Das Essay — Teil VIII

Bildpaare, deren eines das andere vorbereitet

Legende der Blöcke

Theorie — die begriffliche Darstellung Methode — Bemerkungen zur Anwendung Baudelaire — die Anwendung auf das Sonett Entsprechungen
§561
· Billard und Sitzbank
Theorie

Nachdem wir Baudelaires Gedicht aufmerksam durchgearbeitet haben, ist es nun möglich zu erforschen, ob der Dichter ein Bild zumindest flüchtig oder träumerisch mittels eines anderen Bildes eingeleitet hat. Zur Feststellung solcher Tatsachen unterscheiden wir zwei Ebenen innerhalb des Sinnes eines Phantasietextes: das Billard und die Sitzbank. Die erste Ebene entspricht den Ideen, die der Schaffende im Rahmen des Werks hat sehen wollen. Die Sitzbank kommt zum Vorschein, wenn der Schaffende zumindest flüchtig oder träumerisch beabsichtigt hat, die Deutung nicht zu stören, nach welcher für zwei Bilder das eine das andere einleitet. Innerhalb der Sitzbank kann man Teile des Billardsinnes finden, obwohl die Sitzbank in den Gedanken weiter fortschreitet. Aber sowohl die Sitzbank als auch das Billard enthalten keine Bebilderung, für die kein Merkposten vorhanden wäre. Der schwer zu erfassende Charakter der Sitzbank führt uns zum Gedanken, dass der Autor möglicherweise nicht vom gesamten Publikum, sondern von einem Teil desselben, hat verstanden werden wollen. Wir werden versuchen, den Grad an Glaubhaftigkeit einiger unter den Sitzbankurteilen zu messen. Somit werden wir im Stande sein, im Vergleich zu unseren Analysen in früheren Teilen der Erforschung, zu einer feineren Betrachtungsweise zu gelangen. Bisher begnügten wir uns damit, das Publikum als unteilbar zu betrachten, wie in der Bemerkung 346M vermerkt ist.

Methode

Als Mensch wollte der Schaffende möglicherweise einen Gedanken durch einen anderen einleiten. Der Mensch erstrebt Zwecke, während die Dinge, die geistlose Wesen sind, auch massenhaft betrachtet, kein Ziel erstreben, trotz der Behauptungen mancher Denker, die sich an leeren Bildern halten [30]-[102]-[171]-[172]-[481]-[925]-[926]-[927]. Das gegensätzliche Vorurteil hindert uns daran, die allgemeine Mechanik zu verstehen, wie Spinoza erklärt [926]: «…diese finalistische Lehre kehrt die Natur um. Sie betrachtet die Ursache als Ergebnis und umgekehrt. Der Amsterdamer Philosoph versucht zu zeigen, wie verirrte Denker, die sich als Wissenschaftler hinstellen, das beste Bild, das wir von der Welt haben, verzerren [927]: «Wenn zum Beispiel ein Stein von einem Dach auf den Kopf eines Menschen gefallen ist und diesen getötet hat, werden sie demonstrieren, dass der Stein hintergefallen ist, um den Menschen zu töten.» Was die Ziele betrifft, die sich Menschen setzen, ist der einzige Vorbehalt, dass die Vorstellung die sie sich vom Ergebnis machen, oft subjektivisch ist, so dass das Endergebnis historisch oft ganz anders als das Erhofte ist. Dies liegt daran, dass der einzelne Denker seine Mitmenschen und seine Umwelt nicht gut kennt [892]-[893]-[894]-[895]-[896]-[897]-[898].

Anwendung auf Baudelaire

Auf der Billardebene, steht es fest, dass Baudelaire auf einen Kultus hingedeutet hat, da «Die Natur ist ein Tempel…» diese Bedeutung einschließt. Dagegen müssen wir auf die Sitzbank zurückgreifen, um zu behaupten, dass «Die Natur ist ein Tempel…» den Schluss «Es sind Düfte…Die den Taumel des Geistes und der Sinne singen» einleitet.

§562
· Terrier, nombre de fronts, profil et antre
Theorie

Man bezeichnet als Schlupfwinkel einen Phantasietext mit höchstens Fronten, der zusätzlich durch gewöhnliche Öffnungs- und Abschlusszeichen abgegrenzt ist, die keiner im Publikum übersehen kann, weil diese Zeichen die Absicht des Schaffenden bekunden, zumindest für die Träumerei ein Ganzes zu erstellen. Zwei Dinge mögen als eine Höhle betrachtet werden. Zunächst handelt es sich um einen Schlupfwinkel mit einem Profil 1. Dann handelt es sich nur um einen Schlupfwinkel mit einem Profil ½, der diese Schwäche dadurch ausgleicht, dass er einer allgemein bekannten Gestalt folgt.

Methode

Es wird erwartet, dass die Träumerei des Schaffenden alle Bilder einer Höhle leicht verbindet, da die begrenzte Weite mit einer Kontinuität der Ideen oder einer allgemein bekannten Gestalt einhergeht, welche dem Geist wie im Voraus Anhaltspunkte bietet.

Anwendung auf Baudelaire

Somit ist „Entsprechungen“ mit dem Profil ½ ein Sonett und folgt als solches althergebrachten, bindenden, formellen Regeln. Das Gedicht enthält nur Fronten, was ausschließt, dass die Bilder weit verstreut seien. So wird gewährt, dass das träumerische Denken des Schaffenden sich zwischen ihnen bewegen kann, so dass dieses Denken, selbst wenn die Vorstellungen im Schriftstück weit auseinander liegen, zu losen Annäherungen führt.

§563
· Herse
Theorie

Wenn zwei Billardvorschläge in ihrer Beschreibung dieser oder jener Stelle in einer Höhle eine Bindung aufweisen, die das Gebilde auf die Sitzbank schiebt, nennen wir dieses Gebilde eine Egge. «Die Natur ist ein Tempel…» gehört daher als eine Stelle des Gedichts zum Billard. Auf weniger wörtliche Weise gelingt es dem Satz “…Wälder von Symbolen betrachten den Menschen mit vertrauten Blicken» zum Billard zu gehören, weil er dem Sinn des Gedichts in großen Zügen treu bleibt. Im Gegensatz dazu kommt die Verbindung “"Die Natur ist ein Tempel…" leitet "…Wälder von Symbolen betrachten den Menschen mit vertrauten Blicken" ein” auf die Sitzbank.

Methode

Die Kopie von zwei Aspekten des Textes oder von Stellen in diesem Text ist als oberflächlichen Kommentar durchaus annehmbar. Behaupten wir jedoch, dass einer der Vorschläge den anderen einleitet, so gelangen wir auf ein ganz anderes Gebiet: die Sitzbank.

Anwendung auf Baudelaire

Die Bilder, die auf die Gegenstände oder auf die tiefen menschlichen Neigungen verweisen, einigen sich nicht immer, wie Colonna schrieb [203]: «…es gibt einen inneren Krieg zwischen Feinden, die zugleich Vertraute sind und aus demselben Hause stammen…»

§564
· Clou et cloutage
Theorie

Wenn in einer Egge ein BillardSpruch aus drei Mentalbildern besteht (T, J, Z), nennen wir ihn ein Schott. Falls zwei Bilder genügen, um einen Spruch zu umreißen, wie “Adel verpflichtet”, haben wir die Möglichkeit, auf ein Kunststück ((), Z, J) oder (J, Z, ()) zurückzugreifen, um zu deuten, dass ein Schott vorhanden ist: ((), verpflichtet, Adel) oder (Adel, verpflichtet, ()). Um in einer und derselben Formel eines Schotts die Erwähnung der Stellungnahme, die die verschiedenen Teile eines Spruchs zusammenbringt, abzugrenzen, schreiben wir zweimal das Symbol ((.)), dass wir “Spieker” nennen: (T(.)J(.)Z). Das Zeichenpaar ((.)…(.)) bildet eine Spiekerung. Wir benutzen ebenfalls die Schreibweise ((.)existiert(.)Gott), oder (Gott(.)existiert(.)), für “Gott existiert” [924].

Methode

Um ein Schott schreiben zu können, ist es oft notwendig, im Originalsatz die Wörter umzuordnen.-//B///-Gehen wir von der Folge «…Mensch… Symbolen…betrachten…» aus, so schreiben wir (Symbolen(.)betrachten(.)Mensch).

§565
· Gamasche
Theorie

Besteht eine Egge aus zwei Schotten, dann haben sie die Symbolisierung (E(.)H(.)F) und (R(.)L(.) S). Die so gebildete Egge nennen wir “Gamasche”, welche als (E(.)H(.)F)[[][]](R(.)L(.)S) gelesen wird, mit folgendem Sinn: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei wollte der Schaffende die Vorstellung nicht stören, dass das erste Schott (E(.)H(.)F) das zweite (R(.)L(.)S) zugänglich macht”. Um die Gamasche skizzieren zu können, benutzen wir den Kragen mit dem allgemeinen Symbol ([[][]]), das wir als “Pappe” lesen. Es handelt sich dabei um ein logisches Gelenk, das beide Schotte zusammenbringt: (E(.)H(.)F)[[][]](R(.)L(.)S). Dieser Aufbau der Gamasche wird durch zwei Symbole (\) und (/) hervorgehoben, die jeweils am Anfang und am Ende der Formel stehen: \(E(.)H(.)F)[[][]](R(.)L(.)S)/. Der Inhalt der Gamasche lautet wie folgt: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei wollte der Schaffende die Vorstellung nicht stören, dass das erste Schott (E(.)H(.)F) das zweite (R(.)L(.)S) einleitet”. Um das Symbol für den Kragen abzugrenzen, benutzen wir ('''), die Bojen, die jeweils vor und nach dem Kragen gesetzt werden: \(E(.)H(.)F)'''[[][]]'''(R(.)L(.)S)/. Beschreiben wir denselben Gedanken mit Wörtern aus der Alltagssprache, können wir auch dieselben mit Bojen ergänzen, um Missverständnisse zu meiden.

Methode

Erinnern wir an dieser Stelle daran, dass die Schotte (E(.)H(.)F) und (R(.)L(.)S) zum Billard gehören, während die Gamasche als Ganzes zur Sitzbank gehört. Auf diese Weise schreiben wir zwei Vorschläge, die dem Billard ihren Inhalt entnehmen, während der sie einigende Spruch -die Gamasche- auf die Sitzbank geschoben wird. Des Weiteren hängt alles, was die Gamasche betrifft, zunächst nicht von den Merkposten, sondern von den Gipfeln ab. Wir müssen zwar zugeben, dass hinter unseren Mentalbildern Gegenstände sind, die jedoch nicht unmittelbar betroffen sind, weil der Schaffende in den Phantasietexten nicht zu objektiven Prüfungen gezwungen ist.

Anwendung auf Baudelaire

Schreibt man «Düfte», so glaubt man zunächst, Merkposten zu beschreiben, denn die Düfte existieren als Gegenstände, die zu einer Untersuchung in Verbindung mit dem Geruchssinn, oder mit den chemischen Vorgängen seiner Entstehung Anlass geben, unter anderen innerhalb eines pflanzlichen oder tierischen Organismus. Mit dem Satz «Es sind Düfte…verdorben…», stehen wir vor Gipfeln, die die Phantasie des Autors nützt, da Baudelaire den Düften einen sittlichen Wert zu geben scheint. Kennt man einen, der “Odysseus” heißt, so dient dieser als Merkposten. Es ist dagegen möglich, dass der Volksbrauch unter dem Namen Odysseus die Erinnerung an viele hartnäckige, schlaue Kämpfer darstellt. Dann entsteht ein Mentalbild, das ein Gipfel ist [400]. Das Interesse eines solchen Bildes, um eine Legende zu erzählen, steht außer Zweifel. Aber es ist ganz anders bezüglich Gegenständen, die von jemandem mit den notwendigen Kenntnissen, wahrgenommen werden [400]-[884].

§566
· Toises et rivetage
Theorie

Es ist nun an der Zeit zu beschreiben, wie die große oder kleine Glaubhaftigkeit einer Gamasche gemessen werden kann. Diesen Wert nennen wir “Klafter”. Da diese Berechnungsweise von der der Gradienten, Bögen, Strecken, Kanäle, Are, Gitter und Module, die der Nietung unterworfen sind, nur geringfügig abweicht, erweitern wir die Nietung auf das Klafter, so dass die Glaubhaftigkeitswerte unter 1/16 bedeutungslos werden. Neben der Möglichkeit, die wir haben, das Klafter einer gegebenen Gamasche zu messen, können wir sowohl das Klafter einer Gruppe von Gamaschen berechnen, die jeweils aus derselben Höhle stammen, so dass wir die Nietung auf solches Maß erweitern.

Methode

Die numerischen Kriterien der Glaubhaftigkeit, die hier als Messgeräte dienen, sind nur auf allgemeine Überlegungen des literarischen Kommentars zurückzuführen, die wir leicht formalisieren.

Anwendung auf Baudelaire

So nimmt die Kritik die Entfernung zwischen dem Titel «Correspondances» (Entsprechungen) und dem Schlusswort «sens» (Sinne) wahr, und sie fällt ihre Urteile auf beide gebührende Vorstellungen nach diesem Abstand, sowohl um den deutlich erklärten Willen des Schaffenden zu bewerten, als auch dessen flüchtiges oder träumerisches Denken zu umreißen. Einerseits gehen wir von dem scharfen Willen aus, so arbeiten wir die Vorstellung “inneren Entfernung” aus, welche dazu dient, die Glaubhaftigkeit dessen, was eindeutig beabsichtigt ist, zu messen. Andererseits arbeiten wir die Vorstellung “Höhle” aus, welche dazu dient, den Umfang eines flüchtigen oder träumerischen Denkens in einem sehr dichten Werk zu umreißen.

§567
· Arrosoir et bretelle
Theorie

Eine Kanne oder ein Riemen einer Gamasche ist ein Wissensvorteil, der dazu dient, die Gamasche besser zu verstehen, obwohl kein Merkposten vorhanden ist. Wenn der Wissensvorteil den Schaffenden betrifft, nennen wir ihn einen Riemen. Betrifft der Wissensvorteil dagegen die geläufigen Meinungen oder Verhalten der Zeit des Schaffenden, so nennen wir diese Auskunft eine Kanne.

Anwendung auf Baudelaire

Über Baudelaires Neigung für einen lustigen Streich auf dem Laufenden zu sein ergibt einen Riemen. Dessen bewusst zu sein, dass es zu Baudelaires Zeiten üblich war, das Bild der "Saülenbäume" zu nützen, ergibt eine Kanne.

Methode

Die Sekundärliteratur über ein Genie begrenzt sich oft auf dessen fruchtbare Jahre, und für manche Leute ist die historische Periode der eigentliche Autor. Daher bleibt es bequem, das Zeitalter und das Individuum zu trennen, weil jeder Augenblick durch verschiedene Bewegungen durchtrieben ist, während der Schaffende nicht allen Bewegungen gleichzeitig angehören kann.

§568
· Couvercle
Theorie

Wenn der Ausleger eine Höhle untersucht, erkennt er darin manchmal ohne Zeitwidrigkeit ein übergreifendes Thema, das wir einen Deckel nennen. Dieser Deckel muss durch das ganze Schriftstück wahrnehmbar sein, so dass keiner im Publikum ihn übersehen kann. Da viele Themen gleichzeitig in Frage kommen können, hat der Ausdeuter eine breite Auswahl an Deckeln. Hier berechnen wir die Glaubhaftigkeit der Gamaschen nach folgendem Deckel: “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt”.

Methode

Die Kenntnis der Geschichte spielt eine wichtige Rolle, wenn es darauf ankommt, ein Thema zu bestimmen, da der Standpunkt des Schaffenden oft den Generalgeist seiner Werke beeinflusst, selbst wenn dabei im Aufbau seines Denkens manchmal jede Objektivität fehlt.

Anwendung auf Baudelaire

Die Menschen unterliegen in der Geschichte manchen Interessen, die sich in ihrer Phantasie niederschlagen, und die Wiedergabe eines und desselben Ereignisses baut sich wie ein Gespräch auf. Gleichfalls geben manche Volksweisen zwei Stimmen wieder, die einander trotzen, wobei jeder Sänger das Gegebene fortsetzt oder ändert [818]. Die Lehrer, die die Jugend ausbilden, zielen auch darauf ab, dass ihre Lehrlinge ihre eigenen Ansichten in die Zukunft übertragen. Vom Thema eines Adligen, der der französischen Revolution entflieht, ausgehend, das Chateaubriand im „Genie des Christentums“ entnommen ist, verfasste Baudelaire als Schüler im "Collège Louis le Grand" 1837 lateinische Verse, die ihm einen ersten Preis einbrachten und hier nach einer Übersetzung von Jules Mouquet wiedergegeben werden [191]-[652]: «Als das schreckliche Terrorregime im ganzen Land von allen Seiten
Auf den verschreckten Bürgern lastete und als Frankreich in schlaflosen Nächten der Unruhe erblich,
Wird berichtet, dass einer dieser Elenden dem Land seiner Väter entfloh,
Um seinen Kopf vor der Axt des Pöbels zu retten.
Er suchte auf dem Wasser die Hoffnung auf eine Rettung,
Indem er sein letztes Geld für einen mühevoll gefundenen Kahn ausgab.
Den günstigeren Fluten des Rheins widmet er sein ganzes Hab und Gut,
Seine Frau und seine beiden Kinder.
Er setzt sie zusammen auf dieses leichte Boot,
Während der Fluss ihm den kargen Unterhalt spärlicher Fische liefert.
So gewähren barmherzige Fluten dieser Familie das Leben, das ihr das Land verweigert.
Der Ruderer, der oft von einem Ufer vertrieben wird,
Erreicht mit großer Mühe das andere Ufer.
Schließlich lässt er seinen Kahn abseits von jeder Gehässigkeit mitten im Fluss stehen.
Der Geächtete wird als Ausländer vom Gestade seiner Heimat abgestoßen.
Frankreich verbannt diesen Verurteilten.
Es weigert sich, seine Kinder anzuerkennen, und verwirft sie von seinem Schoß.
Aber sobald die stille Nacht die Ruhe über die Lande ausbreitet,
Nützt der Auswanderer den Schleier der Dämmerung und kehrt in frommer Betrügerei in seine Heimat zurück.
Er erreicht wohlbekannte -einst glückliche- Ufer
Und überflutet sein Heimatland mit bitteren Tränen!
Er zieht Kräuter mit Ästen heraus, legt das Trockenholz zusammen
Und macht es mit einem Zündholz an
Um seine gefangenen Fische, das Geschenk des Flusses, zu braten.
In diesem großen Unglück bleibt den Flüchtigen ein kleiner Trost:
Sie, die über den bekannten Strom in die Nähe ihrer Heimat getrieben wurden,
Erblicken in der Ferne die dunklen Hügelzüge und die geliebten Schlösser ihrer Väter,
Während sie eine Luft einatmen, die die Blumen der Gärten ihrer Heimat gestreift haben mag.»

§569
· Tuteur et engrenage
Theorie

Wenn zwei Bilder eines Deckels vorkommen, die dazu dienen mögen, ein Thema auszumachen, das einem zweiten Text problemlos zugeschrieben werden kann, der älter als die untersuchte Höhle oder zeitgenössisch ist, wird dieses Bilderpaar für beide Werke und den betreffenden Deckel “Beschützer” genannt. Es ist unwichtig, dass mehr als zwei Texte in Frage kommen. In jedem Fall nennen wir das Textpaar oder die größere Anzahl von Texten eine Verzahnung.

Methode

Um sich gegen die Subjektivität des Urteils über das Thema eines Textes abzusichern, ist es von Vorteil, einen anderen Text mit einem ähnlichen Thema zu haben. Der Ausleger, dem es nicht gelingt, ein allzu aufregendes Kunstwerk mit einem kritischen Auge zu betrachten, wird anhand eines zweiten Kunstwerks in die rechte Bahn geleitet. Es genügt hierzu, dass die zweite ästhetische Leistung ihn nicht so tief bewegt wie die erste.

Anwendung auf Baudelaire

In „Entsprechungen“ ist der Beschützer “"die Phantasie", "die Künste"” nach dem bereits erwähnten Deckel vorstellbar: “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt”. Wir müssten zwar diese Form “"die Phantasie", "die Künste"” scheinbar verwerfen, weil jedes Gedicht diesen Beschützer grundsätzlich enthalten muss, da Verse eine kräftige Verbindung mit der Phantasie und der Kunst zwangsweise enthalten müssen. Somit hätten wir hier leere Worte geschrieben. Dabei ist eine Kunst nicht gleichbedeutend wie die Künste. Ist Baudelaire ständig um sein Gedicht besorgt, so fragt er sich nicht bei jeder Gelegenheit insbesondere und in der Hauptsache in seinen Worten, welche Rolle die anderen Künste in der Phantasie spielen, die seine Eingebung beeinflussen.

§570
· Acolytes et gîtes
Theorie

Wenn eine Höhle mit einem Deckel vorkommt, der einen Beschützer enthält, der zu einer Verzahnung gut passt, nennen wir sie eine Bleibe. Jeden Text dieser Verzahnung außer der Bleibe nennen wir einen Gefährten. Somit ist „Entsprechungen“ eine Bleibe. Erstens mag das Gedicht “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt” als Thema haben, und dieses Thema mag daher als Deckel dienen. Zweitens erkennen wir den Beschützer “"die Phantasie", "die Künste"” als Thema eines anderen Gedichts, „die Leuchttürme“, das also einen Gefährten von „Entsprechungen“ darstellt.

Anwendung auf Baudelaire

Im Laufe dieses Gedichts erwähnt Baudelaire eine Reihe von Kunstwerken der bildenden Künste. Er empfindet «ein wiederholtes Echo», das zur Tradition wird [[1099]] in Index II (Gedichte)">[[1099]]. Des Weiteren bezieht er sich auf [[1097]] in Index II (Gedichte)">[[1097]]-[[1098]] in Index II (Gedichte)">[[1098]]-[[1100]] in Index II (Gedichte)">[[1100]]«…einen gedämpften Seufzer von Weber…», sowie auf mehrere «Te Deum» und sogar auf «…einen Ruf von Jägern, die sich in tiefen Wäldern verlaufen haben!» Bemerkenswert ist auch, dass diese beiden Gedichte in der 1857 veröffentlichten Ausgabe unter den Nummern IV und VI zu finden sind.

Methode

Von den Archäologen übernehmen wir die Vorstellung, dass eine Reihe notwendig ist, zu der der anfängliche Gegenstand der Untersuchung gehört. Wir ergreifen nur die Initiative, die geringste Anzahl der Texte, die eine Verzahnung bilden, auf zwei zu begrenzen. Gehrard schrieb, dass wer ein Bauwerk gesehen hat, keines gesehen hat, und wer tausend Bauwerke gesehen hat, hat eines gesehen [896]. Louis Robert erläutert diese Vorstellung folgendermaßen [896]: «Das Prinzip der Reihe ist in der Tat ein Grundprinzip. Eine einzelne Beschriftung liefert nur einen Teil ihrer Lehre. Si kommt erst innerhalb einer Reihe voll zur Geltung. Je ausführlicher und vielseitiger die Reihe ist, desto interessanter wird die Aufschrift.» Was im Einzelnen oder in kleinerem Umfang erreicht worden ist, kommt als ernsthafter Gegenstand einer Untersuchung erst in größerem Umfang zur Geltung. Das erste große Vorurteil, das den Gelehrten oder Wissenschaftler daran hindert, die Dinge besser zu verstehen, besteht darin, den geistlosen Dingen ein vermeintliches Ziel zu setzen. Das zweite Vorurteil besteht darin, ausschließlich einer Einzelperson eine Leistung zu verleihen, die im Grunde zu einer Bewegung gehört, der diese Person angeschlossen ist [896]-[897]-[898].

§571
· La distance annulée dans un antre
Theorie

Auf der Billardebene hängt jeder Kontakt zwischen den Gedankenbildern stark vom Abstand zwischen diesen Bildern, oder von einer Verknüpfung ab. Wenn es jedoch auf den Sitzbanksinn innerhalb einer Höhle ankommt, gehen wir davon aus, dass der Schaffende im Stande war, die verschiedenen Inhalte eng miteinander zu verbinden -und wir brauchen diese Eingebung mit Bezug auf den Abstand zwischen den Bildern, oder auf die Verknüpfungen nicht zu begründen. Dieser allgemeine Kontakt zwischen allen diesen Vorstellungen, oder zwischen all den Wörtern eines Textes, rechtfertigt sich erstens durch die Knappheit der Höhle, zweitens durch seinen klaren Umfang und drittens durch das leicht vorstellbare Mentalbild, das einfach aus einer blitzartigen Denkungsart oder aus einer Träumerei besteht. Also handelt es sich nur zu glauben, dass eine Bindung zwischen zwei Sinnen nicht auszuschließen ist. Diese drei Punkte erklären, wie die in einer Höhle verstreuten Vorstellungen sich so leicht vereinen lassen. Daraus ergibt sich oft, dass die Glaubhaftigkeit einer Gamasche so einfach zu errechnen ist: es genügt zu überprüfen, dass die Bilder der Gamasche zu einer und derselben Höhle gehören. Um die Glaubhaftigkeit der Gamasche zu messen, wird die Berechnung der Anzahl der Fronten zwischen ihren Bildern stets überflüssig.

Methode

Der Abstand zwischen den Billardvorstellungen wird selten von dem Schaffenden von einst, mittels der Anzahl der Fronten aufgefasst. Auf dem Gebiet der Technik kam es tatsächlich nicht in Frage, den Sinn durch den Abstand zwischen den Wörtern zu bestimmen. Für den Ausdeuter von heute ist es von Vorteil, die Schriftstücke eines solchen Schaffenden zu haben, da der Ausdeuter auf der Suche nach dem Billardsinn durch eine Manipulation über den Abstand zwischen den Vorstellungen nicht überlistet werden kann. Es ist nämlich unwahrscheinlich, dass der Autor vorsätzlich zwei Wörter auseinander gehalten hätte, um unser Verfahren, das seinerzeit unbekannt war, zunichte zu machen. Im Rahmen der Bestimmung der Gamaschen geht alles anders. Anstatt den klaren Gedanken des Autors einerseits beschreiben zu wollen, versucht der Ausleger nur die Träumerei des Schaffenden zu bestimmen. Andererseits sucht er nach einem Bild, das der Autor nicht verfechten will. Letztendlich verliert der Abstand zwischen den Wörtern an Wert, weil die Träumerei des Schaffenden in einer Höhle in allen Richtungen unbegrenzt wandeln kann.

Anwendung auf Baudelaire

Baudelaire bevorzugte literarisch die knappe Form, weil sie die Kreuzung der in einem Text verstreuten Ideen in einem engen Raum erleichtert. Diesbezüglich erklärt Asselineau, dass der Gedankengang seines Freunds [40]«…den Schlüssel zu der geringen Zahl und dem hohen Wert seiner Werke gibt.»

§572
· Chemise
Theorie

Um eine Gamasche richtig aufzufassen, müssen wir manchmal den Text leicht umgestalten. Die Umgestaltungsmittel nennen wir Überzug. Es besteht kein Zwang, darauf zurückzugreifen, da es nur darum geht, den Ausdruck zu erleichtern. Zum Überzug gehören drei Teile, die wir “Terrasse”, “Düse” und “Huf” nennen. Was die “Theke” betrifft, so handelt es sich sowohl um die beliebige Anwendung als auch um die Nicht-Anwendung des Überzugs. Der Huf umfasst alle Benutzungsbedingungen zur Anwendung der Düse oder der Terrasse. Jede Änderung muss in erster Linie zur Zeit der Veröffentlichung des Werks in der Umwelt des Schaffenden möglich gewesen sein. Zweitens muss es ausgeschlossen sein, dass die Kritik die Anwendung des Überzugs als widersinnig auffasst.

Methode

Im Falle von Versuchen, den umgestalteten Sätzen zur Rechtfertigung eines Textes einen falschen Glanz zu geben, ist es oft leicht für die Kritik, auf die Benutzung von Wörtern hinzuweisen, die zur Zeit des Schaffenden unbekannt waren.

Anwendung auf Baudelaire

Ehe man dennoch den Ausdeuter beschuldigt, eine mangelhafte Methode anzuwenden, ist es ratsam zu überprüfen, ob der Autor selbst in der Zeit, in der das Werk entstand, kein Wort erfunden hat, das als verdächtig betrachtet werden könnte. Indem Baudelaire das Wort «chercherie» (Sucherei) gebrauchte, bot er den Auslegern die Gelegenheit, sich darauf zu konzentrieren, wie er sich für die intellektuelle und ästhetische Forschung von Leuten interessierte, die manchmal auf abwegige Fährten geraten könnten [677].

§573
· Tube
Theorie

In einem und demselben Schott (T(.)J(.)Z) besteht eine Tube aus jedem beliebigen Gedanken T, J, oder Z, vorausgesetzt, dass sie sich wenigstens auf eine Front des untersuchten Textes bezieht. Die Tube fängt an zu bestehen, selbst wenn eine geringe Änderung einer Front in der Absicht, eine Ungeschicklichkeit in der Beschreibung des Ursinnes zu vermeiden, vorgenommen wurde. Der Text bleibt ungeändert, da es sich dabei nur um einen Kommentar handelt. Um die einzelnen Tuben T, J und Z in einem Schott klar auszumachen, werden ihnen einzelne Bezeichnungen gegeben: die Pike steht links, das Obdach in der Mitte, und der Docht rechts.

Methode

Jeder Bezug auf die Fronten innerhalb der Gamasche erlaubt es, trotz der Vielfältigkeit aller Bilder und unseres technischen Wortschatzes, immer an den Text zu erinnern.

Anwendung auf Baudelaire

Das Vorhandensein von Wörtern aus Baudelaires Dichtung dient ungeachtet aller technischen Zeichen, die dieselben begleiten, zur Orientierung der Einsicht in die Gamasche gemäß dem Original. Die Wörter nutzen dem Ausdeuter eines Werks wie die Zonen auf einer Karte, die für den Seefahrer die Teile eines Ozeans darstellen, oder die Notenlinien für einen Dirigenten. Von einem Punkt der Umsetzung zum anderen erreicht jeder von ihnen, das heißt der Ausleger, der Kapitän oder der Dirigent, die anvisierte Vorstellung «durch Wälder von Symbolen.» Mögen «Entsprechungen» für Baudelaire Analogien, den Künstlern auf allen Gebieten Eingebung liefern, so mögen sie auch Mittel zum Dialog zwischen Gott und seiner Schöpfung sein. Letztendlich mag es sich um Beziehungen zwischen Menschen oder Anzeichen solcher Beziehungen sein.

§574
· Bohle
Theorie

Eine Front innerhalb einer Höhle, oder diese geänderte Front nach Anwendung des Überzugs in einem Schott nennen wir eine Bohle. Besteht der Überzug dagegen darin, eine Front aufzuheben, ist das Ergebnis keine Bohle. In einer Gamasche muss jedes Schott mindestens über eine Bohle verfügen, damit der Ausdeuter sicher sein kann, keinen anderen Text als das gerade untersuchte Werk zu ersinnen. Daraus ergibt sich, dass jede anständige Gamasche wenigstens zwei Bohlen besitzt.

Methode

Die Vorstellung “Bohle” deckt somit sowohl die Originalfront des Textes als auch deren Verwandlung mittels des Überzugs.

Anwendung auf Baudelaire

Was (lebende Säulen entweichen(.)lassen(.)wirre Worte) betrifft, führt die Änderung von «lebendige» zu “lebende” dazu, die man mittels des Überzugs erhält, dass beide Vorstellungen zwei Seiten einer und derselben Bohle darstellen.

§575
· Heftzwecke
Theorie

Mittels einer Düse, deren Symbol (-[]) “Heftzwecke” genannt wird, ist es möglich, jeden Punkt einer Gamasche in grammatikalischer Hinsicht beliebig zu gestalten. Der Aufbau variiert im Einzelnen infolge der sprachlichen Vielfältigkeit. Meistens besteht jedoch die Möglichkeit, jedes einzelne Wort eines Textes zu ändern, um den Kommentar zu erleichtern, und oft wird diese Änderung durch ein Zeichen angegeben. Auf diese Weise ist es möglich, einen Satz, dessen Grund beibehalten wird, was Natur, Geschlecht, Zahl, Tempus oder äußerliche Begleitung betrifft, in seinen einzelnen Wörtern umzugestalten.

Methode

Gelegentlich ist es notwendig, manche Formen des Überzugs zu kommentieren, anstatt dessen Gebrauch bei Anwendung einer einzigen Sorte beiläufig nur zu erwähnen. Bei Anwendung mehrerer Arten des Überzugs mag der Leser irregeführt werden.

Anwendung auf Baudelaire

Wenn «Mensch» zum Beispiel zu “menschlich” wird, findet lediglich eine Änderung statt. Mit «Symbolen», die zu “Symbolisierung” werden, sind dagegen zwei Änderungen vorhanden. Im ersten Fall wurde ein Substantiv von einem anderen abgeleitet. Dann wurde eine Pluralform durch einen Singular ersetzt. Mit diesem Kunststück können wir auch von «Natur… Tempel…Symbolen» ausgehend “Tempel(.)symbolisiert(.)Natur” schreiben.

§576
· Zeichen sparen.
Theorie

Benutzen wir die Heftzwecke (-[]), so erwähnen wir sie nur einmal am Ende des Schotts, auch im Falle mehrerer Änderungen. Kommt eine Änderung in jeder Tube vor, so schreiben wir einfach (T(.)J(.)Z-[]). Im (ein Tempel(.)symbolisiert(.)Die Natur-[]) gebrauchen wir die Düse, weil «Symbolen» in diesem Falle zu “symbolisiert” wird.

Methode

Die Unterschiede zwischen Schott einerseits und Schiedsspruch, Glosse, Rips, Tartan und Filz andererseits kommen durch den Überzug am besten zum Vorschein. In der Tat kommt diese Frontänderung in dieser Abhandlung zum ersten Mal vor.

Anwendung auf Baudelaire

Dabei erinnern die Schotte oft an die Glossen. So ist rb(Natur~Tempel) nicht unvereinbar mit (Natur(.)ist(.)Tempel), und diese Sinnesnähe bietet dem Ausleger die Möglichkeit, Bedeutungskontakte zu neuen Zwecken wieder anzuwenden, deren Wichtigkeit er lange zuvor erkannt hatte.

§577
· Tunnel
Theorie

Der erste Anschein der Terrasse besteht in einem Tunnel, in dem der Sinn des Textes zeitweilig so behandelt wird, als ob es sich für den Schaffenden um einen Gegenstand handeln würde. Dies ermöglicht es stärker als üblich, die Lage vorzustellen, dass der Text mit den Sinnen der Worte erwähnt. Bei dieser Vorgehensweise bleiben wir uns im Klaren darüber, dass in einem Phantasietext der Sinn im Vordergrund bleibt, während die Gegenstände im Hintergrund bleiben. Es handelt sich in der Tat nicht um Gegenstände der Wissenschaft, für welche der Autor gezwungen ist, seine Gegenständlichkeit durch Merkposten zu beweisen.

Anwendung auf Baudelaire

„Entsprechungen“ ist inhaltlich viel zu weit von jeglicher Feststellung entfernt, als dass von einer objektiven Analyse der Tatsachen die Rede sein könnte. Das Gegenteil zu behaupten kann nur zur Herausforderung gehören.

Methode

Was die Gipfel betrifft, müssen wir jedoch zugeben, dass hinter der naheliegenden Bedeutung innerhalb des Denkens das Gewicht der Gegenstände angesichts der Sinnesinhalte anerkannt werden muss, denn es muss ein Gegenstand vorhanden sein, um sich denselben vorstellen zu können. Selbst eine falsche Vorstellung stellt -wenn auch schlecht- einen Gegenstand dar [753].

§578
· Dock
Theorie

Ein zweites Mittel der Terrasse besteht im Dock, in der Form irgendeines Zusatzes im Sinn oder in Zeichen, die nicht zum Text gehören, in der Absicht, die Deutung der Bilder des Schotts zu erleichtern.

Methode

Es ist also möglich, zur Unterstützung eines Kommentars zu einer Einzelheit im untersuchten Text, die sonst schwer zugänglich wäre, Interpunktion, Artikel und Vokabeln hinzufügen.

Anwendung auf Baudelaire

In “…mit Hilfe einer Antwort der Farben zu den Tönen…” kann jeder beobachten, dass “mit Hilfe” nicht zum Originaltext gehört. Die Anwendung eines oder mehrerer lateinischen Grossbuchstaben dient dazu, ein Dock zu symbolisieren. Da diese Dockbuchstaben sich mit denjenigen decken, die zur Symbolisierung der Fronten, Tuben und Felder dienen, ist Aufmerksamkeit auf den Inhalt des Textes sowie der Hinzufügungen im Einzelnen geboten, um den Vorgang innerhalb einer Gamasche mittels des Überzugs richtig zu verstehen.

§579
· Giebel
Theorie

Ein dritter Aspekt der Terrasse kommt in Betracht, wenn wir einen Gedanken durch einen anderen ersetzen, dessen Sinn ähnlich ist, der jedoch durch ein Wort ganz anderer Herkunft vertreten wird. Somit mag “heilig” für «Tempel», oder “aus der Ferne” für “in der Ferne” stehen. Diese Art des Kommentars nennen wir “Giebel”. Mit dem Ausdruck “\"Im Tempel wird der Mensch durch Wälder von Symbolen eingeweiht", und zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei wollte der Schaffende, die Vorstellung nicht stören, nach welcher dies "Es sind Düfte…wie die Haut von Kindern…wie Oboen…wie die Auen -Und andere…Wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch" einleitet/”, schreiben wir “wird… eingeweiht” statt «schreitet», und machen auf diese Weise vom Giebel Gebrauch. In dieser Hinsicht stellt «schreitet» eine Bohle dar, da diese Front durch den Überzug zu “wird…eingeweiht” geändert wird. Es ist oft davon die Rede, dass der Eingeweihte den Weg seiner Einweihung entlang schreitet. Also kann der Überzug als eine Möglichkeit betrachtet werden, Baudelaires Denken zu erläutern. Diese Vorgehensweise erinnert uns wenn auch flüchtig an Mozarts ¨Zauberflöte¨.

Methode

Der Höhepunkt der Abstraktion wird im Überzug vermieden: wenn wir eine Front über den Überzug aufheben, wird sie nicht mehr als Bohle betrachtet.

Anwendung auf Baudelaire

Nehmen wir an, dass die Wörter ebenso viele Symbole sind und dass dieselben Wörter greifbarere Symbole -Düfte oder Farben zum Beispiel- beschreiben, so laufen wir Gefahr, inmitten der logischen Ebenen des Denkens in Verwirrung zu geraten. Das bedeutet keineswegs, dass das Ganze nicht in logischer Ordnung wäre, aber das Verfahren führt zu «…lange Echos, die sich in der Ferne vereinen…»

§580
· Rampe
Theorie

Wir geben uns eine vierte Art der Terrasse: die Rampe. Diese hat ebenfalls zur Aufgabe, den Kommentar zu erleichtern, indem sie die Möglichkeit bietet, die Urordnung der Wörter zu ändern, ein Textsegment aufzulösen, oder im selben Text einen Gedanken aufzugreifen, der von den Bohlen der betrachteten Gamasche mehr oder weniger weit entfernt ist. Um zur anvisierten Bedeutung zu gelangen, bringen wir zwei Stellen in engen Kontakt. Dabei muss jede Rampe gebildet werden, ohne den Ursinn des Textes zu verformen. Wir schreiben zum Beispiel als eine sichere Rampe “…wie die Nacht und das Licht…” statt «…wie die Nacht und wie das Licht…»

Methode

Es erweist sich im Gegenteil als sehr gefährlich, eine Bebilderung, die sich auf keinen Merkposten stützt, zu ersinnen, selbst wenn bei dieser Gelegenheit ein Riemen oder eine Kanne zur Verfügung steht. In der Tat würde dieses Verfahren den Kommentar eher erschweren als erleichtern. Es gibt zwei Arten von Bebilderungen: einerseits die fiktiven Fälle, die die Künste berühmt gemacht haben, und andererseits die Realfälle, die durch historische, geographische oder archäologische Forschung hervorgehoben wurden.

Anwendung auf Baudelaire

Aus dieser Perspektive ist es für den Ausdeuter ausgeschlossen, «ein Tempel» und “die “Weltausstellung von 1855” gleichzustellen, selbst wenn der Ausleger seine missbräuchliche Überzeugung durch Baudelaires Artikel über dieses wichtige Ereignis im Leben der Künste rechtfertigen will. Somit würde er einen guten Riemen fälschlich anwenden [714].

§581
· Kap
Theorie

Eine fünfte Form der Terrasse bildet ein “Kap”. Es geht wiederum darum, eine Bohle zu deuten, diesmal jedoch, indem wir zwei unterschiedliche Sinne eines und desselben Worts in Betracht ziehen,

Methode

Da das Verb “sein” einerseits “die Eigenschaft…haben” und andererseits “existieren” bedeutet, passt es bestens zur Bildung eines Kaps, “Mars ist ein Planet” bedeutet “Mars hat die Eigenschaft eines Planeten”. “Es ist kein Planet, der so massig scheint wie die Sonne” bedeutet “es existiert kein Planet, der so massig scheint wie die Sonne”.

Anwendung auf Baudelaire

Ausgehend von «La Nature est» (Die Natur ist) im ersten Vers können wir “Die Natur existiert” schreiben. Es genügt, die Bedeutung im neunten Vers in den ersten zu versetzen. Baudelaire hat in der Tat in der dritten Strophe «Il est des parfums frais comme des chairs d'enfants…» (Es sind Düfte frisch wie die Haut von Kindern…) geschrieben.

§582
· Drücker
Theorie

Die Anwendung aller fünf Formen der Terrasse, entweder einzeln oder geschlossen, mag durch das Symbol ([]-) angezeigt werden, das wir Stößel nennen. Dieser wird am Ende eines Schotts geschrieben, damit er die Deutung der Gamasche keineswegs hindert. Selbst wenn die Terrasse nur die Pike betrifft, ist der Gebrauch von (T(.)J(.)Z[]-) klar genug. Schreiben wir im selben Schott (-[]) und ([]-), so kann (-[]-) als gleichwertig benutzt werden, weil es erstens keinen Nachteil bringt, und zweitens eine schnellere Lösung wie (-[][]-) bietet.

Methode

Die vertretbare Entstellung eines oder mehrerer Elemente einer Gamasche muss gering bleiben, damit die Absicht des Schaffenden nicht verfälscht wird. Der Leser mag jedoch durch die neue Version des Ausdeuters entrüstet werden. Es ziemt sich, den Leser durch ein Zeichen zu warnen.

Anwendung auf Baudelaire

In der Absicht vom Ausdruck «Vaste comme la nuit» (Weit wie die Nacht» zur Fassung (une ténébreuse et profonde unité qui(.)est(.)vaste comme la nuit et comme la clarté-[]-) (×(in einer finsteren und tiefen Einheit, die so weit wie die Nacht ist)) überzugehen, fügen wir durch die Rampe “qui est” (die so …ist) hinzu und machen den Leser mit dem Stößel darauf aufmerksam, dass der Ausleger sich der Entstellung des zweiten Vierzeilers voll bewusst bleibt.

§583
· Linksspieker und Rechtsspieker
Theorie

In einer Gamasche sind zwei Schotte und ein Kragen. Innerhalb jedes Schotts sind zwei Spieker zur Trennung der drei Vorstellungen oder Tuben, die zusammen ein einziges Mentalbild ergeben. Das führt zu mehreren Möglichkeiten, weil in jeder Tube jeweils ein einziger oder mehrere Jetons vorhanden sind. Wir unterscheiden den Links- und den Rechtsspieker. Die Pike des Schotts (lebendige Säulen entweichen(.)lassen(.)wirre Worte) besteht aus drei Jetons: «lebendige», «Säulen» und «entweichen». Diese Tube «lebendige Säulen entweichen» kommt vor den Linksspieker, während das Obdach, das die zweite Tube «lassen» darstellt, zwischen den beiden Spiekern geschrieben steht. Seinerseits kommt der Docht «wirre Worte» ganz am Ende.

Methode

Drei Synthesen wirken innerhalb einer Gamasche: die eine wird über die ganze Gamasche durch den Kragen ([[][]]) getrieben, so dass sie beide Schotte einigt. Im Gegenteil beziehen sich die beiden anderen Synthesen nur jeweils auf ein Schott: das Obdach einigt die Pike und den Docht. Eine einzige allgemeine Gestalt (T(.)J(.)Z) findet sich in jedem Schott, obwohl der Inhalt jeweils unterschiedlich ist. Was den Verband betrifft, wird er durch den Kragen ([[][]]) getrieben, welcher sagt, dass der Schaffende zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei die Vorstellung nicht stören wollte, nach welcher ein Schott das andere einleitet.

Anwendung auf Baudelaire

Wir beschränken uns in jedem einzelnen Schott auf eine Deutung, die nie auf die Bindung zwischen zwei Sprüchen des Textes eingeht, die eindeutig grammatische oder logische Sätze sind. Sonst vermeidet jedes Schott, vom Billardsinn deutlich abzuweichen, obwohl es geringe Überzugsänderungen enthalten kann. Aus dieser Perspektive ändert (Symbole(.)betrachten(.)Mensch) ein wenig den Text und behält dabei den Ursinn des Gedichts bei. Im Gegenteil ändert (Die Natur(.)ist(.)ein Amber) den Sinn des Gedichts, wie er von vornherein vom Leser verstanden wird, was nur zu einem illusorischen Kommentar führen kann. Der Ausdeuter geht gleich am Anfang fehl. Er schreibt sein eigenes Sonett und wird selbst zum Schaffenden. Er gibt seine erste Pflicht auf und tut nur oberflächlich, als ob er ein anständiger Ausleger wäre.

§584
· Haue
Theorie

Eine Haue ist eine Gamasche, die durch das Vorhandensein von besonderen, schwer zu deutenden Eigenschaften verwickelt wird. Anfangs haben wir in dieser Gamasche, die einen Phantasietext dennoch betrifft, ein Verlangen des Schaffenden nach einer möglichst strengen Folgerichtigkeit in seinem Werk. Zweitens sind für eine und dieselbe Haue jeweils zwei verwandte Deutungen vorhanden: die eine ohne und die andere mit einem Tunnel. Diese beiden Versionen nennen wir “Verklärungen”. Die erste Verklärung sieht so aus: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei wollte der Schaffende, der danach strebte, mit dem ganzen Text in Einklang zu bleiben, die Vorstellung nicht stören, dass der eine Spruch… den anderen…zugänglich macht.” Die zweite Verklärung kann folgendermaßen dargelegt werden: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei wollte der Schaffende, der danach strebte, mit dem ganzen Text in Einklang zu bleiben, die Vorstellung nicht stören, dass die einerseits in…beschriebene Lage die andererseits in…beschriebene Lage verursacht”. Jede Verklärung wird einen besonderen Ausdruck enthalten: (ᵒ…ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌ…), beziehungsweise (˜*˜…ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌ…) -In diesem Zusammenhang werden die Symbole (ᵒ) und (˜*˜) als “Luke” und “Kristall” ausgesprochen.

Methode

Wir müssen hier auf eine Bemerkung zum angewandten Wortschatz näher eingehen: “verursachen” ist eine Art “Zugang”. Also bleibt die zweite Verklärung im Rahmen, den wir im Absatz 565 bezüglich der Gamasche (F(.)H(.)E) angegeben hatten: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei wollte der Schaffende, die Vorstellung nicht stören, dass das erste Schott (E(.)H(.)F) das zweite (R(.)L(.)S) zugänglich macht”. Für manche Dinge mögen die beiden Formulierungen “verursachen” und “zugänglich machen” wahlweise gebraucht werden. Bei genauerem Hinsehen passt “verursachen” sehr gut, wenn die beschriebenen Geschehnisse keinem geistlichen Wesen zu verdanken sind. Letztendlich soll der Ausdeuter je nach der behandelten Stelle im Text die am besten passenden Vokabeln aussuchen, so dass er für eine Stelle “zugänglich machen” und für eine andere Stelle “verusachen” wählen mag.

Anwendung auf Baudelaire

Betrachten wir zwei Bindungen zwischen Ideen, die dem Gedicht „Entsprechungen“ entnommen sind, die über ( ᵒ…ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌ…), beziehungsweise (˜*˜…ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌ…) in verschiedene Richtungen gehen, obwohl sie eine Verwandtschaft besitzen. Lesen wir zuerst «Die Natur ist ein Tempel…Antworten einander Düfte, Farben und Töne» mit dem Sinn, nach welchem das erste Segment, das zweite einleitet. Wir schreiben es so: \(ᵒ die Natur ist ein Tempel-[]ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌDüfte, Farben und Töne antworten einander-[]-)/. Das hängt mit der Bedeutung zusammen, dass der Schaffende die Gegenstände, die unsere Empfindlichkeit berühren, wie Gläubige schildert, die geistliche Lieder als eine Folge von Fragen und Antworten singen. Andererseits stellen uns nun vor, dass der Umstand, dass “der Mensch durch Wälder von Symbolen schreitet”, “die Lage, in welcher “Düfte, Farben und Töne einander antworten”, verursacht. Wir schreiben es so: \( ˜*˜dort(.) schreitet(.)der Mensch durch Wälder von Symbolen-[]ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌDüfte, Farben und Töne antworten einander-[]-)/. So fällt uns ein, dass der Künstler, der für Baudelaire den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes darstellt, für die ihn umgebende Umwelt diese Spitzfindigkeit verursacht, die es erlaubt, die Entsprechungen zwischen den Düften, den Farben und den Tönen zu empfinden. Der Unterschied zwischen den Erläuterungen ist geringfügig und wichtig zugleich.

§585
· Urbarmachung
Theorie

Die Urbarmachung besteht aus mehreren Hauen, die ein Ausleger zusammengefasst hat, um eine Ausdeutung zu ermöglichen. Einerseits scheint die Träumerei des Schaffenden viel zu ungenau, um zu einer Zusammenfassung dieser Art zu gelangen. Andererseits war die Träumerei des Schaffenden nicht frei von einem Streben nach einer Ideeneinheit, weil es sich um eine gängige Neigung des menschlichen Geistes handelt, seine Gedanken wenn auch verschwommen zu sammeln. Nur wenn der Denker eine tiefe Abneigung gegen gewisse Vorstellungen hegt, die er ungeordnet lässt, haben wir einen Sonderfall. Aber es wäre überraschend, wenn ein Autor, der seine weitgehend eigenwilligen Gedanken lange erarbeiten musste, dieselben gehasst hätte. Die Glaubhaftigkeit einer Urbarmachung zu bewerten, geht darauf hinaus zu bestimmen, ob der Rundblick der manchen Träumereien, die die Höhle zu dem Geist des Autors geführt haben mag, die Eigenschaften einer Synthese besitzt. Um zu einer ersten Auswahl aus der möglichen Zusammenstellungen von Mentalbildern zu gelangen, wird verlangt, dass jede Urbarmachung beständig denselben Deckel und denselben Beschützer voraussetzt.

Methode

Wie man einen Deckel unter anderen aussucht, die gelegentlich auch gültig sind, beschränkt sich dieses Bild, selbst wenn es mit einem leicht synthetischen Sinn bereits geladen ist, darauf, eine besondere Deutung der untersuchten Höhle darzustellen, ohne Anspruch darauf, eine tiefere Kenntnis des Textes zu erreichen.

Anwendung auf Baudelaire

Behalten wir für „Entsprechungen“ den oben erwähnten Deckel “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt”, müssen wir uns trotzdem davor hüten, zu behaupten, dass es sich um die Hauptvorstellung des Autors handelt.

§586
· Besorgungen
Theorie

Zwei Fragen, die wir “Besorgungen” nennen, erlauben uns, die Festigkeit der Bindung zwischen Haue und Urbarmachung zu erproben. Die erste Besorgung, die wir “Volte” nennen, bezieht sich auf eine Bohle im ersten Schott, während die zweite Besorgung, das Ersuchen, sich auf eine Bohle im rechten Schott bezieht. Die Volte kommt ohne Tunnel, während das Ersuchen den Tunnel in Anspruch nimmt. Demzufolge führt jede Besorgung zu einer unterschiedlichen Antwort. Die Antwort auf die Volte dreht sich um den Deckel, während das Ersuchen sich um den Beschützer dreht.

Anwendung auf Baudelaire

Eine Behauptung mit Tunnel besteht zum Beispiel darin, zu sagen, dass “zwischen den Gegenständen Wälder von Symbolen zu finden sind.”

Methode

Indem er auf das logische Kunststück zurückgreift, das in der Vorstellung des Inhalts eines Phantasietextes von der Bezeichnung eines Mentalbildes zur Bezeichnung eines Gegenstands wechselt, befreit sich der Ausleger von manchen Verwicklungen. Er meidet schwerfällige Winkelzüge und geht gleich zur ersten Empfindung über. Er stellt sich den Schaffenden vor, der die Welt betrachtet, anstatt sich einen Schaffenden vorzustellen, der unter den vorhandenen Weltbildern eine Auswahl trifft. Auf ähnliche Weise kommt der Theatermeister dazu zu behaupten, dass “Alceste schlechter Laune ist”, anstatt zu erklären, dass Molières Vorstellung von Alceste die Idee von schlechter Laune impliziert. Es scheint einfach, auf die Gegenstände zurückzukommen. Kant hat selbst Plato kritisiert, der den Wert dieses Vorgangs unterschätzt hatte, indem er inmitten von unsicheren Voraussetzungen irrte [474¹]-[474²]. Und doch hat der königsberger Philosoph denselben Fehler gemacht, indem er eine Denkweise ersonnen hat, die kein Anzeichen vom Druck der materiellen Tatsachen aufweist [470]-[471]. Wir müssen im Gegenteil lernen, unsere Gedanken nach den Umrissen der natürlichen Erscheinungen jeweils besser als unsere Vorgänger zu ordnen, ohne uns vorzustellen, dass das Wissen sich nicht auf die Erfahrung stützen könnte. Die Grundlagen des Verstands der allgemeinen Erfahrung kommen außer derjenigen aus der Geschichte -welche sehr knapp ist- nicht von Abstraktionen, die der Erfahrung vorausgegangen wären. Aus dem natürlichen Druck auf die Gattung sind diese Grundlagen im Wesentlichen entstanden. Unsere Vorfahren lebten in einer natürlichen Umwelt und wir tragen heute noch die Folgen des Drucks, den diese Umwelt auf unsere Vorgänger ausübte. Seit Erscheinen des Lebens kommen in jeder Zeit in der Fortpflanzung zahlreiche Unfälle vor. Die Filterung der Schößlinge ändert sich mit dem Umweltfilter, so dass in langen Zeiten die Bevölkerung teil- und etappenweise erneuert wird [232]-[233]-[234]-[235]-[236]-[237]-[238]-[239]-[240]. Daraus kommen insbesondere die Fähigkeiten der überlebenden Bevölkerung. Nun wäre es eine Selbsttäuschung sich noch einzubilden, dass unser Geist die Vorstellungen der Gegenstände ordnet, ohne selbst durch biologischen Druck geformt worden zu sein, der durch den langsamen Prozess der Evolution entsteht. Diesen Punkt verkennen zu wollen, während die Theorie weitgehend zugänglich ist, geht mit der Unkenntnis der langen Zeit unserer Entstehung einher. Wer an diesen überholten Vorstellungen hängen bleibt, bildet sich ein, dass die hohe Abstraktionsfähigkeit unseres Geistes den Ausgangspunkt unserer Denkweise darstellt, während dieselbe ein hauptsächlich ungewolltes biologisches Ergebnis ist, selbst wenn dieses von eher absichtlichen historischen Fortschritten ergänzt wurde [19]-[20]-[21]-[268]-[270]-[470]-[471]-[476]-[500]- [722].

§587
· Volte
Theorie

Die Volte umfasst grundsätzlich die Worte: “wie kann man vom Sinn der Bohle…ausgehend, zum Deckel…gelangen?” Um diese Frage leichter verständlich zu machen, kann es notwendig sein, die Bohle geringfügig zu ändern, oder zusätzliche Einzelheiten vorzutragen. Dazu dient der Überzug. Die Ausgangsvorstellung, die durch den Überzug erreicht wurde, oder die Urvorstellung, wird allgemein “Trapez” genannt. Es besteht die Möglichkeit, auf dieses Trapez durch das Symbol (.\.) hinzuweisen, das als “Stock” gelesen wird. Auf diese Weise hat die Volte im Wesentlichen den Sinn: “wie kann man vom Trapez…ausgehend, zum Deckel…gelangen?” Die Antwort auf eine Volte wird auch gelegentlich mit Hilfe aus dem Überzug formuliert. Der Satz beginnt mit “es heißt…” und endet mit dem Deckel, deren Gestalt geringfügig geändert werden mag, obwohl der Grund ungeändert bleibt.

Methode

Für jeden beliebigen Text bringt der Deckel den Sinneszusammenhang zur Glaubhaftigkeitsbewertung einer einzelnen oder mehrerer Urbarmachungen.

Anwendung auf Baudelaire

Der Deckel, den wir für „Entsprechungen“ gewählt haben, wird für jede Volte einer Verklärung seine Rolle spielen, zum Beispiel bezüglich des tunnellosen Ausdrucks \(ᵒde vivants piliers.\. (.)laissent(.)parfois sortir de confuses paroles-[]ꞌꞌꞌprépareꞌꞌꞌl'homme y(.)passe(.)à travers des forêts de symboles-[])/ (×(ᵒlebendige Säulen zuweilen.\.entweichen(.)lassen(.)wirre Worteꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdort(.) schreitet(.)der Mensch durch Wälder von Symbolen)). Man skizziert die Volte: “wie kann man zum Deckel, der im Absatz 570 erwähnt wurde, gelangen?” Auch dieses Thema ist: "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt". Dann überlegen wir uns, dass der Begriff «Säulen» im Sinne “der vortrefflichen Stützen der Kunst” ein anständiges Trapez und somit eine Voltereferenz darstellen mag. So kommen wir zur vollständigen Frage: “wie kann man vom Trapez "Säulen" ausgehend zum Thema "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Die Antwort auf diese Frage fällt leicht: “es heißt, dass lebendige Säulen der Kunst dem Menschen als neuen großen Künstler auf der Weltbühne fruchtbare Themen liefern, die in allen Gattungen der Kunst erarbeitet wurden und mittels derer der neue Künstler wird zeigen können, was er taugt, als hätte er eine Reise durch symbolische Wälder gemacht.”

§588
· Ersuchen
Theorie

Das Ersuchen betrifft den Beitrag eines Gegenstands zu einem anderen. Die Formulierung der Frage benützt den Tunnel und erwähnt daher die beiden Gegenstände, deren Sinn jeweils durch Auslassungspunkte im Weiteren gekennzeichnet wird: “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was…aus…bekommt?” Eine der Bohlen besitzt einen Sinn, den wir als “Köder” bezeichnen, und der Gegenstand des Köders zieht Gewinn aus der Beziehung zwischen den Gegenständen. Das Köder wird in der Haue nicht immer ausdrücklich erwähnt, und wenn es außerdem in der Haue erwähnt wird, mag es sowohl in einem als auch in dem anderen Schott vorkommen. Des Weiteren mag dessen Bohle durch den Überzug erarbeitet werden. Es ist uns möglich durch das Symbol (<>), das als Pfeife bezeichnet wird, auf den Köder hinzuweisen. Die letzten Auslassungspunkte in der Formulierung des Ersuchens werden durch die Erwähnung des Festons ersetzt, das der Sinn ist, dessen Gegenstand aus dem Köder Nutzen zieht. Eine im rechten Schott erwähnte Bohle trägt das Feston vor, dies zuweilen unter Anwendung des Überzugs. Es mag bequem sein, im zweiten Schott auf ein Symbol [.] des Festons zurückzugreifen, das wir als “Puck” bezeichnen. Zur Schilderung des Ersuchens erinnern wir uns abschließend, dass wir unter Anwendung des Tunnels sagen können, dass der Gegenstand des Köders aus dem Gegenstand des Festons Nutzen zieht. Die Antwort auf das Ersuchen bezieht sich unter Anwendung des Tunnels weitgehend auf den Beschützer. Ihr Rahmen besteht aus dem Ausdruck: ‘’alles wird auf etwas wie…zusammengefasst‘’. Was die Einzelheiten des Ersuchens betrifft, steht uns eine weite Auswahl an Möglichkeiten zur Verfügung. Wichtig ist dabei, dass die Antwort auf das Ersuchen die Rolle des Beschützers klar zum Ausdruck bringt.

Anwendung auf Baudelaire

Befassen wir uns eingehend mit der tunnellosen Verklärung \(ᵒde vivants piliers(.)laissent(.)parfois sortir de confuses paroles-[]ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'homme<>y(.)passe(.)à travers des forêts[.]de symboles-[])/ (×(ᵒlebendige Säulen zuweilen entweichen(.)lassen(.)wirre Worteꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌMensch<>dort(.)schreitet (.)durch Wälder[.]von Symbolen)). Dabei gehen wir von «Wälder» im rechten Schott aus, dann stellen wir das Ersuchen: “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was der Mensch aus den Wäldern bekommt?” Wir antworten unter Bezug auf den Beschützer: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.”

Methode

Mittels der Volte und des Ersuchens proben wir im Wesentlichen den Sinn der Haue, so dass wir die Haue für zweifelhaft halten, falls irgendwelche der beiden Proben auf Hindernisse stößt. Wir müssen zugeben, dass diese Vereinheitlichung der Verfahren des Kommentars zur Langeweile führen mag. Wenn wir doch auf diese Vereinfachung verzichten wollen, müssen wir über die Glaubhaftigkeit der Deutungen bald mittels eines Kriteriums, bald mittels eines anderen urteilen. Es ziemt sich also, den Mathematiker auf einem ihm fremden Gebiet abermals empirisch nachzuahmen. Wir passen seinen einwandfreien Vorgang auf die unklaren Gegenstände der Phantasietexte an. Einerseits erfindet der Wissenschaftler Grundsätze, die die Hauptregeln seiner Tätigkeit zusammenfassen, und formuliert sie ohne Wiederholung oder Widerspruch, um sie in Beweisführungen zusammenzustellen. Andererseits formalisiert er Beziehungen zwischen Dingen unter einem einzigen Namen, weil sie trotz ihrer scheinbar absoluten Vielfältigkeit einen gemeinsamen Punkt besitzen. Auf diese Weise ist er in der Lage, statt Dutzende einen einzigen Beweis zu liefern, weil er in der Anzahl von Verhältnissen zwischen Sachen das Wesentliche ausgemacht hat. Diese beiden Vorgehensweisen der Gestalt und des Grundsatzes haben ein gemeinsames Ziel: es handelt sich darum, eine immer einfachere Kontrolle zu gewinnen, bezüglich alles, was unsere unter dem Druck der Gegenständen pausenlose angeregte Phantasie als Bilder der Erscheinungen der Wirklichkeit ergibt.

§589
· Bremse und Beschlag
Theorie

Stellen wir uns für jede Haue zwei intuitive einfache Darstellungen vor, in der Absicht, einen wichtigen, leicht erkennbaren Aspekt derselben auszumachen: das Gestell und den Beschlag, die zusammen als “Einrahmungen” bezeichnet werden. Können wir einerseits tausenderlei Zugänge zur Haue ersinnen, so ziemt es sich andererseits, unseren Geist nicht zu überlasten, so dass wir uns auf diese beiden Zugänge beschränken, um den Sinn der Haue über eine leichte intuitive Anwendung zu umreißen. Das Gestell wird aus der verträumten, oder augenblicklichen Sicht des Schaffenden aufgebaut. Es handelt sich um einen tunnellosen Ausdruck, den wir dem Schaffenden zuschreiben, wenn wir voraussetzen, dass er sich vermeintlich sagt, dass eine Stelle in seinem Text eine andere einleitet. Für \(ᵒdes symboles(.) correspondent(.)se-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌles parfums, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-)/ (×(ᵒ Symbolen(.)entsprechen(.)sichꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌDüfte, Farben und Töne(.)antworten(.)einander)) schreiben wir das Gestell “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass die Annahme von einer und derselben Gestalt auf dem Gebiet der fünf Sinne die Vorstellung einleitet, dass alle betroffenen Gegenstände dieselbe Reihe von sittlichen Eigenschaften besitzen mögen, sei es auf objektive Weise, oder bezüglich der in uns verursachten Gefühle”. Zusammen ergeben alle Gestelle einer und derselben Urbarmachung ein Bündel. Die zweite Einrahmung, auch “Beschlag” genannt, ist eine kurze intuitive Darstellung der Haue mit Tunnel. Zusammen ergeben alle Beschläge der Hauen einer und derselben Urbarmachung eine “Halle”. Zum Beispiel schreiben wir mit Bezug auf die hier oben besprochene Verklärung \(ᵒ des symboles(.)correspondent(.)se-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌles parfums, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-)/ (×(ᵒ Symbole(.)entsprechen(.)sich ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌDüfte, Farben und Töne(.)antworten(.)einander)) den Beschlag: “die Entsprechungen zwischen den Symbolen verursachen die verschiedenen Antworten der Düfte, Farben und Töne”.

Methode

Obwohl die Haue keine Bebilderung ohne Merkposten enthalten darf, lassen das Gestell und der Beschlag solche zu, weil die Anwendungen der Haue keiner so strengen Disziplin unterliegen wie sie. Dies mag sich als sehr nützlich erweisen, denn unser Geist kann über solche Anwendungen zu bisher unbekannten Vorstellungen gelangen, die später als nahe zum Projekt im Ursprung anerkannt werden.

Anwendung auf Baudelaire

Dies ist jedoch schwierig, insofern als es notwendig sein wird, den Ernst der Bebilderung nachzuweisen, ob sie nach der Fiktion aus einem Buch erfunden wurde, oder ein archäologisches Beispiel darstellt. Anstatt uns auf unser Gedächtnis zu verlassen, wenn wir uns zum Verständnis der Verklärung \(˜*˜des symboles(.) correspondent(.)se-[]-ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌles parfums, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-)/ ×(˜*˜Symbole (.)entsprechen(.)einanderꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌDüfte, Farben und Töne(.)antworten(.)einander)) auf Swedenborg berufen, müssen wir uns auf eine bestimmte Stelle aus einem seiner Bücher beziehen, die genau zum gebrauchten Sinn passt. Haben wir bereits viele Auszüge aus zeitgenössischen Werken herangezogen, können wir nicht genauer angeben, ob Baudelaire sich in diesem oder jenem Punkt als Jünger des Theosophen betrachtete, oder ob der besagte Punkt für den Dichter nur ein künstlisches Thema darstellte. Der Hinweis auf etliche überraschende Stellen der Literatur, die jedem eine Vorstellung der Überzeugungen, die in der Ästhetik des Dichters eine Rolle spielten, geben konnten, ändert keineswegs den bornierten Charakter unserer Kenntnis von Baudelaires Gedanken. Wenn wir zu diesen Fragen weiter Abstand nehmen, verlassen wir uns auf den Leser, der zwischen den Gedanken, die einerseits zum Verständnis des Publikums, des Dichters und seiner Umwelt dienen können, und die andererseits aus einer ganz anderen Perspektive unsere Methode betreffen, die wir unweit der früheren liefern, für sich selbst wird entscheiden können.

§590
· Takel
Theorie

Das Takel einer konkreten Verklärung einer Haue besteht aus vierzehn einzelnen Bestimmungen ohne Wiederholung: Text, Ergänzung zur Verzahnung, gesamte Theke, Urbarmachung, Deckel, Beschützer, Bündel, Halle, Volte, Ersuchen, Feston, Köder, Trapez und zum Schluss gewählte Kragenform, ([[][]]), das heißt “gibt Zugang zu” oder “verursacht”. Die auf diese Weise bestimmte Verklärung muss als eng gebunden an seinem Takel betrachtet werden, weil dasselbe zahlreiche Aspekte dieser Verklärung beschreibt. Wir bezeichnen eine solche konkrete Verklärung, dessen Takel uns bekannt ist, als “Klappe”. Sie ist erkennbar am Schlusszeichen (¨), das wir als “Oberschwelle” lesen. Was aus einer und derselben Urbarmachung übrig bleibt, wenn wir für jede Haue nur eine Klappe behalten, stellt eine “Zucht” dar.

Methode

Es gibt kein Mittel, einer Klappe \(E(.)H(.)Fꞌꞌꞌ[[][]]ꞌꞌꞌR(.)L(.)S)/¨ ein anderes Takel als seines zuzuschreiben, da jede Klappe nur ein Takel besitzt. Dieses enge Verhältnis hat zur Folge, dass wir das Takel ändern müssen, um fast die geringste Einzelheit in einer Klappe eines Textes zu ändern, als wir steigend Klappen einstellen, die es ermöglichen, die schöpferische Phantasie des Schaffenden erkennen zu lassen.

Anwendung auf Baudelaire

Beim Aufbau der Klappen wird die niedrigste Änderung des Takels, die sich in der schrittweise Bestimmung der Klappen als nützlich erweisen mag, die betreffende Klappe ändern, selbst wenn wir die anfängliche Verzahnung behalten, die wir weiter oben für „Entsprechungen“ angegeben haben.

§591
· Gäste und Gemusterte
Theorie

Zwei Klappen einer und derselben Zucht sind zu einander “Gäste”. Auf ähnliche Weise stellt jedes Gestell einen “Gemusterten” zu den anderen Gestellen eines und desselben Bündels dar; und jeder Beschlag in einer und derselben Halle ist ein “Kollege” in Bezug auf die anderen Beschläge. Zur Prüfung des Ernstes einer Zucht ist es erforderlich, sich zu vergewissern, ob alle Gäste zusammen passen. Außerdem darf einerseits zwischen den Gemusterten und andererseits zwischen den Kollegen der Klappen derselben Zucht keine Gegensätzlichkeit bestehen. Beide Gefahren würden die Festigkeit der Zucht in Frage stellen.

Methode

Daher ist es von Vorteil, anfangs von einer bescheidenen Zucht auszugehen, damit unser Geist etwaige Schwierigkeiten leichter erkennt. Die Bewegungsfreiheit, die uns erlaubt, für denselben Text manche Züchte zu erarbeiten, hängt von Sinnesreichtum des Textes ab. Somit ist dem Ausleger ein gewisser Spielraum gelassen, was an das Laufspiel eines mechanischen Teils in einem Ganzen erinnert, in welchem die Bewegungen des einzelnen Teils keinen benachbarten Teilen hinderlich sind und jedoch unauffälig ein Anteil am Gesamteffekt haben.

Anwendung auf Baudelaire

Wir möchten die Beziehung zwischen «Nacht» und «Taumel» in „Entsprechungen“ spontan erfassen können, und der neue somit umrissene Zugang lässt erkennen, wie Baudelaire mit seinen Worten über die Gesamtheit von Nacht und Tag die Vorstellung, dass der Taumel des Geistes und der Sinne unsere Gedanken auf das Äußerste mischen, vorbereitet haben mag.

§592
· Der Latex erwähnt die Front jedes einzelnen Kabels.
Theorie

Wir greifen auf ein “Latex” genanntes Kunststück zurück, um an alle drei Fronten zu erinnern, die das Trapez, das Feston und den Köder ergeben, weil die Anwendung des Überzugs solche Einzelheiten in den Schatten gestellt haben mag. Die Formulierung des Latex liefert die Bohlen dieser drei Vorstellungen sowie ihre jeweiligen Symbole: (…(.\.);…[.];…<>). Trapez, Feston und Köder stellen für jede Klappe ihr “Kabel” dar.

Methode

Da es notwendig ist, die Triade “Feston-Köder-Trapez” anzuwenden, um das Klafter zu errechnen, muss der Ausleger dieselbe stets im Sinn haben. Sobald die Kabel ins Gedächtnis des Ausdeuters zurückfinden, erinnert sich dieser dank des Gesamtsinnes der Klappe an die anderen Bohlen wieder.

Anwendung auf Baudelaire

In Bezug auf den Latex (paroles.\.;chantent[.];homme<>) (Worte.\.;singen[.]; Mensch<>) schreiben wir die Klappe \(ᵒde vivants piliers(.)laissent(.)parfois sortir de confuses paroles.\.- []ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdes parfums² frais…doux…verts…corrompus, riches et triomphants(.)chantent(.)[.]les transports de l'esprit et des sens-[]-)/¨ (×(ᵒlebendige Säulen zuweilen entweichen(.)lassen(.) wirre Worte.\.ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌfrische…sanfte…grüne…sieghafte, verdorbene und reiche Düfte(.)singen (.)[.]den Taumel des Geistes und der Sinne)). Hier stellt «Mensch» den Köder und «singen» das Feston dar. Der Mensch zieht vom Gesang der Düfte Vorteil, und die Antwort auf das Ersuchen deutet im Wesentlichen auf den besagten Vorteil: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Nach dem Dichter enthält der Gesang über eine generelle Analogie alles, was alle Künste tun, da sie sich ausnahmslos auf unsere Phantasie stützen. Die Weltgemeinschaft der Kultur wird von einem großen, neuen Künstler, dem «Menschen» in Baudelaires Gedicht gelockt. Die Gemeinschaft interessiert sich in seinem Kielwasser zunächst für einen substantiellen Inhalt und dann für diese an sich überraschende Figur. Unter den Grundsätzen der Schönheit der Dinge, die die Säulen -oder großen Künstler- wahrnehmen und den regen Geistern mitteilen, finden wir insbesondere die Entsprechungen, die Gegensätze in Kontakt bringen. Die Verherrlichung der Sanftheit der anfänglichen Liebe wird durch den Lob der Orgie in ihrer körperlichen Tiefe ausgeglichen. Der Ansatz des letzten Verses, «die», könnte sich statt auf die einzigen verdorbenen Gerüche auf alle Düfte beziehen. In grammatischer Hinsicht liegt dieser Annahme nichts im Wege: «Es sind Düfte frisch…Sanft…grün…Und andere verdorben, reich und sieghaft…Die den Taumel des Geistes und der Sinne singen.» Somit hätten wir ein sanftes, frisches, mildes Lied als Ausdruck der anfänglichen Liebe und ein paroxystisches Lied als Ausdruck des Höhepunkts der Ausschweigungen. In jedem Fall ist ein «…Taumel des Geistes und der Sinne…» vohanden. Diese Deutung ist logischerweise nur leicht minderwertig im Vergleich zur anderen.

§593
· Kapsel
Theorie

Der Pylon in Bezug auf die Zucht einer Klappe umfasst alle Paare, die jeweils aus zwei Schotten, Gästen, Gemusterten, Kollegen, Paaren, deren jedes einzelne Element aus einer Volte und der dazugehörigen Antwort besteht, Paaren, deren jedes einzelne Element aus einem Ersuchen und der dazugehörigen Antwort besteht. In der Beschreibung eines solchen Paares ist eine Wiederholung oder ein Gegensatz nur dann ein Fehler, wenn die scheinbare Schwäche nicht dem Originaltext entnommen ist. Schließen wir diese Beschreibung ab, indem wir einen Textauszug mit einer Art von Gegensatz oder Wiederholung als “Kapsel” bezeichnen.

Methode

Selbst wenn eine klare Zusammenhanglosigkeit in einem Phantasietext schwer auszumachen ist, gibt es Fälle, in denen dieser Fehler fast vorhanden ist. Gleichzeitig behalten wir im Sinne folgende Vorstellung mit Bezug auf die geistige Arbeitsteilung, dass die wissenschaftliche Methode langweilig ist, und Kunst ein Mangel an Strenge aufweist.

Anwendung auf Baudelaire

Denken wir an die Aussage aus „Entsprechungen“, dass der Tempel der Natur verdorbenen Weihrauch benutzen könnte.

§594
· Gebladerte
Theorie

Abegesehen von dem, was mit etwaigen Kapseln eines Textes zusammenhängt, kann es in der Zucht einer Klappe vorkommen, dass der Ausleger eine Hemmung empfindet, die wir “Verdüsterung” nennen. In diesem Fall müssen wir annehmen, dass der Schaffende selbst eine Art Hemmung im Zusammenhang mit seinem eigenen Text empfindet. Ein solches Gefühl ist darauf zurückzuführen, was ihm an augenblicklichem Denken oder Träumerei an logischem Sinn übrig bleibt. Sämtliche Fälle der Verdüsterung stammen aus Elementen des Pylons. Folglich handelt es sich um die Verhältnisse zwischen zwei Schotten, Gästen, Gemusterten, Kollegen, Paaren, deren jedes einzelne Element aus einer Volte und der dazugehörigen Antwort besteht, und Paaren, deren jedes einzelne Element aus einem Ersuchen und der dazugehörigen Antwort besteht. Der erste Fall von Verdüsterung bezieht sich auf eine vollständige Wiederholung, sowohl was den Inhalt als auch was die Form betrifft. Der andere Fall der Verdüsterung rührt von dem, was als Zusammenhanglosigkeit empfunden werden mag, her. Jedesmal wird nur eine der beiden Klappen von der Verdüsterung betroffen, als wäre die Verdüsterung nur ein Einzelfall, wo immer sie zum Vorschein kommt. Somit ist es ausgeschlossen, denselben Fehler zweimal zu zählen, und die Verdüsterung fällt schließlich der Klappe zur Last, deren Trapez im Text an zweiter Stelle zu lesen ist. Wenn in einer und derselben Zucht zwei Klappen, die eine Verdüsterung bilden, ein identisches Trapez besitzen, trägt die letzte Klappe, die wir zugelassen haben, allein die Minderung der Glaubhaftigkeit.

Methode

Wir wissen nicht, wie die Verdüsterung zwischen zwei Dingen verschiedener Art wahrgenommen werden soll. Zum Beispiel trifft dies im Falle eines Beschlags und einer Klappe zu, bezüglich welcher ein Zweifel bestehen mag. Wenn wir den logischen Geist des Schaffenden betrachten, mangelt unsere Analyse an Kraft betreffs seiner Träumerei oder seines augenblicklichen Denkens. Demzufolge müssen wir uns auf Fälle beschränken, die Paare aufweisen, welche aus leicht zu vergleichenden Elementen bestehen.

Anwendung auf Baudelaire

Da der Schaffende die Kapsel sichtlich in seinen Text eingesetzt hat, hat er diesbezüglich keine Hemmungen gehabt, so dass dieselbe von der Verdüsterung ausgeschlossen ist. Dies ist aus den Stellen in „Entsprechungen“ ersichtlich, an denen Baudelaire darauf hinweist, dass “die Welt ein Tempel ist” und dass “der Weihrauch verdorben ist”. Dem Kommentar ist also nichts auszusetzen, wenn der Autor selbst aus künstlerischen Gründen beschlossen hat, mit der Wiederholung oder der Gegensätzlichkeit zu spielen.

§595
· Klafter
Theorie

Das Klafter misst die Glaubhaftigkeit des Spruchs: “das Mentalbild der Klappe…ist in den Geist des Schaffenden hinüber gekommen.” Die numerischen Kriterien a •, b•, c•, d•, e•, f•, g•, h•, j•, k•, m•, p•, w•, die diese Berechnung erlauben, werden “Teufen” genannt. Es genügt, das mathematische Produkt der Teufen umzukehren, um zum Klafter zu gelangen: 1/a •b•c•d•e•f•g• h•j•k•m•p•w•. Alle Teufen erhalten jeweils eine Bezeichnung, in der deren Kennbuchstabe, a, b, c, d, e, f, g, h, j, k, m, p, w, vom Symbol ( •) gefolgt wird, das “Linse” genannt wird. Auf weniger schematische Weise werden die Teufen (a •), Henkel; (b•), Klöppel; (c•), Korb; (d•), Hamen; (e•), Bolzen; (f•), Raste; (g•), Behang; (h•), Hocker; (j•), Knüppel; (k•), Schere; (m•), Viadukt; (p•), Galgen; und letztendlich (w•), Dünung genannt.

Methode

Da der Schaffende einerseits nach einer gewissen Strenge strebt, jedoch andererseits im augenblicklichen Denken oder in der Träumerei schwebt, kann er den detaillierten Sinn der Klappe nicht beherrschen, so dass ein Ausleger nötig ist, um zu beschreiben, was im Ursprung empfunden wurde.

Anwendung auf Baudelaire

Die Berechnung der Glaubhaftigkeit wird, wie für alle anderen Teile unserer Abhandlung, das Muster der für „Entsprechungen“ durchgeführten Messungen übernehmen. Dabei bleibt es unser Ziel, den höchsten Grad der Allgemeinheit zu erreichen, auf dass die hier erarbeiteten Verfahren für jeden möglichen Phantasietext von Interesse seien.

§596
· Henkel
Theorie

Der Henkel (a•) hat unter folgenden Bedingungen den Wert 1. Erstens muss in jedem Schott mindestens eine Bohle vorhanden sein. Zweitens darf in einer und derselben Klappe keine Bohle wiederholt werden. Die erste Bedingung verbürgt den Kontakt zwischen Klappe und Text. Die zweite schließt eine etwaiges Gerede aus. Somit kommen wir zu a •=2, sobald einerseits ein Schott ohne Bohle vorkommt, oder falls eine bereits erwähnte Bohle andererseits in der Klappe zum Vorschein kommt. Wenn es zu mehr als einer Wiederholung kommt, ändert sich der Wert a •=2 des Henkels nicht.

Methode

Zu bemerken ist, dass eine und dieselbe Bohle an zwei verschiedenen Stellen desselben Werks nicht vorkommen kann, da eine Bohle zugleich eine Front darstellt. Eine Front kann nicht an zwei Stellen vorhanden sein, weil sie ein Feld ist. Sonst wäre es unmöglich, den Abstand zwischen zwei Anwendungen eines und desselben Worts zu messen. Diese Messung ist jedoch sehr nützlich, da die erste Anwendung eines Worts in einem längeren Werk bereits vergessen sein mag, wenn der Leser auf die zweite stößt. Was die Höhle und die vorhandene Perspektive betrifft, ist dennoch der Abstand zwischen den Vorstellungen dank der Kürze des Textes und der Tatsache, dass unsere Untersuchung sich nur auf die Träumerei des Schaffenden bezieht, und dass diese Träumerei, anstatt einen positiven Willen zu betreffen, sich darauf beschränkt, einer möglichen Deutung nicht im Wege zu stehen, stets gleich Null. Bei jedem numerischen Kriterium a •, b•, c•, d•, e•, f•, g•, h•, j•, k•, m•, p•, w• stützt sich die Messung auf den Kontrast zwischen guter und schlechter Qualität. Daher unterscheiden wir keine Gradierung zwischen den Extremen. Somit stellt die Wiederholung einer Bohle unabhängig von der Zahl der Wiederholungen einen absoluten Fehler dar. In der Perspektive des ganzen Klafters kommen mehrere Fehlerarten in Betracht, selbst wenn jeder einzelne Punkt keine innere Gradierung aufweist. Folglich hat jedes Teufen nur den Wert 1 oder 2, obwohl Teufen vorhanden sind. Wenn ein einziges Teufen den Wert 2 hat, bekommt das Klafter den Wert ½. Wenn die Teufen dagegen jeweils den Wert 2 haben, wird das Klafter bedeutungslos, weil er den numerischen Wert 1/(2)(2)(2)(2)(2)(2) (2)(2)(2)(2)(2)(2)(2)=1/8192 bekommt.

Anwendung auf Baudelaire

In der Klappe \(ᵒdes correspondances(.)laissent(.)parfois sortir de longs échos-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdes parfums²…corrompus, riches et triomphants(.)chantent(.)les correspondances de l'esprit et des sens-[]-)/¨ (×(ᵒzuweilen(.)lassen(.)Entsprechungen lange Echos entweichenꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌverdorbene, reiche und sieghafte Düfte²(.)singen(.)Entsprechungen des Geistes und der Sinne)) führt die Wiederholung der Bohle «Entsprechungen» zum Henkel a •=2.

§597
· Klöppel
Theorie

Der Klöppel (b•) hat den Wert 1, wenn sämtliche Bohlen des zweiten Schotts im untersuchten Text denen im ersten Schott folgen. Da die Vorstellung “Kragen” zur Einleitung oder Ursache gehört, ist es erforderlich, dass das Einleitende oder die Ursache vor das Eingeleitete oder das Ergebnis kommt. Die Mentalbilder der Schotte müssen demnach dieser Logik folgen: E, H, F vor R, L et S. Im Gegensatz schreiben wir einen Unglaubhaftigkeitswert b •=2, wenn im Text eine Bohle des ersten Schotts einer Bohle des zweiten folgt. Kommt dieser Fehler wiederholt vor, ändert sich der Wert 2 nicht. Beobachten wir zum Beispiel die Klappe \(ᵒdes forêts de symboles(.)observent(.)avec des regards familiers l'homme-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌde vivants piliers(.)laissent(.)parfois sortir de confuses paroles-[])/¨ ( ×(ᵒWälder von Symbolen (.)betrachten(.)den Menschen mit vertrauten Blickenꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌlebendige Säulen(.)lassen(.)zuweilen wirre Worte entweichen)). Da die Wörter «lebendige», «Säulen», «zuweilen», «wirre», «Worte», «entweichen», «lassen» vor ins Gedicht «Mensch», «Wälder», «Symbolen», «mit», «vertrauten», «Blicken» und «betrachten» kommen, fördert nicht die Lage die Vorstellung, dass ein Satz wie “…Wälder von Symbolen betrachten den Menschen mit vertrauten Blicken…” einen Satz wie “…lebendige Säulen lassen zuweilen wirre Worte entweichen…” einleitet.

Methode

Die analytische Methode erlaubt es, im Falle eines Formfehlers denselben leicht auszumachen. Ist die Grundfrage unendlich bestreitbar, brauchen wir nicht darauf einzugehen, da eine achtsame Untersuchung der Formen den Grund des Irrtums objektiv geortet hat.

Anwendung auf Baudelaire

Der Unfähige muss durch ein Urteil, das dessen Wertlosigkeit bewertet, zur Seite geschoben werden, als schreite er durch einen unwegsamen Wald. In seiner Suche nach seinem Ziel fürchtet der Held Poliphile von Colonna, nichts zu erreichen [204]: «…ich schritt so weit, dass ich mich schließlich in einem großen, dunklen Wald befand…Die Bäume standen so dicht bei einander, und das Laubwerk trieb so aufdringlich, dass die Sonnenstrahlen nicht hindurch scheinen konnten…Ich wandelte… weiter vor…kehrte dann stracks um…zur einen, dann zur anderen Seite. Meine Hände und mein Gesicht waren durch Brombeersträucher, Disteln und Dornen zerkratzt. Bei jedem Schritt hielt mich mein Kleid, das im Dickicht hängen blieb, zurück. In meinem Geist wusste ich keinen Rat mehr und konnte nichts als laut zu jammern. All dies war jedoch eitel, denn niemand erwartete mich, nur die Nymphe Echo, die mir aus dem tiefen Wald antwortete…»

§598
· Korb
Theorie

Wenn kein Verdacht eines Unfalls oder einer Fälschung des untersuchten Textes an der in Frage kommenden Stelle für die betreffende Klappe vorliegt, hat der Korb (c •) den Wert 1. Im Falle einer solchen Änderung könnte der Sinn der Schotte vom Schaffenden nämlich völlig unerwünscht gewesen sein. Kommt dies jedoch vor, so müssen wir einen Unglaubhaftigkeitswert c •=2 mit einbeziehen. Da die Klappe die Träumerei oder die flugs gefassten Gedanken des Schaffenden beschreibt, besteht die Gefahr für den Ausleger beim Erfassen der Glaubhaftigkeit in einer selbst gefassten Träumerei, die er gern parallel zur Träumerei des Autors hätte, welche ihn selbst seiner Sachlichkeit bezüglich des untersuchten Textes teilweise berauben würde. Der Korb (c •) ermöglicht es, diesen Punkt zu überwachen, wie die Schlucht (å) die Möglichkeit bot, bei der Glaubhaftigkeitsmessung der Ripse, dass der Ausdeuter durch den Durst nach Seltsamkeit, zu dem ihn seine Erforschung treibt, ein trügerisches Eindringen in den Text sehen könnte, während er nur die Folge eines Missgeschicks vor Augen hat.

Methode

Da das Maß des Irrtums in der Bestimmung der bereits erwähnten Teufen den Wert 2 nicht überschreiten darf, so kann es aus einem augenscheinlichen Grund des Gleichgewichts in der Behandlung aller Schwächen der Klappen hier nicht anders sein. Falls ein Unfall an einer für den Sinn der Bohlen der untersuchten Klappe wichtigen Stelle also von einer Fälschung begleitet wird, bleibt der Korb beim Wert c •=2.

Anwendung auf Baudelaire

Nehmen wir an, dass der Titel «Entsprechungen» infolge eines einfachen Unfalls beziehungsweise eines später von einem Fälscher ausgenutzten Unfalls durch “Glauben” ersetzt wird. So oder so hätten wir einen unberechtigen Eindruck der Ironie, insbesondere was den Anfang betrifft: «Die Natur ist ein Tempel…»

§599
· Hamen
Theorie

Für den Hamen wird beim Vorhandenseien von höchst vernünftigen Vorstellungen für sie Stelle im Text, die die Bohlen der Klappe enthält, der Wert 2 erreicht. Dabei bleiben die Verskunststücke des Autors unberücksichtigt: in einem untersuchten Gedicht wird die Form der Verskunst zum Beispiel nicht als höchst vernünftigen Inhalt betrachtet. In der Glaubhaftigkeitsbewertung, die sich nur auf Phantasietexte bezieht, muss ein Unglaubhaftigkeitswert d •=2 zur Erschwerung der Anwendung unserer Methode an wissenschaftliche oder hoch technische Werke in Rechnung genommen werden. In allen sonstigen Fällen hat (d•) den Wert 1.

Methode

Es ist jedoch nicht einerlei, einerseits auf Dinge, die mit wissenschaftlicher Strenge untersucht werden können, hinzuweisen, und dieselben andererseits selbst zu untersuchen.

Anwendung auf Baudelaire

Wahrscheinlich kann Baudelaire auf seine eigenen Geruchsfähigkeiten anspielen, aber er bringt keine neuerliche Beobachtung zur Funktion der Nase, so dass seine intellektuelle Tätigkeit im Bereich der Düfte nicht als Physiologie gewertet werden kann.

§600
· Bolzen
Theorie

Der Bolzen (e•) hat den Wert 1, vorausgesetzt dass die Klappe drei Bedingungen erfüllt. Erstens darf der Aufbau der Klappe keine Zeitwidrigkeit oder Ungeschicklichkeit enthalten. Zweitens darf keine Bohle durch etwas anderes ersetzt werden. Letztendlich darf der Sinn des Billards durch eine falsche Deutung nicht geändert werden. Es geht allgemein darum zu gewährleisten, dass der Schaffende einerseits den jeweiligen Sinn der Bohlen auffassen und dass er sich andererseits die vermeintliche Vorbereitung des zweiten Schotts durch das erste vorstellen konnte. Ist eine dieser Vooraussetzungen nicht erfüllt, schreiben wir e•=2.

Methode

Es ist insbesondere erforderlich, darauf zu achten, dass die Theke, die anfänglich dazu gedacht ist, die Einpassung des Sinns der Bohlen in den Schotten zu erleichtern, zu keiner Sinnwidrigkeit führt. In jedem Augenblick werden wir von dieser Schwäche bedroht, die darin besteht, den Sinn zu ändern, indem wir ihn aufklären wollen, da wir heute für einen Text von gestern von der Theke Gebrauch machen.

Anwendung auf Baudelaire

Zum Beispiel wäre es irrtümlich \(ᵒde vivants piliers(.)laissent(.)parfois sortir de confuses paroles -[]ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌles symboles mathématiques(.)observent(.)l'homme avec des regards familiers-[]-)/¨ (×(ᵒ lebendige Säulen(.)lassen(.)zuweilen wirre Worte entweichenꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌmathematische Symbole (.)betrachten(.)den Menschen mit vertrauten Blicken)) zu schreiben. Die Anspielung auf die Mathematik führt uns zur Vermutung, dass das Gedicht „Entsprechungen“ gefälscht wurde, um eine unbegründete Deutung desselben zu fördern. Daher schreiben wir den Unglaubhaftigkeitswert e •=2.

§601
· Raste
Theorie

Die Raste (f•) betrifft nicht den Kragen ([[][]]). Um den Wert f •=1 zu erreichen, sind vier Voraussetzungen zu erfüllen, die sich jeweils auf die beiden Schotte jedoch keineswegs auf die gesamte Klappe beziehen. Erstens darf in jedem einzelnen Schott keine Bebilderung ohne Merkposten vorhanden sein. Zweitens darf kein Schott einer Sinnverbindung des Billards entgegenstehen. Drittens muss jede Sinnverbindung, die sich auf das eine oder das andere Paar Bohlen bezieht, von einem Sinnansatz im Billard ausgehen. Wird eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, schreiben wir f •=2.

Methode

Erinnern wir an dieser Stelle daran, dass in jedem Schott nur ein Sinninhalt des Billards vorhanden sein darf. Erst später wird die Sitzbank erreicht, wenn angenommen wird, dass ein Schott das andere vorbereitet. Das Ziel der Raste besteht darin, den Ernst dessen zu überwachen, was das Billard betrifft. Es geht nämlich darum, dass der Ausdeuter die Spiekerung (…(.)…(.)…) nicht verkehrt anwendet, weil er vom Billard eine falsche Vorstellung hätte.

Anwendung auf Baudelaire

In \(ᵒ“correspondances(.)laissent(.) répondre de confus symboles-[]-[[][]]…)/¨ (×(ᵒEntsprechungen(.)lassen(.)antworten wirren Symbolen[[][]]…)) haben wir einen stark verformten Sinn, was zu f•=2 führt, weil die Tube «Antworten» im Text weder mit «wirre» noch mit «Symbolen» genügend verbunden ist.

§602
· Behang
Theorie

Der Behang (g•) bezieht sich auf den Kragen, dessen Aufgabe darin besteht, die Schotte miteinander zu verbinden, um die Sitzbank zu erreichen. Um g •=1 zu erreichen, sind drei Voraussetzungen zu erfüllen. Erstens darf im Text auf der Billardebene nichts ahnen lassen, dass das erste Schott das zweite vorbereitet. Der Kragen versinnbildlicht nämlich die Träumerei der Vorbereitung eines Schotts durch das andere, unabhängig vom eindeutigen Willen des Schaffenden auf der Billardebene. Sobald der Schaffende jedoch auf eine solche Vorbereitung im Billard angespielt hat, wird der Kragen überflüssig, was zum Wert g •=2 für die gesamte Klappe führt. Die zweite Voraussetzung, um zum Wert g •=1 zu gelangen, besteht darin, dass der Schaffende die Einleitung eines Schotts durch das andere nicht ausdrücklich ausschließt. Es wäre nämlich widersinnig, zu einer Klappe zu gelangen, die dem Schaffenden widerspricht, da die Klappe darauf zielt, Gedanken dieses Autors, zumindest was seine Träumerei oder sein unmittelbares Denken betrifft, zu verdeutlichen. Um den Wert g •=1 zu erreichen, besteht die dritte Voraussetzung darin auszuschließen, dass die Kritik sich von der Vorstellung, dass das erste Schott das zweite vorbereiten könnte, absolut abwendet. Sobald eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt ist, schreiben wir demzufolge g•=2. Falls mehrere dieser Voraussetzungen nicht erfüllt sind, bleibt der Wert g •=2 erhalten.

Methode

Die Vorstellungen Sitzbank, Billard, Schott und Kragen sind in den Absätzen 561, 564 und 565 erörtert worden.

Anwendung auf Baudelaire

In einem Vergleich oder einer Komparation des Autors selbst geht er von einer festen Vergleichsbasis aus und setzt seinen Gedankengang vor dem gesamten Publikum fort, was uns dazu führt, g •=2 zu schreiben. Dies ist in den Versen 6 und 8 der Fall, da wir von «Wie lange Echos, die sich…vereinen…» ausgehen und zu «…Antworten einander Düfte, Farben und Töne» gelangen.

§603
· Hocker
Theorie

Das achte Teufen, der Hocker (h •), ist der Verdüsterung gewidmet. Wir schreiben h •=1 vorausgesetzt, dass keine Verdüsterung betreffs der in Frage kommenden Klappe vorhanden ist. Dagegen müssen wir für dieses Kriterium h•=2 schreiben, sobald eine Verdüsterung der Klappe schadet.

Methode

Wir können nicht, über diesen Wert 2 hinausgehen, weil die Verdüsterung entweder abwesend oder einzig bleibt. Es ist folglich nicht notwendig, zur Bestimmung des Hockers einer Klappe, wenn einmal feststeht, dass dieselbe unter der Verdüsterung leidet, nach weiteren Fällen von Wiederholungen oder Gegensätzlichkeiten zu suchen, in denen diese Klappe so oder so betroffen sein könnte.

Anwendung auf Baudelaire

In den Versen 8 und 9 gibt die Wiederholung «…Düfte…Düfte…» Anlass zum folgenden Kommentar: “Es gibt Düfte im Allgemeinen und auch noch verschiedener Art”. Da kein logisches Problem vorliegt, konzentriert sich der Ausleger auf den stylistischen Wert der Wiederholung.

§604
· Knüppel
Theorie

Der Knüppel (j•) hat den Wert 1 unter verschiedenen Voraussetzungen. Erstens ist es erforderlich, dass sämtliche Bohlen der Klappe einer und derselben Höhle angehören, die einen geschickt formulierten Deckel besitzt. Zweitens muss ausgeschlossen sein, dass die Klappe sich einem Tor oder einer Haltung widersetzt. Sind in einem besonderen Fall nicht alle Voraussetzungen erfüllt, schreiben wir j •=2.

Methode

Dem Absatz 6 zu Folge sind alle Teile eines Textes von demselben Schaffenden zusammen betrachtet worden, aber die Stärke der Bindung zwischen den verschiedenen Vorstellungen kann sehr unterschiedlich sein. Eine Höhle stellt einen derart begrenzten und eingerahmten Text dar, dass sicher gestellt wird, dass die Stärke der Bindung zwischen den Ideen garantiert wird.

Anwendung auf Baudelaire

Es fällt einem leicht, sich vorzustellen, was geschieht, wenn man eine Klappe ins Auge fasst, die sich auf zwei verschiedene Texte bezieht: zum Beispiel mit Mentalbildern aus „Entsprechungen“ und [[1062]] in Index II (Gedichte)">[[1062]]„Ich liebe die Erinnerung an diese nackten Zeiten…“ Zwar kommen beide Gedichte aus einer und derselben Sammlung, "die Blumen des Bösen", und folgen einander, aber die Fronten gehören nicht zum selben Werk. Somit wechselt unser Geist nicht so einfach vom einen zum anderen, so dass der Abstand zwischen den Vorstellungen die Träumerei oder das augenblickliche Denken hindert, die sich in den Elementen der künstlerischen Leistung hin und her bewegt. 277

§605
· Schere
Theorie

Die Schere (k•) hat den Wert 2, sobald der Knüppel selbst den Wert j •=2 erreicht. Im Gegensatz dazu stellen wir die Fähigkeiten des Textes auf die Probe, eine Bleibe zu liefern, wenn j •=1 vorkommt, der selbst eine Höhle mit Deckel voraussetzt. Wir suchen zumindest einen Gefährten des untersuchten Textes, um zu rechtfertigen, dass die Höhle eine Bleibe ist. Wenn es uns gelingt, schreiben wir k •=1, andernfalls nehmen wir k•=2 an.

Methode

Der Deckel, der den Beschützer bringt, wird nicht systematisch von anderen gewichtigen Vorstellungen begleitet, die zugleich in den Gefährten und im untersuchten Text vorliegen. Wenn ein Archäologe eine Serie von Gegenständen bildet, begnügt er sich mit einigen Gemeinsamkeiten, ohne jedesmal eine sehr enge Nähe der Überreste zu fordern.

Anwendung auf Baudelaire

Es steht fest, dass die Gedichtsammlung mit dem Titel «die Blumen des Bösen» im Zeichen der Frauen steht, die diese Blumen verkörpern. Somit wäre den Historikern gedient, wenn wir eine Serie von weiblichen Gestalten sorgfältig untersuchen würden, die in der Geschichte der Dichtung durch den Schaffenden zahlreiche Erinnerungen hinterlassen haben. Was den Titel der Sammlung betrifft, können wir jedoch nicht absolut sicher sein, da der Sinn allgemein gültiger sein mag: “die Fälle, in denen die Schönheit und das Böse verbunden sind”. Schließlich könnte uns ein Wortspiel "mal-mâle" (Böse-Männchen) zur Bindung "Blumen-Frauen" zurückbringen, da beide Wörter -“mal” (Böse) und “mâle” (Männchen)- auf Französisch phonetisch ähnlich klingen. So oder so werden “die Blumen des Männchens” oder «die Blumen des Bösen» von den Frauengestalten beherrscht.

§606
· Viadukt
Theorie

Was das elfte Teufen (m•), auch Viadukt genannt, betrifft, haben wir den Wert m•=2, wenn der Knüppel den Wert 2 bekommt. Mit dem Knüppel 1 nimmt der Viadukt dagegen den Wert 1, wenn die Verhältnisse “Volte-Trapez” und “Ersuchen-Feston-Köder” leicht zu verstehen sind. Sobald ein gewichtiges Hindernis in Verbindung mit der Volte, dem Trapez, dem Feston oder dem Köder vorkommt, schreiben wir einen Unglaubhaftigkeitswert m •=2, und dieses gilt auch, wenn alle drei Kabel schwach sind. Wir mögen uns geirrt haben, indem wir die Volte oder das Ersuchen ungeschickt formuliert haben, oder indem wir den Text falsch gedeutet haben.

Methode

Der gewählte Rahmen “wie kann man vom Trapez…ausgehend, zum Deckel …gelangen?” für die Volte und die Gestalt “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was…aus… bekommt?” des Ersuchens genießen breite Möglichkeiten des Inhalts. Um auf Schwierigkeiten zu stoßen, muss der Sinn des Schriftstücks sehr leichtfertig aufgefasst worden sein. Dies gilt umso mehr als die übertragene Bedeutung uns erlaubt, die Fragen auf zahlreiche Textsituationen anzupassen.

Anwendung auf Baudelaire

Der oben umrissene Deckel “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt” betrifft die Person des Künstlers überhaupt, und falls «der Mensch» im dritten Vers diese Person vorzugsweise darstellt, fällt es leicht, eine Sinnverbindung zwischen zahlreichen Punkten in „Entsprechungen“ und dem Problem “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was der Mensch bekommt?” herzustellen.

§607
· Galgen
Theorie

Der Galgen (p•) erreicht den Wert 2, wenn der Knüppel nicht den Wert 1 besitzt. Verdient der Knüppel den Wert 1, so wird die Menge (p •) als Höhe 1 bekommen, sobald das Gestell eine Vertiefung der Klappe darstellt. Wenn das Gestell nicht als feine Deutung der Klappe aufgefasst werden kann, müssen wir auf p•=2 zurückgreifen.

Methode

Die Klappe, die dank der beiden Schotte vom Billard abgeleitet wird, ist eine abenteuerliche Anwendung des Ursinns, oder eine Art Abweichung dieses anfänglichen Inhalts. Von der Klappe ausgehend versuchen wir, zu einem möglichen Kommentar des Schaffenden über den Text, das Gestell, zu gelangen. Der Galgen p•=1 ist ausreichend, wenn aus dem Inhalt des Billards im Grunde etwas zur Gestaltung des Gestells gebraucht werden mag. Somit sehen wir, wie die Werkzeuge der Zerlegung eine Gelegenheit bieten, den inneren Sinn des untersuchten Werks an den Tag zu bringen. Es handelt sich dabei um einen doppelten Vorgang. Einerseits verlangt der abstrakte Aufbau zur richtigen Verständigung und als Beweis seiner Nützlichkeit eine materielle Anwendung. Andererseits fordert die Parallele der Klappe und des Gestells zur Aufarbeitung dazu auf, den Text eingehender anzusehen, was uns dazu verleitet, darin neue Ideen aufzutreiben.

Anwendung auf Baudelaire

Betrachten wir zunächst \(ᵒles parfums¹, les couleurs et les sons(.) répondent(.)se-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌil(.)est(.)des parfums² frais…doux…verts…corrompus, riches et triomphants-[]-)/¨ (×(ᵒDüfte¹, Farben und Töne(.)antworten(.)einanderꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌEs(.)sind(.)Düfte² frisch…sanft…grün…verdorben, reich und sieghaft)). Obwohl die Klappe nicht dieselbe ist, ziemt es sich, das Gestell aus Absatz 589 hier wieder anzuwenden: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass die Annahme von einer und derselben Gestalt auf dem Gebiet der fünf Sinne die Vorstellung einleitet, dass alle betroffenen Gegenstände dieselbe Reihe von sittlichen Eigenschaften besitzen mögen, sei es auf objektive Weise, oder bezüglich der in uns verursachten Gefühle”. Wir gehen von der Eigenschaft von “Entsprechung” zwischen gefühlsgebundenen Elementen aus, um zu Entsprechungen in moralischer Hinsicht zu gelangen. Außerdem lässt dieses Thema der Sittlichkeit oder Unsittlichkeit einen interessanten Aspekt der Synästhesie durchscheinen. Da mehrere einzelne sensible Wesen denselben Grundaufbau teilen, können alle dieselben Eigenschaften aufweisen. Gehen wir davon aus, dass eines dieser Wesen Frische aufweisen kann, so können andere Wesen von derselben Grundform dieselbe Ebene der Frische erreichen, was eine Kategorie von Entsprechungen ausmacht. Mag eines der Wesen eine andere Grundgestalt besitzen, so spüren wir eine andere Kategorie von Entsprechungen. Wenn eines dieser Wesen als sieghaft erscheint, äußern folglich vor unseren Augen alle anderen Wesen von derselben Grundgestalt dasselbe sieghafte Gemüt. Somit schreiben wir ohne zu zögern m•=1. Wir denken an dieser Stelle an die freundlichen Klosterbrüder und Klosterfrauen von Theleme, die auf eine glückliche Grundausbildung aufbauen und so ausgebildet wurden, dass diese glückliche Natur nicht verdorben wurde. Sie besitzen die Fähigkeit, zusammen zu harmonieren [825]: «In ihrer Regel lautete eine einzige Klausel: "Tu wie es dir gefällt". Weil sündenfreie, wohl geborene, wohl erzogene Leute, die sich in anständigen Kreisen unterhalten, von Natur aus dazu getrieben und angespornt werden, tugendhafte Taten vollzuziehen und das Laster zu vermeiden…Dank dieser Freiheit gerieten sie in löblichen Wetteifer, der darin bestand, für alle das vollziehen zu wollen, was einem einzelnen sichtlich gefiel. Rief einer oder eine dazu auf, “trinken wir”, dann tranken alle auf einmal. Hieß es “spielen wir”, dann spielten alle. Hieß es, “auf ins Freie zum Herumtollen”, dann stürzten sich alle hin.» Baudelaire erschwert jedoch diese Dichtung der Harmonie durch Hervorhebung der Missstimmung, die einer Geschmacksrichtung entspricht, die schwieriger aufzudrängen ist, als die Sitten eines bequemen Hofs, der sich auf ruhmreichen Schlössern entfaltet [[1130]] in Index II (Gedichte)">[[1130]]: «…bei meiner Geburt
Hat mir ein Teufel den bösen Kunstgriff gegeben…
Den ich verarbeitet habe, eine Wunde zu verschmieren und den Schorf zu kratzen.»

§608
· Sog
Theorie

Das dreizehnte Teufen, (w•), wird “Dünung” genannt. Hat der Knüppel den Wert 2, so nimmt die Dünung den Wert w•=2. Hat der Knüppel jedoch den Wert 1, so nimmt die Dünung nur dann den Wert 1, wenn der Beschlag eine Anwendung der Klappe darstellt. Dagegen schreiben wir w •=2, wenn der Beschlag als annehmbare Deutung der Klappe nicht aufgefasst werden kann.

Anwendung auf Baudelaire

Betrachten wir die Klappe \(˜*˜les parfums, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌil(.)est(.)des parfums frais…doux… verts…corrompus, riches et triomphants-[]-)/¨ (×(˜*˜Düfte, Farben und Töne(.)antworten(.)einander ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌes sind Düfte frisch…sanft…grün…verdorben, reich und sieghaft)), so nehmen wir aus dieser Sicht folgenden Beschlag an: “die Antworten, die zwischen den den Sinnen zugänglichen materiellen Dingen den Dialog bilden, führen zu den Eindrücken von Düften, die den Charakter von Frische, Sanftheit, Herbheit, Verdorbenheit, Reichtum und Sieg haben.” Die Meinungsnähe zwischen Klappe und Beschlag ist unleugbar, so dass wir w •=1 schreiben. Haben wir dagegen das Gefühl, dass Klappe und Beschlag nicht durch einen Grundsinn vereint sind, ziemt es sich, den Wert w •=2 anzunehmen.

Methode

Die beiden Anwendungen der Klappe, die den Beschlag und das Gestell bilden, müssen uns für bestimmte Klappen zu Beispielen verleiten, die uns die Möglichkeit geben werden, das untersuchte Werk besser umzureißen, da beide Anwendungen es erlauben, die Perspektive zum Text zu ändern. Ein besonders gelehrter Ausdeuter wird dann auf solche Ideen zurückgreifen können, um weniger bekannte, zeitgenössische Texte mit vergleichbarem Inhalt zu erforschen.

§609
· Kaliber
Theorie

Der Glaubhaftigkeitsgrad einer Zucht stellt deren Kaliber dar. Es geht hier um die Glaubhaftigkeit des Spruchs: “zumindest für einen Augenblick, oder in der Träumerei hat der Schaffende die Klappen der Zucht als Ganzes erdenken wollen, ohne den Zusammenhang seiner Vorstellung des Textes zu gefährden”. Das Kaliber kommt von den jeweiligen Klaftern. Da jedes Klafter vom Typ (1/a •b•c•d•e•f•g•h•j• k•m•p•w•) ist, beträgt die erreichte Menge für zwei Klappen den Wert ((1/a •b•c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•) (1/a•’b•’c•’d•’e•’f•’g•’h•’j•’k•’m•’ p•’w•’)), und im Allgemeinen zählt das Kaliber das numerische Produkt all der Klafter.

Methode

Bezüglich der Klappe spiegelt sich die mögliche Verdüsterung, der sie ausgesetzt ist, im dazugehörigen Klafter wider. Folglich erübrigt es sich, das Kaliber für die Disharmonie zwischen den Klappen auf Zuchtebene durch einen besonderen numerischen Wert zu schmälern. Das Klafter (1/a •b•c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•) kann den Wert 1 nur für eine Klappe erreichen, die keinerlei Verdüsterung ausgesetzt ist. Im gegensätzlichen Fall ist der Hocker h•≠1 gerechtfertigt, was das Produkt (a •b•c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•) steigert. Somit wird das Klafter (1/a•b•c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•) herabgesetzt und das Kaliber ebenfalls, das das Produkt der Klafter darstellt. Es ist das Ideal der Zerlegung, dass wir nach Einbeziehung von jedem einzelnen Punkt nur über die Synthese von diesen Punkten eine Gesamtkenntnis des Ganzen erlangen. Zwar haben hervorragende Geister ersonnen, dass es unmöglich sei, einzelne Teile eines gehobenen Wissens abzutrennen. In der Tat sind viele lange vom Prinzip ausgegangen, dass eine Theorie einem Lebewesen gleicht, so dass aus ihrer Perspektive ein Teil, das aus dem Ganzen herausgenommen wird, wertlos wird [30]. Ein solches philosophisches Urteil scheint jedoch nicht völlig ausreichend gewesen zu sein, einerseits hinsichtlich der zergliederten Würmer, die, wie seit langer Zeit beobachtet wurde, regenerieren können, andererseits hinsichtlich der Bemerkungen der Gärtner bezüglich der Propfreise [26]-[27].

Anwendung auf Baudelaire

Die Klappen \(ᵒdes vivants piliers(.)sortent(.)de confuses paroles-[]-ꞌꞌꞌprépareꞌꞌꞌl'homme, le nouvel artiste, prêtre du beau(.)est (.)observé, surveillé, conseillé par des regards, venus de sa propre famille de pensée, occupés de symboles-[]-)/¨ (×(ᵒAus lebendigen Säulen(.)entstehen(.)wirre Worteꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌder Mensch als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird(.)betrachtet, überwacht, beraten über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten mit ihr, die von Symbolen besorgt sind)) und \(ᵒla nature(.)correspond(.)à un temple-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌles parfums, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-)/¨ (×(ᵒdie Natur(.)entspricht(.)einem Tempelꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌDüfte, Farben und Töne(.)antworten(.)einander)) sind keineswegs gegensätzlich. Das gibt einem Vertrauen hinsichtlich der Bildung von größeren Mengen von zusammenhängenden Klappen.

§610
· Henkel 2
Theorie

Ehe wir zu einer Zucht gelangen, weisen wir auf einige Schwächen hin, die einer solchen Menge von Deutungen schaden können. Betrachten wir zunächst die Klappe \(ᵒdes images(.)combinent(.)leurs effets[]- ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌles parfums¹, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-)/¨ (×(ᵒBilder(.)wirken(.)mit ihren Folgen zusammenꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌDüfte¹, Farben und Töne(.)antworten(.)einander)/¨. Da das erste Schott “Bilder wirken ihren Folgen zusammen” keine Bohle besitzt, kommen wir zum Schluss, dass der Henkel den Wert 2 hat und dass das gesamte Klafter den Wert ½ nie übersteigen kann.

Anwendung auf Baudelaire

Das Vorhandensein in den Schotten der wesentlichen Vorstellungen des Textes -«Entsprechungen», «Natur», «Tempel», «Düfte», «verdorben»…- schützt die Klappen gegen die Vergessenheit des Wichtigsten.

Methode

Es ist merkwürdig festzustellen, dass die Mentalbilder in unserer Glaubhaftigkeitsbewertung die Rolle von objektiven Tatsachen spielen, da wir uns nicht an den Objekten, sondern am Sinn des untersuchten Schriftstücks orientieren.

§611
· Klöppel 2
Theorie

Untersuchen wir die Klappe \(ᵒl'homme, l'artiste, prêtre du beau(.)est(.)observé, surveillé, conseillé par des regards, venus de sa propre famille de pensée, occupés de symboles-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌla Nature(.)est(.)un temple-[])/¨ (×(ᵒder Mensch als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird (.)betrachtet, überwacht, beraten über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten mit ihr, die von Symbolen besorgt sind ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdie Natur(.)ist(.)ein Tempel)). Der Klöppel (b •) hat den Wert 2, weil die Bohlen «ist» und «Tempel» des zweiten Schotts im Text vor die Bohle «Mensch» des ersten Schotts kommen.

Methode

Die untersuchte Klappe enthält die gewagte Annahme, dass die Kette der spät im ersten Vierzeiler erscheinenden Jetons die Kette der früher erscheinenden Jetons einleiten könnte. Es besteht zwar keine Unmöglichkeit, dass Baudelaire vor dem Entstehen des Gedichts an den Worten “…A…B…C…D E…F G…H…” gedacht haben mag, die er später in der Reihenfolge “…F G…H…A…B…C…D E…” niedergeschrieben hat. Dabei urteilen wir schließlich nur über die künstlerische Leistung, wie sie uns überliefert ist.

Anwendung auf Baudelaire

«Natur», «ist» und «Tempel» stehen im Gedicht nicht nur vor «Mensch», wie wir es gesehen haben, sondern auch vor «Symbolen», «vertrauten», «Blicken» und «betrachten», ohne dass der Klöppel deswegen geändert werden mag, der nur zwei mögliche Werte haben kann: 1 und 2.

§612
· Korb 2
Theorie

Nehmen wir nun an, dass Baudelaires Sonett in einigen Tausend Jahren unbeobachtet von zahlreichen Experten der Zukunft einer Fälschung zum Opfer fallen könnte. Diese Fälschung ergäbe folgenden den meisten bekannten Text: “Analogien//Die Welt ist ein Museum, in dem erfahrene Studenten…” mit den Versen in der Folge, die dem Urgedicht treu bleiben würden. Dann denken wir an die Klappe: \(˜*˜dans le musée l'homme(.)passe(.)victorieusement son initiation à travers des forêts de symboles-[]-ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌil(.)est(.)des parfums…comme des chairs d'enfants…les hautbois…les prairies, -et d'autres…comme l'ambre, le musc, le benjoin et l'encens-[]-)/¨ (×(˜*˜im Museum(.)schreitet(.)der Mensch siegreich seine Einweihung durch Wälder von Symbolenꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌes(.)sind(.)Düfte…wie die Haut von Kindern…Oboen…Auen -und andere…wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch)). Dank archäologischer Ausgrabungen wird ein Gelehrter den Urtext von "die Blumen des Bösen" finden. Somit wird er die gängigen Deutungen in Zweifel ziehen können. Was die ersonnene Schiene der Zukunft angeht, wird daraus für die in Frage kommende Klappe der Korb c •=2 ergeben.

Methode

Die berühmten Texte wurden vielfach abgeschrieben oder gedruckt, was den Erfolg zweifelhafter Nachahmungen eingeschränkt haben mag. Trotzdem ist es Unbekannten auch gelungen, ein von ihnen verfasster Band unter dem Namen eines berühmten Autors einzuschieben. Zwischen der Zeit des Autors und der des Nachahmers haben Wörter und Wendungen jedoch oft gewechselt. In der Tat braucht der Originalautor Zeit, um zum Ruhm zu gelangen. Wenn die Fälscher dann mit ihren Nachahmungen anfangen, führen sie unbewusst Zeitwidrigkeiten ein, die Gelehrten später auffinden werden.

Anwendung auf Baudelaire

Um solche Unwahrscheinlichkeiten jedoch ausmachen zu können, sind wohl datierte Nachschlagewerke notwendig. Was Baudelaire betrifft, ist die Erstellung von einer Vereinigung von Texten besonders wichtig, die dem Dichter zweifelllos zugeschrieben werden können.

§613
· Häkchen 2
Theorie

Nehmen wir an, dass ein Dichter die Entsprechung zwischen der Kraft von Lichtstrahlen und der Zusammenziehung der Pupille beschreibt, indem er eine Stelle von Cartesius in Verse umdichtet [271]: “Le changement dans la grandeur de la prunelle/Modère à propos la force de la vision/Car l'ouverture de l'œil prend moins de rayons/Quand tous offenseraient du nerf une parcelle,/Et la mécanique apaise souvent nos sens/Par suppression du péril qui se fait sentir.” (Die Änderung im Augapfel/Mäßigt die Kraft der Vision/Denn die Pupille lässt weniger Lichtstrahlen durch/Während viele Strahlen einem Teil des Sehnervs schaden würden,/Und die Mechanik lindert oft unsere Sinne,/Indem sie die spürbar werdende Gefahr beiseite schiebt.) Schreiben wir eine Klappe \(ᵒle changement dans la grandeur de la prunelle(.)modère(.) la force de la vision-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌla mécanique(.)apaise(.)souvent nos sens)/¨ (×(ᵒdie Änderung im Augapfel(.)mäßigt(.)die Kraft der Visionꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdie Mechanik(.)lindert(.)oft unsere Sinne)). Obwohl die Bedeutung der Klappe Wissenschaft und Metaphysik mischt, legt Cartesius’ Gedankengang eine breite Grundlage von gehobenen Kenntnissen an den Tag, was genügt, einen Hamen (d •) mit dem Wert 2 zu rechtfertigen.

Methode

Da die Grenzen zwischen den Phantasietexten und den Wissenschafttexten offen sind, kann der Ausleger in manchen Fällen den Sinn nicht deutlich bestimmen. Dies trifft zu für die Klappen, deren Inhalt in historischer Hinsicht aus der Phantasie ins Wissenschaftliche übergeht. Als Mittel zur Orientierung in der Glaubhaftigkeitsbewertung bleibt die Tatsache, dass die Kunst eher zur träumerischen Voreingennommenheit neigt, während die Wissenschaft zur systematischen Überprüfung der jeweiligen Aussagen neigt. Dabei haben die verschiedenen historisch ausgezeichneten menschlichen Leistungen vieles gemeinsam, was die Begrenzung erschwert.

Anwendung auf Baudelaire

Der Aussicht, dass das Sonett „Entsprechungen“ eines Tages zur Verbesserung geändert werden könnte, mangelt es an Ernst. Dagegen kommt es oft vor, dass eine wissenschaftliche Erfindung lange Zeit nach deren Veröffentlichung und oft sogar nach dem Tod der Erfinders verfeinert wird. So wurde die stoffliche Gleichartigkeit aller chemisch identifizierten Körper -eine Art von Grundlage der Entsprechungen auf diesem Gebiet der Wissenschaft- nur schrittweise verstanden [255]-[256]-[259]-[260].

§614
· Bolzen 2
Theorie

Sehen wir, was geschieht, wenn wir «Worte» in einer Klappe durch “Begierde” ersetzen: zum Beispiel in \(˜*˜désirs(.)sortent(.)confus-[]-ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌéchos(.)confondent(.)se[]-)/¨ (×(˜*˜Begierde(.) entweichen(.)als sehr wirreꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌEchos(.)vereinen(.)sich)). Durch den Tausch nehmen wir Abstand vom Billard, da es voraussetzt, den Ursinn der Stelle im Gedicht, der die Bohlen der Klappe entnommen werden, von Grund auf zu überarbeiten: «entweichen», «wirre», «Echos», «vereinen» und «sich». Somit schreiben wir den Bolzen e •=2.

Methode

Das Ergebnis kann einem Kenner des Urtextes kaum entgehen, was für ihn das unter den Ausdeutern so häufige Missgeschick ausschließt, unter Anwendung illusorischer Feinheiten bezüglich des untersuchten Textes einen neuen Text aufzubauen.

Anwendung auf Baudelaire

Auch ist der Bolzen e•=2 hinsichtlich dieses Gedankens, \(ᵒ la nature(.)est(.)un temple-[]ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdes morts(.)révèlent (.)des paroles[]-)/¨ (×(ᵒdie Natur(.)ist(.)ein Tempelꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌToten(.)enthüllen(.)Worte)), gerechtfertigt. Zwar bleibt ein solcher Kommentar sinnvoll. Ehe wir ins Einzelne gehen, müssen wir jedoch zugeben, dass das zweite Schott dem Billard untreu ist. Außerdem können manche Zeitgenossen Baudelaires Delacroix als “Säule” der Kunst betrachten. Viele haben ihn zeitlebens als Genie empfunden. André Ferran beschreibt diese Einzelheit sorgfältig [393]: «Am 6. April 1845 in der Zeitschrift "l'Artiste" (der Künstler) schien Arsène Houssaye den leitenden Charakter der Werke von Delacroix und zur gleichen Zeit von Baudelaire geahnt zu haben…» Ferran zitiert sogar diesen frühen Verehrer des Malers [393]: «Er schrieb, dass er "ein großer Maler war, der die Poesie menschlicher Schmerzen suchte…" Er bezeichnete ihn als "unruhiger Maler", der frühzeitig die Worte seiner Nachfolger sprach.»

§615
· Raste 2
Theorie

Lesen wir \(ᵒla nature(.)est(.)l'opposé d'un temple-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'encens(.)est(.)corrompu- []-)/¨ (×(ᵒdie Natur(.)ist(.)das Gegenstück eines Tempelsꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌder Weihrauch(.)ist(.)verdorben)). Diese Klappe setzt voraus, dass wir den Sinn des anfänglichen Spruchs im Gedicht umkehren, indem wir die Substanz von Vers 11 und 13 betreffs Weihrauch als Sinngrundlage nehmen. Wir ersinnen, dass «Die Natur ist ein Tempel…» -mit tiefem Sinn “die Natur ist das Gegenstück eines Tempels…”- als Gegensatz des Scheins zu betrachten ist. Wenn der Leser die Stelle im Gedicht erreicht, an der der Weihrauch als verdorben bezeichnet wird, urteilt er, dass er diese Verse richtig gedeutet hat. Wenn wir von dieser Deutung ausgehen, wird die Bohle «ist» -die «Die Natur ist ein Tempel…» entnommen wird- nun mit dem Dock “das Gegenstück …es …s” ergänzt, das sich einer Sinnverbindung des Billards sichtlich widersetzt, was die Raste f•=2 rechtfertigt.

Methode

Zwischen Bolzen und Raste besteht eine Verwandtschaft, die damit zusammenhängt, dass ein beliebiger Widersinn durch beides mühelos bestraft wird. Dabei überwacht der Bolzen die ganze Klappe, während die Raste jedes Schott -jedoch nicht die gesamte Klappe- einzeln betrachtet.

Anwendung auf Baudelaire

Das religiöse Gefühl, das den anfänglichen Wörtern «Die Natur ist ein Tempel…» zu Grunde liegt, könnte durch einen Filz, der «Tempel» durch “Gott” ersetzen würde, im Satz “die Natur ist Gott” zum Ausdruck kommen [928]. Aber der Sinn “die ganze Natur ist das erdenklich Schönste…” kann ebenfalls durchaus vertreten werden [15]. Der Künstler würde somit aussagen, dass die Wirklichkeit sein Gegenstand ist. Wir könnten also den Angfang des Sonetts als das Glaubensbekenntnis des typischen Künstlers der Zeit Baudelaires betrachten, weil er oftmals seine Berufung als ein Streben nach Wahrheit empfindet, wenn wir Charles Rivet folgen, der sich mit den modernen Kenntnissen in einer seltsamen Zeitwidrigkeit Platon zuwendet [258]-[394]-[736]-[737]-[738]-[739]: «Delacroix hatte keine Zuneigung für diese Versuche der unfruchtbaren Nachahmung, die sich vernimmt, dem Zuschauer eine Illusion zu geben, die als bedauerlich betrachtet werden müsste, wenn sie möglich wäre. Sein stetiges, hartnäckiges Streben versuchte, über das Nachdenken, das Gedächtnis, das Gefühl und die reinste Verehrung des Wahren den Kern des Natürlichen zu durchdringen. In dieser Arbeit seiner Einbildungskraft entstellte sich manchmal die Gestalt. Durch diese Beharrlichkeit gingen auch mitunter die Regelmäßigkeit der Proportionen und der Umrisslinien verloren. Wäre es ihm jedoch gelungen, die Seele anzusprechen, diesen unbestimmten Schauder, der einer elektrischen Kette gleichkommt, laufen zu lassen…hätte er in der Erinnerung einen jener Eindrücke, den man nicht mehr loswerden kann, hinterlassen, scherte ihn die Verachtung der Kritiker nicht. Er hatte das Gefühl, die höchsten Grenzen der Kunst erreicht zu haben, an das Ideale gelangt zu sein, die Rede der Dichter und der großen Komponisten gesprochen zu haben.»

§616
· Behang 2
Theorie

Lesen wir \(ᵒcomme de longs échos qui de loin(.)confondent(.)se-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌles parfums¹, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-)/¨ (×(ᵒwie lange Echos, die sich in der Ferne(.)vereinen(.)ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌDüfte¹, Farben und Töne(.)antworten(.)einander)). Es liegt auf der Hand, dass Baudelaire im Billard im ausdrücklichen Sinn mittels des so genannten ersten Schotts das Andere vorbereitet hat. Somit schreiben wir den Behang g•=2, weil die Klappe, anstatt einen Gedankengang der Sitzbank einzuführen, indem sie die beiden Schotte eint, den Gedanken des Billards beibehält. Da Baudelaire selbst einen Gedanken durch einen anderen unverhohlen vorbereitet hat, kommt es nicht in Frage, durch Verbindung der beiden Gedanken aus dem Billard herauszukommen.

Methode

Wir hätten im Gegenteil schreiben müssen: “der Schaffende hatte die ausdrückliche Absicht, im so genannten Billard ein Bild mittels eines anderen Bilds vorzubereiten. Dabei sind wir von der Gestalt ausgegangen “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei wollte der Schaffende, der danach strebte, mit dem ganzen Text in Einklang zu bleiben, die Vorstellung nicht stören, dass der Spruch…den anderen…einleitet”. Der im Kommentar begangene Fehler treibt uns dazu, für die oben erwähnte Klappe einen Behang g •=2 zu schreiben, weil der Text es unmittelbar rechtfertigt, dass das erste Schott das zweite einleitet.

Anwendung auf Baudelaire

Neben der von einem Autor gewollten Vorbereitung des Bilder besteht das Erbe der großen Meister -Säulen der Kunst-, von dem der neueste Künstler, der sich nun auf der Bühne der Künste den Liebhabern vorstellt, Nutzen zieht. Baudelaire muss sich dessen bewusst gewesen sein, dass manche seiner Verse einen ähnlichen Schall wie die Verse Petrus Borels zurückgaben [164]: «Diese andauernde große Sorge quält und zerreißt mich,
Greift mich ganz an! Wie hart ist mir das Schicksal!
Selbst heute spottete es über meine Raserei
Und zeigte mir einen neuen Engel im Himmel,
Um meine Seele wieder in Schwermut zu tauchen.»

§617
· Hocker 2
Theorie

Im Rahmen einer und derselben Zucht kommt die Verdüsterung von der wortwörtlichen Wiederholung, oder der Gegensätzlichkeit zwischen zwei Schotten, Gästen, Gemusterten, Kollegen, Paaren, deren jedes einzelne Element aus einer Volte und der dazugehörigen Antwort besteht, und Paaren, deren jedes einzelne Element aus einem Ersuchen und der dazugehörigen Antwort besteht, wenn für die Stelle, der die Bohlen entnommen sind, keine Kapsel vorhanden ist. Lesen wir die erste Klappe \(ᵒla nature(.)correspond(.)au temple-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'homme, l'artiste, (.)est(.)observé, surveillé, conseillé par des regards, de sa propre famille de pensée, occupés de symboles-[]-)/¨ (×(ᵒdie Natur(.)entspricht(.) dem Tempelꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌder Mensch als der Künstler(.)wird(.)betrachtet, überwacht, beraten über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition, die von Symbolen besorgt sind)). Gehen wir nun zu jener aus derselben Zucht: \(ᵒde confuses paroles(.)sortent(.)du temple-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'encens(.)est(.)corrompu-[]-)/¨ (×(ᵒwirre Worte(.)entweichen(.)aus dem Tempelꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌ Weihrauch(.)ist(.)verdorben)). Die Schotte (die Natur(.)entspricht(.)dem Tempel) und (Weihrauch(.)ist(.) verdorben) scheinen kaum zu einander zu passen, was uns dazu leitet, zu denken, dass eine der Klappen unter Verdüsterung leidet, so dass der Hocker h •=2 notwendig wäre. Dies ist jedoch eine falsche Annahme, und wir müssen h•=1 schreiben, weil keine Klappe in der Tat unter Verdüsterung leidet. Wir haben eigentlich hier nur eine Kapsel, weil der Schaffende selbst eine Art Rätsel, die aus zwei schwer miteinander in Einklang zu bringenden Behauptungen besteht, ins Gedicht eingeschoben hat: die eine in Bezug auf den "Natur-Tempel" und die andere auf die Verdorbenheit des Weihrauchs.

Methode

Aus unserer Sicht zieht eine Klappe keinen “Nutzen” aus der Verdüsterung. Sie “leidet” im Gegenteil darunter. Diese konventionelle Redensart bleibt unwichtig, da es sich hierbei nur um eine Darstellung des Wissens handelt. Diesbezüglich schrieb Plato [735]: «…Hat derjenige, der nichts Wertvolleres besitzt als das, was er abgefasst oder niedergeschrieben hat, der stundenlang das alles auf den Kopf stellt, der Satzteile trennt und anders wieder eint, wirst du schließlich nicht berechtigt sein, ihn einen Dichter, Redemacher oder Gesetzschreiber zu schelten?

Anwendung auf Baudelaire

Kann sich der Dichter nicht als Wissenschaftler hinstellen, so besingt er die hervorstechenden Ereignisse [719]: «Ja, die Kränze, die auf die Kopfhaare gesetzt werden, rufen mich dazu auf, meinen göttlichen Auftrag zu erfüllen…»

§618
· Eine ungenügend bestimmte Höhle
Theorie

Schreiben wir weiterhin bezüglich des Textes „Entsprechungen“ die Klappe \(ᵒmon esprit tu(.)meus (.)te-[]-ꞌꞌꞌis de voorbereiding vanꞌꞌꞌles parfums, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-)/¨ (×(ᵒmein Geist, du(.)bewegst(.)dichꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌDüfte, Farben und Töne(.)antworten(.)einander)). Dann stellen wir uns vor, dass eine kräftige Bemühung der Phantasie eine Menge Synästhesien hervorruft. Das scheint vorstellbar zu sein, aber das erste Schott rührt vom Gedicht „Erhebung“ her, und es bezieht sich genau auf den fünften Vers, der auch der erste Vers des zweiten Vierzeilers dieses Sonetts ist [[1032]] in Index II (Gedichte)">[[1032]]: «Mein Geist, du bewegst dich gelenkig…» Wir können hier aus keinem einzigen Schlupfwinkel gehen, weil „Erhebung“ und „Entsprechungen“ zwei unterschiedliche Gedichte mit jeweils eigenen Grenzen sind. Da eine vollständige Höhle ein einziger, kompletter Schlupfwinkel sein muss, gehören die beiden in Frage kommenden Schriftstücke zu keiner Höhle. Somit erreicht der Knüppel (j •) unumgänglich die Höhe 2. Ausgehend von ihrer Definition erreichen die letzten vier Teufen (k •), (m•), (p•), (w•), Schere, Viadukt, Galgen und Dünung, den Wert 2, sobald der Knüppel (j•) selbst den Wert 2 erlangt. Folglich haben wir mit dem Knüppel (j•) ein Produkt (j•k•m•p•w•)=((2)(2)(2)(2)(2))=32. Das Umgekehrte dieser Menge gleicht 1/32, und diese Größe bleibt nach der Regel der Nietung -wie im Absatz 566 bereits erwähnt- bedeutungslos. Sobald der Knüppel gewertet wird, wissen wir also, dass das Klafter für die Klappe \(ᵒ mon esprit tu(.)meus(.)te-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌles parfums, les couleurs et les sons(.)répondent(.)se-[]-)/¨ (×(ᵒmein Geist, du(.)bewegst(.)dichꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌDüfte, Farben und Töne(.)antworten(.)einander)) den Wert 1/16 nie erlangen wird.

Methode

Das erste Schott besteht ausschließlich aus Bohlen, die nicht zum Bezugstext gehören, was die betreffende Klappe des geringsten Ernstes beraubt.

Anwendung auf Baudelaire

In „Erhebung“ und nicht in „Entsprechungen“ schreibt der Dichter die Fronten Mein», «Geist», «du», «bewegst» und «dich» [[1032]] in Index II (Gedichte)">[[1032]]. Es steht außer Zweifel, dass Baudelaire beide Gedichte verkettet haben mag, aber diese Tatsache erlaubt ihnen nicht, zusammen eine einzige Höhle zu bilden. Der Autor wird sie getrennt von einander gedichtet und dann neben einander in dieselbe Sammlung gesetzt haben. Jedesmal wird er, aus einer jeweils sehr unterschiedlichen Perspektive die Grundvoraussetzungen, um ein großer Dichter zu werden, ungefähr umrissen haben.

§619
· Eine andere Gedichtsammlung
Theorie

Lesen wir \(ᵒ des paroles(.)sortent(.)confuses-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌéchos(.)confondent(.)se[]-)/¨ (×(ᵒwirre Worte(.)entweichen(.)ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌEchos(.)vereinen(.)sich)). Der Knüppel erreicht den Wert 1, und die Klappe scheint auf intuitiver Ebene ebenso vollkommen, aber wir ändern vorsätzlich die Lage. Wir gehen auf fiktive Weise davon aus, dass Baudelaire „Entsprechungen“ in "die Blumen des Bösen" nur als Gedicht über des Thema von der Eingebung für den Dichter aus anderen Künsten als die Dichtung gesetzt hätte. Dann ist es unmöglich für den Beschützer “"die Phantasie", "die Künste"” eine Verzahnung zusammenzustellen, so dass das Sonett „Entsprechungen“ keine Bleibe mehr ist. Folglich schreiben wir zur betreffenden Klappe unter den eben beschriebenen Bedingungen die Schere k •=2.

Methode

Ist ein Text keine Höhle, ist es für denselben ausgeschlossen, eine Bleibe zu sein, aber es genügt keineswegs eine Höhle zu sein, um als Bleibe betrachtet zu werden.

Anwendung auf Baudelaire

Manche Verwandtschaften, die als ebenso vielfaches Echo verstanden werden können, beziehen sich nicht nur auf die Grundbedeutung, und Autoren oder Traditionen, die sehr unterschiedliche Ziele haben mögen, können trotzdem in ähnlicher Form zum Ausdruck kommen. Diese Leichtigkeit in der Übertragung der Gestalt ist ein Hindernis unter vielen anderen, das Historiker überwinden müssen, um die künstlerische Kontinuität zu begreifen. Petrus Borel empfand etwas im Zusammenhang mit dem Hörbaren und dem Sichtbaren, das die Empfindlichkeit anregte, und das später in manchen Texten von Baudelaire spürbar ist [165]: «Des qui vive lointains, des cliquetis, écoute,
Entends-tu ces clameurs du fort à la redoute?
Là, des casques mouvans, des forêts de mousquets,
La herse qui gémit, le bruit des huisseries,
On dirait le donjon semé de pierreries,
À ces feux plus nombreux qu'en de royaux banquets.» (Lausche fernen Wachanrufen und Klirren./Hörst du dieses Geschrei zwischen Festung und Schanze?/Dort bewegen sich Helme, Wälder von Feuerwaffen,/Die schreiende Egge, der Krach der Fugen./Es sieht aus wie ein mit Edelsteinen besäter Bergfried/Wegen dieser Schüsse, die heller erleuchten als ein königlicher Festmahl.)

§620
· Missverständnis
Theorie

Betrachten wir \(ᵒla nature(.)est(.)pleine de vivants.\.-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'homme<>(.)passe(.)à travers des forêts[.]-[]-)/¨ (×(ᵒdie Natur(.)ist(.)voller Lebendigen.\.ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌder Mensch<>(.) schreitet(.)durch Wälder[.][]-)/¨ und nun die Volte “wie kann man von "lebendige" ausgehend zum Ausdruck "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Der Sinn der Klappe könnte sich auf das Überleben des Menschen in der Pflanzenwelt beziehen, während die Volte die Welt der Kunst und der Phantasie darstellt. Somit wird der Ausleger von einer Art Gegensatz herausgefordert. Wir schreiben den Viadukt m •=2, um die entstehende Beklemmung zum Ausdruck zu bringen. Das Ersuchen wird “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was "der Mensch" aus den "Wäldern" bekommt?” lauten. Die angestrebte Antwort ist nicht “seinen Lebensunterhalt”, sondern “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Der Ausdeuter hat wiederum das Gefühl, dass seine Erwartungen nicht richtig zur Klappe passen.

Methode

Da der Viadukt (m•) zugleich den beiden Besorgungen gilt, könnten wir uns leicht vorstellen, dass er den Wert ((2)(2))=4 haben könnte, aber da dieser sich nach denselben Regeln richtet wie die anderen Teufen, kann er den Wert 2 nicht überschreiten.

Anwendung auf Baudelaire

Das Wort «Wälder» treibt uns dazu, uns vorzustellen, dass Bäume sich ineinander schlingen. Am Ende des Mittelalters war das Geflecht von Gut und Böse ein geläufiges Thema, das zu Baudelaires Zeiten in Literatenkreisen wegen des neu aufgewachten Interesses für die Mischung aus Ernsthaftem und Komischem die Aufmerksamkeit wieder auf sich zog [865]-[866]- [867]: «Da die Könige Lügner,
Die Mächtigen Schmeichler,
Die Prälate voll eitler Gefallsucht sind,
Da die Adeligen die Kirche hassen,
Die Geistlichkeit alle Sünden vereinigt,
Die Geistlichen sich in Sinnenfreuden gefallen,
Und die Mächtigen unbarmherzig sind,
Da die Händler schummeln,
Und die Arbeiter voll Untreue,
Die Wirte voll Grausamkeit,
Die Vogte und Richter gnadenlos sind,
Da die Angehörigen ohne echte Freundschaft,
Die Nachbarn verleumderisch und neidisch,
Die kleinen Kinder schelmisch sind,
Und ein untreues sowie falsches Gesindel bilden,
Da die Herren Betrüger sind,
Und das Glück dem Mogler lacht,
Da die Strolche die Gemeinschaft beherrschen,
Da man der Seele den Körper vorzieht,
Da die Weiber das Regiment im Haus führen,
Da die heilige Kirche kaum geehrt wird…komme ich in guter Logik
Zu dem Schluss, dass wir uns
Der Zeit des Weltuntergangs nähern…»

§621
· Themenmischung
Theorie

Es ist interessant Klappe und Gestell zu vergleichen. Lesen wir zunächst die Klappe \(˜*˜des paroles(.)sortent(.)confuses-[]-ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌenfants(.)confondent(.)se[]-)/¨ (×(˜*˜wirre Worte(.)entweichen(.) ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌKinder(.)vereinen(.)sich)). Gehen wir nun zum Gestell über: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei wollte der Schaffende, dass das Bild der wirren Worte das Gefühl liefere, gemischte Kinderstimmen einzuführen”. Wir verstehen jedoch, dass diese Deutung nicht zu vertreten ist, da im zweiten Schott die beiden Themen der Kinder einerseits und der Verwirrung andererseits vereinigt wurden, was im Billard nicht der Fall ist, so dass wir den Galgen p •=2 schreiben.

Methode

Es ist nicht völlig auszuschließen, dass der Schaffende den tiefen Sinn insgeheim für die wirklich einfallsreichen Leser behalten haben könnte; dies ist jedoch zu bezweifeln.

Anwendung auf Baudelaire

Der Hang Baudelaires zum Schwindel wurde vielfach bezeugt. Pierre Veber ist darauf hereingefallen, der glaubte, dass Baudelaire nach einer überraschenden Aussage des Dichters, der sich auf Kosten eines anderen Literaten belustigen wollte, Balzac hasste [617]: «Sie müssen wissen, mein Herr, dass die Bewunderer Balzacs einander wie Hunde beschnüffeln.» Wenn wir diese Art Posse ernst nähmen, würden wir den Wert zahlreicher Urteile Baudelaires zu den Verdiensten des Romanschriftstellers leicht in Abrede stellen. Es kann sein, dass Baudelaire, ohne es zu betonen, die Beschimpfungen, die ihm zuteil wurden, wiederaufnahm, um ihre Tragweite zu verstehen. Wie jeder Denker verändert er den Schein der Dinge, um besser an den Kern heranzukommen.

§622
Theorie

Untersuchen wir die Dünung der Klappe \(˜*˜les parfums¹, les couleurs et les sons(.)répondent (.).\.se-[]-ꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌchoses infinies(.)ont(.)expansion[.]-[]-)/¨ (×(˜*˜Düfte¹, Farben und Töne(.) antworten.\.(.)einanderꞌꞌꞌverursachtꞌꞌꞌunendliche Dinge(.)besitzen(.)Ausdehnung[.])), die vom Beschlag “das Unendliche mit dessen unaufhörliche und rege Entwicklung verursacht, dass Düfte, Farben und Töne einander antworten” begleitet wird. Wir schreiben gleich eine Dünung w •=2, weil die Logik des Beschlags den logischen Kurs der Klappe umkehrt, weil das Bild des Unendlichen die Stelle der Ursache und nicht der Wirkung besetzt. Es würde also genügen, die Logik der Klappe besser zu erfassen, um w •=1 schreiben zu können.

Methode

Wie üblich kann unsere Berechnung für den Ausleger als Leitfaden von Nutzen sein, um zu sehr glaubhaften Klappen zu gelangen. Der Formalismus, der zunächst zu nichts dient, hat jedoch zwei Verdienste: er schiebt die grundlosen Gedanken beiseite und fordert uns andererseits dazu auf, die Ideen, denen es an Gestalt mangelt, umzuformulieren. Viele Gegner des Messens behaupten, dass es ihnen den Geschmack verdirbt. Dabei gibt das Messen nur darüber Auskunft über Feinheiten, die jenseits der alltäglichen, bewussten Empfindungen liegen. Wenn ein Blumenliebhaber dank eines Chemikers den Eisengehalt der Rosen erfährt, verdirbt ihm dieses Wissen keineswegs seine Freude an einen Rosenstrauß.

Anwendung auf Baudelaire

Ersinnen wir den Beschlag: “die Tatsache, dass Düfte, Farben und Töne einander antworten, verursacht die laufende Entwicklung des mathematischen Unendlichen.” Wir würden mit diesem Ausdruck in die Irre gehen, weil die übertriebene wirklichkeitsfremde Vorstellung den Beschlag zur Unfähigkeit in der Anwendung des Billards leitet.

§623
· Klappen einer Zucht
Theorie

In den folgenden Absätzen versuchen wir, eine beispielhafte Zucht zu erstellen. Es geht nicht darum, die besten oder die am leichtesten zu verteidigenden Klappen aufzunehmen, denn manche Züchte könnten denselben intellektuellen Reichtum wie die gewählte Serie besitzen und ebenso leicht zu verteidigen sein. Es ist uns eher daran gelegen, einen möglichst reichhaltigen Sinn zu erreichen, selbst wenn andere Aussichten auch denkbar sind. Es wird genügen, auf Grund guter Teufen ein hohes Kaliber zu erlangen und dabei anhand zahlreicher Klappen weite Zonen in „Entsprechungen“ zu decken. Wir werden hierzu folgende Trapeze, «Entsprechungen», «Natur», «Tempel», «Säulen», «Ferne», «weit» und «antworten», in Anspruch nehmen. Die betreffenden Klappen in der Gestalt der ersten Verklärung sind folgende: 1°) \(ᵒla nature(.)correspond(.).\.à un temple-[]-ꞌꞌꞌprépareꞌꞌꞌl'homme<>, le nouvel artiste, prêtre du beau, (.)est(.)observé, surveillé, conseillé par des regards, venus de sa propre famille[.]de pensée, occupés de symboles-[]-)/¨ (×(ᵒdie Natur(.)entspricht(.).\.einem Tempelꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌder Mensch<>als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird(.)betrachtet, überwacht, beraten über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten[.]mit ihr, die von Symbolen besorgt sind)); 2°) \(ᵒla nature.\.(.)est(.)un temple-[]ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'encens(.)chante(.)les transports[.]de l'esprit et des sens-[])/¨ (×(ᵒdie Natur.\.(.)ist(.)ein Tempelꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌWeihrauch(.)singt (.)den Taumel[.]des Geistes und der Sinne)); 3°) \(ᵒdans le temple.\., l'homme<>, le nouvel artiste, prêtre du beau, (.)est(.)initié aux arts en passant à travers des forêts de symboles-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌil(.)est(.) maintenant, pour lui, un usage plus facile des nuances du sensible pouvant l'inspirer, car il éprouve sans mal, notamment, les gradations des parfums²[.]trouvés au long de son itinéraire, sachant reconnaître ceux comme des chairs d'enfants…comme les hautbois…comme les prairies, ainsi que d'autres comptant parmi eux l'ambre, le musc, le benjoin et l'encens-[]-)/¨ (×(ᵒim Tempel.\.der Mensch<>als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird(.), als er durch Wälder von Symbolen schreitet, in die Künste eingeweihtꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌes(.)wird(.)für ihn einfacher von den Schattierungen der Gefühle Gebrauch zu machen, die ihm Eingebung bringen können, da er insbesondere ohne Schwierigkeiten die Abstufungen von den Düften²[.]fühlen kann, die er auf dem ganzen Weg entdeckt, weil er zwischen ihnen jene erkennen kann, die wie die Haut von Kindern…wie die Oboen…wie die Auen sind, und andere, die wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch sind)); 4°) \(ᵒde vivants piliers.\.de l'art, esthètes reconnus, (.)laissent(.)parfois sortir de confuses paroles inspiratrices-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'homme<>, le nouvel artiste, prêtre du beau, (.)passe(.)haut la main son initiation, à travers des forêts[.]de symboles-[]-)/¨ (×(ᵒlebendige Säulen.\.der Kunst, anerkannte Ästheten, (.)lassen(.) zuweilen wirre Worte entweichen, die Eingebung liefernꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdurch Wälder[.]von Symbolen mühelos(.)bezwingt(.)der Mensch<>, der neue Künstler und Priester der Schönheit, die Proben seiner Einweihung)); 5°) \(ᵒde longs échos entendus au loin.\.(.)confondent(.)se[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌune ténébreuse et profonde unité[.] comme la nuit et…la clarté(.)est(.)à ce point vaste que le clair-obscur l'emporte-[]-)/¨ (×(ᵒlange Echos, die in der Ferne.\. gehört wurden(.)vereinen(.)sichꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌeine finstere und tiefe Einheit[.](.)ist(.)wie Nacht und Licht so weit, dass das Helldunkel allerorts herrscht)); 6°) \(ᵒde par leur essence incompréhensiblement vaste.\.…nuit et…clarté(.)unissent(.)s'-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdes parfums²…corrompus[.], riches et triomphants, ayant l'expansion des choses infinies…(.)transportent(.)…l'esprit et les sens-[]-)/¨ (×(ᵒwegen ihrer weiten.\.unverständlichen Wesen(.)vereinigen(.)sich Nacht und…Lichtꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌverdorbene [.], reiche und sieghafte Düfte², welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben, versetzen Geist und Sinne)); 7°) \(ᵒles parfums¹[.], les couleurs et les sons(.)répondent(.).\.se-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌil(.)est (.)des parfums² frais…doux…verts…et d'autres, corrompus, riches et triomphants-[]-)/¨ ( ×(ᵒDüfte¹[.], Farben und Töne(.)antworten(.).\.einanderꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌes(.)sind(.)Düfte² frisch…sanft…grün…und andere verdorben, reich und sieghaft)). Es ist dabei keine Verdüsterung aus dieser Zucht auszumachen.

Methode

Wenn in einem Schott nur ein Teil zweier Klappen gemeinsam ist, gibt es keine Verdüsterung. Dieser Fehler wird nur über eine vollständige Wiederholung erreicht.

Anwendung auf Baudelaire

In den soeben erwähnten Klappen ist in zwei Schotten von «Nacht» und «Licht» die Rede. Dies jedoch genügt nicht, um eine Verdüsterung zu verursachen, weil die zwei Schotten trotz der Ähnlichkeit unterschiedlich bleiben. Nacht und Licht sind nur Themen, auf die immer zurückzugreifen ist, um den tieferen, schwierigen Sinn zu ergründen, den Baudelaire hinterlassen hat. Es liegt auf der Hand, dass etwas angrenzend für die anteilige Wiederholung "confuses-confondent" (wirre-vereinen) und in erster Linie für die Parallele "Correspondances-répondent" (Entsprechungen-antworten) gilt.

§624
· Gestelle einer Zucht
Theorie

Die Gestelle, die mit den soeben umrissenen Klappen zusammenhängen, können wie folgt beschrieben werden: 1°) “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der körperlichen, über gegenseitige Entsprechung mit einem Tempel vereinten Natur, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die des Menschen als der neue Künstler und Priester der Schönheit, der betrachtet, überwacht, beraten wird über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten mit ihr, die von Symbolen besorgt sind”; 2°) “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das mit dem Bild eines Tempels vereinte Bild der körperlichen Natur, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die der scheinbar nur materiellen Dinge wie Weihrauch als Grundlagen zum kräftigen Ausdruck des gesamten, geistigen und körperlichen Wesens ”; 3°) “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild des Menschen, der durch Wälder von Symbolen schreitet, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die des Ästheten, dem es gelingt, sich in der materiellen Vielfalt -Haut von Kindern, Oboen, Auen, Amber, Moschus und Weihrauch- zurechtzufinden”; 4°) “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der lebendigen Säulen, anerkannte Ästheten, die zuweilen wirre Worte entweichen lassen, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die des Menschen als der neue Künstler und Priester der Schönheit, der phantasiert, aus dem Erbe dieser vergangenen Kunst Nutzen zu ziehen”; 5°) “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der in der Ferne gehörten sich vereinenden langen Echos der Schönheit, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die des Wohl und Übel in der finsteren und tiefen Einheit der Welt derart weit sind, dass beide aneinander liegen”; 6°) “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der unfassbaren Weite unserer Umwelt -unter anderen Wohl und Übel- das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die der zum Rausch antreibenden Verderbtheit”; 7°) “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild einer und derselben Gestalt auf dem Gebiet der fünf Sinne das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die der Gegenstände, oder in uns verusachten Eindrücke, die dieselbe Reihe von sittlichen Eigenschaften besitzen mögen”. Es wäre, wie wir sehen, eine gewagte Sache, in diesen Gestellen eine Verdüsterung zu suchen, selbst wenn dieselben den Billardsinn eingehender als die Klappen auslegen.

Anwendung auf Baudelaire

Entsprechungen würden darin bestehen, dass wir dank sehr naher Eigenschaften innerhalb mancher körperlicher Wesen der fühlbaren Welt trotz derer oberflächlich sehr unterschiedlichen Scheins eine Gemeinschaft begreifen könnten.

Methode

Der Durchschnitt einer Klappe für jeweils zwei Verse, das heisst von sieben Elementen in der Zucht für die vierzehn Verse des Gedichts, dem sie entnommen sind, zeigt, dass wir uns gewissenhaft am Text halten, ohne unnötige Beispiele anzuführen -was mit einem Glauben an eine ersonnene, magische Tugend Nummer 7 gar nichts zu tun hat.

§625
· Beschläge einer Zucht
Theorie

Betrachten wir die Halle der soeben in ihren großen Zügen beschriebenen Zucht, um zu sehen, ob unter den vorhandenen Beschlägen wenigstens zwei eine Verdüsterung zeigen würden. Die dazugehörige Liste ist folgende: 1°) “da Natur und Tempel einander entsprechen, verursachen sie die Betrachtung des Menschen als Priester der Schönheit über Blicke von Anhängern derselben Tradition, die von Symbolen besorgt sind”; 2°) “da die körperliche Natur das Wesen einer dem Geist zugeschriebenen Bildung entstammt, werden viele dingliche Stoffe verursacht, die uns intensiv zum gesamten geistigen und materiellen Wirklichen heben”; 3°) “die Einweihung des neuen Künstlers verursacht, dass er die weite Mannigfaltigkeit des Fühlbaren erfassen kann, die er unterscheidet, wie sie sich von der zarten, kindlichen Ebene bis zur erwachsenen Stärke stufenweise entwickelt”; 4°) “das Erbe der Säulen der Kunst verursacht in der Leistung des neuen Künstlers den Gebrauch der in der Vergangenheit erarbeiteten Symbole”; 5°) “die zahlreichen Echos der Schönheit, die sich in der Ferne mit Länge und Mannigfaltigkeit vereinen, verursachen Verwirrung in der finsteren und tiefen Einheit, die weit wie das Aneinandersetzen von Geist und Bös ist”; 6°) “die Weite sowohl in Dunkel und Hell als auch in Bös und Gut verursacht den Taumel des Rausches”. Letztendlich haben wir: 7°) “die Entsprechung der Düfte¹, Farben und Töne verursacht die Ähnlichkeit ihrere sittlichen Möglichkeiten”. Jeder begreift, wie es vergeblich ist, im Ganzen dieser verschiedenen Ausdrücke Verdüsterung zu suchen.

Methode

Die Wahl der Trapeze und Festons sichert, dass zahlreiche Bilder im Text im Verfahren der Glaubhaftigkeitsbewertung einer Zucht hintereinander hervorgehoben werden. Der Ausdeuter will dem Leser in der Erkundung der Höhle behilflich sein, indem er die Klappen beschreibt. Dazu benützt er die Symbole ([]-) und (-[]), die die Anwendung des Überzugs kennzeichnen. Der Leser als Beobachter des Kaleidoskops der Zerlegung fasst die Angaben aus den Symbolen zusammen, um die Tausend Schattierungen des als Beispiel dienenden Werks zu betrachten, und meidet dabei die Misverständnisse, die die Berechnung der Glaubhaftigkeit erschweren könnten.

Anwendung auf Baudelaire

Einer der Aspekte des Gedichts von Baudelaire betrifft die Düfte, die den Rausch besingen. Der Leser kann nämlich nicht umhin zu überlegen, ob der Dichter an die technische Erarbeitung der Düfte gedacht haben mag. Ist es für den Ausleger begreiflich, über den menschlichen Beitrag im “Singen” der Düfte nachzudenken, so müssen wir feststellen, dass das Gedicht zwischen natürlichen und künstlichen Düften keinen Unterschied macht. 287

§626
· Erste Klappe
Theorie

Die erste Klappe, dessen Klafter noch zu berechnen ist, wird in diesem Ausdruck beschrieben: \(ᵒdie Natur(.)entspricht(.).\.einem Tempel-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌder Mensch<>als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird(.)betrachtet, überwacht, beraten über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten[.]mit ihr, die von Symbolen besorgt sind-[]-)/¨. Der Latex sieht aus wie folgt: (Entsprechungen.\.;vertrauten[.];Mensch<>). Die Volte schreibt sich: “wie kann man vom Trapez "Entsprechungen" ausgehend, zum Deckel "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Wir erhalten folgende Antwort: “Da die Künste über Entsprechungen miteinander verbunden sind, unterstützen sie sich gegenseitig.” Parallel lassen wir das Ersuchen zu: “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was der Mensch aus den vertrauten Blicken bekommt?” Es folgt sofort die Antwort: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Die erste Einrahmung, das Gestell, wird mit diesen Worten, die wir neulich gesehen haben, beschrieben: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der körperlichen, über gegenseitige Entsprechung mit dem Tempel vereinten Natur, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die des Menschen als der neue Künstler und Priester der Schönheit, der betrachtet, überwacht, beraten wird über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten mit ihr, die von Symbolen besorgt sind”. Es handelt sich um eine Deutung von «Entsprechungen

Die Natur ist ein Tempel…» in Verbindung mit «…Dort schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen,
Die ihn mit vertrauten Blicken betrachten.» Gibt es einen Tempel, so denken wir gleich an einen Priester. Wie kann man ihn beschreiben? Als einen Menschen, der sich für Symbole interessiert. Die zweite Einrahmung, der Beschlag, wird wie folgt beschrieben: “da Natur und Tempel einander entsprechen, verursachen sie die Betrachtung des Menschen als Priester der Schönheit über Blicke von Anhängern derselben Tradition, die von Symbolen besorgt sind”. Dies ist ja eine Möglichkeit, die ersten Verse zu deuten.

Methode

Es is zwar logisch, eine Zucht mit dem Anfang des Werks anzufangen.

Anwendung auf Baudelaire

Im vorliegenden Fall ziehen wir Nutzen aus diesem Vorteil, der nicht für jede Zucht erforderlich ist, dass stets der Mensch aus der in allen Ersuchen erwähnten Beziehung Nutzen zieht. Den Menschen somit als absoluten Brennpunkt aller Betrachtungen zu sehen, ist in bestimmten Teilen der Kunst ein durchaus annehmbarer Grund, während es in der wissenschaftlichen Welt ein Verhalten ist, das als Hauptfehler falscher Ansprüche auf das Wissen erscheint. Lesen wir die ersten drei Verse des Gedichts aufmerksam, sehen wir, dass der Mensch nicht eindeutig als Teil der natürlichen Welt dargestellt wird: er schreitet durch diese Welt. Es könnte also sein, dass das Bild des Menschen sich als absolute Ausnahme in der Welt kundgibt. Diese Vorstellung ist zwar durchaus vertretbar, aber sie entstammt einer voreingennommen Sicht der Welt. Davon ausgehend können wir uns leicht vorstellen, dass Baudelaire seine Aufmerksamkeit in erster Linie darauf richtet, was dem Menschen nützlich ist. Sobald wir uns dann vorstellen, dass der hier dargestellte Mensch der Künstler ist, können wir obige Deutung demnach umändern.

§627
· Klafter der ersten Klappe
Theorie

Zeigen wir das Klafter 1 von (×(ᵒ…(.)…(.)…ꞌꞌꞌ…ꞌꞌꞌ…(.)…(.)…)) \(ᵒdie Natur(.)entspricht(.).\.einem Tempel-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌder Mensch<>als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird(.)betrachtet, überwacht, beraten über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten[.]mit ihr, die von Symbolen besorgt sind-[]-)/¨. Der Henkel hat aus zwei Gründen den Wert a•= 1. In erster Linie seine Schotte, “die Natur entspricht einem Tempel” und “der Mensch als der neue Künstler und Priester der Schönheit wird betrachtet, überwacht, beraten über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten mit ihr, die von Symbolen besorgt sind” besitzen jeweils mindestens eine Bohle. Dann wiederholt sich keine dieser in diesen Schotten benutzten Bohlen. Der Klöppel (b•) hat auch den Wert 1, da «Mensch», «betrachten», «Blicken», «vertrauten», «Symbolen» im Text hinter «Natur», «Entsprechungen» und «Tempel» gestellt sind. Was die Reihenfolge der Fronten innerhalb eines jeden Schotts und nicht im Ganzen betrifft, ist dies zur Bestimmung des Klöppels belanglos. Der Korb c•=1 bleibt außer Zweifel, denn es ist, was den Sinn der Bohlen betrifft, keine Fälschung zu verzeichnen. Außerhalb der Mittel zur Versbildung haben Baudelaires Verse keine hoch vernünftige Tragweite, so dass der Hamen d •=1 zuverlässig ist. Wir schreiben den Bolzen e •=1, weil die Klappe ihre ganze Entwicklung entlang weder Zugangschwierigkeit, Ungeschicklichkeit, noch Zeitwidrigkeit aufweist. Zwar braucht der Ästhet, so begabt er von vornherein auch sein mag, eine Ausgangsbildung. Außerdem bleibt jede Änderung der Bohlen zur Verständigung des Textes von Nutzen, ohne den Billardsinn durch einen anderen zu ersetzen. Die Raste f •=1 ist notwendig, weil die Klappe in jedem Punkt die Bebilderung meidet und eine Deutung zwischen den Bildern des Werks liefert, ohne einen ersonnenen Text zu erfordern. Einerseits wird «Entsprechungen

Die Natur ist ein Tempel…» zu (die Natur(.)entspricht(.).\.einem Tempel-[]-) und andererseits wird «…Dort schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen,
Die ihn mit vertrauten Blicken betrachten» zu (der Mensch<>als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird(.)betrachtet, überwacht, beraten über Blicke der Denkmodelle oder Familie von Anhängern derselben Tradition und auf diese Weise vertrauten[.]mit ihr, die von Symbolen besorgt sind-[]-). In unserem Fall schreiben wir den Behang g •=1 ohne jede Schwierigkeit, da der Billardsinn des Werks lediglich zwei Behauptungen nebeneinander stellte, ohne irgend etwas über eine mögliche Begründung der zweiten durch die erste zu sagen. Außerdem fehlt der Kritik jedes Mittel, um zu verneinen, dass die erste Behauptung die zweite vorbereitet. Da die Absätze 623, 624 und 625 gezeigt haben, dass die Zucht keiner Verdüsterung unterworfen ist, können wir ohne Bedenken einen Hocker h •=1 schreiben. Bestimmen wir nun den Knüppel (j •). Die Klappe widersetzt sich keiner Anwendung der Tore oder Haltungen: was «Natur» betrifft “Gebäude, das göttlich scheint”; für die «lebendige Säulen» “wie durch göttlichen Willen beseelten”; für die Säulen, die Worte ausdrücken, der Blicke von Symbolen oder der sprechenden Düfte, Farben und Töne “…die wie durch göttlichen Willen einen Eindruck des Denkens geben”; und für den verdorbenen Weihrauch: “…der in Gut und Bös zugleich wirksam zu sein scheint”. Außerdem entstammen alle Bohlen demselben Text, und dieser weist ein Profil mit dem Wert ½ auf und bildet dazu auch noch ein Sonett. Was sollen wir vom Deckel halten? Dieser lässt sich einfach aussagen: “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt”. Daher hat der Knüppel (j•) den Wert 1. Wir begründen die Schere k •=1, weil der Knüppel selbst die Höhe 1 besitzt und das Gedicht „die Leuchttürme“ als einen Gefährten von „Entsprechungen“ erscheint, da es ebenfalls auf das Thema “"die Phantasie", "die Künste"” fußt, das den Beschützer des oben erwähnten Deckels darstellt. Der Viadukt m •=1 muss angenommen werden, weil der Knüppel auch den Wert 1 hat, und auch dank des genügenden Charakters des Trapezes und des Festons, die wir beide bereits besprochen haben. Der Galgen p •=1 wird durch den Knüppel 1 und die Tatsache, dass das Gestell eine Vertiefung der Klappe darstellt. Letztendlich treibt uns die behandelte Klappe dazu, die Dünung w •=1 zu schreiben, weil der Knüppel den Wert 1 hat, und der Beschlag eine Anwendung der Klappe darstellt. Zusammenfassend scheint der Wert 1=(1/a •b•c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•) des Klafters durch die Reihe der Teufen gerechtfertigt: a•=1 (Henkel), b•=1 (Klöppel), c•=1 (Korb), d•=1 (Hamen), e•=1 (Bolzen), f•1 (Raste), g•=1 (Behang), h•=1 (Hocker), j•=1 (Knüppel), k•=1 (Schere), m•=1 (Viadukt), p•=1 (Galgen), und w •=1 (Dünung).

Methode

Insofern als es außer Zweifel bleibt, dass der Schaffende hinter seinen Sätzen steht, haben wir in den Ausdruck “mit E vorbereitet der Schaffende F” den Grundsinn von “E vorbereitet F”.

Anwendung auf Baudelaire

Was das Thema der künstlerischen Phantasie betrifft, wäre es von großem Interesse, eine Forschung in den romantischen und symbolistischen Werken anzustellen, die dieses Thema auch nur winzig behandeln. Es könnte uns eventuell helfen zu bestimmen, ob zwischen diesem Thema und dem eines notwendigen Hangs zum Bösen eine Verbindung vorhanden ist [683]-[[1119]] in Index II (Gedichte)">[[1119]].

§628
· Zweite Klappe
Theorie

Lesen wir \(ᵒla nature.\.(.)est(.)un temple-[]ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'encens(.)chante(.)les transports[.]de l'esprit et des sens-[])/¨ (×(ᵒdie Natur.\.(.)ist(.)ein Tempelꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌWeihrauch(.)singt(.)den Taumel [.]des Geistes und der Sinne)). Wir schreiben den Latex (Natur.\.;Taumel[.];Mensch<>). Die Volte sieht aus wie folgt: “wie kann man vom Trapez "Natur" ausgehend zum Deckel "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Wir kommen zu folgender Antwort: “Auf den Gebieten des Fühlbaren liefert die Natur zugleich die fünf Sinne und die Wesen, zu denen wir über dieselben Zugriff haben. Daher erlaubt die interne Vielfältigkeit der Kunst einen Parallelismus zwischen den abgeleiteten Lehrgegenständen, die alle durch Erarbeitung derselben Ausgangsquelle entstammen: Malerei für das Sehen, Musik für das Gehör und so weiter. Dies führt dazu, dass der Künstler, der sich einer bestimmten Disziplin hingibt, davon Nutzen zieht, dass seine Phantasie um die zahlreichen Ergebnisse aus anderen Künsten etliches dazu dichtet.” Das Ersuchen sieht ansonsten wie folgt aus: “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was der Mensch vom Taumel des Geistes und der Sinne bekommt?” Die Antwort kommt umgehend: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Das Gestell kann folgendermaßen dargelegt werden: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der körperlichen Natur, die jedoch auch ein Tempel ist, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die der scheinbar nur materiellen Dinge wie Weihrauch als Grundlagen zum kräftigen Ausdruck des gesamten, geistigen und körperlichen Wesens”. Wir deuten also den Anfang des Gedichts als Vorbereitung des Endes. Der Beschlag umfasst die Worte: “da die körperliche Natur das Wesen einer dem Geist zugeschriebenen Bildung entstammt, werden viele dingliche Stoffe verursacht, die uns intensiv zum gesamten geistigen und materiellen Wirklichen heben”.

Methode

Es gehört zu den Grundverfahren in der Literatur, den Anfang und das Ende eines Werks tief zu verbinden, was uns dazu auffordert, über die nötige Begabung für einen großen Dichter nachzudenken.

Anwendung auf Baudelaire

Wenn wir -wie in der Bemerkung 592B bereits erwähnt- das letzte «die» auf alle Düfte einschließlich der frischsten und nicht nur auf die verdorbenen, reichen und sieghaften beziehen, gelangen wir zur Vorstellung, dass alle Düfte den Taumel besingen. In diesem Fall besteht nur eine zweitrangige Unterscheidung zwischen dem sanften und dem extremen Taumel. Die natürlichen Kräfte bieten in ihrem Zusammenbrauen alle die einzelnen Düfte, die der aufmerksame Beobachter in zwei Gruppen teilt: die eine für die Schwäche, die andere für die Ausschreitung. Die Energie der natürlichen Kräfte, die aus der Sicht des Zuschauers grenzenlos erscheint, war das Thema eines Gedichts in lateinischen Versen des jungen Baudelaire für den "Concours Général" (jährlichen Leistungswettbewerb der besten Gymnasiasten in Frankreich) im Jahre 1837. Diese Zeilen werden hier nach einer Übersetzung von Jules Mouquet wiedergegeben [653]: «Es war auf dieser italianischen Erde, wo die wollüstigste Flut
Immer das von den Dichtern besungene Gestade in Baïes leckt.
Vor knapp dreihundert Jahren brachte die Natur in einem raschen Wechsel
Ihre gewöhnliche Ruhe durch furchtbare Wunder.

Die mildernde Nacht hatte alles in ihrem Frieden bespült: Die Frische
Wehte sanft über dem Land, während die Leute an der Küste entlang
Und so nah des Todes eine friedliche Ruhe genossen.
Das Meer machte einen großen Lärm und die von Bedrohungen schweren Wellen rollten
Lange vorwärts. Ein heftiger Sturm sammelte seine Kräfte
Und stürzte auf die Umgegend los. Als wäre sie sich dessen bewusst, antwortet die Erde
Auf dieses Zeichen des Meeres. Das ganze von geheimen Kräften
Erschütterte Gestade brüllt in ihren zerrütteten Grotten.
Da birst der Boden und der Grund öffnet sich in Glut.
Eine Flamme dringt durch die Spalten, die in ihrem raschen
Lauf die erschienenen Schatten anstrahlt. Die Felsen krachen. Ein schnelles
Feuer entströmt und wilde, ungebundene Wellen von Flammen
Verteilen sich ins weite Land, um neue Furchen zu ziehen.» Ähnliche Kräfte bewegen den Menschen, und Baudelaire wird einige Jahre später der Meinung sein, dass wenn die Krankheit manche unter diesen Kräften erklärt, dann sind andere auf den Willen zum Bösen zurückzuführen [683]-[[1130]] in Index II (Gedichte)">[[1130]].

§629
· Klafter der zweiten Klappe
Theorie

Untersuchen wir das Klafter für \(ᵒla nature.\.(.)est(.)un temple-[]ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'encens(.)chante (.)les transports[.]de l'esprit et des sens-[])/¨ (×(ᵒdie Natur.\.(.)ist(.)ein Tempelꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌWeihrauch (.)singt (.)den Taumel[.]des Geistes und der Sinne)). Die nötige Menge für den Henkel wird aus zwei Gründen gerechtfertigt. Jedes einzelne Schott der Klappe «Die Natur ist ein Tempel…» und “Weihrauch singt den Taumel des Geistes und der Sinne” enthält mindestens eine Bohle. Keine dieser Fronten kommt mehrmals in der Klappe vor. Der Klöppel b •=1 scheint notwendig zu sein, da «Natur», «ist» und «Tempel» im Text vor «Weihrauch», «Taumel», «Geistes», «Sinne» und «singen» stehen. Wir schreiben c •=1 als Korb, weil kein Grund besteht, eine ernsthafte Fälschung oder Änderung des Gedichts zu befürchten. Der Hamen (d•) hat den Wert 1, denn es scheint, dass das Gedicht -nach Ausnahme der Leistung der Versbildung- weder mit der strengen Wissenschaft noch mit der hohen Technik zu tun hat. Der Bolzen e•=1 muss sich aufzwingen, weil das Verhältnis zwischen den Schotten vom Schaffenden leicht begriffen werden konnte. Die Raste f •=1 beruht auf drei Tatsachen: die Klappe enthält keine Bebilderung; sie widerspricht keiner Billardsinnverbindung; letztendlich ist jede in den Schotten vorgeschlagene Sinnverbindung lediglich die Entwicklung einer im Billard bereits vorhandenen Sinnverbindung. Somit ist uns klar, dass «Die Natur ist ein Tempel…» und «Es sind Düfte frisch…Und andere…Wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch, Die den Taumel des Geistes und der Sinne singen» der Klappe die Mittel zur Erstellung geben. Der Behang g •=1 beruht auf drei Eigenschaften des Textes. Wenn wir erstens das Gedicht gleich dessen Billardsinn auffassen, liegt es nicht auf der Hand, dass “Weihrauch singt den Taumel des Geistes und der Sinne” durch «Die Natur ist ein Tempel…» vorbereitet wurde. Zweitens scheint der Schaffende diese Vorstellung einer Vorbereitung nicht zu verwerfen. Drittens fehlt der Kritik jedes Mittel, diese Vorstellung gänzlich abzulehnen. Der Hocker h •=1 ist sicher, da die Absätze 623, 624 und 625 uns bereits gezeigt haben, dass die Zucht die untersuchte Klappe ohne jede Verdüsterung enthalten kann. Im ersten Schott der zuvor untersuchten Klappe hatten wir “entspricht”, während wir hier «ist» haben, das heißt keine gänzliche Wiederholung vorhanden ist. Der Knüppel j •=1 wird durch eine Reihe von Gründen unterstützt. Erstens erscheint Baudelaires Gedicht als ein selbstständiges Werk mit einem Titel und Leerstellen davor und dahinter; es gehört zur bekannten Gestalt des Sonetts; es enthält weniger als Fronten und das Profil erreicht den Wert ½. Dann fasst der Deckel "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" ein wichtiges Aussehen der Gesamtbedeutung der Verse zusammen. Außerdem kommen alle Bohlen der Klappe aus diesen Zeilen: «Natur», «ist», «Tempel», «Weihrauch», «singen», «Taumel», «Geistes» und zur guter Letzt «Sinne». Sechstens widersetzen sich die Tore und Haltungen keineswegs dem Inhalt der Klappe. Was "Natur- Tempel" betrifft, haben wir das Tor “Gebäude, das göttlich scheint”. Um das Bild der lebendigen Säulen zu verstehen, greifen wir bequem auf “…wie durch göttlichen Willen beseelten…” zurück. Für die «lebendige Säulen» wird die Anwendung von “…wie durch göttlichen Willen beseelten” gemacht. Bezüglich der Stellen im Gedicht «…Säulen zuweilen wirre Worte entweichen lassen…», «…dort schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen, die ihn mit vertrauten Blicken betrachten» und «…Antworten einander Düfte, Farben und Töne» ziehen wir Nutzen vom Tor “…die wie durch göttlichen Willen einen Eindruck des Denkens geben”. Betreffs des verdorbenen Weihrauchs fügen wir dem Text in Gedanken “…der in Gut und Bös zugleich wirksam zu sein scheint” hinzu. Wir können die Schere k •=1 schreiben, weil der Knüppel ebenfalls den Wert 1 hat, und das Gedicht „die Leuchttürme“ für „Entsprechungen” als Gefährten dient, so dass dieses Sonett als Bleibe betrachtet werden kann. Dank des Werts 1 des Knüppels und der Fähigkeit der Volte und des Ersuchens eine Antwort zu erhalten -was im Absatz 628 bereits begründet würde- nehmen wir den Viadukt m •=1 an. Der Galgen p •=1 wird durch den Knüppel 1 gesichert und auch dadurch, dass 628 bereits gezeigt hat, dass das Gestell sich darauf beschränkt, die Klappe zu entwickeln. Dank des Knüppels 1 hat die Dünung den Wert w •=1, da 628 uns gezeigt hat, dass der Beschlag die Klappe widerspiegelt. Insgesamt bekommen wir die Teufen a •=1, b•=1, c•=1, d•=1, e•=1, f•=1, g•=1, h•=1, j•=1, k•=1, m•=1, p•=1 und w•=1. Somit ist das allgemeine Produkt der Teufen (a •b•c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•)=1, was auf das Klafter 1/(a•b•c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•)=1 hinausgeht.

Methode

Da die Höhle aus wenigen Wörtern besteht und deren Grenzen eindeutig gezeichnet sind, nehmen wir an, dass der Schaffende im Stande ist, sich in der Täumerei durch den ganzen Text zu bewegen, was den Abstand zwischen Anfang und Ende zunichte macht. Also verbindet der Schaffende ohne Hindernisse Bilder, die unterschiedlichen Stellen im Text entnommen wurden.

Anwendung auf Baudelaire

Daher stellen wir uns vor, dass “Weihrauch singt den Taumel des Geistes und der Sinne” durch «Die Natur ist ein Tempel…» vorbereitet wird. Dem Göttlichen zugewandt, stellt die Natur oder die Wirklichkeit das einzige mögliche Modell dar, dem der Mensch mit seinen gesamten Leistungen auch angehört. Was die großen Künstler und die feinsten Handwerker von den Gegebenheiten ihrer Zeit ausgehend im Laufe der Jahrhunderte vollbracht haben ist ein Teil dieser Welt.

§630
· Dritte Klappe
Theorie

Wenden wir uns nun einer weiteren Klappe zu: \(ᵒdans le temple.\., l'homme<>, le nouvel artiste, prêtre du beau, (.)est(.)initié aux arts en passant à travers des forêts de symboles-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌil(.)est(.) maintenant, pour lui, un usage plus facile des nuances du sensible pouvant l'inspirer, car il éprouve sans mal, notamment, les gradations des parfums²[.]trouvés au long de son itinéraire, sachant reconnaître ceux comme des chairs d'enfants…comme les hautbois…comme les prairies, ainsi que d'autres comptant parmi eux l'ambre, le musc, le benjoin et l'encens-[]-)/¨ ( ×(ᵒim Tempel.\.der Mensch<>als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird(.), als er durch Wälder von Symbolen schreitet, in die Künste eingeweihtꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌes(.)wird(.)für ihn einfacher von den Schattierungen der Gefühle Gebrauch zu machen, die ihm Eingebung bringen können, da er insbesondere ohne Schwierigkeiten die Abstufungen von den Düften²[.]fühlen kann, die er auf dem ganzen Weg entdeckt, weil er zwischen ihnen jene erkennen kann, die wie die Haut von Kindern…wie die Oboen…wie die Auen sind, und andere, die wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch sind)). Folgender Latex scheint hier angebracht:(Tempel.\.;Düfte²[.];Mensch<>). Die Volte wird mit diesen Worten beschrieben: “wie kann man vom Sinn der Bohle "Tempel" ausgehend, zum Deckel "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Die Antwort kommt umgehend: “die Einweihung in den Tempel des Schönen lehrt den Künstler, in seiner eigenen Kunst fremde Vorstellungen aus anderen Künsten zu kreuzen.” Andererseits lautet das Ersuchen: “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was der Mensch aus den Düften erhält, wenn die einen wie die Haut von Kindern, wie Oboen, wie die Auen scheinen, während die anderen zur Gattung des Ambers, des Moschus und des Weihrauchs gehören?” Die Antwort fällt leicht: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Das Gestell kann wie fogt beschrieben werden: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild des Menschen, der durch Wälder von Symbolen schreitet, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die des Ästheten, dem es gelingt, sich in der konkreten Fülle -Haut von Kindern, Oboen, Auen, Amber, Moschus und Weihrauch- zurechtzufinden”. Auf diese Weise werden über eine Deutung der dritte Vers und das Ende des Sonetts gebunden. Es ziemt sich, den Ausdruck “die Einweihung des neuen Künstlers verursacht, dass er die weite Mannigfaltigkeit des Fühlbaren erfassen kann, die er unterscheidet, wie sie sich von der zarten, kindlichen Ebene bis zur erwachsenen Stärke stufenweise entwickelt” als Gestell anzunehmen.

Methode

In der Suche nach dem Sinn darf der Ausdeuter die Traditionen nicht aus den Augen verlieren, die sich durch Jahrtausende vom Aberglauben zur Kunst und von der Kunst zur Wissenschaft einen Weg bahnen.

Anwendung auf Baudelaire

Es fiele einem schwer, in der Wirklichkeit oder der Geschichte das Beispiel eines Tempel zu finden, in dem für eine Reihe von Räumen eine Reihe von Düften angewandt würden, um unterschiedliche sittliche Werte zu ehren. Was den allgemeinen Aufbau eines solchen Tempels betrifft, fällt uns die Erinnerung an gewisse Kirchen ein, in denen einzelne Kapellen gewissen Personen gewidmet sind, die das Dogma als hervorragend betrachtet. Schließlich hätte der schöne Tempel, der wichtige Eigenschaften ehrt, auch die Fähigkeit, beunruhigende Tätigkeiten darzustellen: das wird in den letzten Versen bezüglich des Weihrauchs gezeigt. Der Inhalt der leidenschaftlichen Blendungen, die wir gegen die Tiere hegen, führt zu dem, was von den Menschen öffentlich verdammt wird. Diese Themen kommen in den Einweihungen oft vor, und ein guter Teil der im alten Ägypten berühmten Figuren zeugt davon. Wir denken an Baudelaires Vorliebe für Katzen, sowie an die Vorstellung der Kontinuität aller Lebewesen [272]-[626]. Das erklärt auch, da die Schönheit verschiedene Ansichten aufweisen kann, dass Gut und Bös innerhalb der Gestalten der Schönheit verbunden werden können, so dass der Dichter, der die Frauen so sehr bewunderte, diese zugleich mit den härtesten Worten tadeln konnte [[1137]] in Index II (Gedichte)">[[1137]].

§631
· Klafter der dritten Klappe
Theorie

Untersuchen wir das Klafter der Klappe \(ᵒdans le temple.\., l'homme<>, le nouvel artiste, prêtre du beau, (.)est(.)initié aux arts en passant à travers des forêts de symboles-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌil(.)est(.) maintenant, pour lui, un usage plus facile des nuances du sensible pouvant l'inspirer, car il éprouve sans mal, notamment, les gradations des parfums²[.]trouvés au long de son itinéraire, sachant reconnaître ceux comme des chairs d'enfants…comme les hautbois…comme les prairies, ainsi que d'autres comptant parmi eux l'ambre, le musc, le benjoin et l'encens-[]-)/¨ (×(ᵒim Tempel.\.der Mensch<>als der neue Künstler und Priester der Schönheit(.)wird(.), als er durch Wälder von Symbolen schreitet, in die Künste eingeweihtꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌes(.)wird(.)für ihn einfacher von den Schattierungen der Gefühle Gebrauch zu machen, die ihm Eingebung bringen können, da er insbesondere ohne Schwierigkeiten die Abstufungen von den Düften²[.]fühlen kann, die er auf dem ganzen Weg entdeckt, weil er zwischen ihnen jene erkennen kann, die wie die Haut von Kindern…wie die Oboen…wie die Auen sind, und andere, die wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch sind)). Hier haben wir einen Henkel mit dem Wert a •=1, weil jedes Schott mindestens eine Bohle besitzt, und in diesen Fronten keine Wiederholung vorkommt. Der Klöppel b•=1 scheint gesichert zu sein, da im Gedicht «Tempel», «schreitet», «Mensch», «durch», «Wälder» und «Symbolen» vor «sind», “Düfte²”, «wie», «Haut», «Kindern», «wie», «Oboen», «wie», «Auen», «andere», «Wie», «Amber», «Moschus», «Benzoe» und «Weihrauch» stehen. Wir schreiben den Korb c•=1, weil uns kein Unfall oder keine Fälschung des Gedichts bekannt ist. Es ziemt sich auch, den Hamen d•=1 anzunehmen, da in den Versen nichts mit der Wissenschaft oder der Technik zu tun hat, bis auf das was die Versbildung betrifft. Der Bolzen e•=1 wird dadurch gerechtfertigt, dass die Vorstellung einer Einwehung, die es ermöglicht, Dinge zu sehen, die zuvor nicht erkannt waren, für einen Geist, der den theologischen Prinzipien der Offenbarung gewöhnt ist, nichts Überraschendes an sich hat. Die Raste erreicht aus drei Gründen den Wert 1. Erstens enthält die Klappe keine Bebilderung. Zweitens widersetzt sich niemals dieser Audruck einer Billardsinnverbindung. Drittens kommt keine der in jedem einzelnen Schott dargestellten Sinnverbindungen vor, ohne dass sie im Text durch eine Billardsinnverbindung unterstützt wird. Tatsächlich begleitet in der Klappe das Segment “im Tempel der Mensch als der neue Künstler” diese Wörter des Textes: «Die Natur ist ein Tempel…Dort…der Mensch…» Wiederum begleitet “als er durch Wälder von Symbolen schreitet, in die Künste eingeweiht” die Stelle «…schreitet…durch Wälder von Symbolen,
Die ihn mit vertrauten Blicken betrachten.» Außerdem begleitet in der Klappe das Segment “jetzt gibt es für ihn einfacher von den Schattierungen der Gefühle Gebrauch zu machen, die ihm Eingebung bringen können, da er insbesondere ohne Schwierigkeiten die Abstufungen von den Düften fühlen kann, die er auf dem ganzen Weg entdeckt, weil er zwischen Düften jene erkennen kann, die wie die Haut von Kindern wie die Oboen wie die Auen sind und andere, die wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch sind” die Stelle des Gedichts «Es sind Düfte…wie die Haut von Kindern…wie Oboen…wie die Auen
-Und andere…Wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch…» Es ist aus dreierlei Gründen ausgeschlossen, den Behang g •=1 zu verwerfen. Erstens versucht der Schaffende mittels «Die Natur ist ein Tempel…Dort schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen…» nicht offenbar irgendeinen Sinn bezüglich «Es sind Düfte…wie die Haut von Kindern…wie Oboen…wie die Auen
-Und andere…Wie Amber, Moschus, Benzoe und Weihrauch…» einzuleiten. Zweitens schließt derselbe Autor diese eben erwähnte Möglichkeit nicht aus. Drittens kann die Kritik kein Mittel finden, diese Vorstellung, dass, was wir als zweites Schott bezeichnen, durch das erste vorbereitet wird, absolut zu verwerfen. Der Hocker h• =1 wird durch den Inhalt der Absätze 623, 624 und 625 gesichert, die belegen, dass die hier besprochene Klappe durch die ganze Zucht hindurch, keinerlei Verdüsterung unterworfen ist. Der Knüppel j•=1 setzt sich aus fünf Gründen durch. Erstens wird das Gedicht „Entsprechungen“ mit seinem Profil ½ und seinen Fronten eindeutig als Sonett bestimmt. Zweitens fasst der Deckel “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt” einen wichtigen Anschein der Bedeutung des Gedichts zusammen. Drittens lässt sich dieser Deckel einfach zum Ausdruck bringen. Viertens sind alle Bohlen der Klappe Felder des Gedichts: «Tempel», «Mensch», «durch», «Wälder», «Symbolen», «schreitet», «sind», “Düfte²”, «wie», «Haut», «Kindern», «wie», «Oboen», «wie», «Auen», «anderen», «Wie», «Amber», «Moschus», «Benzoe» und «Weihrauch». Wenden wir uns nun den Toren und Haltungen zu. Für die Vorstellung des “Naturtempels” verwenden wir das Tor “Gebäude, das göttlich scheint”. Dann kommt “…wie durch göttlichen Willen beseelten…” für die Erklärung des Bilds der lebendigen Säulen. Um die Bilder der “sprechenden Säulen”, der “Blicken der Symbole” und der “Düften, Farben und Tönen, die einander antworten”, zu verstehen, greifen wir bequem auf “…die wie durch göttlichen Willen einen Eindruck des Denkens geben”. Bezüglich des verdorbenen Weihrauchs fügen wir dem Text in Gedanken “…der in Gut und Bös zugleich wirksam zu sein scheint” hinzu. Die Klappe widerspricht keineswegs diese Tore und Haltungen, und so ist die fünfte Bedingung angesichts des Werts 1 des Knüppels erfüllt. Die Schere k •=1 wird durch j•=1 und zugleich durch das Gedicht „die Leuchttürme“ als Gefährten von „Entsprechungen“ gesichert, weil das Sonett auf diese Weise zur Bleibe wird. Der Viadukt m•=1 wird durch j •=1 und die zwei Besorgungen gesichert. Letztere, Volte und Ersuchen, erhalten eine Antwort, wie im vorigen Absatz besprochen. Über j •=1 und das Gestell, das die Klappe auf anständige Art und Weise deutet, gelangen wir zum Galgen p •=1. Die Dünung w •=1 erweist sich über j •=1 und einen Beschlag, der die Klappe ehrlich interpretiert, als notwendig. Insgesamt haben wir also a •=1, b•=1, c•=1, d•=1, e•=1, f•=1, g•=1, h•=1, j•=1, k•=1, m•=1, p•=1 und w•=1, was das Produkt (a•b•c•d•e•f•g•h•j•k• m•p•w•)=((1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1))=1 liefert, dessen Umgekehrtes das gesuchte Klafter (1/a •b• c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•)=(1/(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1))=1 darstellt.

Methode

Öfter hasst der blinde Gegner der Messungen ebenso sehr wie dieselben die systematische Aufzählung der zu erfüllenden Voraussetzungen bezüglich der Durchführbarkeit dieser Messungen. Somit schließt er jedes methodische Verfahren aus, das -so mühsam es auch sein mag- jedem anständigen Menschen zugänglich ist. Dieser Gegner hat zum Zweck, die Vorstellung eines angeblichen Erbteils seltener Geister anzufeuern, das das Wesentliche ohne Mühe unmittelbar zu verstehen erlaubt, aber es handelt sich wirklich um versteckte Faulheit.

Anwendung auf Baudelaire

In der Kunst ist es üblich, dieses vermeintliche Verstehensvermögen als Einfühlung zu bezeichnen, und die dunkle Tiefe ihres Ausgangspunkts erinnert an die von Baudelaire erwähnten «Wälder von Symbolen». Bei genauerem Hinsehen bleibt die jähe mühelose Aufnahme einer Lehre durch einen erwachsenen wendigen Geist die Folge einer langsamen Aneignung Woche für Woche von Kentnissen, von denen ein Kind Nutzen zieht, über das schützende, vertraute Blicke wachen.

§632
· Vierte Klappe
Theorie

Wenden wir uns einer anderen Klappe zu: \(ᵒde vivants piliers.\.de l'art, esthètes reconnus, (.)laissent(.)parfois sortir de confuses paroles inspiratrices-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'homme<>, le nouvel artiste, prêtre du beau, (.)passe(.)haut la main son initiation, à travers des forêts[.]de symboles-[]-)/¨ (×(ᵒlebendige Säulen.\.der Kunst, anerkannte Ästheten, (.)lassen(.) zuweilen wirre Worte entweichen, die Eingebung liefernꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdurch Wälder[.]von Symbolen mühelos(.)bezwingt(.)der Mensch<>, der neue Künstler und Priester der Schönheit, die Proben seiner Einweihung)). Schreiben wir den Latex (Säulen.\.;Wälder[.];Mensch<>). Die Volte wird wie folgt geschrieben: “wie kann man vom Trapez "Säulen" ausgehend, zum Deckel "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Die Antwort auf diese Frage fällt leicht: “die Säulen, große Ästheten, die zusammen sämtliche Künste unterstützen, beeinflussen nicht nur die Künstler ihrer eigenen Disziplinen, sondern auch gelegentlich diesen oder jenen Künstler aus einem anderen Fach.” Außerdem wird das Ersuchen so lauten: “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was "der Mensch" aus den "Wäldern von Symbolen" bekommt?” Es kommt gleich die Antwort: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Das Gestell wird folgendermaßen geschrieben: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der lebendigen Säulen, anerkannte Ästheten, die zuweilen wirre Worte entweichen lassen, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die des Menschen als der neue Künstler und Priester der Schönheit, der phantasiert, aus dem Erbe dieser vergangenen Kunst Nutzen zu ziehen”. Die führende Perspektive ist, dass die Stelle «…lebendige Säulen
Zuweilen wirre Worte entweichen lassen…» mit dem Passus «…Dort schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen…» zu verbinden ist. Der Beschlag lautet: “das Erbe der Säulen der Kunst verursacht in der Leistung des neuen Künstlers den Gebrauch der in der Vergangenheit erarbeiteten Symbole”.

Methode

Der Inhalt des Beschlags ist im Grunde ähnlich wie der Inhalt des Gestells, aber die Form ist die des Tunnels, welche die anschauliche Verständigung erleichtert, da von den in Frage kommenden Gegenständen unmittelbar die Rede ist, anstatt den Umweg über den Inhalt zu machen, den der Schaffende im Sinn hat.

Anwendung auf Baudelaire

In ihren großen Leistungen würden die Säulen des Schönen dem Künstler von heute die Möglichkeit bieten, sich an manche Bilder zu erinnern, die er dann auf seine Art bearbeiten könnte. Wenn die Eingebung auf diese Weise durch zahlreiche Künste unterstützt wird, sind es wie Leuchttürme am Rande des Weltmeeres der Phantasie, oder wie Säulen, die auf das Schöne hinweisen und in den Himmel emporragen. Auf diese Weise kommen verschiedene, von einander unabhängige Einflüsse zusammen: in jeder Skizze, Bildhauerarbeit, Oper; in jedem Gemälde, Musikstück, Gedicht, Theaterstück, oder Gebäude.

§633
· Klafter der vierten Klappe
Theorie

Bestimmen wir das Klafter für \(ᵒde vivants piliers.\.de l'art, esthètes reconnus, (.)laissent(.)parfois sortir de confuses paroles inspiratrices-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌl'homme<>, le nouvel artiste, prêtre du beau, (.)passe(.)haut la main son initiation, à travers des forêts[.]de symboles-[]-)/¨ (×(ᵒlebendige Säulen.\.der Kunst, anerkannte Ästheten, (.)lassen(.) zuweilen wirre Worte entweichen, die Eingebung liefernꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdurch Wälder[.]von Symbolen mühelos(.)bezwingt(.)der Mensch<>, der neue Künstler und Priester der Schönheit, die Proben seiner Einweihung)). Schreiben wir den Latex (Säulen.\.;Wälder[.] ;Mensch<>). Der Henkel nimmt den Wert a •=1 an, weil die Schotte “lebendige Säulen der Kunst, anerkannte Ästheten, lassen zuweilen wirre Worte entweichen, die Eingebung liefern” und “durch Wälder von Symbolen mühelos bezwingt der Mensch, der neue Künstler und Priester der Schönheit, die Proben seiner Einweihung” jeweils mindestens eine Bohle besitzen, die das andere nicht hat, und weil in der gesamten Klappe keine Front wiederholt wird. Der Klöppel b •=1 ist notwendig, da in Baudelaires Gedicht die Worte «schreitet», «Mensch», «durch», «Wälder» und «Symbolen» hinter «lebendige», «Säulen», «Zuweilen», «wirre», «Worte», «entweichen» und «lassen» geschrieben stehen. Wir nehmen den Korb c•=1 an, weil keine Befürchtung der Fälschung oder unwillkürlichen, schlimmen Änderung des Textes des Gedichts „Entschprechungen“ begründet ist. Wir schreiben den Hamen d •=1, weil der Text von der Versbildung abgesehen voller Phantasie und frei von Wissenschaft ist. Der Bolzen e •=1 steht außer Zweifel, denn ein Ästhet aus dem 19. Jahrhundert könnte die Vorbereitung des Themas der Einweihung des neuen großen Künstlers durch das der früheren großen Meister als gewöhnlich betrachten. Die Raste f•=1 wird durch drei Motive gegen jeden Irrtum gesichert. Erstens enthält die Klappe keine Bebilderung. Zweitens widersetzt sie sich keiner Billardsinnverbindung. Drittens werden in jedem einzelnen Schott sämtliche Sinnverbindungen durch Billardsinnverbindungen des Gedichts garantiert. Tatsächlich gehören diese Stellen zum Text: «…lebendige Säulen
Zuweilen wirre Worte entweichen lassen…» und «…schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen…» Der Behang g •=1 erweist sich aus drei Gründen ebenfalls als notwendig. Erstens sagt der Schaffende nicht ausdrücklich, dass «…schreitet der Mensch durch Wälder von Symbolen…» durch «…lebendige Säulen
Zuweilen wirre Worte entweichen lassen…» vorbereitet wird. Zweitens verneint er das auch nicht ausdrücklich. Drittens hat die Kritik in dieser Vorstellung einer vermeintlichen Einleitung mancher Bilder durch andere keinen Widersinn entdeckt. Der Hocker h•=1 wird dadurch begründet, dass die untersuchte Klappe in der gewählten Zucht wie in den Absätzen 623, 624 und 625 bereits besprochen keiner Verdüsterung unterworfen ist. Der Knüppel j •=1 wird durch drei Behauptungen unterstützt. Erstens gehören alle Bohlen der Klappe zur selben Höhle: «lebendige», «Säulen», «zuweilen», «wirre», «Worte», «entweichen», «lassen», «schreitet», «Mensch», «durch», «Wälder» und «Symbolen». Zweitens liest sich der Deckel problemlos. Drittens widersetzt sich die untersuchte Klappe keiner von den Toren und Haltungen: “Gebäude, das göttlich scheint” für den “Naturtempel”; “…wie durch göttlichen Willen beseelten…” bezüglich der lebendigen Säulen; “…die wie durch göttlichen Willen einen Eindruck des Denkens geben” für die Säulen, die Worte ausdrücken, die Blicke von Symbolen und der sprechenden Düfte, Farben und Töne; und letztendlich das Tor “…der in Gut und Bös zugleich wirksam zu sein scheint” betreffs des verdorbenen Weihrauchs. Die Schere (k •) gleicht 1 dank j•=1 einerseits und der Tatsache andererseits, dass das Gedicht „die Leuchttürme“ einen Gefährten von „Entsprechungen“ darstellt. Der Viadukt m •=1 wird durch den Knüppel j •=1 und den Erfolg der Besorgungen gerechtfertigt, die auf ausreichende Beziehungen “Volte-Tapez” und “Ersuchen-Feston” hinausgehen. Der Galgen p •=1 stützt sich auf den Knüppel j •=1 und das Gestell, das eine Anwendung der Klappe ist. Die Dünung w •=1 schuldet viel dem Knüppel j •=1 und dem Beschlag, der die Klappe anwendet. Die einzelnen Teilnehmer des Klafters Henkel, Klöppel, Korb, Hamen, Bolzen, Raste, Behang, Hocker, Knüppel, Schere, Viadukt, Galgen, und letztendlich Dünung haben die Werte a •=1, b•=1, c•=1, d•=1, e•=1, f•=1, g•=1, h•=1, j•=1, k•=1, m•=1, p•=1 et w•=1, was auf die gesamte Glaubhaftigkeit 1=(1/a •b•c•d•e•f•g•h•j•k•m• p•w•) hinausgeht.

Anwendung auf Baudelaire

Falls Baudelaire als Künstler den Werten des Glaubens seine ausgesprochene Zustimmung gegeben hätte, dürfen wir uns fragen, ob die Säulen der Künste nicht ebenso viele Kreuze wären. Alain Rey erklärt, dass ein Kreuz anfangs nur ein Folterpfahl ist, der vielerlei Gestalten haben mag [837].

Methode

Um einer solchen Perspektive zu folgen, müsste man jedoch die Stärke der Absichten des Autors ermessen können, um daraus Wertgrade bezüglich des Wortschatzes des Schaffenden abzuleiten.

§634
· Fünfte Klappe
Theorie

Betrachten wir nun \(ᵒ…(de longs échos entendus au loin.\.(.)confondent(.)se[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌune ténébreuse et profonde unité[.] comme la nuit et…la clarté(.)est(.)à ce point vaste que le clair- obscur l'emporte-[]-)/¨ (×(ᵒlange Echos, die in der Ferne.\.gehört wurden(.)vereinen(.)sichꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌeine finstere und tiefe Einheit[.](.)ist(.)wie Nacht und Licht so weit, dass das Helldunkel allerorts herrscht)). Der Latex sieht wie folgt aus: (Ferne.\.;Einheit[.];Mensch<>). Die Volte liest sich: “wie kann man vom Trapez "Ferne" ausgehend, zum Deckel "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Die Antwort kommt umgehend: “die Grundzüge einer Kunst halten sie scheinbar fern von den anderen Fächern, wobei das Fühlbare allen Künsten gemeinsam ist, was der daraus entwickelten Phantasie einer beliebigen Kunst erlaubt, sich auf einer anderen abzuzeichnen.” Außerdem schreiben wir das Ersuchen “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was "der Mensch" aus der "finsteren und tiefen Einheit" erhält?” Wir bekommen gleich die Antwort: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Das Gestell verlangt etwa diese Beschreibung: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der in der Ferne gehörten sich vereinenden langen Echos der Schönheit, das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die des Wohl und Übel in der finsteren und tiefen Einheit der Welt derart weit sind, dass beide aneinander liegen”. Wir gehen von der Eingebung im fünften Vers aus und verbinden sie mit der der folgenden beiden Verse, wobei wir Nacht und Licht nach der gängigen Symbolik als Bös und Gut deuten. Wir schreiben den Beschlag: “die zahlreichen Echos der Schönheit, die sich in der Ferne mit Länge und Mannigfaltigkeit vereinen, verursachen Verwirrung in der finsteren und tiefen Einheit, die weit wie das Aneinandersetzen von Gut und Bös ist”.

Methode

Das Präparat, das einen Schmerz lindert und zugleich zu anderen Schmerzen führt, ist in den Augen eines Arztes, der diese Erscheinung versteht, an der Grenze zwischen Gut und Bös.

Anwendung auf Baudelaire

In diesen Versen konnte Baudelaire auf die “hell-dunkel” oder “Gut-Bös” Grenze hinweisen [[1091]] in Index II (Gedichte)">[[1091]]: «Rembrandt -trauriges Krankenhaus voll Gemurmel
Einfach mit einem großen Kruzifix geschmückt
Wo das Gebet in Tränen aus dem Müll ausströmt
Flugs von einem winterlichen Strahl durchleuchtete Halle.»

§635
· Klafter der fünften Klappe
Theorie

Suchen wir nach dem zur selben Klappe passenden Klafter: \(ᵒ…(de longs échos entendus au loin.\.(.)confondent(.)se[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌune ténébreuse et profonde unité[.] comme la nuit et…la clarté(.)est(.)à ce point vaste que le clair-obscur l'emporte-[]-)/¨ ( ×(ᵒlange Echos, die in der Ferne.\.gehört wurden(.)vereinen(.)sichꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌeine finstere und tiefe Einheit[.](.)ist(.)wie Nacht und Licht so weit, dass das Helldunkel allerorts herrscht)). Der Henkel nimmt den Wert a •=1 an, weil die Schotte “lange Echos, die in der Ferne gehört wurden vereinen sich” und “eine finstere und tiefe Einheit ist wie Nacht und Licht so weit, dass das Helldunkel allerorts herrscht” mindestens eine Bohle besitzen und weil keine Bohle wiederholt wird. Der Klöppel b •=1 ist notwendig, weil «finsteren», «tiefen», «Einheit», «weit», «wie», «Nacht», «Licht» und «sind» (ist) im Gedicht hinter «lange», «Echos», «sich», «Ferne», und «vereinen» stehen. Wir müssen den Korb c •=1 schreiben, weil keinerlei Fälschung oder schwer wiegende Änderung zu befürchten ist. Der Hamen (d •) hat den Wert 1, denn der Sinn des Textes -abgesehen von der Versbildung- hat der Phantasie aber nicht der hohen Technik und Wissenschaft viel zu schulden. Der Bolzen e•=1 ruft keinen Zweifel hervor, weil die Vorstellung der Vorbereitung des Mentalbilds des Helldunkels durch das der Echos nicht zu verfechten ist. Die Raste f •=1 wird durch drei Gründe gegen jeden Irrtum gesichert. Erstens enthält die Klappe keine Bebilderung. Zweitens steht dieselbe keiner Billardsinnverbindung im Wege. Drittens folgt jede Sinnverbindung in den einzelnen Schotten einer früheren Billardsinnverbindung. Beide Schotte beruhen nämlich auf den Versen 5, 6 und 7. Der Behang g•=1 erscheint auch aus drei Gründen als notwendig. Erstens liefert nicht der Schaffende selbst die Vorstellung, nach welcher das erste Segment «…lange Echos, die sich in der Ferne vereinen…» das zweite Segment «…In einer finsteren und tiefen Einheit
Weit wie die Nacht und wie das Licht…» vorbereiten würde. Zweitens verwirft der Autor dieselbe Vorstellung nicht. Drittens hat die Kritik nicht die Mittel, diese Vorstellung zu verwerfen. Der Hocker h •=1 wird bestätigt, weil die Klappe -wie wir es in den Absätzen 623, 624 und 625 bereits erörtert haben- keinerlei Verdüsterung unterworfen ist. Der Knüppel (j •) hat aus drei Gründen den Wert 1. Erstens gehören alle Fronten der Klappe -«lange», «Echos», «sich», «Ferne», «vereinen», «finsteren», «tiefen», «Einheit», «weit», «wie», «Nacht», «Licht» und «sind»- zur selben Höhle. Zweitens lässt sich der Deckel durch den gesunden Menschenverstand leicht durchdringen: “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt”. Drittens widersetzt sich diese Klappe weder den Toren noch den Haltungen. Wir haben “Gebäude, das göttlich scheint” bezüglich des Naturtempels; “…wie durch göttlichen Willen beseelten”; für die «lebendige Säulen; “…die wie durch göttlichen Willen einen Eindruck des Denkens geben” betreffs der sprechenden Säulen, der Blicke von Symbolen oder der Antworten zwischen Düften, Farben und Tönen; und “…der in Gut und Bös zugleich wirksam zu sein scheint” für den verdorbenen Weihrauch. Die Schere (k •) gleicht 1 dank des Knüppels j•= 1 und der Tatsache, dass das Gedicht eine Bleibe ist. Der Viadukt nimmt den Wert m •=1 dank des Knüppels 1 und weil leicht zu verstehende Verhältnisse “Trapez-Volte” und “Feston-Ersuchen” vorhanden sind. Der Wert des Galgens erreicht p •=1, weil er aus dem Knüppel j •=1 Nutzen zieht, und dank des Gestells, das lediglich die Klappe vertieft. Die Dünung (w •) erhält den Wert 1, weil der Knüppel selbst den Wert 1 hat, und weil der Beschlag eine aufrichtige Anwendung der Klappe ist.

Methode

Die Teufen sind nicht nur eine sehr wichtige Messungshilfe, sondern auch eine Art Umweg zur Erleichterung des vernünftigen Kommentars. Auf anderen Gebieten wird diese Art Prozess oft als “formal” oder “künstlich” bezeichnet. Diese Bezeichnungen sind ein Anlass zu lächeln, weil sie im Gegensatz voraussetzen, dass alles Natürliche von vornherein gegeben ist, während selbst das Laufen eine längere Übung erfordert [241]-[384]-[973]. Ein ähnlicher Fehler wird begangen, wenn von “natürlichem Charme” die Rede ist, denn viele einfache Gesten haben einen gesellschaftlichen Hintergrund.

Anwendung auf Baudelaire

Wir haben es vorgezogen, über Terrasse «sind» (ist²) aus dem neunten Vers anzuwenden. Hätten wir statt dessen «ist» aus dem ersten Vers gewählt, dann hätten wir folglich b •=2 statt b•=1 schreiben müssen, weil «ist» im Gedicht unter anderen vor «lange» steht. Somit hätte das Klafter den Wert 1 nie erreichen können. Jede Möglichkeit, das «ist» im ersten Vers wie das «sind» im neunten Vers zu borgen, richtet sich nach den Regeln dieser Berechnung, weil beide auf eine Anwendung der Rampe beruhen, von der im Absatz 580 bereits die Rede war. Obwohl beide Anwendungen zulässig sind, haben wir es vorgezogen, in unserer Wahl so nahe wie möglich an der Vorstellung zu bleiben, dass die Vereinung der Echos das Bild des Helldunkels einleitet.

§636
· Sechste Klappe
Theorie

Beschreiben wir die Klappe \(ᵒde par leur essence incompréhensiblement vaste.\.…nuit et… clarté(.)unissent(.)s'-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdes parfums²…corrompus[.], riches et triomphants, ayant l'expansion des choses infinies…(.)transportent(.)…l'esprit et les sens-[]-)/¨ (×(ᵒwegen ihrer weiten.\.unverständlichen Wesen(.)vereinigen(.)sich Nacht und…Lichtꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌverdorbene [.], reiche und sieghafte Düfte², welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben, versetzen Geist und Sinne)) (×(ᵒ…(.)…(.)…ꞌꞌꞌ…ꞌꞌꞌ…(.)…(.)…)) \(ᵒwegen ihrer weiten.\.unverständlichen Wesen(.)vereinigen(.)sich Nacht und…Licht-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌverdorbene[.], reiche und sieghafte Düfte², welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben, versetzen Geist und Sinne-[]-)/¨. Der Latex wird wie folgt geschrieben: (Weit.\.;verdorben[.];Mensch<>). Die Volte sieht so aus: “wie kann man vom Trapez "weit" ausgehend, zum Deckel "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Die Antwort kommt umgehend: “Das weite künstlerische Gebiet verbindet über innerliche Entsprechungen sowohl die nahe liegenden als auch die entferntesten Fächer. Somit wird die Phantasie in jedem dieser Fächer durch die Einflüsse aller anderen unterstützt.” Zudem stellen wir das Ersuchen: “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was "der Mensch" aus den "verdorbenen Düften" erlangt?” Diese Antwort muss passen: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Das Gestell wird lauten: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild der unfassbaren Weite unserer Umwelt -unter anderen Wohl und Übel- das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die der zum Rausch antreibenden Verderbtheit”. Das alles beruht im Gedicht auf «…Weit wie die Nacht und wie das Licht…» und «…Düfte…andere verdorben, reich und sieghaft,

Welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben…Die den Taumel des Geistes und der Sinne singen.» Ersinnen wir den Beschlag: “die Weite sowohl in Dunkel und Hell als auch in Bös und Gut verursacht den Taumel des Rausches”.

Anwendung auf Baudelaire

Wenn wir erklären, dass der Dichter eines solchen Urteils fähig war, um seinen eigenen Text in der Tiefe zu begreifen, setzen wir nur von ihm voraus, dass er von Vorstellungen Gebrauch machte, die seinerzeit geläufig waren.

Methode

Was wir als eigenen Willen bezeichnen, gehört in der Tat zu einer viel weiteren Bewegung, die mit allgemein in der Kultur vorhandenen Kräften verbunden ist. Und die Kultur selbst steht im Zusammenhang mit dem Rahmen der geschichtlichen Entwicklung der Welt. Wenn wir über solche Allgemeinheiten nachdenken, scheinen sich die poetischen Bilder nicht auf eine sehr verschiedene Art zu gestalten als die wissenschaftlichen Vorstellungen, wie Duhem sie beschrieben hat [286]: «Die Erarbeitung jeder physischen Theorie ist immer wieder über eine Folge von geringfügigen Änderungen vorgegangen, die das System, von den ersten Rohfassungen ausgehend, schrittweise zu besseren Formen geführt haben. In jeder dieser Änderungen wurde der freie Unternehmungsgeist des Physikers empfohlen, unterstützt, geleitet und -manchmal auf zwingende Weise- durch verschiedentlichste Umstände befohlen. Dabei mussten die Meinungen der Menschen und die Lehren der Tatsachen berücksichtigt werden. Eine physische Theorie ist keineswegs das plötzliche Ergebnis einer Schöpfung: sie ist das langsame fortschreitende Ergebnis einer Entwicklung. Wenn einige Schnabelhiebe die Eierschale brechen und das Küken seinem Gefängnis entkommt, kann sich das Kind einbilden, dass diese harte, unbewegliche Masse, die den Kieselsteinen ähnelt, die er am Bach aufliest, plötzlich aufgelebt ist und das laufende, piepende Vöglein ergeben hat. Wo seine kindliche Phantasie eine plötzliche Schöpfung zu sehen glaubt, erkennt im Gegenteil der Naturforscher den letzten Satz einer langen Abhandlung. Er geht in Gedanken auf die Urfusion von zwei mikroskopischen Kernen zurück und folgert dann die Reihe der Teilungen, Differenzierungen, Aufsaugungen, die von Zelle zu Zelle den Körper des jungen Kükens schrittweise gebildet haben.» Die Erfindung durch die heute noch bekannten oder inzwischen vergessenen großen Meister der Reihe von Kunstgriffen, dank welcher die Geschichte auf diesem Gebiet entstanden ist, folgt denselben Grundlinien. Der Mensch musste mit dem Mund zu pfeifen, im Kanon zu singen, mit Schraffierungen zu zeichnen, Sfumato zu malen, mit Strebebögen zu bauen, ein Sonett zu schreiben und ein Gewölbe mit einem Schlussstein zu versehen lernen. Auf ähnliche Art und Weise verlangten die Erschaffung der Holzkohlezeichnung, des Anreibens der Farben, der Trommel und der Flöte wohl viel Erfindungsgeist. Da der Gedanke sich außerdem durch seine Ausdrucksmittel vervielfacht, dürfen wir die materiellen oder geistlichen Mittel und die Themen nicht allzu streng unterscheiden. Denken wir in dieser Beziehung an den Fluchtpunkt oder an die Musiknoten!

§637
· Klafter der sechsten Klappe
Theorie

Wir suchen nun nach dem Klafter derselben Klappe: \(ᵒde par leur essence incompréhensiblement vaste.\.…nuit et…clarté(.)unissent(.)s'-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌdes parfums²…corrompus[.], riches et triomphants, ayant l'expansion des choses infinies…(.)transportent(.)…l'esprit et les sens-[]-)/¨ (×(ᵒwegen ihrer weiten.\.unverständlichen Wesen(.)vereinigen(.)sich Nacht und…Lichtꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌverdorbene [.], reiche und sieghafte Düfte², welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben, versetzen Geist und Sinne)). Die Menge 1 passt sehr gut zu dem Henkel (a•), da die Schotte jeweils mindestens eine Bohle besitzen und da keine Bohle wiederholt wird: “wegen ihrer weiten unverständlichen Wesen vereinigen sich Nacht und Licht” und dann “verdorbene, reiche und sieghafte Düfte, welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben, versetzen Geist und Sinne”. Der Klöppel b •=1 ist notwendig, weil die Bohlen des ersten Schotts -«Einheit», «weit», «Nacht», «und», «Licht»- im Gedicht vor denjenigen des zweiten stehen: “Düfte²”, «verdorben», «reich», «sieghaft», «Ausdehnung», «unendlichen», «Dinge», «haben», «Taumel», «Geistes» und «Sinne». Wir müssen den Korb c •=1 schreiben, weil keine wichtige Fälschung oder Änderung des Sonetts in Frage kommt. Der Hamen bekommt dank der poetischen Bilder ohne wissenschaftliche Begründung den Wert 1. Wir können den Bolzen d •=1 nicht vermeiden, da die Nebeneinanderstellung der Gegensätze «Nacht und…Licht», sowie die Mischung der Bilder des Übels und des Unendlichen sich mit der Vorstellung des Taumels gut paaren. Außerdem scheinen unter diesen poetischen Mentalbildern die einen die anderen einzuleiten. Die Raste f •=1 stützt sich auf drei Punkte. Es ist keine Bebilderung vorhanden. Wir können keinen Gegensatz zwischen der Klappe und irgenwelcher Billardsinnverbindung aufdecken. Schließlich hat jede Sinnverbindung der Schotte ihren Ausgangspunkt in einer Billardsinnverbindung. Tatsächlich gehören alle diese Worte zur untersuchten Stelle: «Einheit», «…Weit wie die Nacht und wie das Licht…» und «Es sind Düfte…verdorben, reich und sieghaft,

Welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben…Die den Taumel des Geistes und der Sinne singen.» Der Behang g•=1 ist aus drei Gründen unverfehlbar. Erstens erklärt der Schaffende nicht selbst, dass aus seiner Sicht «…Weit wie die Nacht und wie das Licht…» ungefähr zu «Es sind Düfte…verdorben, reich und sieghaft,

Welche die Ausdehnung der unendlichen Dinge haben…Die den Taumel des Geistes und der Sinne singen» Zugang gibt. Zweitens verneint er auch nicht eine solche Sinnverbindung. Letztendlich sehen wir nicht, wie die Kritik beweisen könnte, dass diese Sinnverbindung illusorisch ist. Der Hocker h •=1 ist gesichert, weil die Zucht keiner Verdüsterung unterworfen ist, wie wir es in den Absätzen 623, 624 und 625 gezeigt haben. Der Knüppel (j •) hat dank der drei in der Folge ausgeführten Gründe den Wert 1. Erstens gehören sämtliche Bohlen der Klappe zur selben Höhle. Zweitens besitzt der Text einen höchst einfachen Deckel: “in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt”. Drittens steht die Klappe in keinem Widerspruch zu den Toren und Haltungen. Am Anfang erleichtert “Gebäude, das göttlich scheint” die Verständigung vom Bild des "Natur-Tempels". Dann kommt “…wie durch göttlichen Willen beseelten…” für die Erklärung des Bilds der lebendigen Säulen. Ferner folgt der Ausdruck “…die wie durch göttlichen Willen einen Eindruck des Denkens geben” bezüglich der sprechenden Säulen, der Blicke von den Symbolen oder der Antworten zwischen Düften, Farben und Tönen. Zuletzt haben wir “…der in Gut und Bös zugleich wirksam zu sein scheint” betreffs des verdorbenen Weihrauchs. Die Schere (k •) nimmt, da der Knüppel (j •) die Größë 1 erreicht, und da der Text ein Werk darstellt, das eine Bleibe ist, den Wert 1 an. Der Viadukt m •=1 duldet keinen Zweifel, weil der Knüppel (j•) die Menge 1 erlangt, und weil die Besorgungen leicht zu verstehen sind: die Verhältnisse “Volte-Trapez” und “Ersuchen-Feston” erscheinen problemlos. Der Galgen nimmt dank des Knüppels j •=1 und des vorhandenen Gestells, das die Klappe vertieft, den Wert p •=1 an. Die Dünung w •=1 steht fest, da der Knüppel (j •) den Wert 1 hat und da der Beschlag eine aufrichtige Deutung der Klappe darstellt. Das Klafter (1/a•b•c•d•e•f•g•h•j•k•m•p•w•) ist das Umgekehrte des Produkts (a •b•c•d•e•f•g•h•j•k• m•p•w•) der hier besprochenen Teufen, was auf die Menge (1/(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)(1))=1 hinausgeht.

Methode

Wir können hoffen, dass diese Berechnungen das numerische Abbild dessen geben, was der Schaffende im Sinn gehabt hat.

Anwendung auf Baudelaire

Die heftige Bewegung der Bilder im Geist scheint dazu fähig, die Zuneigung zur Geliebten wie die Neigung des Säufers zu seinem Getränk zu verursachen [[1138]] in Index II (Gedichte)">[[1138]]: «Du, die du wie ein Dolchstoß
In mein klagendes Herz eingedrungen bist…Sei ja verdammt!

Ich habe das schnelle Schwert gebeten
mich meiner Freiheit zu berauben
Und ich habe dem heimtückischen Gift gesagt
Meiner Feigheit zu Hilfe zu kommen.

Leider haben mich Gift und Schwert verachtet und mir gesagt:
"Du Dummkopf bist dessen
Nicht würdig, deiner verdammten
Knechtschaft befreit zu werden.

Wenn unsere Bemühungen dich der Herrschaft
Deines Vampirs befreien könnten,
Deine Küsse würden
Dessen Leiche wieder lebendig machen!"»

§638
· Siebte Klappe
Theorie

Beschreiben wir \(ᵒles parfums¹[.], les couleurs et les sons(.)répondent(.).\.se-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌil(.)est (.)des parfums² frais…doux…verts…et d'autres, corrompus, riches et triomphants-[]-)/¨ (×(ᵒDüfte¹[.], Farben und Töne(.)antworten(.).\.einanderꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌes(.)sind(.)Düfte² frisch…sanft… grün…und andere verdorben, reich und sieghaft)). Der Latex lässt folgende Bezeichnung zu: (antworten.\.;Düfte¹[.];Mensch<>). Die Volte liest sich: “wie kann man vom Trapez "antworten" ausgehend, zum Deckel "in jeder Kunst wird die Phantasie durch den Einfluss sämtlicher Künste unterstützt" gelangen?” Diese Antwort scheint angebracht: “Da die Künste einander entsprechen, nährt jeder einzelne Künstler seine Phantasie mit allen Meisterwerken.” Untersuchen wir nun das Ersuchen der Klappe: “wie kann man aus dem Zusammenhang ergreifen, was "der Mensch" aus den Düften¹ erlangt, da wir erfahren, dass die in ihren Einzelheiten unterschiedliche -und gelegentlich gegensätzliche- sittliche Eigenschaften aufweisen?” Die Antwort auf diese Frage fällt leicht: “alles wird auf etwas wie ‘’"die Phantasie", "die Künste"‘’ zusammengefasst, da der Verstand und die Empfindlichkeit sich einer aktiven Träumerei zuwenden, welche, von einem engen Verhältnis zu Gegenden der Wirklichkeit ausgehend, im Laufe der Zeit die Künste ergeben.” Das Gestell kann in dieser Weise geschrieben werden: “zumindest für einen Augenblick oder in seiner Träumerei könnte nur der Schaffende betrachten, dass das Bild einer und derselben Gestalt auf dem Gebiet der fünf Sinne das Gefühl einer nahen Vorstellung vorbereiten wird: die der Gegenstände, oder in uns verusachten Eindrücke, die dieselbe Reihe von sittlichen Eigenschaften besitzen mögen”. Im achten Vers und in den beiden Dreizeilern finden wir die Stelle, auf die sich die vorhandene Klappe stützt. Über den Tunnel, der die Beschreibung erleichtert, erreichen wir den Beschlag, der einen ähnlichen Sinn besitzt: “die Entsprechung der Düfte, Farben und Töne verursacht die Ähnlichkeit ihrer sittlichen Möglichkeiten”.

Methode

Im Absatz 589 sowie in der Bemerkung 607B haben wir ungefähr vom oben erwähnten Gestell Gebrauch gemacht. Was das Feston betrifft, wurde bereits im Absatz 630 im Zusammenhang mit einem anderen Feld dieselbe Bedeutung benützt.

Anwendung auf Baudelaire

Unser Gedanke empfindet mit dem Geruch Eigenschaften, die über andere Sinne erreichbar sind: Gesicht, Gefühl, Gehör und Geschmack. Es scheint also eine Entsprechung vorhanden zu sein, die alle fühlbaren Wesen verbindet. Diese Gebiete vermitteln die Mentalbilder von Frische, Sänfte, Säure, Verdorbenheit, Reichtum, Sieg, Taumel und endloser Dauer oder Ausdehnung. Wenn wir das Gefühl eines Dinges empfinden, hängt dies wohl mit unserer Fähigkeit zusammen, Gegenstände auf verschiedenen Ebenen -beziehungsweise die der Physiologie, Gesellschaft, Kultur und Geschichte- zu erfassen. Es ist jedoch notwendig, dass der gefühlte Gegenstand, der in uns ein Ergebnis bewirkt, im Prozeß eine Rolle spielt, die sich auf Besonderheiten desselben Gegenstands stützt. Wie ein flüchtiger wahrgenommener Tonsatz uns einige Tage später bei der Betrachtung einer Landschaft überraschend wieder einfällt, kommt uns manchmal der Schluck dreißigjährigen Alkohols plötzlich in den Mund. Die sachliche gemeinsame, interne Ordnung mehrerer Gegenstände, oder ein ähnlicher Aufbau unseres natürlichen oder angelernten Geistes zeigt uns verwandte materielle Wesen. Es handelt sich um die horizontale Entsprechung. Verschiedene Eindrücke besitzen benachbarte Eigenschaften, weil die wahrgenommenen Wesen eine ähnliche Funktionseinzelheit besitzen, oder weil dieselbe Reaktion in unserem Körper dadurch verursacht wird. Die daraus entstandene Ähnlichkeit scheint auf identische Gründe zurückführen zu sein, die das Sittliche und das Physische einen. Ein Farbdetail in einem Gemälde wirkt ähnlich wie ein musikalischer Zusammenklang, der uns eine ganze Woche lang nicht in Ruhe lässt. Beides in unserer Seele fest verankert scheint «…die Ausdehnung der unendlichen Dinge…» zu besitzen.

§639
· Klafter der siebten Klappe
Theorie

Nun müssen wir das Klafter von der vorher behandelten Klappe bestimmen, das heißt: \(ᵒles parfums¹[.], les couleurs et les sons(.)répondent(.).\.se-[]-ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌil(.)est (.)des parfums² frais… doux…verts…et d'autres, corrompus, riches et triomphants-[]-)/¨ (×(ᵒDüfte¹[.], Farben und Töne(.) antworten(.).\.einanderꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌes(.)sind(.)Düfte² frisch…sanft…grün…und andere verdorben, reich und sieghaft)). Die Menge a•=1 passt zum Henkel, weil die Schotte -im Wesentlichen “Düfte, Farben und Töne antworten einander” und “es sind Düfte frisch…sanft…grün…und andere verdorben, reich und sieghaft”- jeweils wenigstens eine Bohle ohne Wiederholung besitzen. Der Klöppel b •=1 drängt sich auf, weil die Wörter «sind», “Düfte²”, «frisch», «Sanft», «grün», «andere», «verdorben», «reich» und «sieghaft» hinter «Antworten», «einander», “Düfte¹”, «Farben» und «Töne» stehen. Wir schreiben den Korb c•=1, weil keine wichtige Fälschung oder Änderung des Sonetts vorgekommen ist. Der Hamen (d •) hat dank der poetischen Bilder des Textes den Wert 1. Der Bolzen e •=1 kann nicht in Frage gestellt werden, weil vielen Denkern des 19. Jahrhunderts Vorstellungen über einen Zusammenhang zwischen sittlichen und fühlbaren Eigenschaften unserer Empfindungen zugeschrieben werden. Diese Feststellung erlaubt uns, “es sind Düfte frisch…sanft…grün…und andere verdorben, reich und sieghaft…” mittels “Düfte, Farben und Töne antworten einander” zu begründen. Die Raste f •=1 scheint aus drei Gründen vernünftig zu sein. Erstens enthält die Klappe keinerlei Bebilderung. Zweitens widersetzt sich keine Stelle der Klappe irgendeiner Billardsinnverbindung. Letztendlich vertieft jede Sinnverbindung jedes einzelnen Schotts lediglich eine bereits vorhandene Billardsinnverbindung. In der Tat sind die Stellen der Klappe “Düfte, Farben und Töne antworten einander” und “es sind Düfte frisch… sanft…grün…und andere verdorben, reich und sieghaft” dem Gedicht überhaupt entnommen. Der Behang g •=1 steht außer Zweifel, da er auf drei Gründen beruht. Erstens sagt im Gedicht nichts ausdrücklich, dass die Stelle “ Düfte, Farben und Töne antworten einander” die Stelle “es sind Düfte² frisch…sanft…grün…und andere verdorben, reich und sieghaft” einleitet. Zweitens wird diese Vorstellung einer Einleitung im Gedicht keineswegs verneint. Schließlich bleiben alle Bemerkungen der Kritik dieser Verneinung fern. Wir bestimmen einen Hocker h•=1, weil die Absätze 623, 624 und 625 gezeigt haben, dass die Zucht keinerlei Verdüsterung unterworfen ist. Der Knüppel (j •) hat aus folgenden Gründen den Wert 1. Erstens lässt sich der Deckel leicht beschreiben. Außerdem gehören sämtliche Bohlen der Klappe zur selben Höhle: «Antworten», «einander», “Düfte¹”, «Farben», «Töne», «sind» “Düfte²”, «frisch», «Sanft», «grün», «andere», «verdorben», «reich», und «sieghaft». Zuletzt widersetzt sich die Klappe weder den Toren noch den Haltungen. Für die Vorstellung des "Natur-Tempels" verwenden wir das Tor “Gebäude, das göttlich scheint”. Für die lebendigen Säulen findet der Leser den Ausdruck “…wie durch göttlichen Willen beseelten…” Wenn wir zu den sprechenden Säulen, zu den Blicken oder zur Betrachtung der Symbole, sowie zu den Düften, Farben und Tönen, die einander antworten, gelangen, machen wir von diesem Ausdruck Gebrauch: “…die wie durch göttlichen Willen einen Eindruck des Denkens geben”. Das Tor “… der in Gut und Bös zugleich wirksam zu sein scheint” bietet uns schließlich ein harmloses Mittel, den “verdorbenen Weihrauch” zu erfassen. Die Schere hat dank des Knüppels j •=1 und der gut verlaufenden Besorgungen den Wert k •=1. In der Tat sind die Beziehungen “Volte-Trapez” und “Ersuchen-Feston” zufriedenstellend. Der Galgen (p •) nimmt dank des Knüppels j •=1 und des Gestells, das eine Anwendung der Klappe darstellt, auch den Wert 1 an. Die Dünung w •=1 schuldet viel dem Knüppel j •=1 und dem Beschlag, der die Klappe anwendet. Das Umgekehrte des numerischen Produkts der besprochenen Teufen gleicht dem Klafter (1/a •b•c•d•e•f•g•h•j•k• m•p•w•), das auf diese Weise den Wert (1/(1)(1)(1)(1)(1)(1) (1)(1)(1)(1)(1)(1)(1))=1 hat.

Methode

Die Wiederholung erleichtert zwar die Einleitung einer Stelle in einem Text durch eine andere, aber sie reicht in dieser Hinsicht nicht aus.

Anwendung auf Baudelaire

Innerhalb von (×(ᵒ…(.)…(.)…ꞌꞌꞌ…ꞌꞌꞌ…(.)…(.)…)) \(ᵒ“Düfte¹[.], Farben und Töne(.)antworten.\.(.)einander-[]-”ꞌꞌꞌgibt Zugang zuꞌꞌꞌ“es(.) sind(.)Düfte² frisch… sanft…grün…und andere verdorben, reich und sieghaft-[]-”)/¨ sehen wir die Wiederholung von «Düfte». Dieses Wort wird einmal durch «grün» ergänzt, was den Sinn an dieser Stelle leicht ändert. Zu bemerken ist, dass das gesamte Publikum durch das Wort «grün» aufgefordert wird, seine Überlegungen über den Geruch hinaus zum Gebiet des Sichtbaren weiter zu leiten. Darüber hinaus erweitert der Wortschatz mit Sieg und Reichtum unsere Vorstellungen des Fühlbaren bis zu den Ideen von Sittlichkeit, was einer Vertiefung des Gedankens von “Antwort” gleichkommt, da der Übergang von Antwort zu Verantwortung leicht ist.

§640
· Kaliber der Zucht
Theorie

Das Kaliber der Zucht überhaupt ergibt sich aus dem numerischen Produkt der Klafter ihrer Elemente. Da sämtliche besprochene Klafter den Wert 1 haben, hat das Kaliber ebenfalls den Wert 1= ((1)(1)(1)(1)(1)(1)(1)).

Methode

Wenn eine Zucht eine Glaubhaftigkeit 1 besitzt, muss der Ausleger, der sich verlegt, im Stande sein, für die allgemeine Phantasie ein Bild derselben zu entwerfen.

Anwendung auf Baudelaire

Wenn wir von der Vorstellung ausgehen, dass Baudelaire in „Entsprechungen“ die Mittel einer künstlerischen Leistung beschreiben wollte, können wir im Folgenden das intuitive Bild anbieten, von dem soeben die Rede war. Es handelt sich um eine vage Vorstellung, wie die Baudelaire für einen Augenblick oder in seiner Träumerei haben mag, als die Bilder in seinem Sinn sich zusammenfinden, denen er im Gedicht einen gewissen Bewegungsraum gelassen hat [5000]: “die schöne natürliche Ordnung, die ihre eigenen inneren Schwierigkeiten -mit menschlichen Beiträgen- zum Erhabenen emporschieben, hilft dem neuen großen Künstler in der Einweihung, ihm die scheinbar verschwommenen Symbole einleuchtend darzustellen. Somit schreitet das Gedenken des Künstlers über eine Reihe von Etappen. Zunächst ist seine Phantasie empfindlich gegen die Feierlichkeit der die Menschen beherrschende Welt. Sie benutzt frische und sanfte Themen in der Absicht, das Leben zu beschreiben. Dabei liegt der Schlüssel im übertriebenen Gefühl des Erwachsenen. Als Erbe der berühmten Ästheten, Säulen aller Künste, die zusammen ein einziges Ganzes von gemischten, zahlreichen und andauernden Echos bilden, stützt sich der begabte Künstler auf die Gefühle und Dinge, die mit den Kunstleistungen ein weites Helldunkel ausmachen. Da die Entsprechungen dieser verschiedenen Ausgangspunkte der Anregung bewirken, dass sie dieselben sittlichen Facetten teilen -die einander zur Geltung bringen- lernt der große Künstler, sich einen Weg zu bahnen, der durch scheinbar gegensätzliche Empfindungen hindurch führt. So leitet er anhand dieser vielseitigen Aussichten seine eigene ästhetische Verwirklichung von der frischen Unbefangenheit ausgehend bis zur verdorbenen Empfindlichkeit, die sowohl zum Rausch als auch zum Untergang, sowohl zum Erfolg als auch zur Erniedrigung führt. So vermengen sich in seinem Garten das Gute und die Schuld, damit die Schönheit der Kindlichkeit entflieht. Auf diese Weise wird der neue große Künstler zur Säule der Kunst, die dem Nachwuchs als Vorbild dienen wird. Neben dieser anregenden Säule gedeihen zugleich Weihrauch, Wein, Mohn, Akanthus, Brennnessel, Distel und Dornenbusch.” Die in den vorangegangen Absätzen durchgeführte Untersuchung, soll eine bessere Kontrolle der gesuchten, oder gefürchteten Wendungen in den noch unvollendeten Texten erlauben. Dieselbe soll auch zu einer tieferen Verständigung der bereits erschienenen Werke, beitragen. Wir müssen nur die Liebhaber der Dichtung und die Kenner der Zahlen darum bitten, uns für ihre Sorgen zu vergeben. Begrüßen wir zum Schluss, die Autoren, die wir namentlich oder auch nicht erwähnt haben, und die uns den Zugang zu „Entsprechungen“, sowie verschiedene Aspekte der verbalen Phantasie, erleichtert haben. Indices ins Deutsche übersetzt von Jean-Claude Guerry Der Inhalt der Stichwortverzeichnisse selbst ist nicht indexiert. Wie im eigentlichen Text werden die üblichen Regeln der Interpunktion zur Vereinfachung geringfügig geändert.