind insbesondere für den Schriftsteller im Einklang mit dem Absoluten [94]-[667]«…Wie man mit dem Sausen einer Orgel eine Kirche füllt und die musikalische Umwelt erkennen lässt, indem man die unerreichbarsten Gewölbe mit ihren Klängen füllt, wie das Licht in den leichtesten Verzierungen der Kapitelle spielt…»

§65
· Umkehr der Variation durch innere Entfernung und Rang
Theorie

Beschreiben wir im Gegensatz zu der vorhergehenden Bewegung, was für eine Assimilation passiert, dessen Netz höher als das des Sockels ist. Wir erzielen durch Abziehbild t’(1)s’(1)rb(répondent–piliers) (antworten-Säulen), gegenüber von t(2)s(5,6)rb(répondent–piliers), was aus dem ersten Text ersichtlich ist. Um einem solchen Zweck zu dienen, könnten wir ein Abziehbild verwenden, das folgendermaßen anfängt: „La Nature est un temple où de vivants piliers se répondent par la voix de confus symboles…“ (Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen einander durch die Stimme von wirren Symbolen antworten…) Für den Stoß des Sockels s(5,6) ist eine innere Entfernung durch die Anzahl von Fronten zwischen «piliers» einerseits und «répondent» andererseits gerechtfertigt: “La Nature est un temple où de vivants piliers///// Laissent parfois sortir (de) confuses paroles; (L')homme y passe (à) travers (des) forêts (de) symboles Qui l’observent avec (des) regards familiers. Comme (de) longs échos (qui) (de) loin se confondent Dans (une) ténébreuse (et) profonde unité, Vaste comme (la) nuit et (comme) (la) clarté, (Les) parfums, (les) couleurs (et) (les) sons se/////répondent.” (Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen Zuweilen wirre Worte entweichen lassen; Dort schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen, Die ihn mit vertrauten Blicken betrachten. Wie lange Echos, die sich in der Ferne vereinen In einer finsteren und tiefen Einheit Weit wie die Nacht und wie das Licht, Antworten einander Düfte, Farben und Töne.) Der erste Text erweckt außerdem den Eindruck von Pfeilern, die ein Wort entweichen lassen, jedoch erlaubt er keine klare Vorstellung derer Eigenständigkeit bezüglich der Antworten zwischen Farben, Düften und Tönen. Mit dem Abziehbild erreicht man nun den Rang 1 von rb(répondent–piliers), was zu einem Wachstum des Netzes führt. Gleichzeitig nimmt die intuitive Verbindung der Ideen an Kraft zu, so dass im Ganzen ein entwickeltes Netz mit mehr Stärke innerhalb des Bedeutungsschocks begleitet ist.

Methode

Obwohl es sich nicht gehört, von irgendeinem Vorteil für eine Nachahmung zu sprechen, sollte man eine oberflächliche Streitigkeit vermeiden, die in ein Spiel entarten könnte. Die Energie behält hier nur die Betrachtung, und keine Äußerung wird bezüglich des tieferen Sinnes abgegeben.

Anwendung auf Baudelaire

Um es zu erörtern, betrachten wir die Vielfältigkeit des moralischen Charakters der angesprochenen Objekte. Da der Mensch selbst sich mal zärtlich, mal sieghaft zeigt, könnte es sein, dass er als der Bruder oder der Geliebte der farbigen, duftenden oder klangvollen Dinge angesehen wird. Man müsste sich dann Menschen und Symbole vorstellen, die ihre eigene Bezeugung der Göttlichkeit und sich gegenseitig widerspiegeln.

§66
· Umkehr der Variation durch innere Entfernung allein
Theorie

Die Minderung der inneren Entfernung allein erweist sich als nützlich für das Abziehbild mit folgendem Anfang: “La Nature est un temple dont sortent parfois de confuses paroles; l’homme y passe à travers des forêts de symboles qui l’observent avec des regards familiers. Comme de longs piliers/////(Qui) (de) loin se confondent dans (une) ténébreuse (et) profonde unité, vaste comme (la) nuit et (comme) (la) clarté, (Les) parfums, (les) couleurs (et) (les) sons se/////répondent.” (Die Natur ist ein Tempel, aus dem wirre Worte entweichen; dort schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen, die ihn mit vertrauten Blicken betrachten. Wie lange Säulen, die sich in der Ferne vereinen in einer finsteren und tiefen Einheit weit wie die Nacht und wie das Licht, antworten einander Düfte, Farben und Töne.) Ein solches Mittel ermöglicht es, für die Assimilation t’(2)s’(3,6)rb(répondent–piliers) (antworten-Säulen) zu erhalten, was dem Stoß des Sockels t(2)s(5,6)rb (répondent–piliers) gegenüber steht. Eine Steigerung des Netzes ist unausweichlich, und gleichzeitig ergibt sich auf der intuitiven Ebene eine verstärkte Gewalt innerhalb des Anpralls zwischen “répondent” und “piliers”, die einander in der Nachahmung näher stehen.

Anwendung auf Baudelaire

Ihre Nachbarschaft geht nicht so weit, einen Rang 1 mit rb([répondent–piliers] zu erlauben, selbst wenn die zwei Begriffe eine Beziehung innerhalb der Nachahmung mit Hilfe der Konjunktion “Comme” (Wie) unterhalten, weil diese nur in einer Idee über den Vergleich vorgetragen wird und nicht die Identifikation verkörpert.

Methode

Denkt man an ein bestimmtes Schriftstück ohne Satzzeichen: niemand würde deshalb behaupten, dass alle Wörter darin zu einander in Beziehung stehen.

§67
· Umkehr der Variation durch Schwingung
Theorie

Wirken wir nun auf die Schwingung, um eine Geringere durch Abziehbild zu erhalten. Da der dritte Vers eine vage Vorstellung von "Säulenbäumen" mit sich bringt, schließen wir für eine Assimilation den Weg, der diesen Durchschlupf im Verhältnis zu rb[lebendige–Säulen] erlaubt, nur durch die Verdrängung von «Wälder[n]» in dem Abziehbild. Die Verringerung der Schwingung bringt w’(1)rb(lebendige–Säulen) gegenüber dem Stoß, der im Sockel w(2)rb(lebendige–Säulen) gefunden wurde, aus dem Grund, dass mit der Nachahmung nur noch der Sinn “Pfeiler” übrig bleibt, der so störend ist für die Beziehung zu «lebendige». Man liest den Anfang folgendermaßen: “Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen zuweilen wirre Worte entweichen lassen; dort schreitet der Mensch durch manche Symbole…” Somit vergrößert sich das Netz mit w’(1), der w(2) ersetzt, und da der Bedeutungsschock klarer wird, zeigt sich seine unmittelbare Stärke trotz des Verlusts an Grazie außerdem besser.

Methode

Wir haben nun Assimilationsfaktoren gesehen, die mal höher mal niedriger sind als die des Sockels.

Anwendung auf Baudelaire

Jedoch zeigt sich eine Unvollständigkeit, da sich für „Entsprechungen“ keinerlei Beispiel für einen Stoß zeigt, der nicht mehr und nicht weniger über s(2) verfügt, denn wenn das Gedicht es ermöglicht Stöße mit nicht offensichtlichem Gerüst zu sehen, gibt es mindestens eine Front, die seine Begriffe trennt. Im Gegensatz kann s’(2)rb(répondent–fraîcheur) (antworten-Frische) zum Beispiel ergeben, wenn man an der Stelle des achten und neunten Verses schreibt: “…les parfums, les couleurs et les sons se répondent./////(La)///// fraîcheur et la douceur de certains parfums se compare à celle des chairs d’enfants…” (…antworten einander Düfte, Farben und Töne. Die Frische und Zartheit von gewissen Düften können mit der Haut der Kinder verglichen werden.) In diesem Fall wäre s’(2)rb(répondent–fraîcheur) für eine Lage gerechtfertigt, die einerseits ein Gerüst (répondent–fraîcheur) zeigt, das von jedem offensichtlichem Charakter entblößt ist, und andererseits von «répondent» bis «fraîcheur» einen einzelnen Begriff bietet, der unmöglich im Sinne von Front bezeichnet werden kann.

§68
· Beseitigung der Verstärkung
Theorie

Die erste Prüfung bezüglich der Verstärkung könnte nützlich aus der Betrachtung der Effekte stammen, die erzielt wurden, indem man einen Stoß entwendet, der in ein Tandem mit einem anderen gebunden ist. Stellen wir uns ein Abziehbild vor, das “Nardenöl” statt «Weihrauch» enthält, und betrachten wir das Ergebnis dieser Veränderung für das Netz um und mit rb[verdorben–Tempel]. Mit der Entnahme von rb[verdorben–Weihrauch] wird der Meditationsweg, der «verdorben» mit «Weihrauch» und «Tempel» einigt, unterbrochen. Es bleibt dann kaum eine intuitive Lebendigkeit für den Anprall zwischen “verdorben” und “Tempel”. Dabei funktioniert die Sache mit dem Verlust einer Verstärkung mit Wert 0,119, der dem Kanal von einer Größe nur 0,068 hinzugefügt wird, sehr gut.

Methode

Die etwas längere Berechnung, die 53B zum Thema hat, ist zu lang, um hier erneut erwähnt zu werden.

Anwendung auf Baudelaire

Was die tiefen Bedeutungen des Gedichts bezüglich solcher seltsamen Ansichten angeht, bleibt es ärgerlich, die Perspektive des verdorbenen "Naturtempels" nicht vermeiden zu können. Doch wie kann man sich den Gedanken des Autors anders vorstellen, sobald die Idee der Einheit darin eine wichtige Rolle spielt? Er schrieb [677]: «Die systematische Einheit des Tierkörpers, Einheit der Körpersäfte, Einheit der Urstoffe…Die Vorstellung der Einheit hat Edgar Poe ebenfalls beschäftigt, und er hat sich in diesem gehegten Traum nicht weniger Mühe gegeben als Balzac. Gewiss kommt es bei diesen besonders literarisch orientierten Geistern, wenn sie loslegen, zu sonderbaren Ritten durch die Philosophie. Sie erzielen plötzliche Durchbrüche und rasche Ausflüge über Wege, die ihnen eigen sind.»

§69
· Beseitigung der Erhöhung
Theorie

In einem Abziehbild, in dem das Wort «Weihrauch» nochmals fehlen würde, wäre der Stoß der Formel rb[verdorben–Weihrauch] unmöglich, und gleichzeitig wären die daraus stammenden Erhöhungen zerstört. Trotz seiner noch intakten Möglichkeit würde rb[Nacht–Licht] keine Unterstützung von rb[verdorben– Weihrauch] bekommen und könnte eine wesentliche Minderung seiner intuitiven Stärke nicht vermeiden. Aus der numerischen Betrachtung gesehen, verschwände ein Erhöhungswert von 0,26, als würde er die neue Schwäche der Eindrücke begleiten.

Methode

Die in 56B erstellte Berechnung rechtfertigt das Ausmaß dieser beträchtlichen Erhöhung.

Anwendung auf Baudelaire

Es ist nicht überraschend, dass innerhalb des rb(Nacht–Licht) eigenen Netzes der Einfluss von rb(verdorben–Weihrauch) stark wiegt, und das durch eine unvollständige Lektüre erzeugte Gefühl unterstützt eine solche Vorstellung. Der sechste und siebte Vers, die die Nacht und die Klarheit erwähnen, geben sehr schwach den Anprall, der aus den zwei daraus resultierenden Bedeutungen wider. Die zuerst auf ihren ergänzenden Charakter bedachte Betrachtungsweise erfasst erst nach der Vollendung des Gedichts, inwieweit die Kehrseite ebenfalls sinnvoll im Auge des Autors in dem Zusammenhang sein könnte [669]. Er scheint die Nacht und den Tag wie Heine zu deuten, von dem er diese Worte zitiert [431]-[694]: «In der Kunst bin ich Supernaturalist. Ich glaube, daß der Künstler nicht alle seine Typen in der Natur auffinden kann, sondern daß ihm die bedeutendsten Typen, als eingeborene Symbolik eingeborner Ideen, gleichsam in der Seele geoffenbart werden.» Dann die Architektur betreffend: «…deren Typen man jetzt in Waldlauben und Felsengrotten nachträglich hineingefabelt, die man aber gewiß dort nicht zuerst gefunden hat. Sie lagen nicht in der äußern Natur, sondern in der menschlichen Seele.» 25

§70
· Variation der Verstärkung durch Rang
Theorie

Denken wir uns für eine Assimilation eine Verstärkung aus, die wegen einer Rangsteigerung schwächer wird als die des Sockels. Im Abziehbild “Worte” wird sich in einem Fragesatz und “lassen” in einem Bejahungssatz finden. Der veränderte Rang wird rb[Säulen–Worte] betreffen, der mit rb[Säulen– lassen] ein Tandem bildet. Der letzte dieser Stöße genießt den Raster vb[Worte–lassen] rvb[Säulen–Worte], und diese Kerbe rvb bekommt die Zange vb[Symbolen–Worte] vb[Säulen–Symbolen]. Die führende Idee besteht darin, sowohl für den Sockel als auch für die Assimilation zu behaupten, dass die Pfeiler in der Lage sind sprechen zu können, wenn sie die Freiheit besitzen, Dinge geschehen zu lassen. Dann käme infolge dieser ersten Überlegung die weitere Vorstellung, dass die Begriffe “Worte” und “Symbolen” gut zusammenpassen. Wenn die Pfeiler als Symbol dienen, erlaubt eine Assoziationskette dann die Gewissheit, dass das hier betrachtete Tandem vielversprechend ist. Denken wir uns dann ein Abziehbild, das rb[Säulen–Worte] den Rang 2 sichert und so anfängt: “Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen zuweilen Dinge erscheinen lassen. Würden dort wirre Worte hinauskommen?” Diese Frage schwächt den intuitiven Anstieg von rb[Säulen–lassen], der aus rb[Säulen–Worte] gebildet wurde, und da sich gleichzeitig der Kanal des letzten Stoßes mit dem Übergang von t(1) zu t’(2) mindert, ist es dann unausweichlich für rb[Säulen–lassen], dass die innerhalb seines Netzes erhaltene Verstärkung sich ihrerseits abschwächt. Somit geht das geminderte Maß Hand in Hand mit der Schwächung der intuitiven Stärke.

Methode

Innerhalb der numerischen Werte ist jeder sichtbar, jedoch genügt ihre Leuchtkraft nicht, um im Detail den in wechselseitiger Beziehung stehenden Eindrücken zu folgen.

Anwendung auf Baudelaire

Man beobachtet, dass eine zweite Änderung im Verhältnis zu der Bindung zwischen “lassen” und “Säulen” diesmal unabsichtlich verursacht worden wäre, wenn der Satz innerhalb der Nachahmung nicht unterbrochen worden wäre. Man musste die Bejahung beibehalten, um den Rang 1 des Stoßes zu bewahren, der durch die Verstärkung rb[Säulen– lassen] begünstigt wurde.

§71
· Variation der Verstärkung durch Schwingung
Theorie

Man kann innerhalb der Assimilation eine größere Schwingung als gegenüber mittels rb[verdorben– Weihrauch] erzeugen, weil dieser Stoß in der Lage ist, eine Verstärkung für einen zweiten rb[verdorben– Tempel] zu erwirken. Indem man «reich» durch “zähflüssig” und «sieghaft» durch “vergoren” ersetzt, erhält “verdorben” neben seiner Stufe ein Podest, das die Bedeutung “physisch oder chemisch gespalten” enthält. Dies ermöglicht es rb[verdorben–Weihtauch] zu vermeiden, und dieser Stoß, der jetzt innerhalb der Assimilation leicht zweifelhafter als für den Sockel wird, liefert hier eine weniger intuitive Unterstützung für rb[verdorben–Tempel]. Im Übrigen findet man gleichzeitig eine Schwächung innerhalb des Kanals von rb[verdorben–Weihrauch], die mit der Ankunft m’(2) an Stelle von m(1) unausweichlich ist. Damit erleidet die Verstärkung eine Wertminderung, die selbst ein minderes Netz für den bevorzugten Stoß rb[verdorben– Tempel] nach sich zieht. Das ganze zeigt, dass die geminderte intuitive Kraft ein geringeres Maß begleitet.

Methode

Ein Stoß mit verringerter Unterstützung kann obendrein mit einem niedrigen Kanal versehen werden.

Anwendung auf Baudelaire

Es ist der Fall mit “verdorben”, das zweimal genannt wird und die unausweichlichen Folgen einer größeren Zweideutigkeit mit sich führt. Diese Konsequenzen betreffen beide Teile des Tandems, und somit besitzt rb(verdorben–Tempel) eine geringere Verstärkung in der Assimilation außer einem geringeren Kanal als dem des Stoßes gegenüber. Die Art der Verderbnis läuft nach Baudelaire allerdings nicht ohne eine gewisse Erhabenheit, da er in Nachbarschaft zu «verdorben» insbesondere «sieghaft», «unendlichen», «Weihrauch» schreibt. Der Übergang von edel zu niederträchtig geschieht manchmal sehr schnell, und Baudelaire zeigt sich dessen voll bewusst, wenn er sich an anderer Stelle seine Freundin vorstellt, die folgendes äußert [[1006]] in Index II (Gedichte)">[[1006]]: «…ich will mich mit Nardenöl, Weihrauch und Myrre berauschen…» Lamartine, der vom Autor wenig geschätzt wurde, hatte ebenfalls unterstrichen, während er sich unselige Gestalten erträumte, dass das Heilige vor einem heidnischen Gebrauch durch nichts geschützt wird [494]-[629]: «…die Glut der Sonne, deren flüssige Flammen
Aus den Adern des Mohns in die Balsame fließen
Gemischt in Getränke mit Weihrauchtropfen
Färbten ihre Sinne feuerrot in einem immerwährenden Rausch.» Als Baudelaire in der Art der Könige über sich meditiert, unterstellt er, dass die Seele und nicht das Konkrete in ihrer Tiefe den Grund unserer Schwächen birgt [[1119]] in Index II (Gedichte)">[[1119]]: «Der Weise, der für ihn Gold herstellt, war nie in der Lage,
Aus seinem Wesen die Verderbtheit auszumerzen…»

§72
· Variation der Erhöhung durch Rang
Theorie

Betrachten wir eine Erhöhung, die durch eine Steigerung des Ranges geschmälert wird, und die mit einem Abziehbild erzeugt wird, dessen Anfang lautet: “Die Natur ist ein Tempel; lassen lebendige Säulen zuweilen wirre Worte dort hinauskommen?” Dies wird die Assimilation bezüglich rb[lassen–Säulen] t’(2) anstatt t(1) gegenüber erlauben. Und im Block rb[lassen–Säulen] rb[betrachten–Symbolen] wird der zweite Stoß dann für die Assimilation eine geringere intuitive Unterstützung erfahren als auf dem Sockel. Die neue Schwäche, die in Folge des Übergangs von t(1) zu t’(2) den Kanal von rb[lassen–Säulen] berührt, wird indessen die Erhöhung des zweiten Stoßes belasten, die durch den ersten bestimmt wird, und ein solcher Fall wird dem Netz rb[betrachten–Symbolen] aufgrund der Sockellage schaden. Eigentlich wird eine schmälere Bedeutungskraft ein schadhaftes Netz begleiten.

Methode

Wir vermerken, dass die Erhöhung eines Stoßes nachgeben kann, ohne dass diejenige, die den anderen Stoß desselben Blockes berührt, ebenfalls nachgibt.

Anwendung auf Baudelaire

Hier behält rb[lassen–Säulen] für die Assimilation die Erhöhung, die er für den Sockel genießt, und dieser Wert steigert sogar seine relative Bedeutsamkeit innerhalb des Netzes, da der in Frage kommende Kanal eine Minderung erduldet. Diese Perspektive wird abhängig von einer Stimmung verstärkt, wenn sie auf scheinbar passive Wesen angewendet wird, die dennoch gemäß bestimmten Eindrücken einen geheimen Willen besitzen. Eine Perspektive, die eine grandiose Träumerei begünstigt, beschreibt Balzac in den Zeilen [79]: «Die Dessertweine, kräftige Zaubertränke, entzückende Räusche, die eine Art intellektuelle Luftspiegelung bewirken, brachten ihr Bukett und ihr Feuer mit…» Solche Vermittler scheinen dem Schriftsteller oder zumindest einer Figur seiner Romane jedoch nicht notwendig [88]: «…ich kehre in mich und finde eine Dunkelkammer vor, in der die Vorkommnisse der Natur sich in einer reineren Gestalt wiederholen als die, in der sie meinen äußeren Sinnen zuerst erschienen sind.» Möglicherweise stellt sich der beflügelte Geist vor, dass den Gottesfürchtigen ähnlich, die zum Tempel eines Kultes eilen, in der Natur die Farben, die Düfte und die Töne singen, die mit einer inneren Bewegung erheitert sind. «Die Erde erbebt in einem prophetischen Hauch…» schrieb Nerval [550].

§73
· Variation der Erhöhung durch Schwingung
Theorie

Beobachten wir die Minderung der Erhöhung, die wir durch die Steigerung einer Schwingung erreichen, wenn wir bezüglich des Blocks rb[verdorben–Weihrauch] rb[Nacht–Licht] den Ausdruck «reich und sieghaft» durch “zähflüssig und vergoren” im Abziehbild tauschen. Somit betrifft die Zweideutigkeit “verdorben”, wodurch die moralische Bedeutung etwas entfernt wird, und damit den Anprall abmildert, der durch die enge Verbindung mit “Weihrauch” hervorgerufen wird. Dieser einzige Unterschied zwischen m(1) und m’(2) zwingt uns einen Kanal anzunehmen, der in Bezug auf rb[verdorben–Weihrauch] in der Assimilation geteilt wird. Und genau diese Handlung betrifft dann das Netz, die rb[Nacht–Licht] erhält, da seine Erhöhung in Richtung Minderung gezogen wird. Des Weiteren mildert die neue Zweideutigkeit von “verdorben” den intuitiven Anprall, wo diese Vorstellung einen Einfluss ausübte. Dieser stumpfe Kontrast besitzt wohl nicht die Macht, dem anderen Bedeutungskonflikt zwischen “Nacht” und “Licht” eine substantielle Unterstützung zu geben. Somit erscheinen gleichzeitig die Netzschwächung und die Minderung der intuitiven Kraft.

Methode

Wenn man wenig interessante Beispiele benutzt, scheint das Ergebnis ähnlich zu sein, da die Anwesenheit der Spannungen keine Emotion verlangt, um sich identifizieren zu lassen, sondern nur den Anblick des Anpralls zwischen den Sinnen.

Anwendung auf Baudelaire

Niemand, der Stößen wie rb(verdorben–Weihrauch) und rb(lebendige–Säulen) nach eigenem Urteil wenig Interesse beimisst, aber das Publikum des Textes kennt, wird sie nicht unterschätzen. Wenn ein Stoß wie rb(verdorben–Licht) fesselnd erscheint, ist es im Gegensatz dennoch ausgeschlossen zu behaupten, dass er leicht zu erkennen war, als das Gedicht erschien.

§74
· Umgekehrte Variation der Verstärkung durch Schwingung
Theorie

Betrachten wir eine gesteigerte Verstärkung, die mit einer Minderung der Schwingung für das Tandem rb[Säulen–Worte] rb[Säulen–lassen], durch ein Abziehbild erreicht wird, dessen Anfang lautet: “Die Natur ist ein Tempel, worin lebendige Säulen zuweilen aus freien Stücken wirre Worte entweichen lassen.” Da die übertragene Bedeutung von «lassen» gegen rb[Säulen–lassen] ein gutes Mittel ist, um den Schock zwischen den Gedanken zu mindern, erlaubt deren Abschaffung w’(1) in der Assimilation anstatt w(2) auf dem Sockel, was den betroffenen Stoß angeht. Die Aufhebung der Zweideutigkeit hat zur Folge, dass in der Assimilation der Kanal bezüglich des gegenüberliegenden Stoßes verdoppelt, und das Wachstum der von diesem Kanal berechneten Verstärkung gesichert wird. Somit erfährt der Stoß rb[Säulen–Worte], der davon profitiert, ein höheres Netz. Für den intuitiven Bereich liefert die Vereinfachung der Vorstellung bezüglich «lassen» eine stärkere Unterstützung des Konflikts zwischen den Bedeutungen “Säulen” und “Worte”, weil die neue Härte des nahen Anpralls das Gefühl verstärkt, dass eine verwirrende Idee sich entwickelt. Schließlich begleitet der Eindruck eines größeren Kontrasts die Steigerung des Netzes.

Methode

Eine so geführte Untersuchung der vielfältigen Bedeutungen in einem Text soll keinerlei Hoffnung geben, auf einen allgemeinen Überblick der Wahrnehmungen, die er darstellt.

Anwendung auf Baudelaire

„Entsprechungen“ erweckt so viele mentale Bilder, dass wir nur begrenzte Aspekte dieses Gedichts beschreiben können.

§75
· Umgekehrte Variation der Erhöhung durch Schwingung
Theorie

Wir beobachten eine Steigerung der Erhöhung durch die Minderung der Schwingung mit dem Block rb[paroles–piliers] rb[répondent–parfums] (Worte-Säulen, antworten-Düfte). Ein Abziehbild, das anstatt des achten Verses “…les parfums, les couleurs et les sons se répondent par la voix…” (…antworten einander Düfte, Farben und Töne durch das Wort…) anbietet, kann die übertragene Bedeutung von «répondent» vermeiden. Dies mildert rb[répondent–parfums¹] ab und lässt die Assimilation dieses Stoßes m’(1) erhalten, während m(2) gegenüber bleibt. Die Zwischenstücke rb[paroles–parfums¹], rb[répondent–piliers] (Worte- Düfte, antworten-Säulen) bleiben außen vor, und nur der zweifache Kanal der Assimilation ist wichtig, zumal er ebenfalls für die in Frage kommende Erhöhung einen doppelten Wert mit sich führt, der dann das Netz von rb[paroles–piliers] vergrößert. Für die Intuition unterstützt im Übrigen die aus der Beziehung zwischen “paroles” und “piliers” entstandene Idee durch die deutlichere Kraft des Konflikts zwischen “répondent” und “parfums¹” ihre Schockfähigkeit. Die Hoffnung, dass die Schwierigkeit weicht, verringert sich, und ein größeres Netz ist also mit einem stärkeren Kontrast verbunden.

Methode

Wie für jede Eigenschaft ist es schwierig zu behaupten, dass die Bedeutung sich verdoppelt, wenn ein numerischer Wert verdoppelt wird, aber sie gehen eindeutig in die gleiche Richtung.

Anwendung auf Baudelaire

Die Feinheit der vom Autor hervorgerufenen Intuitionen in Bezug auf die Düfte und auf ihre erdachten Antworten macht die Analyse der Stöße wagehalsig und erinnert an diese anderen Verse [[1057]] in Index II (Gedichte)">[[1057]]: «Die seltsamsten Blumen
Die ihre Düfte mischen
Mit den vagen Gerüchen des Ambras,
Die Decken so reich,
Die Spiegel so tief,
Das Gepränge des Orients
Alles würde dort die Seele
Insgeheim in ihrer sanften Ursprache
Aussprechen.»

§76
· Variation der Verstärkung durch Entfernung
Theorie

Betrachten wir eine durch Minderung der inneren Entfernung vergrößerte Verstärkung in Bezug auf das Tandem rb[verdorben–Tempel] rb[verdorben–Weihrauch]. Hierfür ersetzen wir mit einem Abziehbild «Tempel» durch “Gebäude”, und noch weiter entfernt «unendliche Dinge» durch “Dinge des Tempels”. Dadurch werden gleichzeitig der Tempel, die Verderbnis und der Weihrauch am Ende der Nachahmung genannt und erzeugen eine Unterstützung des intuitiven Anpralls. Gleichzeitig erhält rb[verdorben–Tempel] durch die Minderung seiner inneren Entfernung einen größeren Kanal, so dass er eine beachtliche Verstärkung in der Assimilation abgibt, obgleich er am Sockel dazu so gut wie unfähig ist. Das bereits gewichtige Netz rb[verdorben–Weihrauch] erfährt daher eine unleugbare Steigerung und ist dadurch mit der lebhafteren Vorstellungskraft solidarisch.

Methode

Es bedarf allerdings eines realisierbaren Abziehbilds, und da die Kopie zur Domäne des unendlich abänderbaren gehört, ist es nicht abwegig anzunehmen, dass die Sache nur von der Aufmerksamkeit abhängt, die ihr entgegengebracht wird.

Anwendung auf Baudelaire

Wenn das Gedicht „Entsprechungen“ als Muster intakt und einmalig bleibt, steht keine vorgegebene Grenze zur Anzahl der durchführbaren Versuche, um diese oder jene Überarbeitung hiervon zu erhalten.

§77
· Variation der Erhöhung durch Entfernung
Theorie

Bezüglich rb[observent–piliers] untersuchen wir eine Erhöhung, die durch die Steigerung der inneren Entfernung verringert wird. Dieses Zwischenstück des Blocks rb[Laissent–piliers] rb[observent–symboles] (lassen-Säulen, betrachten-Symbolen) ist umso mehr zu betrachten, als der andere Sinneskonflikt rb[Laissent–symboles] (lassen-Symbolen), der eine dünnere innere Entfernung besitzt, für die Bestimmung der Erhöhung nicht von Nützen erscheint. Wir stellen uns vor, dass in einem Abziehbild die Nachahmung des dritten und des vierten Verses ganz am Schluss nach “sens” gestellt wird. Es handelt sich um “…/////(L')homme passe (à) travers (des) forêts (de) symboles qui l'/////observent avec des regards familiers.” (…der Mensch schreitet durch Wälder von Symbolen, die ihn mit vertrauten Blicken betrachten.) Ein einziges Wort wird da ausgelassen: “y” (Dort). Gerade gegenüber rb[observent–piliers] mit s(3,3) befindet sich der neue Wert s’(8,2) des ausgestatteten Stoßes, der für die Assimilation als Zwischenstück des Blocks gegeben wird und von seinem Begriff “piliers” (Säulen) bis zu dem anderen “observent” (betrachten) Fronten zeigt. Der zweite Stoß rb[observent–symboles] verursacht auch eine Erhöhung, die rb[Laissent– piliers] begünstigt, aber durch eine starke Verminderung leidet, während jeder Kanal unverändert bleibt. Das Netz von rb[Laissent–piliers] wird durch ein Ergebnis verändert, das nur aus der Anhebung der inneren Entfernung von s(3,3) nach s’(8,2) des Zwischenstücks stammt. Außerdem entfaltet sich auf der intuitiven Ebene die Unwahrscheinlichkeit der Verbindung zwischen den Prallen, wie durch rb[observent–symboles] und rb[Laissent–piliers] beschrieben, als ein Ergebnis ihrer größeren Trennung. Weil der Eine weniger fähig wird, seinen Nachbarn zu unterstützen, der ihm durch den Block zugefallen ist, stimmt sein verringertes Netz mit der mangelnden Kraft bezüglich der paradoxen Eindrücke überein.

Methode

Eine Analyse würde dasselbe Ergebnis für den gegenseitigen Effekt zeigen.

Anwendung auf Baudelaire

Die durch rb[Laissent–piliers] zugestandene Hilfe für rb[observent–symboles] verringert sich, da das betroffene Zwischenstück gleich bleibt. Was nun die Essenz der Säulen des Reellen oder dessen erleuchtende Gedanken angeht, die durch Symbole vorgestellt werden, schreibt Balzac [89]: «Die Gedanken sind in uns ein vollendetes System, ähnlich dem des Naturreichs, eine Art Blüte, deren Ikonographie nachgezeichnet wird…»

§78
· Zwei gleichzeitige aber entgegengesetzte Variationen der Faktoren
Theorie

Anstatt weitere Versuche der gleichen Art zu unternehmen, betrachten wir das Ergebnis gegensätzlicher Variationen, zum Beispiel mit aufsteigendem Rang und im Gegensteil mit absteigendem Schwingungsfaktor. Betrachten wir zunächst einen einzigen Kanal, in dem wir uns ein Abziehbild vorstellen, um anstatt des achten Verses “…les parfums, les couleurs et les sons se répondent-ils de la voix?” (…antworten Düfte, Farben und Töne durch ihre Stimme?) Durch diese Schleife erhalten wir in der Assimilation t’(2)m’(1)rb(répondent–parfums), und gegenüber t(1)m(2)rb(répondent–parfums), welche eine stärkere Schwingung benutzt, nach dessen Grundsatz sich die Zweideutigkeit des Begriffs “répondent” befindet ("antworten einander", "passen zusammen"). Was den Faktor t(1) angeht, widersetzt er sich t’(2), welcher innerhalb der Assimilation die Frageform einführt, die im Abziehbild angenommen wurde. Letztendlich ist der neue Kanal gleichwertig mit dem des Sockels. So kommt es zu einer Teilung, die durch den Übergang von t(1) bis t’(2) ausgeglichen wird, weil man m(2) teilt, um m’(1) zu erhalten. Was die Intuition angeht, ergreift diese einerseits einen geringen Anprall zwischen “parfums” und “répondent” bedingt durch die Frageform, jedoch im Gegensatz dazu eine größere Lebendigkeit, die durch die neue Eindringlichkeit auf die Bedeutung des Verbs “répondre” erzeugt wird. Da Änderungen sich gegenseitig im Gleichgewicht halten, bietet das Gesamtergebnis das Gefühl von Kontrast, das dem anfänglichen ähnlich ist, genauso wie die numerische Menge auf die zuerst bekannte Ebene zurückkehrt.

Methode

Es ist zuweilen bequem, ein Wort in einem oder anderen Punkt der Nachahmung hinzuzufügen, um das Verständnis des Abziehbildes zu begünstigen, obwohl eine rein sparsame Betrachtung der Vokabel dies nicht erfordert.

Anwendung auf Baudelaire

Es wäre daher gestattet, die oben genannte Fassung zu ergänzen: “…les parfums, les couleurs et les sons se répondent-ils de leurs voix confuses?” (…antworten einander Düfte, Farben und Töne mit ihrer Stimme?) Das sodann versetzte Wort “confuses” vermeidet eine überzeichnete Ungeschicklichkeit und führt zu einer umso beschränkteren Neuheit, wenn die Bedeutung sich harmonisch mit dem allgemeinen Ton des Textes vermengt, der von «comme» dominiert ist [669]. Die Verschmelzung von konfliktgeladenen Gefühlen findet beinahe statt, wenn wir die Verderbnis und die natürliche Frische durch gemischte Eindrücke empfinden. Es passiert vor allem in gewissen Augenblicken [[1125]] in Index II (Gedichte)">[[1125]]: «Wenn die dunkle Venus von den schwarzen Balkonen herab,
Von ihren frischen Rauchfässern Moschus in Strömen schüttet.» In solchen Fällen vereinigt sich das Ernste mit dem Leichten der Erscheinung oder seiner Vorstellung. So ist es spannend zu beobachten, dass der Ausdruck «…den Taumel des Geistes und der Sinne.» fast dieselbe Gestalt besitzt wie der Titel des Romans von Crébillon der Jüngere: „die Verwirrung von Herz und Geist“ [220].

§79
· Entgegengesetzte Variationen der einzelnen Werte für eine Verstärkung
Theorie

Betrachten wir eine Verstärkung für eine Assimilation mit einer geringen Entfernung und mit einer Steigerung des Rangs und der Schwingung im Kontrast zu dem Sockel. Wir ersetzen «riches et triomphants» (reich und sieghaft) durch “épais et fermentés” (zähflüssig und vergoren) im Abziehbild. Die Schwingung von beiden Stößen des Tandems rb[corrompus–encens] rb[corrompus–temple] geht von m(1) zu m’(2), weil die Unterstützung der Zweideutigkeit von “corrompus” in Erscheinung gebracht wird. Wir schreiben im Übrigen etwas, was den Rang des ersten Stoßes verändert: “Il est des parfums…comme l'ambre, le musc et le benjoin. L'encens saurait-il en être?” (Es sind Düfte…wie Amber, Moschus, Benzoe. Könnte Weihrauch auch dazu gehören?) Wenn wir diese Veränderungen benutzen, erreichen wir in der Assimilation t’(2)m’(2)rb(corrompus–encens) (verdorben-Weihrauch), anstatt t(1)m(1)rb(corrompus–encens) in Bezug auf den Sockel. Schließlich ersetzen wir im zwölften Vers «choses infinies» (unendliche Dinge) durch “choses du temple” (Dinge des Tempels). Dies schiebt die innere Entfernung des Stoßes rb[corrompus–temple] von s(7,3) nach s’(2,5), während die äußere Entfernung zwischen rb[corrompus– temple] und rb[corrompus–encens] von c(8,4) zu c’(2,4) fällt. Der Kanal von rb[corrompus-temple], der in der Assimilation 1/t’(2)s’(2,5)m’(2)w’(1)=1/(2)(2,5)(2)=0,1 wird, bewährt sich im Sockel als 1/t(2)s(7,3)m(1) w(1)=1/(2)(7,3)=1/14,6=0,068. Betrachten wir nun den Kanal von rb[corrompus–encens]. Dieser befestigt sich auf der Ebene 1/t’(2)s’(1)m(2)w’(1)=1/(2)(2)=¼=0,25 für die Assimilation, während er als Sockelwert 1/t(1)s(1)m(1)w(1)=1 behält. Die in Bezug auf den Kanal und die äußere Entfernung bestimmte Verstärkung 0,25/2,4=0,104 in der Assimilation und 1/8,4=0,119 im Sockel wird von demselben Stoß rb[corrompus– encens] gegeben und vom Stoß rb[corrompus–temple] erhalten. Es bleibt noch das Netz von rb[corrompus– temple] zu beschreiben, das mindestens die Summe von Kanal und Verstärkung enthält. Zwei Ergebnisse erscheinen sehr ähnlich: 0,068+0,119=0,187 am Sockel und 0,1+0,104=0,204 in der Assimilation. Eine heftigere Erfassung von rb[corrompus–temple] wird im Abziehbild durch die neue intuitive Nähe seiner Begriffe bedingt. Die nun engere Nachbarschaft von beiden Stößen wird deutlicher empfunden, aber die Frageform ergibt etwas Zweideutigkeit und also eine Schwächung der Kraft für den Bedeutungsschock. Auch hier wird eine Art Angleichung der Umarbeitungen unter einander erreicht.

Anwendung auf Baudelaire

Die Festlegung und Verhandlung der allgemeinen Summe der Verstärkungen und Kanäle bezüglich rb[corrompus–encens] und rb[corrompus–temple] wäre kaum möglich. Durch die Vielzahl an Eindrücken und Werten der anderen Stöße im Verhältnis zu diesen beiden würden manche Schwierigkeiten eine verwirrungsfreie Untersuchung in Gefahr setzen.

Methode

Sogar mit der gewählten Einfachheit der wenigen Beispiele, die gezeigt wurden, bleibt der Einwand bestehen, dass bezüglich einer Intuition nichts bewiesen wurde, die durch die Analyse beschrieben wird, welche die Messungen erlaubt, die die Kontrolle dieser Intuition bewirken müssen. Es ist jedoch nicht überraschend, denn die Untersuchung, die Mittel findet, um die Anteile innerhalb der Unschärfe zu unterscheiden, benutzt sie, um besser erwägen zu können, wo sie anzuwenden ist.

§80
· Entgegengesetzte Variationen der einzelnen Werte für eine Erhöhung
Theorie

In Bezug auf einen Block, steigern wir die innere Entfernung der Vertretung, aber gleichzeitig mindern wir eine der Werte der Schwingung. Betrachten wir rb[Laissent–piliers] rb[répondent–couleurs] und für diesen Block betrachten wir die Stärkung der Bedeutung, die vom ersten Stoß empfangen wird und vom zweiten entspringt. Der Kanal von rb[Laissent-piliers] (lassen-Säulen) erreicht ½ und der Grund dafür ist keinesfalls «piliers» (Säulen) zuzuordnen, der durch «forêts» (Wälder) beeinflusst wird, weil dies nicht die Auffassung von etwas Freiheit abbremsen würde, die den Pfeilern genießen. Die Begründung findet sich mit dem anderen Begriff «Laissent», dessen übertragenen Sinn in der Lage ist, die Stärke des Anpralls zu verringern. Bezüglich des Stoßes rb[répondent–couleurs] (antworten-Farben) stellen wir uns vor ein Mittel zur Erreichung von m’(1) mit der Assimilation, anstatt m(2) am Sockel. Zusätzliche Angaben in einem Abziehbild auf der Stimme der Farben werden die bescheidene Zweideutigkeit von «répondent» ausmerzen, die aus dem mental Bild stammte, das in der Bedeutung des Begriffs hinein getragen wurde. Da auf einmal in der Assimilation doppelt rb[répondent–couleurs] seines Kanals, nehmen wir nun den Weg zur Verminderung dieses Werts. Um das Zweck zu erreichen, wird die Behandlung des Zwischenstücks rb[répondent–piliers] betreffen, das bereits im Sockel die größte innere Entfernung bietet. Erweitern wir diese durch folgende Nachahmung der ersten Verse: “En ce temple les piliers/////(de) (la) Nature (sont) vivants (et) laissent parfois sortir (de) confuses paroles…” (In diesen Tempel sind die Säulen der Natur lebendige und lassen zuweilen wirre Worte entweichen…) Hier sind neue Fronten zwischen den Begriffen, die in Frage kommen. Wir verschieben des Weiteren die Nachahmung des achten Verses alleine ans Ende der Aussage, nach “sens” (nach "Sinne singen"), mit zusätzlichen Fronten “belles”, “voix” und “mêlées” ("schönen", "Stimmen" und "gemischten"), welche der erste Text nicht enthielt: “…/////(Les) parfums, (les) couleurs (et) (les) sons (de) (leurs) belles voix mêlées se/////répondent.” (…antworten einander Düfte, Farben und Töne durch ihre schönen gemischten Stimmen.) Von “piliers” bis “répondent” Fronten nehmen Platz anstatt 36, so dass die betroffenen Werte jeweils zur Höhe von s’(9,1) und s(5,6) erreichen. Die Erhöhung, die aus rb[répondent–couleurs] stammt, welche rb]Laissent–piliers] nützlich ist, bestimmt sich durch den Kanal des ersten dieser Stöße, der 1 für die Assimilation und 0,5 am Sockel zählt. Aber auch in Bezug auf die innere Entfernung der Vermittlung, welche die größte besitzt, hier 9,1 für die Assimilation und 5,6 im Sockel. Aber die Erhöhung ist auch in Bezug auf die innere Entfernung des einen der Zwischenstücke, welches die größte besitzt, die kommt zu 9,1 für die Assimilation und 5,6 im Sockel. Somit erreichen die Erhöhungen 1/9,1=0,109 und 0,5/5,6=0,089. Der Wert des Netzes, oder eher was man davon hier sieht, ist leicht zu bestimmen was rb[Laissent–piliers] angeht. Dieser Wert stammt aus dem Kanal des Stoßes, welche durch alle verfügbaren Werten aus der Verstärkung oder aus der Erhöhung unterstützt wird, was ½ zuzüglich dieser oder jener Anzahl ausmacht 0,5+0,109=0,609 für die Assimilation und 0,5+0,089= 0,589 am Sockel, wobei diese Werte extrem nah zu liegen scheinen. Auf der intuitiven Ebene schadet der Abstand der Bedeutungsschocks der Unterstützung des einen durch den anderen. Jedoch das Verschwinden der Zweideutigkeit bezüglich “répondent” (antworten) steigert den Kontrast der Begriffe. Letztendlich erscheinen die erzielten Ergebnisse in Bezug auf den Konflikt zwischen Ideen und betreffs der Stärkung der Vorstellungen nahe denen, die am Anfang vorhanden waren.

Anwendung auf Baudelaire

Bezüglich der Antworten, die zwischen den verschiedenen Elementen des Schönen ausgetauscht wurden, hat André Ferran das Leiden, das aus der Farben entsteht oder wegen der Farben ertragen wird, thematisiert [181]-[395]. Baudelaire hat verglichen Delacroix und Catlin, der als Maler des indianischen Amerikas berühmt wurde. Der Dichter hat darüber erwähnt die Klagen oder der Terror, welche ein begabter Kolorist wiedergeben kann, und seiner Ideen folgend schrieb er [16]-[693]: «Lange Zeit stand eine sehr hell gefärbte Schenke vor meinem Fenster, halb grün und halb rot, die für meine Augen eine köstliche Pein war.»

Methode

Für der naive Ausdeuter solche historischen Betrachtungen zu benutzen, ist das effizienteste Mittel, um die unentdeckten Aspekte eines Textes zu begreifen, aber eine der einfachsten Kombinatorik erlaubt es die meisten Gerüste zu finden. Wenn wir die Zahl der Felder (n) in einem Text kennen, suchen wir die Zahl der Kombinationen mit Elementen, wo sie Platz nehmen können [977]. Es muss noch untersucht werden, inwieweit sie bedeutend sind. Wir beschäftigen uns nicht mit der Unterscheidung zwischen (AB) und (BA) da die Schiedssprüche jederzeit abwendbar sind. Wir legen ebenfalls zur Seite jede Verkoppelung, so zu sagen von einem Feld zur anderen, da keine sich von einem Mitglied zum anderen Mitglied eine Schiedsspruchformel wiederholt. Wir müssen klarstellen, dass einige Gerüste entfliehen da es vorkommt, dass ein Text eine Vokabel für mehrere Felder bietet, dessen Sinn schwer betroffen wird, wenn er unvollständig wiedergeben wird. In einem solchen Fall ein Zeiger kann in seiner Formel mindestens ein Mitglied empfangen, das mehr als ein einziges Feld besitzt. Abgesehen davon gibt es mit (n) Felder (n(n- 1))/2 oder ((n-1)(n/2)) Gerüste. Einerseits muss sich jedes Feld selbst vermeiden, indem es die Kombinationen mit den anderen bewirkt, was uns erlaubt, von (n) und von (n-1) gleichzeitig zu sprechen, weil die gesamt Zahl der Felder (n) beträgt und für jedes (n- es)=(n-1). Andererseits da (AB) gleichwertig ist mit (BA), jede Kombination stellt eine Relation in eine Richtung dar sowie eine in die andere Richtung, so dass n(n-1) durch 2 geteilt werden muss. Es ist ausgeschlossen zu vermuten, dass keine Hälfte sich findet, wenn (n) ungerade ist. Sie wird nur abstrakter in einer solchen Lage, und die gesuchte Zahl der möglichen Gerüste bleibt immer ein Gesamtes. Weil für (n) ungerade (n-1) sich gerade zeigt, was für ihn gleichkommt mit sich als (2(u gesamt)) zu erscheinen. Nun bewirkt den Wert 2 in (2(u)) das Ergebnis 1, wenn er die Menge 0,5 in (n/2) multipliziert. Solche Dinge ereignen für das Produkt ((n-1)(n/2)), welches in allen denkbaren Fällen eine Summe von Einheiten oder von 1 bildet, die infolgedessen aus einer Gesamtzahl ausnahmslos besteht. Zweiter Teil: VERALLGEMEINERUNG DER GLAUBHAFTIGKEIT DER MESSUNGEN AUS DEM BEREICH DER PARADOXA Ins Deutsche übersetzt von Jean-Claude Guerry